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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tobe des Pavsts Pauli I. erweckte er eine ipaltungin der kir-che, richtete aber nicht viel damit aus. Er vermahlte auch sei-ne tochler mit Carolo M. welcher aber nicht langer sein freundblieb, als bis sein bruder Carolomannus gestorben war. Dennweil er nach diesem nieinand mehr furchte, verstieß er Deside-rii tochter wieder, und als Desiderius Carolomann « söhnen wt,der Carolum M. beystunde, der Papst Adrianus 1 . auch die al-te klage wider die Longobarden zu gleicher zeit vor Carolum M.brachte, gieng dieser an. 773- mit einer mächtigen armer mItalien , drang an zwey orten durch die pa>ie der Alpen, underlegte alle diejenigen, welche dieselbigen beschützten. Er jagteauch der armer desDesiderii, welche dieser selbst commandir.le, einen solchen schrecken ein, daß sie sich auf herannahung desCaroli gäntzlicb zerstreuete. Er belagerte hierauf Pavia , undmit seinen übrigen trouppen nahm er Verona und andere Lon-aobardische städte weg. Endlich, nachdem er das Oster-sest zuRom gehalten, gieng er wieder zu selbe, und nahm Pavia ein,welches sich an. 774. an ihn ergab. Defiderins, seine gemah-lin und seine kinder wurden gefangen nach Franckreich gefüh.ret, und sein söhn Adalgisus fluchtete nach Constantinopel.Desiderius starb kmtz hernach, als er >8. jähr regieret hatte,und hierdurch wurde das Reich der Longobarden in Italien ,nachdem es 206. jähr gewähret, aufgehoben. Eginbartw, vi-ta Caroli M. & annal. ad an. 772. seqq. Anaßas. biblioth.in vit Stephani & Adriani.

Desiderius Longobardus, weil er aus der Lombardie ge-wesen , war ein Doetor in der Sorbonne in dem XIII. sieculo,und einer von den grösten leuthen der Acadcmie, welche widerdie Bettel-Mönche geschrieben, dahero ihn diese, gleichwie denWilhelmum de St. Amore und andere unter die ketzer ge-zehlet. S. Thomas , contra impugn. relig. cap. 6. Du Bou-lay , hist. Univ. Parifiens. De Caßro , hecr. 3. Sanderus ,hier. 156. BeOarm. de Monachis c. 4;. Genebrardus , inClemente IV. &c.

* Desiderius , Hertzog zu Toulouse , lebte unter Chilperico,Könige von Austrasien , und commandirte an. S83. die armeewider die Burgunder, wurde aber geschlagen. An. 58s. wollteer nebst andern Gundobaldum, der sich für des ältern KönigsClotarii söhn ausgab, auf den thron setzen. Doch war ereiner von den ersten, die wieder von ihm abtraten , wo-durch er sich bey Guntchramno dergestalt in ansehen setzte,daß er ihm die armee anvertraute. Allein in der schlacht widerdie Wisigothen war er so unglücklich , daß er zwar an. 587· sieauf das Haupt schlug, aber im nachsetzen sein leben einbüßte.

Gregariuf 7 utou. VII. 27. 28. 34-4}· VIII. 27. 45., t'redegarius^chron. 2. Joh. Biciar. chron. p. 16. X>Ott BUNNUS Reichs-historie tc.

* DF.SIGNATORES, waren bey den Römern eine gat.lung öffentliche bediente in einer gewissen liberey gekleidet,welche in den tbeatris den leuthen ihre Plätze anwiesen. Eswaren dergleichen bediente bey allen öffentlichen ceremonien, umeinem jeden bey dergleichen proceßionen seinen platz, wo er ge,he» oder sitzen solle, zu zeigen , so daß es eine gallung Ceremo-inen-meister waren ; dergleichen bediente man sich auch bey densogenannten Ludis funcralibus , oder feyrlichen Versorgungender leichen, bey welchen die Alten sehr viele umstände zu ma,chen pflegten, sonderlich wann die verstorbenen in ansehen ge-wesen. Einige davon waren zwey von den ersten anfwärternder göttin Libitina , welche mit einer schaare anderer leiche-bedienteo den cörper aufhoben. Seneca nennet sie Libitina-tios ; dahin gehörten auch die Pollinctores, Vespillones, Ufto-res, Sandapilarii, Prsficse &c. Alle diese leuthe giengen inder pompe ihrer ordnung nach vor diesem Libitinario her.Siehe Roßnunt , antiqq. Rom . Datier , ad Horatium , lib. I.epist. 7. v. 6. über die Worte Defignawrern decorat listori-lbu 8 artis, 3. edit. Paris . 1710. Die Griechen hiessen derglei-chen leuthe Brabeutas , und eigentlich zu reden waren sie ge-miethet , und wurden also der leichen-ceremonie als gemietheteleuthe (und nicht , als hätten sie krafft ihres amts diese ge«walt, dieselbe nach ihrer ordnung zu führen) vorgesetzet. Vid.Jac. Gutherium , de Jur. Man. lib. 1 . cap. 1 welcher überdie würde dieser Defignatorum einen grossen streit mit Alciarohatte, weil er ihnen nach Gutherii meynung zuviel ehre ein,räumete, da doch in der leg. annna D. de annuo legato gesagtwerde, die erben haben das recht gehabt, das prididium überdie leid) - begängnisse zu führen. Cons Guther. üb. III. cap.27. adde leg. Athlet. D. de his qui not. infamia.

* Desto, eine kleine stadt im Hertzogthum Mayland, zwi-scheu den kleinen flüssen Sevese und Lamdro gelegen , unddem Marchese Henrici gehörig. Univ. Lexicon.

Desirade, (la'i eine von den Antillischen insuln in Süd-Ame«rica, gehört den Franzosen , weiche verschiedene colonien da,selbst haben. Christophorus Colnmbus hat sie am ersten ent-decket , und ihr diesen nahmen gegeben. Sie ist klein, aberfruchtbar, und liegt zehrn oder zwölf Meilen von Guadalou-

pe. Baudrand. Maty.

* Desirant, (Bernhardus) ein Augustiner-Mönch undDoctor Theologia: von der Facultät zu Löven, war von Brügge in Flandern gebürtig. Er erhielt zu Löven die ProkelüonemHistoriarum und Politicse, nebst dem titul und besoldung ei-nes Königlichen Uiitoriograpbi, da er aber sich so schlecht aus,

Histor. Lexicon ui. Theil,

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führte, und besonders wider die souverainität der Könige sounbesonnen loszog, daß er an. 1701. dieser seiner ämtcr ent-setzt 1 und aus den Niederlanden verwiesen, an. 1708. aber,da er neue Händel und Unruhen erregen wollen, aller benesi-cirn, die er »och in Löven hatte, verlustig erkläret, und zu,gleid) aus allen und jeden der Spanischen herrschaffl unter-worffenen Reichen und ländern auf lebens - zeit verbannet wur-de. Als er sich hierauf zu Aachen einige zeit aufgehalten, be,rüste ihn der Papst Clemens XI. nach Rom , wo er eine Pro.fesliori in dem Collegio Sapientiae bekam, und zu Vertheidi-gung der beruffenen Cvnstitution Unigenitus gebraucht wur-de. Das vornehmste werd, so er in dieser absid)t vcrsertiget,ist stin Conlilinm Pietatis de non sequendis errantibus, sedcorrigendis, da er insonderheit das Concilium zu Costnitz undden berühmten Gerson angepackt, dahero ihn auch Lenfant inseiner hiltoire du Concile de Constance zu widerlegen gelegen»heil genommen. Er starb zu Rom unter der regierung Bene.dicti XIII. Von seinen lebens - umständen findet man einigeNachricht in den Lettres de Mr. Arnauld , tom VII. ingleichenin einer schrift, welche le P. Defirant , ou la Fourberie deLouvain, betitelt, und die auch ins Lateinische übersetzt her,aus gekommen ist.

* Desire, (Artus) ein Römisch. Catholischer Priester »mXVI. feculo, von dem man nicht sagen kan , auS welchemlande er gebürtig gewesen. Er bezeigte einen sonderbaren eisetwider die Protestantische religion, und gab wider selbige einegrosse anzahl schriften an den tag, die doch , iveil es ihm angeschicklichkeit fehlte , insgesamt sehr schlecht gerathen, unddahero schon damals wenig geachtet worden , ob er sie gleichmit allerhand übel angebrachten lächerlichen possen ausgepickt,und dadurch angenehm zu machen gesucht. Seine elendeschreib-art aber ist es nicht allein , um welcher willen er vonsich zu reden gelegenheit gegeben; sondern er hat sich auch ei-nes Verbrechens wider den Staat schuldig gemacht, und demKönige Philippo II. in Spanien eine schrift übergeben, worinner denselben ersucht, daß er der in Franckreich zu gründe gehen-den Catholischen religion z» hülffe kommen sollte. Er wurdedeswegen zu Orleans an. ,561. gefangen genommen, und nachParis geführet, da er sich denn selbst entweder die galeeren,oder ein ewiges gefängnis zur gnade ausbat. Das Parlementaber verfuhr noch gelinder, als er sich eingebildet , und ver,dämmte ihn nur allein zu einer amande honorable , und daßer in einem Carthäuser - kloster 5. jähr lang buffe thun sollte;woraus er jedoch kurtz darauf entflohen ist. Er kam aber an.1568. wieder zum Vorschein , gab auch zu Paris viele neueschriften heraus, und starb um das jähr 1578. Seine bücher,welche alle sehr rar sind, führen folgende titul : Lamentationde notre Mere S. Eglise ; le Combat du fidele Papiste , Pe-lerin Romain contre 1Apostat Antipapiste ; Contrepoison des52. chansons de Clem. Marot , faussement intitulees par luiPseaumes de David ; la Singerie des Huguenots , u. s. w. Tkua.nus , ad an. 1561. Niceron, memoir. tom. XXXV.

* Deslandes, (Natalis) einer der besten Redner seiner zeitaus dem Dominicaner - orden , war an. 1^69. vor der stadtBlois auf einem bauer-hofe gebohren. Er büssete seine el-lern, da er kaum das dritte jähr erreichet, ein , und in seinemi i. jähre legten ihm die Dominicaner zu Blois ihren ordens.Habit an, sthickten ihn in seinem 19. jähre nach Bourges ,wo er unter den Jesuiten die Humaniora studirte , und an.1595. nach Parisi Hier hatte er den berühmten Nie. Cocffeteauin Philosophicis zum anführet, und setzte sich bey selbigemdurch seinen flejß in liebe und gunst, brachte es audi an rühmder wohlredenheit in den vornehmsten städtcn von Franckreichfast eben so weit , als erwehnter sein lehrmeister durch seineschriften in Europa . Nachdem er an. 1606. den gradum Li-centiati erlanget, ward er an. 1609. Rector des Collegii Sän*Jacobei, und durch Vermittelung des Cardinals Richelieu, derihn vor einen mann erkannte, welcher die gantze stadt durch sei-ne bewegliche oratorie an sich zu ziehen im stand wäre, an. 1615.Königs Ludovici XIII. Hof-Prediger. Von diesem erhielt er an.1635. nach seiner Wiederkunft aus Spanien , wohin er vonselbigem war verschicket worden, das Bißthum Trequier, undim folgenden jähre die confirmation von Urbano VIII. der ihnehedessen , wie er noch als Päpstlicher Nuntius zu Paris ge-standen , mit vielem vergnügen disputiren gehöret hatte. Erbesaß solche Bischöfflidie würde in die 9. jähr mit grossemrühm, und starb den 19. aug. an. 1645. in dem 76. jähre sei-nes alters. · Man hat nichts als eine leichen - rede von ihm ,die er an. 1610. dem König Henrico IV. gehalten, und welcheG. du Peyrat nebst andern gleiches innhalts zu Paris 1611.in 8. heraus gegeben. In seine predigten, davon jede ge,druckt zu werden verdienet, haben sid) die bey seinem absterbengegenwärtig gewesen, getheilet. F inandez. fmtana. Sam*marthun. Echard, bibl. Dominic. tom. II. p. 545.

Desligneris, (Jacobus ) Präsident im Parlement zu Pa­ ris , war aus einer alten adelichen familie in Beausse entspros-sen. Er studirte zu Paris , Löven und Padua , und that sich nach.gehends zu Paris unter den berühmtesten Abvocaten hervor.Franciscus I. machte ihn zum Lieutenant-Ceneral in der Bail.liage der stadt Amiens, hernach zum Rath im Parlement zu Pa­ ris , und endlich an. 1544. zum Präsidenten der dritten Cbambredes Enquetes, in welchen Verrichtungen er sich allemal sehr

G * wohl