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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tu* fanden sich allda alle lebenS-Nothwendigkeiten. Diazentschlösse sich also seinen landS-leuthen zu rathen, daß sie die-sen Vorschlag sich zu nutz machen mochten, und Hoffete zugleichdurch diesen ihnen leistenden wichtigen dienst seine gnade zu er-halten. In dieser zuverstcht trittet er seine reije naher Isabel-la an, und thut nach seiner ankunft allda dem Commendan«tcn den obgemeldten Vorschlag; dieser fände alsbald guten einrgang, und kurtz darauf verreisete der Commendant sinnt demDia;, um den ort und gegend in augenschein zu nehmen. Die-ses geschahe an. 149». Nachdem nun alles reistich war über-leget worden, steckte inan den umfang einer anzulegendenstadt aus, und in kurtzer zeit zog ein guter theil der cinwoh-er von Isabella in diese neue pflantz-stadt, welche anfäng-lich Isabclla Nueva genennet warb, und von deren Colombus nieinals unter einem andern nahmen redet. Doch ist nachund nach der nähme St. Domingo aufgekommen, obwoles gantz ungewiß ist, aus welchem anlas solches ge-schehen sey. Man hält gemeiniglich dafür, es habe Diaz die-jenige Indianische weids-person geheurathet, welche der anlaszu dieser neuen stadt gewesen war, und soll sie sich habentaufen lassen. Diaz commandirte als Alcaid in der citadelleder neuen stadt, und als au. 1;«,. Dom Francesco Bovadillazu St. Domingo, dahin er als General-Gubernator vonWest-Indien war gesandt worden, ankam , wollte Diaz die ve-stung diesem neuen Gubernator nicht übergeben, bis Bovadil-la sich selbiger mit gcwalt bemeisterte. Einige jähre hernachward Diaz zum Gubernator von Porto Rico ernannt, allwoer vieles ungemach auszustehen hatte, und endlich an. 1509.gefangen nach Spanien gebracht ward. Nichts destowenigerward er in seinem amt bestätiget. Von dem jähr 1512. anwird seiner nicht mehr gedacht. Histoire particuliere de S. Do-mingue par le ?. Charlevoix tom. I.

* Dibaudius, oder Dibvadius, (Georg ) ein Doctor undProfessor Theologie zu Coppenhagey, der wegen eines tractat-leins de sanctistcando Sabbato , darinnen er die hohe Landes-Obrigkeit angegriffen, abgesetzet worden, und an. 1607. ge-storben ist, edirte sonst einige schriften de bonis Operibus ;de Magica: Superstitionis Vanitate & Scelere; de I. II. III. &IV. Praecepto Decalogi &C. Witte, biogr. Vm dingn Acad.Hafniens. Hollbergs Dän. und Norweg. Staats-und Reichs-hjstorie, IV. p. 165.

*Dibaudius, oder Dibvadius, (Christoph) ein söhnGeorgii, ist zu Coppenhagen Professor Mathernaturn gewesen,und wurde zum ewigen gesänqnis verdammt, weil er sich inreden und schreiben einer allzugrossen fteyheit wider König Chri-stianum IV. bedienet. Sonst hat man von ihm: Decarith.iniam; Problemata Mathernatica; Observationes politicas;Demonstrationem linealcm in Gcometr. Eucüd.; Demonftra-tionem numeralem &c. Witte , biogr.

* Dibon, oder Debon, eine stadt, welche Moses dem stam-me Rüben gegeben hat, von dem sie hernach auf den stam-men Gab kommen, und durch diesen bewohnt worden ist, Nu.iner. XXXII. 3. 33. 34. Jer. XLVIII. l8- 22. dergleichennach anmerckung deS Relands mehr geschehen. Eusebius sagt, daß Dibon ein grosses schloß auf dem gebürqe Arnongewesen sey. Hieronymus ad Es. XV. meldet, daß sie noch zuseiner zeit ohne unterscheid entweder Dibon oder Dimon ge-ncnnet worden sty, weil diese buchstaben einander sehr glei-chen , und zwar soll der nähme von dein daselbst gar still flies-senden wasier herkommen. Indessen ist bedencklich, daß EsajasXV. 2. von einem von dem im neunten vers gedachten Dimonunterschiedenen orte zu reden scheinet. Ceiiarius, not. orb.ant. III. 14. J. 14.

*Diboro, eine feine wohl-bewohnte stadt in der Woy-wodschafft Inowlocz in Groß-Polen . Univers. Lexic .

Dibreo, lat. Dibrx, eine Griechische stadt in Epiro, wel«che an. 1442. von den Türcken eingenommen wurde. Dennnachdem die belägerer einen todten Hund in die cisterne, soeinig und allein in der stadt war, geschmissen hatten, warendie einwohner so abergläubisch, daß sie sich lieber ergeben,und ihre fteyheit verlieren, als solch wasscr ttincken wollten.barlet t hist. de Scanderb. liv. II.

Dibutades, gebürtig von Sicyon, war ein töpfer, underfand am ersten zu Corinth, wie man mit kreide allerhandsiguren vorstellen, und erhobene arbeit machen sollte. Pli».Iib. XXXV. c. 12.

Dicäarchia, eine stadt, welche von den Griechen oderTvrrhenern unter der regierung des Römischen Königs Tar-guinii Superbi in derjenigen gegend soll gebanet worden seyn,wo heutiges tages Pozzuolo bey Neapolis stehet. Paus. inArc. Dtlic. de iItai. VI. p. 1. *

Dicäarchus, ein discipul des Aristotelis, war von Mes-sing gebürtig, und lebte A. ü. 434. Olymp. CXV. A. M.3664. A. C. 320. Er war ein Philosophus , Historicus undMathematicus , und hat in allerhand wlssenschafften schriftenverfertiget, die bey den Alten schr hoch geschähet worden.Insonderheit hat Cicero und Pomponius Ätticus selbige sehrhoch gehalten. Unter andern aber hat er zwey tractate widerdie Unsterblichkeit der seelen verfertiget, ingleichen von derSpartanischen Republick und von den vdlckern und antiqui-täten der Griechischen städte. Die Geographie war eines vonHistor. Lexican III. Ehest.

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feinen vornehmsten studiis , und ist noch heutiges tageS eingeographischer tractat von ihm vorhanden, welchen Hösche-lius an. 1600. zu Augspurg drucken lassen. Hernach aberhat Ioh. Hudson benselbigen dem andern volumini seinerScriptorum geographicorum^, welches an. 1703. zu Opford ge-druckt , mit einverleibet, tsonstcn ist noch ein anderer Di»cäarchus, von Sparta gebürtig, ein Grammaticus und di»scipul des Aristarchi , welcher bisweilen mit dem vorhergehen-den pflegt confundirt zu werden. Cicero , lib. Xlll. epist.32. ad Atticum, it. quadi. Tuse. lib. I. & alibi. Athenaus ,lib. XI. XIII. &c. Diogenes Laertius , in vita Plat. & Thai«,tis. Piutarcbus , in Theseo, Agesilao &c. Aulus Gellius ,lib. IV. c. xi. Censorinus , de die natali c. 4. Suidas. Ste-fhanus Byzantinus. Strabo , üb. I. Tertullianus , de animac. 13. Gejherus, in bibliotheca. Vofjius , de Hist . Grate,lib. I. c. 9. it. de Mathem. c. 43. & alibi. Bayle.

Dicäarchus , war Admiral auf der flotte deS Königs Phi-lippi in Macedonie » , in dessen söhne Perseus dieses Reich einende genommen , und hatte defehl, die Cycladischen insulnwider alles recht und billiakeit zu bekriegen. Er ließ vor sei-ner abreise zwey alläre aufrichten, den einen der qottfeligkeit,den andern der Ungerechtigkeit, durch welche opftr er genug-sam an tag legte, worauf dieser zug abgesehen sey. Wennwir den Polybmm gantz hätten, könnten wir sagen, wie die-ser zug abgelauffen, nun wissen wir aber nur so viel, daßDicäarchus sich zuletzt in eine conspiration eingelassen habe,und auf der tortur gestorben sey. Bayle.

DicaftiUo, ( Johannes) ein Jesuit, war an. xz8c- vonSpanischen eitern zu Neapolis gebohren, und lehrte daselbstdie Philosophie, die Theologie aber zu Murcia und Toledo .Nachgehends gieng er mit einer vornehmen Dame als Beicht-vatter nach Teutschland, und lebte noch an. x6;o. Er schriebde Justitia & Jure; de Juramento & de Censuris; de In·*carnatione, &c. Alegambe , bibl. Anton. bibl.

Dice , eine götttn der alten Heyden, präsidirte den Ge-richten , und von ihr wurden die Richter als ihre bedientenDicastat genennet. Man halt sie für eine jungfrau, weil dieRichter von einer rechtschaffenen Integrität seyn müssen, undfür eine tochter des Jupiters , welcher für den obersten ge-fetzgeber gehalten wurde. cAias Khodigmus, lib. XXIII.

cap. 16. *

* Dice , eine inful in Ost-Indien, welche der Groß-Mogolder Ost-Indifchen Compagnie m Engelland gefchencket, woraufdiese an. 1718. einen Ingenieur mit etlichen Officiers und 30.soldaten dahin schickten, um zur flcherheit des Commercii einfort darauf anzulegen und zu besetzen. Univ. Lexicon.

Diceneus f em Egyptifther Philosophus , hatte fowolBostusca, den König der Gothen, als diese völcker selbst in derWeltweisheit unterrichtet. Er lehrte die Scythen und ihrenKönig gute und höfliche sitten, brachte es dahin, daß sie an-fiengen die qerechtigkeit zu lieben, friedlich zu leben, und diegötter zu ehren, bauete tempel, und verordnete Priester, dieda opferten, und die ceremonien der von ihm erfundenen re-ligion verrichten sollten. Damit auch seine reguln und gese-tze nicht wieder vergessen würden , ließ er selbige mit grossemfleiß in ein buch zusammen schreiben. Das volck trug einesolche ehrerbietigkeit gegen ihn, daß sie auch die weinstöckeihm zu gefallen ausgruben und verwüsteten, weil er ihnen bey-gebracht , daß der wein gelegenheit zu vielem unfug und un,ordnunq gebe. Job. Magnus , üb. III. c. 18. Bonßn. rerumHung. lib. II. dec. I.

*Dickinson, (Edmund) ein Engelländer, war anfänglichein Socius des Collegii Mertonensis zu Oxford, hernach warder Doctor Medicina;, florirte an. 1670. und schrieb DelphosPhcenicizantes, Oxford 1633. in 8. Franckfurt 1670. in 8.Diatriben de Note Adventu in Italiam & de Origine Driudum,ibid. Orat. pro Philosophia liberanda , ib. Epistolam Chymi-ci argumenti ad Maudanum; Physicam veterem & veram&c. Hyde , bibl. üodlej. Jonßus , de script. hist. Philos.III. 3- §. 6.

Dicon, ein söhn des Callibroti, welcher von Caulon ausdem lande der Brutier in Italien war, hat sich bey den Grie-chischen spielen grossen ruym erworben; denn er echielt in denspielen, so in Macedonien dem Apollini Pythio zu ehren ange-stellet wurden, 3. mal den preis. Er wurde 3. mal in denJsthmischen, so man dem Neptuno zu ehren hielt, qecrö-net, und 4. mal in Achaja auf den spielen, so man dem Hercu-li Nemam zu ehren gehalten. Von dar begab er sich auf dieOlympischen spiele, woselbst er 3. mal überwinder wurde.Absonderlich sinbet man seinen nahmen, als eines siegers, 01 vmp.XCIX. 1. A. C. 384. A. M. 3600. In allen diesen Versamm-lungen erwies er solche geschicklichkeit, daß ihm in dec stadtOlympus so viel staluen, als er gesieqet, aufgerichtet wurden.Nachdem er den nahmen seines patterlandes, welches nichtronsiderabel war, verändert, gab man ibm die qualität einesbürgers von Syracusa . Paujan. üb. VI.

Dictamo, eine stadt in Candien in dem gebiethe von Ca-nea, welche vor allers Dictamne und Dictynne genannt wurde.Von ihr hat das berühmte kraut Dictamnus den nahmen,welches sonderlich zu Heilung der wunden gebraucht worden.

H Anjiettiot