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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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naire aux semmes , V0N Joh. Feiend ; Traite des Maladiesaieues des enfans , von Walth. Harris ; Traite de Ia bla.ture & de la Curatiori du Mal venenen, von Will). Cokburn;Iraite des Maladies , qui arrivent aux parties genitales desdeuxsexes, vonIac. Vercclloni; und noch verschiedene ande.re. Memoires de litteraturis tom. Vlil. p. r 1 ? · Niceron , me-moires tom. XII. & XX.

*Dcubelius, (Johan.) war an. i;?6. m dem Culmba-chifchen gedohren, zog an. 1590. nach Ältorf, horte daselbstEdonem Digelium, und Volcartum fleißig; promovlrte an.1199. unter Philippo Schcrdio in Magiitrum, erhielte meben diesem jahrein dem Nürnbergischen eine Pfarre, zu Re-ringerstorf, kam an. 160$. alö Diaconus nach äUtotfr woselbstCt endlich an. 1610. Professor Theologiae Classicus wurde.Nachdem er diesem amte mit fleiß fünf iahr vorgestanden ,hat er dasselbe verlassen, und wie man sagt, zu Neumarcklin der Pfaltz einen Prediger abgegeben. Von seinem übrigenschicksal und ende, wie auch von seinen schriftcn hat man kei-ne zuverläßige Nachricht. Zeltner. vitae Theol. Altorfi.

Deucalion, König in Creta , folgte seinem vatter Minos II. und begleitete den Jason auf dem zuge nach dem goldenen vl,es-se. Bey seiner zurückkunft kündigte er Theseo den krieg an,weil er ihm den Dädalum nicht wieder heraus geben wollte,der sich zu ihm geflüchtet hatte. Nachdem er aber in die heu-ralh seiner schwester Phädrä mit dem Theseo eingewllligek undfriede gemacht hatte, regierte er in guter ruhe, und nach seinemtobe kam Idomeneus sein söhn zur rcgicrung. Diod. hb. IV.ÄinL'oj, lib. III bibl.

Deucalion , war König in Thessalien, Promethei söhn.Es ereignete sich zu seiner zeit eine grosse wasscrfluth in Thessa-lien, daß die Poeten daher geleqenheit nehmen, vorzugeben ,daß alle menschen darinnen umgekoinmen wären, und so dannDeucalion nebst seiner stau Pyrrha , um die weit wiederummit volcke zu besetzen, nach der götlin Themidis rath, steinehätten hinter sich werffen müssen , welche in männer und wei-ber wären verwandelt worden. Weil von dieser wasserflutheine gewisse berühmte zelt- rechnung in der Historie angehet, soist nöthig zu wissen, wann selbige geschehen. Ein alter scri-bent, den Clemens Alexandrinus anführet, setzet sie ins ;;o.jähr vor erobernng Trojä; welches, so es wahr, siele diesesüntfluth ins ?2oo. iahr des Iuliamschen Periodi A. M. 2; 40.im rzi4. jähr vor Christi geburt, im 884. jähre nach Noa, und248. jähre nach Ogvgis wasserfluth, 4. jähr vor dem ausgangder kinder Israel aus Egvvten, im 77. jähre Mosis und 44.der rcgieriingCecropis. Salianus, Svondanns und andere setzensie in das 25,0. jähr der weit, 1524. jähr vor Christi geburt, 67.Mosis, und ; 4. Cecropis. St. Hieronymus , vt. Cyrillus undSt. Augustinus setzen sie in Cecropis ze,l; jedoch scheinet Augu -stinusdes Varronis meynnng beyzufallen, welcher vorgiedt, daßsie sich unter Cranai (so Cecropis »achsolger gewesen) regierungzugetragen habe. GevrgiusSyncellus, Cedrenus und andere kön-nen mit einander wegen dieser zeit gar nicht einig werden. Ub-bo Emmius giebt vor, daß sie im ?49. jähre nach eroberungder stadt Trojä und iz;z. iahr vor Christi geburt geschehen sey.Des Grafen von Arundel inarmorsteinc, welche Seldenus her-aus gegeben, und darüber commentiret hat, setzen diese Epo-cham noch. jähr weiter hinaus. Apollodorus, lib. I. Diodorus,lib. IV. Sirabo, IX. Pauj'an. lib. I. Conon, apud Photium cod.186. nar. 27. Hieronym. Augußin. de civ. Dei lib. XVIII. c.10. Cyrillus , lib. I. contra Julian. Emmius, lib- 1 . vet. Graec.petav pari. II. lib. II. c. 9. ration. temp. & in chron. Riceioli,chronol. lib. reform. tom. I. lib. III. n. 6. *

Deuciuo, (Bertranb) siehe ä'Eux.

* Deudorix, oder Theudorix, ein Sicambrischer Fürst,und söhn Baetoridis, der des Sicambrischen Fürsten Melo-nis bruder war, befand sich mit unter denen Teutschen Für-sten , welche im jähr Christi 17. unter Tiberii regierung , vonGermanico im triumph nach Rom geführet wurden. Daherowahrscheinlich, daß, ungeachtet Augustus viel tausend Sicam-brier über den Rhein und in Gallien versetzet, dennoch einziemlicher theil dieses volcks in Teutschland zurück geblieben ,welche vielleicht von diesem Dcudorir regieret worden. Strabo ,VII. p. 448· Suetonius , Aug. 2 s. Tiber . 9. Rucberius , Belg.

I. 18. §. ?. & 20. §. 2. ieqq. VonBünaus Teutsche Reichs-historie, tom. I. lib. III. $. 44· 52. p. 729· 74?·

* Devello , oder Zagora, Zackoria, eine Türckische stadtin Romania an der grentze von Bulgarien am flnß Paniza;sie liegt ungefehr 6. meilen von Anchialo am Schwartzen meergegen Westen, und am see la Stagnara genannt , achr bisneun weilen von Sisopoli. Sie ist schon bey den Alten be-kannt gewesen. Kayser Vespasianus hat eine colonie hieher ge-führet, Vimius , bist. nat. IV. u. deswegen sie auch aufiNÜNtzeil beym Patino, p. joi. }4?. ;z8. Colonia Flavia Pa-cenlis heisset. Beym Pkolcmäo wird Develtus gelesen, undPlinius hiss. nat. IV. n. hat angemercket, daß bey Develkoeine lache sey , aber Deultmn geheissen habe. Cellarius , not.orb. ant. II. i«;. §. 8$. Ehedem war auch allhier ein Ertz-Bsschöfflicher sitz.

Deventcb, lat. Deventria, die Haupt-stadt in der Nicderlan.dischen provintz Obcr-Pssel, welche vor zeiten einen unter U-trccht gehörigen Bischofflichen sitz hatte. Sie ist groß, schön undwohl bewohnet, hat eine starcke mauer und lhürme, nebst einemtieft» graben, welcher allezeit voll wasscr ist. An. 1,-73. ero-

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berten ste die General-Staaten, und l?8?· kam sie durch ver-rätherey wiederum an die Spanier, denen es aber GrafMoritzvon Nassau an. 1591. abermals mit gemalt wegnahm. UukBelg. Zeilleri top.Burg. iVerdentalen,ic Rebusp. Hans.c.4.f.28.

Deverra, ein götze, welcher von den Heyden deswegen ve^ehret wurde, damit ihnen vergönnet seyn möchte, ihre Häuserfrey auszukehren, wie bann dessen nähme von deverro, ichre aus, herkommt, wie Varro und St. Augustinus berichten.So war er auch eine von den ?. gotthetten, welche von den Altenvor die beschützere der weider nach der geburt gehalten und an,gebätet wurden, die ihnen wider Sylvanum, den gott der wäl,der, des nachts schütz leisteten. Diese ?. gottheiten waren Intec-cidonus, welcher von der schärfe einer art also hieß; Pilnm,nus, so den nahmen von den stempftln oder mörser-keilen herhatte, und Deverra, so also nach dem besem lind vom auskeh-ren benennet wurde. Jntercidonus hatte die aufsichl und vber-herrschafft über die zerhauung der bäume; und Pilumnus re.gierte den stempfel in zermalmung des getreydes und zubereitungdes mehls. Der ihnen erwiesene gottesdienst geschahe solchergestalt, daß ?. männer in der nacht um das Haus herum giengen,mit einer grt auf die thür-schwelle hieben, hernach mir einemstempfel darauf schmissen, und letztlich sie mit einem befem ab,kehrten, damit Svlvanus also vertrieben würde. AugujHnus , deciv. Dei, lib. VI. c. 9. Cattari , images des Dieux . Struvius,iynt. antiq. Rom. p. 157.

Devises, eine marck- stadt in Engelland , recht mitten inWiltshire , welche deswegen also genennet wird, weil sie vor zn-ten zwischen dem Könige und dem Bischoffe von Salisbury ge,theilet war. Sie ist nebst Salisbury die gröste und beste hän,dels-stadt in Wiltshire , hat auch sitz und stimme im Parlement.

Deule, ein kleiner fl»ß in den Niederlanden , welcher an dengrentze» von Artois entspringt, und, nachdem er bey Beancamp,Haubourdin, der Adtev Lvos, der stadt Rüssel, der Abtey Mar,quette, Vambrechies, und dem dorfQuesnoy vorbey gegangen,sich endlich bey Deulemont, unweit Warneton in Flandern ,mstder Lis vereinigt.

Devon , Devonshire , lat. Gomitatus vevoniensis , einegrosse und am meer gelegene Grafschafft in Engclland, welchenordwärts an die Irrländische see, südwärts an den canal, ost-wärts an Dorset und Sommersckshire, und westwärts an Corn.wall flösset. Sie erstreckt sich auf z o meilen, und wird in 4;;.bewohnte örter eingetheilet, worunter?9. marckbstädteund;?4.kirchspiele sind. Zur zeit der Römer wurde sie, wie Cornwall ,von den Daumoniis bewohnet. Zur zeit der Heptarchie war ste eine provintz von dem Königreiche der West-Sachsen; amehobestehet aus ibr und Cornwall die Diceces Ercester. Die luft istallhier sehr scharf, aber gesund. Der crdboden ist an einigen vr.len, als z. e. in South-Hams, so fruchtbar, daß er keiner kunstzu seiner Verbesserung nöthig hat; in Dartmore aber ist er soschlimm und unfruchtbar, daß er sich schwerlich durch einigekunst verbessern lässet. Jedoch ist der bauers-leuthe mühe undarbeit an keinem orte gantz vergeblich: wie sie dann keine tut,kosten noch mühe sparen, um den boden wenigstens in einermittelmäßigen fruchlbarkeit zu erhallen , welches sie durch diedunge-crde, kalck, leimen· meer-sand, seif-asche und andere mit-te! zuwege zu bringen suchen. Es giebt auch zinn-und bley-gru.den in dieser Grafschasst, und unter des Königs Eduardi I. re,gierung wurde sehr viel silder aus den bergwcrcken hervor ge.bracht, welche aber nach der zeit gantz eingegangen. Man hakauch in dem seifen Dartmore maqnet-steine gefunden. Ausser derTamer, welche Devonshire von Cornwall absondert, sind nochandere flüsse in dieser gegend, als die Er, Taw, Towridge undderDart, nebst einigen andern geringern. Unter den manufactu-ren dieser Grafschafft ist das tnchmachen das vornehmste. DieHaupt stadt ist Ercester. Die vornehmsten see-häftn sindPlimoulhund Dartmouth gegen süden und Combmerton und Ilftrdcomban der nord-seite des canals. Was Barnstable und Bediford be-trift, so liegen diese örter etliche meilen besser hinein in der Gras,schafft. Der erste ist ein bekannter Hafen an dem flusse Taw, undder andere an Towridge. Diese landschasst ist des tituls einerGrafschafft in verschiedenen vornehmen Häusern gewürdiget wor»den, unter welchen die Rivers und Courtneys sie lange zeit innegehabt, gleichwie sich anjetzo die Cavendishes davon schreiben.Der erste Graf aus diesem Hause war Wilhelm Lord Cavendishvon Harwich , welcher von dem Könige Jacodo I. an. 1618. zumGrafen von Devonshire gemacht wurde. Von seinen Nachfol-gern wurde Wilhelm Cavendish· Hertzog und Graf von Devons-hire, so an. 1640. gebohren, Königlicher geheimer Rath, Rit-ter vom Hosenband, und Ober - Hofmeister der Königin Anna .Er starb den 29. aug. 1707. und hinterließ von Maria Butler,des Hertzogs Jacob! von Ormond tochter, so im aug. an. 17m.dieses zeitliche gesegnet, Wilhelmum zu seinem Nachfolger in al-len seinen titul» lind ehren-stellen. *

* Deurhoff, (Wilh.) ein Holländer, war zu Amsterdam an.t6;o. gedohren. Ob er gleich niemals zum studire» angehaltenworden, auch keine Academie besucht, oder andere spräche» gc-lernet, ließ er sich doch sein eigenes gutes naturell antreiben, an-drer schriften von theologischen und philosophischen wahrheilengenau zu untersuchen, und endlich gar seine gedancke» davon ineinigen schriften abzufassen, welche er erst an. 1684. ins. oclav«und an. 171z. zu Amsterdam vor feinem tode in 2. quart-bän-den unter dem titul : OverNatuur-Kundige en Schrift-marlykeZamenstellinge van de H. Godgeteertheyt, afgeieyd uyt hetKennelyke Gods, uyt de wee ZendlyFe gnadengiste, eixuit de

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