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Lüttich entspringet, un- sich eine meile von Hertzogenbuschin die MaaÜ ergenßt. Zeileri itiner. Gerin. contin. I. c. 20.
* Deseine , (Franciscus) ein gelehrter buchhändler in Ita lien von Paris gebürtig, der Sansons land.charten vermehrt,und mit erklärungen unter dem titul: Tavole della Geografia ;Bibliothecam Sansianam ; Eine genealogische tabelle der Kö-nige von Engelland; Description de la ville de Romc , unterdem titul : Rorne ancienne & moderne, Lyon 1690, in 4.Leiden 171;. in 12. ingleichen Xouveaux Voyages d’Italie:,Lyon 1699. in 8. heraus gegeben, und an. >71;- im octobr.z« R0M gestorben. Univ. Lexicon.
* DESEMBARGO del PARCO, ist das Königliche Gerichtin Portugall , wo die appellarlones angenommen, Königlicheprivilegia publicirt , legitimationes und appellationes bestäti-get , und alle Königliche actus Jurisdictionis verrichtet werden,dahero es dem Königlichen Hofe überall folget. Es bestehetaus einem Präsidenten und fünf Räthen, welche man Desorn-bargadores nennet.
Desenberct , ein ehemals bestes schloß bey Marburg indem Stift Paderborn , welches jetzo als ein Bisthöfflich lehndem Herrn von Spiegel zugehört. An. 776. griffen es dieSachsen an , wurden aber von den Fraucken tapfer abge-trieben.
Desenzano, lat. Descntianum, eine mittelmäßige stadt inder Benetianischen landschafft Bresciano, am Garder - sce,allwo gute Handlung getrieben wird.
* Deserret , (Andreas) war Philosophie & EloquentieGallice Professor extraordinarius und Französischer Predigerzu Marpurg , ward im jähr 1687. z» Vayence in Danphinevon adelichen eitern gebohren. Schon in seiner zarten jugendverspürte man einen aufgeweckten und fähigen verstand beyihm, seine eitern schickten ihn daher nach Paris , daselbst denfreyen künsten desto besser obzuliegen ; da er denn mit erler-nung der Lateinischen spräche, und Aristotelischen Philosophieauch scholastischen Theologie gantzcr 10. jähr zubrachte. We-gen des Jansenssmi mustc er aus Franckreich weg, und giengnach Hessen , da er denn wegen feiner frömmigkcit und ge-schickten aufführung bey dem damals regierenden LandgrafenCarolo I. nachdrücklich recommendiret wurde; dieser nahm ihnauf, und verordnete sogleich, daß er nicht nur drey jähr zuMarpurg frey studiren, sondern auch nachgehends zu Genf anderthalb iahr seine theologische studien abwarten und völligabsolviren könnte. Er kam alsdenn wiederum in Hessen an, wardauch an. 1716. zum Predig-amt befördert, und der Französi.scheu gemeine zu Marpurg und Sualmdorss, als ordentlicherPrediger, vorgesetzet, welchem amte er auch bis an. 1721. treu-lich vorgestanden ; bis ihm endlich gedachter Landgraf die Pro-fessionem extraordinariam Philosophie & GalliceEloquentieauftruqe, welches amtes er fleißig abgewartet. An. 1717. ver-heurathete er sich mit Maria Susanna Gachettin, und zeugtemit ihr zwey söhne und eben so viel töchter. Er starb end-lich an. 1726. den 2v. jan. Seine schriften liegen noch unge-druckt. Es haben ihn einige mit unrecht für den Urheber derHistorie der gelehrtheit der Hessen gehalten. Jacob, ran denFelde, programma funebr. Historie der gelehrtheit der Hessen 1726. Trimcstri I. n. 2. jr. seqq.
* Dessert«. Dieser nähme ist zweyen insuln gegeben wor-den , welche man entdecket , und unbewohnt befunden hat;die eine liegt zwischen den diebs. insuln, die andere etwa» 7.meilen von der insul Madera. Maty, Dictionnaire .
* Desgabetz, (Robert.) ein Benedietiner aus der Congre-gation von St. Banne, war zu Dugni, einem dorfe in der Dioe-ces von Verbun, aus einem adelichen geschlecht entsprossen ,und trat in die jetzt-crwehnte Gesellschasst an. i6j 6. Seine ge-lehrsamkeit munterte auch seine ordens - brüder zum studirenauf, und brachte ihm zugleich bey denselben unterschiedene eh-ren-stellen und bedienungen zuwege. Wie er aber die Weltweis-heit vor allen andern wissenschassten liebte; also machte er sichauch, da er einst als General - Procnrator seiner Congregationnaher Paris geschicket wurde, mit den daselbst lebenden vor-nehmsten Philosophen, und insonderheit mit Claudio Clerselier,einem der vertrautesten freunde des Cartesii, bekannt, mit demer auch nachgehends einen steten brief-wechsel unterhielt. Ersoll die transfusion, da man nemlich das gcblüte eines thieresoder menschen in ein ander thier oder menschen leitet und über-führet, zuersi erfunden, und feine davon habende gedancken sei-nen freunden mitgetheilet haben; welches man jedoch nicht vielgeachtet, bis die Engelländer einige jähre darauf mit eben die-ser meynung zum Vorschein gekommen, und solche für ihre ei-gene ersindung ausgegeben haben. Sonsten wollte er auch dasgeheimnis von dem H. Abendmahl nach den principiis der Car-tesianischen Philosophie erklären; wiewol er diese seine gedan-cken der entscheidung und dem urtheil der Römischen kircheunterwarf, und starb endlich zu Breuil ohnweit Commercy,den rz. mertz an. 1678. In den Operibus posthumis Mabil-lonii sindct man von ihm ein schreiben an diesen berühmtenGeistlichen über den tractat de Azymis. Er hat aber ausserdem noch viele sowol theologische als philosophische schriftenhinterlassen, welche hier und da noch ungedruckt verwahret wer,den. Mtmoires du tems.
* Desgodet», (Antonins) ein Französischer Baumeister,
des
war im nov. an. 16;;. zu Paris gebohren, und trieb leineknnst von jugend auf mit solchem, fortgang , daß er daherschon an. 167;. von dem Staats - Minister Colbert nach Rom abgeschicket wurde. Er fiel aber unterwegs den Algienschensee-räubern in die Hände, und muste bey denselben iz. mvnatlang eine harte sclaverey ausstehen, nach welcher zeit er seinefrenheit wiederum erhielt, und sich sodenn nach Rom verfügte.Als er von dar an. 1678. zurück gekommen , ward er erstlich z„Chambor,, und sodenn an. 1694. zu Paris Controleur derKv-nigl. gebäude, an. 1699. aber Königlicher Architectus , undendlich auch nach des de la Hire absterben an. 1719. Profes.sor Architecture, welche stelle er mit vielem lob bekleidete, hi-er zu Paris den 20. may an. 172g. plötzlich mit tobe adgieng.Er hat ein werck unter den» titul : Edikces -mriques de Ro.me, dessmes & mesores tres-exactement , an. 1682. in fol,
heraus gegeben, und im manuscript auch noch Traite des or.dres d’Architecture ; Tr. de l’Ordre Franqois ; Tr. für la Cou.pe des Pierres &c. nachgelassen. Mtmoires du tems.
Desiderat«, siehe Hermengardis.
Gt. Desidcrius, Ertz-Bifchoss von Vienne , war von Autun gebürtig, und succedirte Vero, dessen Diaconus er gewesen, umdas iahr 594. Das ärgerliche leben der Bruncchildis veran-lassete ihn, es ihr etliche mal vorzustellen, welches diese Prin-tzeßln so übel empfand, daß sie sich entschloß, ihn zu stürtzen.Derohalben ließ sie einige Prälaten, die es mit ihr hielten,zu Chalons an der Saone an. 60;. einen Synodnm halten,auf welchem Desiberins abgesetzt, und auf eine insul, welcheChorier für die insul Barbe, nahe bey Lyon , hält, ins elend ge,schickt wurde. Einige zeit hernach rüste ihn die Königin wie.der zurück, in meynung, ihn auf ihre feite zu bringen, alleiner blieb eben so beständig wie vorhero, und verdammele mit glei-cher hertzhasstigkeit die laster des HofS. Brunechildis schickstihn darauf wieder in sein Bißthum, und ließ ihn an. 612.sieben meilen über Lyon , an dem ufer des flusses Chalareneumbringen. Der Papst Gregorius M. hat an ihn briefcgeschrieben, in deren erstern er ihn von lesung der Poeten ab-zuziehen suchet. Aimoin. üb. III. c. 19. l'redeuarius , addit.ad Gregor. Turonenf. c. 32. Sigebertus. Otto Conrad & Ado,in chronic. Walasried. Strabo , in vita S. Galli lib. I. c. 10.Gregorius I. lib. VII. epist. 117. üb. IV. epist. 62. lib. X.epist. 59. Baron. A. C. 612. & in martyrol. Rom . Du Saujjay ,martyrol. Gall. Le Lievre, antiq. de Vienne c. 22. Chorier ,histoire de Dauphine, liv. IX. fest. 17. & antiq. de Vien.ne ch. Sammartb. Gall. tom. I. p. 196.
St. Desidcrius, Bischofs von Cahors , war des Siagri »ndRustici bruder, und wurde an dem Hofe des Königs Dagober,ti, wo seine unverwandten die vornehmsten stellen bekleidete»,erzogen. Er selbst war Schatzmeister oder Ober - Aufseher dersinanzen, und ließ ihn gedachter König sehr ungerne von sich,wie er denn der Geistlichkeit, dem Adel und dem volck zu Quer,cy, ingleichen dem Ertz-Bifchoss Sulpitio zu Bourges , schrift-lich bezeugte, wie hoch er seine Person hielte. Er folgte an.6;;. seinem bruder Rustico in dem Bißthum, und stund demsel.den bis am 660, vor, da er in dem Albigensischen starb. Seinleben hat ein Anonymus beschrieben, welches Antvnius Vivnde Hervuval den gcdrüdern 8ammarthanis und P. Labbe coni.municiret, davon es die erstern dem andern tomo ihrer GalliaeChristiane , der andere aber seiner novae biblioth. niamiscr.tom. I. einverleibet. Man hat auch von diesem Desideriover,schiedene rpisteln, welche erstlich Henricus Canisius tom. V.antiq. lection. und hernach Marq. Freherus heraus gegeben;worauf sie in der bibliotheea Patrum zu Cöln und Paris miteingedruckt worden. Beilarmin, de fcript. eccl. Du Sauflay,martyr. Gall.
St. Desidcrius, Bischoss von Langres , war ein armer baner,gebürtig von einem dorfe, nahe bey Genua , woselbst er anfdem acker arbeitete, als zu ende des IV. faxnli, nachdem derBischoss zu Langres gestorben , das volck aus dieser stadt anssonderbarem eingeben ihn von dem pflüge wegholte, und zumBischoss machte. Desiderius erkannte hieraus den göttlichenwillen, nahm diese würde in besitz, und stund selbiger mit gros-sem eifer vor, erhielt auch die Märtyrer-crone unter dem Kay-ftr Honorio, da ihn die Vandaler, welche Franckreich durch-streiften, an einem orte umbrachten, welcher noch heut zu ta,ge St. Disier genennet wird, und eine kleine stadt in Chain-pagne ist. Hubert. Folieta , elog. dar. Ligur.
Desidcrius, der letzte König der Longobarden, wurde an.7^6. nach dem tobe Aistulfi, besten Connetable er gewesen, zumKönige erwehlet. Rachis, ein Mönch, des vorhergehenden Kö-nigs bruder, war ihm zwar entgegen, allein der Papst Stcpha-nus III. nahm sich seiner an, mit der bedingung, daß er demPäpstlichen stuhle alle diejenigen orter wieder einräumen sollte,welche die Longobardischen Printzen demselben entzogen hatten.Desiderius versprach solches, richtete es aber nicht ins werck,sondern verjagte vielmehr die Hertzoge von Spoleto und Vene.vent, die sich von dem Longobardischen Reich getrennet, undunter den schütz des Päpstlichen stuhlS begeben hatten, machteauch mit dem Orientalischen Kayser einen bund wider denPapst, um den Erarchat wieder zu erobern. Pipinus in Franck-reich aber stunde dem Papst bey, und verschaffte, daß Deside.rius unterschiedliche stadte wieder gab. An. 768. nach dem
rode