76 d c s
wohl aufführte. Der Hof vertraute ihm auch zum oftern nochwichtigere angelegenheiten , und weil auch darinnen der KomgHenricus II. feine geschickllchkeil erkannte, machte er ihn »umAbaesandten auf das Tridenkinische Concilium, woselbst er trittgrossem muthe die freyheit der Französischen kirche behauptete.Er starb 2. jähr hernach den n. ang. an. i;;6. Blancbard ,bist. des Prelid. de Paris .
* Deslyons , (Johannes) ein Französischer Theologus,war nicht, wie einige vorgeben, zu Senlis , sondern zu Pon-loise, an. ,615. gebohre». Nachdem er zu Paris studeret,und in den geistlichen stand getreten, bekam er zu Senlis an.16,8. die Theologale nebst der wurde eines vecani. und nahmdarauf an. 1640. in der Sorbonne den titul eines DoctonsAlt AIs er aber an. i 6 ; 6 . die Verbannung des Mr. Arnauld„icht unterschreiben wollte, wurde er selbst nebst unterschiedli-chen andern aus der zahl der Sorbonnischen Lehrer ausge-schlossen. Indessen führte er nicht allein diesen titul beständig,sondern maßte sich auch so gar , als er der älteste von dieserGesellschafft worden, den titul eines vecani und 8enior>s vonder Sorbonne an ; ob er gleich niemals restituiret worden.Au i 6 gt. legte er alters wegen zu Senlis seine beyde präben-den nieder, behielt aber dennoch den nahmen eines vecanihonorarii, und starb den 26. mertz an. 1700. Er war in denkirchen-gedräuchen mittlerer zeiten ziemlich erfahren, und wirdhiernächst von einigen wegen seiner deredtsamkeit gerühmt, dieman aber in seinen schrssten nicht wohl antreffen kan. Diesesind : viscours Ecciesiastiques contre le Paganisme du Roiboit , welche nachgehends unter der aufschrist: Trabes fingu-liers & nouveaux contre le Paganisme &c. wieder aufgelegtworden; Eclaircissement de fanden droit de l’Eveque & dei’Eglise de Paris für Pontoise & le Vexin-Franqois ; und an-dere mehr. Niceron , memoir. tom. II.
* Desmares, (Toussaint) ein Priester von der Congregationdes Oratorii . war von Vire in der Nieder-Normandie gebür-tig , und machte sich insonderheit bey den Jansenistischen strei-tigkeiten sehr bekannt, wie er denn auch zu Vertheidigung derlehre des Jansenii als Devutirter mit nach Rom gegangen,und daselbst vor Jnnoceulio X. eine wohlgesetzte rede gehalten,die in dem Journal de Saint-Amour gedruckt zu finden ist. Etmuste aber deswegen viel Verfolgung ausstehen, und starb end-lich zu Liancourt in der viceces von Beauvais , dahin er sichzum öftern retirirt, den iy. jan. an. 1687. in einem altervon 87. iahren. Man hat von ihm viele streit-schrtften , dieaber meistens klein , und ohne seinen nahmen an das licht ge-kommen, als : Lettre a Mr. de Liancour , s’il saut expliquerle Concile de Trente par S. Augustin; la Censure de la Fa-culte de Theologie de Rheims contre le libelle d’un Jesuitefür le sujet de Gotheschalque; les saints Peres de l’Eglifevenges par eux-memes des impostures du Sieur de Marandedans ton livre dqs Antiquites de l’Eglife ; U. d. M. Man MUßihn nicht vermengen mit Earolo Desmarels von Dieppe , dergleichfalls aus der Gesellschafft des Oratorii gewesen, und an.167?. den 25. may gestorben , nachdem er Eievations für laPassion de N. S. Jesus-Christ geschrieben, die der P. Quesnelan. 1676. im druck heraus gegeben, vistoire des z. propost-tions de Jansenius. Journal de Saint-Amour. Alemoires dutems.
Desmond, lat. Desmonia, in Jrrländifcher spräche ves-vown, eine Grafschafft in der provintz Mounster in der ffid-westl.gegend von Irrland, an den beyden meer-busen Mare undBan-tren, welche Kerry nordwärts, das grosse Welt-meer westwärts,und die Grafschafft Cork süd-ostwärts hat. Die vornehmstenstädte darinnen sind : Doneboi an der nördlichen, und Ardey ander südlichen feite des meer-bufens Mare. Dieser nähme Des-mond erstreckte sich ehemals in dieser gegend sehr weit, indemalles darunter gemeynet war, was von der see an bis an denstuß Shanon lieget, und South-Mounster genennet wurde. DieFitz-Geralds stammten her aus dem edlen und alten geschlechtevon Kildare, so allhier grosse güther hatten. König EdnardusIII. machte Mauritium Fitz-Gerald zum Grafen von Desmond,unter welchein nahmen viel grosse und sowol wegen ihrertapferkeit als reichthums sehr berühmte männer gewesen sind,die in tresiichem ansehen gestanden, biö endlich Gerald, derletzte Graf von Desmond, durch eine gefährliche rebellion sichselber stürtzte, und einer so mächtigen familie muthwilliqerweise den Untergang zuzog. Jedoch sind ohngeachtet dessendie Fitz-Geralds noch immerdar in dieser Grafschafft die an,sehnlichsten und mächtigsten Herren; wiewol einige unter ih.nen aus gewissen Ursachen andere zunahmen angenommen,und sich Baronen, Fitz - Gibbons rc. nennen lassen. Cambd.Brit.
* Desnäus, (Michael) war aus einem ansehnlichen ge-schlechte , und befand sich damals zu Cambray , als solcherort unter der Holländer botmäßigkeit gerieth. Hierauf suchteer zu Douay sein leben zuzubringen, und belustigte sich meh-rentheils mit lesung Französischer Poeten, nahm aber endlichden geistlichen stand an, und ward an. 1596. Bischoffzu Dor-nick, da er denn nachgehends die leben der Icsuiter - Genera,len, nemlich Jgnatii, Jac. Laynez und Franc. Borgiä, zumdruck beförderte. Svoeertu Athen . neig.
d e s
gebürtig, »var ein Grammaticus , der wegen seiner so oft auf-gelegten grammaticalischen bücher berühmt ist, und an.dieses zeitliche gesegnet hat, nachdem er zu Löven , Hertzvgen.dusch, Vinopbergen, und an andern orten gelehrt. Mirmu ,elog. Belg. &c.
DESPOTES . heißt eigentlich so vielmals ein Herr von;Griechischen JW’d-m. Im Griechischen Kayserthum bezeich,nete es die würde desjenigen, der zunächst nach dem Kaystrwar; weswegen denn die Fürsten oder andere Herren, wenn ßemit dem vespote redeten, ihn <r « 9 d. i. Eure Maje-
stät , und seine gemahlin ßa<stii<nra oder Königin titiilirten;desgleichen wurde auch dieser nähme den söhnen und tochter,Männern des Kaysers, wie auch den Patriarchen gegeben. Erwaren zwey solche Despotische Königreiche, daS eine war inPeloponneso, so anjetzo Morea heißt, welches von des Kaysersbrnder, und zu ende des Griechischen Kayserthums unter zweyvespotas, des Kaysers brüder, getheilet wurde. Das andere de.stunde aus Aetvlia, Acarnania und den benachbarten insiiln.Nachgehends kam noch der dritte vefpotes darzu, nemlich dervon Servien. Gregoras. Pacbymeres. Acropolit. Cbrißoaul. Co,dmut, de Offic. aulae Constantin. Meurs. gloss. Gneco-Barb.
Dessau , eine stadt in dem Fürstenthnm Anhalt, an der Mul.de, welche sich eine stunde davon mit der Elbe vereiniget, 4. mei.len von Wittenberg und $. von Halle gelegen. Sie hat ein schloß,worauf der Fürst von Dessau residiret, einen guten lax-fang undstattlichen thicr-garten. In dem dreißigjährige«! kriege hat sieViel erlitten. Zederi 'topogr. Saxon. super.
t Dessau . Die linie der Fürsten von Dessau stammet vonIoachimo Erncsto, Fürsten zu Anhalt , her, dessen ältester sehn,Johannes Georgius I. nach seines vatters tode an. 1586. dasgantze Anhaltische land bey 20. jähr allein regieret, hernachaber mit seinen brübern getheilet, und zu Dessin seine residentgenommen. Erstarb den r,. may an. >618. und hinterließ vonseinen 2. gemahlinnen viel kinder, darunter zu mercken Jvh.Casimirus aus der andern ehe, welcher in der Dessauischen re- ^gicrung succediret, und Georgius Aribcrtus zu Worbitz und Ra degast , so an. 1606. gebohren, und an. 1634. dieses zeitlichegesegnet, nachdem er mit Johanna Elisabeth, Christophen vonGroßeck Fürstlichen Anhaltischen Marschalls tochter, einen söhnChristianum Aribertum, Herrn von Radegast , qezeuget, welchersich lange zeit um die Fürstliche Hoheit vergeblich bemühet, undendlich unverheurathet in Kayserlichen kriegs-dienstcn bey Cob«lentz den 14. iul. an. 1677. verstorben. Johannes Casimirurwar den 7. dec. an. 1596. gebohren, begab sich im dreißigjähri-gen kriege in Schwedischen schütz, und starb den 15. sept. an.1660. nachdem er mit seiner ersten gemahlin Agnes, Landgra«fens Mauritii zu Hessen -Cassel tochter, Iohannem Georgnun 11 .und Louisam gezeuget, welche an. 1648. an Hertzog Christian z«Liegnitz und Brieg vermählet worden, und an. lügo. gestorben.Johannes Georgius II. war den 7. nov. an. 1627. gebohren,wurde Chur-Brandenburgischer Feld-Marschall und Statthalterin der Marck, und starb den 18. aug. an. 169z. An. i6s 8- ver,wählte er sich mit Henrtetta Catharina von Nassau, Fürst Frie.brich Heinrichs von Oranien tochter , welche ihm gebohren1.) Leopoldum den jul. an. 1676. Königlich-Preußischen Gencral-Feld-Marschaü und Ritter vom Schwartzen Adler-orden, welcher seine tapferkeit sowol in Teutschland alS in Jia.lien und den Niederlanden zur genüge an den tag gelegek.Seine gemahlin Anna Louist von Föfen aus Dessau , gebvh-ren 1677. ist an. 1698. mit ihm vermählt, und an. 1701. inden Fursten -stand erhoben worden. Mit derselbiqen hat er „n,terschiedliche kinder gezeuget. 2.) Elisabetham Albertinam, ge.bohren an. 166z. Sie wurde an. 1680. Aebtißin zu Hervvrde»,und nachgehends vermählte sie sich an. '686. mit Hertzog Hcn-rico zu Sachsen-Barby, und starb den s. vct. 1706. zu Des sau . z.) Amaliam, gebohren an. 1666. wurde an. 1684. anHertzog Henricnm zu Nassau-Dietz vermahlet, durch dessen ab-sterben an. 1696. in den wittwen-stand gesetzrt, und starb drn18. apr. an. 1726. 4.) Mariam Eleonoram, gebohren an.1671. wurde an. 1687. an Georgium Radzivil, Hertzog zu Oli-cka, vermählet, welcher aber schon an. 1689. diejes zeitliche ge-segnet. 5.) Henriettam Agnetem, gebohren an. 1674. 6.1 Jo-hannamCharlottam, gebohren an. 1682. so an. ,699. denjan. an Marggraf Philipp Wilhelmen von Brandenburg ver,wählet worden, und seit dem 19. dec. 1711. sich in dem wittwen-stande befindet. Obgedachten Leopoldi kinder stnd: i.) Leopo!,dus Marimilianus, gebohren den 2;. sept. an. 1700. ward an.1735. Königlich - Preußischer General-Lieutenant , Obersterüber ein regiment zu fuß , Gouverneur zu Cüstrin , fernernach dem treffen bey Mollwitz in Schlesien den io. avr. 1741.General der gantzen Preußischen infanteric, und Ritter desschwartzen Adler-ordens. Er hat sich den 2;. may an. mvvermahlet mit Gisela Agnes, einer tochter Leopoldi, Fürstensvon Anhalt-Cöthen, von welcher den io. aug. 1740. LeopoldFriedrich Frantz gebohren worden. 2.1 Dietrich, geboh-ren den 2. aug. an. 1702. Kvnigl. Preußischer General-Majorseit an. 1718. wie auch Holländischer Oberster von der infante,rie , und Ritter des ordens de la Generofite. 3.) FriedrichHeinrich Eugenius, gebohren den 26. dec. an. 170;. Kö,niglich - Preußischer Oberster von der cavaüerie. 4.) Louist,
gebohren