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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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XU. aber ernennte ihn auf jenes instantz *t General-Vibriobey dem Ertz-Bißthum Neapel , mit der Vertröstung, daß ernach ereignetet vacantz Ertz-Bischoff werden sollte. Solcheserfolgte auch endlich an. 1418. auf fürbitt der Königin Jo-hamiä , der schwester und Nachfolgerin Ladislai, bey welchemer bishero die stelle eines Raths versehen, und die wichtigstenReichs-anqelegenheiten beforget, auch die trauungs - ceremo-nien zwischen ihr und Iacodo, Grafen von Marcia , verrich.tet hatte. Hierauf stellte er an. 142;. eine general- Visitationan , und ließ eine genaue Nachricht von der fundation, em-kommen, güthern, rechten und gerechligkeiten jeder kirchenin seiner gantzen vioeees in ein gewisses buch eintragen,gab auch heilsame Lonstitutiones, und beförderte das wohlder kirchen nach äusserstem vermögen. Endlich starb er nnjunio an. 14z;. Ugheüus , Ital. sacr. tom. VI. p. 14a. & S 7 1 ·

* Diarbeck, Diarbekir, Diarbequir, Diarbeker, d. i.die wohnuna des stammes der Araber, eine Türckische land-schafft in Asien , welche gegen norden an Tureomannien, gegenosten an Syrien , gegen luden an das wüste Arabien und Ye-rack-Arabi, und gegen osten an Arzermn grentzet. In hiesigergegend soll nach einiger meynung das paradis gewesen seyn,jetzo aber ist daselbst eine wüsteney. ES wird in drey grossere'gierungen, oder Bealerbeqlic eingetheilet, nemlich Diarbe-kir , Mosul und Robois. Ehemais war sie unter dem nahmenMesopotamien begriffen. Taverniers Pers. reis. III.;

Diarbekir , oder Diarbeck , eine grosse stadt nahe bey demfluste Tigris in Mesopotamien , ist mit emer gedoppelten mauerumgeben, unter welchen die äusserste 7a. thurne hat, die den7 a. n'ingern Christi zu ehren sollen gebauct worden seyn. Sieist wegen des rothen Türckische» leders berühmt, gestalt dasWasser des Tigers die besondere lügend hat, daß das leder da-von eine schöne rothe färbe bekommt. Es befinden sich darin-nen über aoooo. Christen, wovon der gröste theil Armenia ,ner, die übrigen aber Nestorianer oder Jacobiten seyn. DerBassa oder Beglerbeg zu Diarbekir kan über aoooo. reuter auf-bringen , und hat neunzehen Sanaiacs oder geringe Gouver-neurs unter sich. Taverniers reist.

* 1 ) 14814 , ein gewisses fest, welches die Athenienstr zu eh-ren ihres Jupiters scherten, wie es Snidas und Lucianus inseinem Charidemo melden: Aristophanes gedencket desselbenauch, und Hesychius mercket an, daß bey diesem feste eine ge-wisse besondere und geheimnis-reiche traurigkeit aus dem ge-sichte aller derjenigen , so es gefeyerl, hervor geblicket habe.

* Diavoli, eine kleine alle stadt in Macedonien,stundenvon Cogni gegen dem see Lacryda. Mvy , Diction.

Dia;, ( Bartholomäus ) ein Portugiesischer Schiff - Capi,tain, der von der entdeckung des Lapo bona: 5 pei ein ewiges an,dencken hat. Siehe das worlJohannes II. Konig in Portugall.Oforius , de rebus Eman. lib. 1 . p. Maffljus, hist. Indic.lib. I. p. aa. Telleßus, in vita Johannis II. p. 140. seqq. Da-mianus a Goes , in deseript. urbis Olilipon. p. 880.

Dia;, (Bernhard) zugenannt del Castello, war von Me-dina del Campo , und schrieb an. 1^98. Ia Historia verdaderade 1 a conquista de la nueva Espanna. Alegambe , de script.lib. I. Antun. bibl.

Dia;, (Johannes Bernhard ) zugenannt do Lugo , Bi-schoff von Calahorra , war ein natürlicher söhn aus einem vor-nehmen Hause in Sevilien, oder zu Lugo in Spanien gebohren.Nachdem er auf der Universität zu Salamanca studiret, wur-de er in den wissenschafften, sonderlich in der geist-und wellli,chen Rechtsgelehrsamkeit sehr geschickt. Er trüg damals einengeistlichen Habit, und besaß ein keneheium zu Huelva in derDioeces von Sevilien. Nachgehends wurde er Groß-Vieariusdes Bischoffs von Salamanca und Cardinals von Talavera ,Ertz-Bischoffs von Toledo . Der Kayser Carolus V. inachte ihnzu einem mitgliede in dem grossen Rathe von Indien , undgab ihm endlich das Bißthum zu Calahorra . An. 155a. be-fand er sich auf dem Loncilio zu Tridenk, und bey seiner zurück-kunft stund er seinem Blßthume löblich vor, bis er an. 1^6.starb. Er hat den rühm vieler berühmten leuthe erworben, undverschiedene schriften in Lateinischer spräche hinterlassen, als:Praökicam criminalem; Lanonieam; Regulas Juris; Lom-mentar. in Elajam; Instrueion de Prelados ; de Ia Piedadaviso para las curas de animas ; &c. Job. Rogas , de fucc. abintest, c. 19. n 19. De Salcedo, in ad Praas. canon. Diaz. c.14.Anton. bibl. Hisp.

D>az, (Johannes) war in Spanien gebohren , und hieltsich zu Paris über i;. jähr studirens halber auf, da er dann we-gen seiner wissenschafft, sonderlich in der Hebräischen spräche,vor andern in ansehe» kam. Er legte sich dabey fleißig auf dieTheologie, und nachdem er die H. Schrift, nebst den büchern Lu-theri gelesen, verließ er seine vorige religion, und begab sich nachGenf , woselbst er mit Johanne Calvino redete, gienq von darnach Basel , gleichfalls mit den Theologis sich daselbst zu unter-reden , und endlich wendete er sich nach Straßburg , etwas län-ger daselbst zu verbleiben. Als nun allhier Martinus Bucerusseine geschicklichkeit erkannt, schlug er dem Rathe vor, daß sieihm denselben auf das LoIIoquium nach Regenspurg, so an.1546. gehalten wurde, mit geben möchten, welches auch ge-schahe. Daselbst suchte ihn Petrus Malvenda, ein Spanier, wel-chem die Päpstlichen angclegmheiten m Tcutschland anbefohlen

waren, sowol durch bitten, als durch drohen , von den Prote-stanten wiederum abzuziehen , und als beydes nichts verfangenwollte, schrieb er solches an des Kaysers Caroli V. Beichl-vat-1er, Iacobinum de Diazio, welcher diesen bnef dem Päpstli-chen Procuratori am Kayserlichen Hofe Marguina zeigest , deres des Johannis Diazii bruder Alvyonso, so Advocat bey derRota Romana war, hinterbrachte. Dieser reifere auf dasschleunigste von Rom nach Regenspurg, und von dar nachNcudurg an der Donau , allwo sich Joh. Diaz nach endigungdes Lolloquii aufhielt, um ein buch von Bucero drucken zulassen , und ließ ihn daselbst durch seinen diener , der vorher inRom ein hencker gewesen, umbringen. Denn indem ihm der,selbige von seinem bruder früh morgens einen brief überdrachte,und Johannes selbigen zu lesen, weil es noch etwas finster war, !an das fenster trat, hieb er ihm mit einer unter dem manrel beysich gehabten art in den rechten schlaf, daß er gleich zur erdennieder fiel; worauf man ihm und dem Alphonso Dia; bis nachJnsprnck nachsetzte, woselbst sie zwar in arrest genommen, aufinterceßion des Papstes und der Cardinale aber wiederum losgelassen wurden, und nach Rom zurück kehrelen. Man kanhier als einen sonderbaren umstand anmercke», daß einige Sva.nier noch diese that, als gar rühmlich , anziehen dörfen : wiedann Dom. Agostin Zarate in beschreibung der einnähme Peru ,tom. II. p. 347. zu einem nahmhassten beweise gebrauchet, wiesehr den Spaniern die ehre ihrer geschlechler pflege anzulie-gen , daß Alphonsus Diaz eine weite reise gethan , seinen dr. >der mit eigener grösten gefahr des lebens umzubringen, (dann jso redt Zarate, als ob dieser den mord mit eigener Hand gethan !hätte, wiewol ohne gründ) nur damit sein geschlecht die schände !nicht hätte, daß einer davon sich unter den ketzern befände. Undschliesset der Spanier mit folgenden Worten: So viel vermagdie ehre bey generösen gemüthern , daß sie nicht nur alle bluks-freundschasst hindansetzen , sondern auch darüber die eigene le-bens-gefahr verachten. S/eidanus , de stat. relig. Thuan. hist.Verheyden, effig. Theolog, p. 71. 7a. Crocii martyrol. Fnber, !theatr. p. 145. Vita Joh. Diacii per Claud. Senarc/aum. *

* Diaz, (Hernando) ein Spanier von geburt. Er hatte

einen bruder, von welchem er seit langem nichts gehöret hatte,und ihn für verlohren achtete. Da er sich aber an. 1^99. bey !

der belagerung Bomel befunden, hörte er von ungefehr den ;

nahmen Ercisso nennen, welches der zunähme seiner mnttergewesen, und erst-bemeldter sein bruder unter den fremden an.genommen hatte. Aufdieses hin redte Hernando diesen Ercis. !so an , nnd ersähe so bald nach etlichen frag-und antworten,

daß er derjenige wäre, den er gemuthmasset hatte. Die freude, >

die beyde hatten einander anzutreffen, war unbeschreiblich , sie |.

fielen einander um den hals, und küsseten sich hertzlich. Wäh- irend dieser freud-bezeugung aber kam eine stück-kugel, die bey, Iden miteinander den köpf wegnahm , und so fielen auch beyde, >

wie sie die ärme in einander geschlossen hatten, todt zur erden. !Coloma, in seiner Historie der Flandrischen kriege. Amtkt

de la Honjfaye , memoires &c. tom. II.

* Diaz, (Emanuel) ein Portugiese zu Alpathao gebohren.

Er muß aber mit zwey andern Jesuiten , die beyde auch Ema.nuel Diaz hiessen, seine onclen waren, und wovon einer zuCastello Branco, der andere auch zu Alpathao gebohren wor-den , nicht verwechselt werden. Er war auch ein Jesuit, wieerstgemeldte, und wurde ihm auch wie seinem vettern das Evan-gelium in Indien zu predigen ausszetragen. In diesem entfern-ten lande nahm er an. 161a. einen cometen gewahr, über wel-chen er einen kleinen tractat geschrieben. Er war in seiner Mis-sion so eifrig, daß er in der härtesten jahres-zeit eine reise antrate,worinnen er öfters in gefahr gestanden, sein leben zu verlieren.

Doch ließ er sich weder durch die wilden thiere, die in diesemlande die straffen gefährlich machen, noch durch die grosse wii-steneyen, die er bald gantz ausgedörret, bald mit Wasser über-schwemmet paßircn muste, noch drirch anders ungemach ab, ^schrecken. Andere glauben , daß seine gefahr eben nicht so großgewesen, und daß die Missionarii ihr ausgestandenes ungemachinsgemein um etwas zu vergrössern pflegen. Dem sey aber,

wie ihm wolle, so starb er an. i6;o. in dem Königreich Mo-range, und hinterließ bey den Catholicken einen grossen ruf derHeiligkeit. Nachrichten aus portugaU.

* Diaz , ( Michael) ein Aragonier und geführte Chritw-

phori Colvmbi, den dieser schickte, um die gold-minen zu öt.Christoph in der neuen welk zu entdecken. Dieser fand undentdeckte dieselben in der that in dem fluß Hayna, allwo, nach-dem er hatte nachgraben lassen, sich aller orten gold-körner zeig-ten , von welchen er auch etwelche dem Admiral Colombo zumMuster brachte. Dieser ertheilte hierauf alsbald den befehl, baß !man allda eine gute vestung anlegen, und ihr den nahmen St. |

Christoph geben sollte. Dieser »ahme erstreckte sich hernach j

auch auf die in dasiger gegend angegrabene berawercke, auswelchen man unschätzbare schätze gezogen hat. Die entdeckung idavon geschahe an. 149;. AIs einige zeit hernach Diaz sich miteinem Spanier geschlagen, und denselben verwundet halte,nahm er die flucht, und kam bis an den ausflnß des stromsOzama, allwo er sich ein wenig aufhielte. Er fand in fei,

big,er gegend einen Indianischen flecken, dessen Oberhaupt eineweibs-person >var, die ihn sehr wohl empfienge, und ihin an-erböte , den Spaniern in ihrem dasiaen gebieth eine woh-Nling zu gestatten; die gegend des lanbes war sehr angenehm,