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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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des bet

gebohren dm 21. auq. 1709- wurde an. 1724. an VictorFriedrich/ Fürst von Anhalt - Bernburg vermahlet/und starbden 29. iu(. 17;». ;.) Mauritius , gedohren den ji. oclob.an. 1712. Königl. Preußischer Oberster des Dessauischen reqi-ments / und Dom-Probst zu Brandenburg . 6.) Anna Wil-helmina, gebohren den 12. jun. an. 1715. 7 ·) Leopoldma

Maria, gebohren den i8. dec. an. 1716. ward den 20. sehr.an. 17,9. mit dem Printzen Heinrich von Schwebt vermahlet.8.) Henrietta Amalia, gedohren den?, dec. an. 1720. Ge-nealogisches Handbuch.

Dessenius, (Bernhardus) genannt von Cronenburg/ warzu Amsterdam an. 1910. gebohren, und studtrte die Medicin zuBononien in Italien , welche er hernach zu Groningen undCöln lehrte / woselbst er an. 1574. mit tode abgieng. Er warüberaus arbeitsam/ und verfertigte verschiedene schriften, als :de Compofitione Medicamentorum ; Commentarium de ke-lle ; Defensionem Medicin® veteris & rationalis, &c. An-drea bibl. Belg. Adam. vit. Medic. Van der Linden , descript Med.

* Deßler / oder Desler, (Wolfgang Christoph) aus Nürn­ berg , war der neuern sprachen, als der Italiänischen, Spa­ nischen , Französischen , Englischen und Holländischen kundig ,wie auch in der Theologie, Poesie / Botanic geübet, und injungen jähren dem berühmten Erasmo Francisci bey Verferti-gung seiner schriften an die Hand gegangen , so , daß er aucheinige stücke selbst davon verfertiget. Nachdem er lang induchdrnckereyen einen Correctorem abgegeben, ward er an.1708. zum Conrectorat der schule zum H. Geist befördert,welchem er aber die letzten beyden jähre feines lebens vorzu-stehen durch einen schlaqfluß verhindert wurde. Er starb deni z. mertz an. 1722. Man hat von ihm Himmlische Seelen-lust, Nürnberg an. 1692. aber vermehrter und mit des authorisleben, ibid. 1726. in 8. Blul-nnd Liebes-rosen / welche Mar-perger an. 172;. zum andern mal drucken lassen/ und anders

Mehr. Universal- l.exicon.

* Desta, oder Villa Delta, die haupt-stadt der insul Fayal,so die beste ist unter den Azorischen, nach der insul Terceraund St. Michael. In dieser stadt wohnen die ursprünglichenFlammänder. Deswegen nennen die Holländer diese Azori-jchen insuln, die insuln von Flandern . Die einwohner ha-ben unter sich noch die Flammändische lebens-art beybehalten.Linschott nennet diese stadt la Villa Dorta. Thun. Corneille,Diction. Geograph.

* DESULTOR.ES, waren bey den Römern, welche sichauf dem circo oder theatro damit sehen liessen, daß sie zweyPferde ohne sattel haben, mit denselben in vollem rennen herumritten , und immer von einem auf das andere sprunqen. DerUrsprung dieser Übung ist. von den barbarischen völckern her-zuleiten , welche im kriege öfters die Pferde zu wechseln pfleg-ten. Die Sarmatier waren hierinnen besonders geschickt, unddie heutigen Husaren haben noch fast dergleichen im gebrauch.Varro , de re rustica II. 7. Hyginus , fab. 8 °. Ißdorus , XVIII.39. Dempßer. ad Rosinum , V. 24. Bulenger. de Circo ;Scheferus, II. 11. PitiJ'cus, Lex. ant. tom. I. p. 691.

Deti , (Johann Baptistai ein Cardinal, war gebürtig von

e , und ein anverwandter des Papsts Clemenkis VIII. bes-ter Donna Lesa Deti geheissen. Er begab sich in dasRömische 8em'marlum unter die information der Jesuiten . Al-lein den ;. mart. 1599. da er erst 18. iahr alt war, machte ihnder gedachte Papst zum Cardinal, weil er demselben als einsubjectum , von dem man sich grosse Hoffnung zu machen hät-te , war beschrieben worden. Allein Deti, nachdem er bey sogrosser jugend eine so hohe würde erlangt, setzte alsobald seinestudier, und zugleich sowol die tugend als den äusserlichenWohlstand beyseit. Hingegen ergab er sich dergestalt den Wol-lüsten und einem unordentlichen leben, daß kein einziger recht-schaffener mensch etwas auf ihn hielt, ui.b man ihn an demPäpstlichen Hofe nur den Montino selbiger zeiten nennete, dasist , ei» ebendild des ruchlosen CardinalS Innocentii del Mon.te, welchen Julius III. ehemals vor seinen Nepoten angenom-men hatte. Nichts destoweniger, weil er alle vor ihm promo-virte Cardinäle überlebte, so gelangte er endlich zu der würdeeines Decani von dem heiligen CoIIegio, und zwar noch in sei-nem besten alter. Allein das pvdagra und viel andere unheil-bare kranckheiten, welche er sich mit seinem wüsten leben zu-gezogen , hatten ihn so übel zugerichtet, daß er kaum von demgedachten Decanat besitz nehmen konnte, und bald darauf ster-ben muste. Memir. del Card. Bentwnolin. Lettres dOjfat,avec les notes dAmelot de la Houssaye tom. III. p. 302.tom. IV. p. 249.

Detmold , eine stadt in der Grafschafft Lippe, an dem flußWehre, nebst einem schlösse, auf welchem die älteste linie derGrafen von der Lippe resiviret. ZeUhr. topogr. Westph. p. 17.

*Dettelbach , oder Tettelbach, eine kleine stadt und Amt,amMayn im Bißthum Würtzdurg, zwey meilen von Würtz-burg gegen osten. Sie ist an. 1484. mit genehmhaltung Kay-sers Friderici lll. zur stadt gemacht worden. Friescns Histo-rie der Bsschöffe von Würtzdurg in Ludwigs Würtzdurg. ge-schicht-schreib. p. 8 s7· Seit an. i so;, sind hieher zu einem wun,derlhätiaen Marien-bild starcke wallfahrten geschehen. ZeillersReichs-Geogr. VI. p. 698.

Htstor» Lexicoit III. Theil,

der dev 77

Dettllgen, ein dorf nebst einem alten Frauen - kloster Bene»dictiner-ordens, in der gemeind Wohlen im Land-gericht Zol-lickhofen , nicht weit von der Aaren gelegen; Massen allhier,vor erbauung der neuen brücke in der enge bey Bern , eine fahrtüber diesen fluß gewesen. An. 1S29. ist dieses kloster secula-risirl und von der stadt Bern an Ickhr. Anlhoni Lombachmit den zugehörigen gürhern um 2000. fl. verkauft worden.Von diesem ist es an. i;;6. an Ickhr. Ludwig von Dießbachgekommen. Hernach erlangten es die von Erlach, und fol-gends andere, als ein lust-haus und land - guth. Der heutigedesitzer ist Herr David von Büren , Herr zu Vaurmarcu undAlt-Landvogt von Oron. ScbiUmg. chron. MSct. *

Dettlingen, eines der ältesten und vornehmsten adelicherrgeschlechter nn Elsaß, welches un Unter - Elsaß unterschiedenegüther, wie auch den Dettlingischen hos zu Straßburg besitzet.An. 1678. florirten Johann Philipp und Hans Caspar vonDettlingen, um welche zeit auch Meilach von Dettlii^en aus-schuß der Ritterschafft im Elsaß gewesen.

Deva , ein berg -schloß und berühmter paß in Siebenbürgen an dem fluß Mörisch, welches von dem Fürsten Michael Abaffian. 1662., von den Kayserl. aber an. 1697. und 1706. erobertworden.

Deva, der nähme zweyer flüsse in Spanien , deren der einein Biscaya, bey dem gedürqe de Santo Adriano , unweit Sali-nas, entspringt, bey Placentia vorbey läuft, und bey dem fle-cken Deva, welcher wegen des wallfischfanqs berühmt ist, inden Oceanum Cantabricum fällt. Der andere fluß dieses nah-mens entspringt in Asturien , nicht weit von den grenken desKönigreichs Gallicien, und vereinigt sich bey der stadt Oviedo mit dem fluß Ove. Colmenar , delic. de lEfp. p. 72. 8z. 87.IIS. 116.

* Devano, eine stadt in der insul Niphon, einer der Japo-nesischen. Diese haupt-stadt eines Königreichs, so ihren nah-men führet, liegt auf der westlichen seile des landcs Ochio.Mati, Diction.

* Devarius,! Matthäus) ein gelehrter mann in dem XVI.feculo, war aus der insul Corfu gebürtig, aber von einer der La-teinischen kirche zugethanen familie. Im 8. jähr seines alters ,unter dem Papst Leone X. brachte ihn Johannes Lascaris nachRom , da er nebst andern knaben aus Orient, in das damalserst aufgerichtete CoIIeginm Graecum gethan, und in der Grie-chische» spräche unterwiesen ward. Als er darinnen sattsamzugenommen, kam er zu dem Cardinal Rodolphi, bey demeri;. jahrLibliothecarius war. In derzeit verfertigte er ei-nen Indicem über EustakHium in Homerum, davor er vonPaulo III. ein gewisses monat-geld erhielt, welches ihm auchPius IV. beständig reichen ließ, der ihn zugleich zum Corre-ctore der Griechischen codicum in der Äaticaniichen biblio-theck machte. Nach bemeldten Cardinals tode ward Marcus Antonius Colonna, der auch nachgehends Cardinal worden ,seiner Unterweisung im Griechischen anvertrauet, welches ;.jähr währete, worauf ihn der Cardinal Alexander Farnese insein Haus aufnahm, bey dem er auch gegen das ende desXVI. feculi im 70. jähre seines alters verstorben. Auf Pii V.befehl hat er das Concilium , und den Catcchisinum Triden-tinum in die Griechische spräche übersetzet. Am bekanntestenist von ihm der schöne tractat de karticuI/8 Linguae Grxcx ,welchen »ach seinem tobe seiner schwester söhn, Petrus Deva-rius, zu Rom an. i;88. in 4. zuerst heraus gegeben , und inder dedicatron die gemeldeten umstände von seines vetters le-ben erzehlethat. Er ist anch in Engelland an. i6;7. in 12. zuNürnberg und Amsterdam 1700. 171g. heraus gekommen.Morhof Polyhist. tom. I. lib. IV. c. 6. n. 9. Stollens Historieder gelehrtheit, I. 2. §. 24.

* Devaux, (Johannes) ein berühmter Chirurguz, geboh,ren zu Paris den 27. jan. an. 1649. hatte anfangs keine tustzur Chirurgte, dahero er von seinem vatter, der auch selberdiese kunst getrieben, dazu gezwungen werden muste. Als. eraber nach der Hand den nachmaligen Chirurgurn der KöniginMariä Theresia, Claudium David , die Chirnrgiam Theore-ticam erklären hören , fand er an diesem flmdio einen mehrerngeschmack, und brachte es hierauf durch seinen steten fleiß undapplication so weit, daß er sowol was die wissenschafft, alsauch die praxin , vor der er sich zuvor so sehr gcscheuet, anbe-trift, vor vielen andern einen grossen rühm erlangte, und des-wegen auch von seiner innung zweymal zu ihrem Prevot oderVorsteher erwehlet wurde. Er starb den 2. may an. 1729.' j,n8i. jähre seines alters. Seine schriften sind: LeMedecin desoi-meme, so zum öfter» aufgeleget worden; 1'Art de fairedes rapports en Chirurgie , Pon enteigne la pratique , lesformules & le stile le plus en usage parmi les Chirurgiens ;Dissertation für lOperation Cefarienne, welche in des Ver,duc Operations Chirurgicales anzutreffen; Dissert. für la Chi-rurgie des Accouchemens , die in de» Alemoires de litteratu-re des P. Desmolets befindlich ; u. a. m. Über dieses aberHat er auch noch eine anzahl Französischer Übersetzungen vonanderer berühmter manner schriften an den tag gegeben , alsda sind : Nouveaux Elemens de Aledecine , von Bontekoe ;Pratique Mbdecinale, von Joh. Bernh. Gladbach : PAbregeAnatornique, von Laut. Heister; Anatomie du Corps bumain,von Palfvn; Emmsnologie, ou traite de I'cvacuallou ordi-

G 3 narre