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Aristoteles , de mirab. auscult. Virgilius , lib. XII. JEneid.1 'trtuO. c. i. de pcenit.
DICTATOR , war die oberste Regiments-person bey denRömern, welche ausser der ordnnng von einem der Bürger-meister bey einiger obschwebenden grossen gefahr pflegte er-wehlet zu werden; und stunde, so lange diese Dictatur wah-reke, aller anderer Römischen ämter gewalt still. Der Bür-germeister T. Lartius Flavus wurde A. R. 256. A. M. u86.A. C. 498. um einen aufruhr zu stillen, zum ersten Dictatorerwehlet. Diese Regiments-personen aber regierten aufs höch-ste nur 6. monat, auch viel kürtzer, wann sie die geschaffte,wegen denen sie erwehlt wurden, eher zu ende gebracht, wiewoles endlich Syüa und I. Cäsar dahin brachten, daß man sievor Dictatores perpetuos erklärte. Der unterscheid zwischendem Dictate und Bürgermeister bestund darinnen , daß dieBürgermeister nur 12. , die Dictates aber 24. beste vor sichHertragen liessen. Ferner durften die Bürgermeister ohne desRaths authorität und bewilligung viel dinge nicht thun; derDictator aber war absolut, und alle andere Regiments-perso-nen hatten nach seiner wähl keine gewalt mehr, ausgenoinmendie Zunftmeister des volcks, wie Polybius lib. III. anmercket,welcher auch gedencket, daß dem Q. Fadio Maxime, als manihn zum Dictator erwehlet, noch ein anderer beygesellet wor-den , welches zuvor noch niemals geschehen. Poiyb. lib. III.Liv. lib. II. Pomp. Latin , de Magistr. Rom. c. 6 . Car Sig.de ant. Jur. Civ. Rom. lib. I. c. 20. F. Rot. de Mag.Rom. *
* Dictinius , ein Bifchoff zu Astorga in dem IV. feculo,wurde als ein Priscrllianist angeklagt, und auf dem Londliozu Saragossa verdammt. Ambrosius hat zwar seine parteygenommen, in Hoffnung, daß er sich bessern würde. Aber die-se schlug ihm fehl, und Dictinius wurde auf das Londliumzu Toledo im jähr Christi 190. nebst Sympholio, der ihn or-diniret, geladen, sie erschienen aber nicht; doch stellten sie sichim jähr Christi 400. auf einem Synodo ein, und wurden bey-de, nachdem Dictinius öffentlich seine irrthümmer abgeschwo-ren, absoloirt. Seine schriften aber sind dessen ungeachtet nachseinem tobe im jähr Christi ; 6 z. aufdem Condlio zu Braga verdammt worden. Du Pin, bibl. eccl. siede IV.
Dictynne, eine Nymphe aus der insul Creta, welcherman die erfindung der jagd-und fischer-netze beylegt; dahersie auch den nahmen bekommen , indem sie vorhero Brito-mattis geheiffen. Stmbo.
* Diclys, ein söhn des Magnes, Königs der insul Seri-phos, woselbst er nebst seinem bruder, dem König Polyde-ctes, wohnte. Er nahm an dem ufer die Danaen und denkleinen Persenm zu sich, welche Acrisius am mecre hingelegthatte. Polydectes hcurathete die Danae wegen ihrer fthön-heit, und trug sorge wegen auftrziehung des Persei, welcher,als er zu erwachsenen jähren gekommen, viel sonderbare tha-ten verrichtete. Als er aber sahe, daß Polydectes die Danaeübel hielt, verwandelte er, wie man sagt, den König in ei-nen stein, indem er ihm das Haupt der Medusa wiese, undließ den Diclys zum König von Seriphos crönen. Apoiio-
dorus.
Dictys, aus der stadt Cnosso in der insul Creta, daher erCretensis zugenennet wird. Suidas meldet, er habe Ephe-meridas, oder von den fachen , ,so Homerus in Versen verfas-set , in ungebundener rede 9. bücher geschrieben, und sey mitbey dem Trojanischen kriege in begleitnng Jdomenei eines Kö-nigs von Creta gewesen, daher Tzetzes berichtet, daß Home-rus in seinem getichte diesem Dicty gefolqet. Es gestehet auchJohannes Malelas, daß, was er von Troja geschrieben, erhieraus genommen. Vorjetzo aber ist dieses werck nicht mehrin Griechischer spräche vorhanden, sondern nur eine LateinischeVersion mit einer vorhergesetzten epistel L. Septimii, der sieins Lateinische will übersetzt haben ; wicwol es nur zu gewiß,daß auch diese Lateinische Übersetzung bey weitem nicht aus ei-nem so alten Griechischen original herzuleiten sey. Die besteedition ist, welche Anna, Tanaquilli Fabri tochter, zum ge-brauch des Delphins an. 1680. zu Paris heraus gegeben. Tze-tzes , iliad. V. hist. ;o. Malelas , in chronogr. p. 154. Lu-dov. Vives, de tradenda discipl. lib. V. Vojstus, de Hist .Grase. lib. IV. c. i. de Hist . Lat. lib. III. c. 2. Fabritius,bibl. Grase. lib. I. c. §. 8. leg. & bibl. Lat. p. g. observ.Hai. tom. III. obs. 1. §. ;. 6 . Perizon. diflert. de DictyeCret. *
Didacus oder Diego, Bifchoff zu Ostna in Spanien , istwegen feiner gelehrsamkeit und gottesfurcht berühmt. Er rei-sete an. 1206. m angelegenheit deö KönigS Alfonsi IX. von Ca-stilien nach Rom , und als er selbige ausgerichtet, bat er vonInnocentio III. daß er sich seines Brßthums los machen möchte,damit er den ungläubigen desto besser das Evangelium predigenkonnte. Allein der Papst befahl ihm, daß er wieder in seinBißthum gehen sollte. Spond. a. C. 1206. n. 8.
* Didaokalio, oder Pilece, sind die heutigen nahmeneiner sehr kleinen, zwischen den insuln Cephalonra und Jtha-cus, die nunmehr Klern - Cephalonia genennet wird, gelege-nen insul.
Didier, siehe Dejlderius.
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Didier de laGODR, ein berühmter Benebictiner, der diegenaue beobachtung der ordens-regul von neuem in die hohegebracht, war zu Manzcville nicht weit von Verdun an. i;;o.von adelichen , aber sehr armen eitern gebohren, die ihn an.1567. nach Verdun schickten, allwo der Bifchoff sein anver-wandter war. Er bekam da bald tust, ein Mönch zu werden,und gab sich deswegen bey dem Benedictiner-kloster zu St.Viton an, ward auch auf Veranlassung des Bischoffs, der zugleichAbt in dem kloster war, unter die Ghorale« aufgenommen,wiewol er sich wegen seiner Unwissenheit von den, andern sehrmuste drücken lassen, bis sich endlich der Prior über ihn er-barmte , und ihn so viel Latein theils selbst lehrte, theils durchandere lehren ließ , daß er nach einigen jähren aus die Uni-versität nach Pont-ä Mousson ziehen, und daselbst seinem studi-ren abwarten konnte. Als er wieder in sein kloster kam, nahmer sich gleich vor, die verfallene zucht zu bessern, ward aberdurch die kloster-brüder unendlich gehindert, so gar, daß sieihn einst, um nur seiner los zu werden, unter dem vorwandeiniger nöthigen Verrichtung, nach Rom sprengten, hernachaber stecken liessen. Er war darüber bald in den orden derMinimormn getreten, es starb aber gleich der alte Prior indem kloster vo-n St. Viton, und auf dessen verschlag hattenihn die Mönche zum Nachfolger erwehlt, wiewol sie sich viel-leicht mochten eingebildet haben, er würde die stelle nichtannehmen. Solches geschahe an. 1596. und brachte er end-lich diese lange abgezielte reformation zu stände, indem er ßemit jungen Mönchen vornahm, die er selbst nach seiner Handzog, da die alten, welche sich nicht hatten ergeben wollen,auf Päpstlichen befehl in das kloster St. Htdulfi gehen wü-sten, wiewol auch dieses bald hernach reformirt ward, dadenn an. 1604. der Papst Clemens VIII . die beyden klöster ineine Congregation zusammen verknüpfte, davon der ?. Di-dier krasse« ward, und nach deren bcyspicl hernach viele klösterin den Niederlanden ebenfalls reformirt wurden, welche her-nach in die Congregation St. Placidi zusammen traten. Un-gleichen sind aus dieser quelle in Franckreich die Congregatiostrictioris Observantiae von Clugni, und sonderlich die berühm,te Benedictiner-Gesellschafft von St. Maur entstanden. Derk. Didier starb im nov. 162;. P. Bernard Pez. in diff. hist.praemiss. bibl. Benedict.
Didius Iulianus , (M. Salv. Severus Commodus)Römischer Kayser, war von seinem vätterlichen groß-vatlcvher von Mayland gebürtig, ein söhn Petronii Didii Severi,und urenckel Salvli Jiiliani, welcher zweymal Bürgermeister,Pratfectus der stadt Rom , und ein berühmter Rechtsgelehrlerunter dem Kayser Hadriano gewesen, auch das Edictum per.petuum verfertiget. Seine Mutter war Clara Aemilia, und inansehen Domitia Lucillä, des Kaysers Marci Aureli, mutier,bey deren er erzogen wurde, gelangte er zu unterschiedenen eh,rcn-stellen. Nach Pertinacis tobe kaufte er die Kayserlichewürde von den solbaten. Als er aber ihnen das versprochenegeld nicht liefern konnte, und auch dem Rath und volck we-gen anderer Ursachen verhaßt war, kam solches Septimio Se-vero wohl zu statten, den die Jllyrische armee zu gleicherzeit zum Kayser aufgeworffen hatte. Dann als dieser sich derstadt Rom nahete, wollte sich des Juliani niemand annehmen;daher jener alle von Julians vorgeschlagene Vergleichs - be-dingntssen verwarf, und dennoch ohne schwerdt-streiche zuRom einzöge. Julianus wurde aus befehl des Raths in sei-nem pallast den 29. sept. an. 19z. seines alters 60. jähr, 4.monat und 4. tage von einem gemeinen soldaten umgebracht,nachdem er nicht völlig drey monat regiert hatte. Mit seinergemahlin Scantilla , einer sehr heßlichen Dame, hat er einevortreflich schöne tochter, Didiam Claram , gezeuget, welcheer an Cornelium Repentinum vermählet, den er an des Sul-pitiani stelle zum Praefecto der stadt Rom gemacht, spartk.nus. Herodianus.. Aurel. Fiflor. Dio &c.
Dido, sonst rLlissa, war des Bell oder Methris oderMuthgonis Königs von Tyro tochter, welche um ihres bru-ders Pygmalionis tyranney , da er ihren gemahl Sicharban,oder nach andern Acerban, Anherban oder Sichäum ermor-det , zu entgehen, sich in Africam begab, und daselbst die stadtCarthago aufbauete; wiewol andre wollen, daß selbige langezuvor von dem Zorus und Carchedon erbauet worden. Die-ses wird vor gewiß gehalten, daß sie das schloß Byrsa ro.jähr nach ihrer anknnft, 296. jähr nach zerstörung der stadtTroja , und jähr vor gründung der stadt Rom , gebauet;wo es anders der Wahrheit gemäß ist, was Josephus meldet,daß es 144. jähr nach der ersten gründung des tcmpels Salo-monis geschehen. Die Gelehrten haben über dasjenige,was Virgilius von der Dido erzehlel, nicht einerley gedancken:die meisten halten es für ein getichte, womit er nur sein werckausschmücken, und dem hasse, ivelchen die Carthaginen-ser wider die Römer, und diese wider jene hatten, eine fär-be anstreichen wollen ; welches sie daher erweisen, weil Didoim siebenden jähre der regicrung Pygmalionis, 126. jährnach gründung des tempels Salomonis, A. M. 5098. und886. jähr vor Christi geburt in Africam gekommen. Dar-auf erbauete sie Byrsa 29L. jähr nach eroberung der stadtTroja, und 1,4. jähr vor ansang der stadt Rom . Also und296. jähr zwischen dem 2802. jähre der weit, da Aeneas lebte/und J098, da Dido regierte, nnd solcher gestalt ist Aenca