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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Ilpt, und das kloster zu St. Thomas auftichten; allein diebürget daselbst argwohnten, als wenn es aufelne cttadelle, umsie im zäum zu halten , angesehen wäre, und zerstreuten deswe-gen nicht allein die bau-materialien .sondern zagten auch denProbst zur stadt hinaus. Weil sie sich nun emer harten strafebetraten, vereinigten sie sich nut dem benachbarten Adel, undschickten meuchel-mörder aus, die den Marggrafen in E.scnberg,woftlbst er damals Hof hielt, hinrichten sollten. Es kamenauch dieselbe an. 121 den z. dec. vor tage daselbst an, und ver-langten unverzüglich audtcntz, mit verwenden, daß sie etwaswichtiges anzubringen hatten: tndem man sie aber nicht gleichvor ließ, sondern bis auf den andern tag vertröstete, glaub-ten sie, daß ihr anschlag verrathen, und machten sich eiligstwieder nach Leipzig . Hierauf belagerte, der Marggraf die jetzt-besagtc stadt, muste aber wegen des dosen Wetters und heran-nahenden winters unverrichteter fache davor abziehen; die Leip-ziger hingegen legten viele dem Marggrafen gehörige schlosserund dörfer in die asche, und drohetcn, entweder Kayser Otto-«em IV. oder den Ertz-Bischoff zu Magdeburg Albertum zumSchutz-Herrn anzunehmen. In dieser noth muste er einen ver-gleich mit den Leipzigern eingehen , welchen er seiner Fürstli-chen würde vor unanständig hielt; dahero ersuchte er den KayserFridericum II. ihm wider seine aufrührische Unterthanen, soihm gefetze vorgeschrieben, beyzustehen. Als nun dieser miteiner armee im anzuge war, ließ er der stadt wissen , daß er alSein freund käme, sie mit ihrem Landes-Fürsten zu vergleichen.Hierauftraute der Adel samt der bürgerschafft, und liessen so-wol den Kayser als den Marggrafen mit einigen bedienten in diestadt, es schlichen sich aber nach und nach mehr hinein, bis sieim stände waren, ihr vorhaben auszuführen; da sie denn in dernacht, sobald mit der trompete ein zeichen gegeben wurde, diebürgcr überfielen, und mit ihnen nicht zum besten umgiengen,doch auf hohen beseht alles morden, schänden und brennenunterlassen musten. Die bürgerschafft suchte zwar durch diesturm-glocke die stadt in die Waffen zu bringen; allein der thür-ner war bestochen, und hatte den kleppcl ausgehoden. Sol-cher gestalt wurde Leipzig gedemüthiget, und aller Privilegienberaubt. Ausser dem legte man, die bürger besser im zäumezu halten, drey schlösser an: 1.) zwischen dem Rahnischen undBarfüsser-pfortletn, wo nachgehends das Barfüsser-kloster ge-standen , r.) an dem Grimmischen thore, woraus man in fol-genden jähren das Pauliner -kloster erbauet, z.) wo jetzo diePleissenburg stehet. Das kloster zu St. Thomas aber wurdean. I2M. ausgeführt, UNd Mit Canonicis Regularibus AvgU-stiner-ordens besetzet. Dieses verfahren gieng den Leipzigernso nahe, daß sie den Leib-Artzt des Marggrafen mit 100. marcksilbers auf ihre fette brachten, welcher stimm Herrn in einemtrunck gift beybrachte, woran erden 17. febr. an. 1222. starb,und in dem kloster zu Cella begraben wurde. Von seinen 8.lindern lebten damals noch Heinrich Dom-Probst zu Meissen ,und Heinrich der jüngere , oder der erleuchtete, welcher inder regierung folgte. Drejser. de urb. Germ. p. 298. Reusner.geneal. Witek. p. Crusii annal. Fabricii orig. Sax. p. ;66.Lairii. histvk. palmwald, p. 210.

Dietrich III. Marggraf zu Laußnitz und Landsberg , warein sthn Conradi M. Marggrafen zu Meissen , und bekam in dervälterlichen erbtheilung die Nieder-Laußnitz. Er ist an. 1,77.mit dem Kayser Friderico I. bey dem er in grossen gnaden gestan-den , zu Venedig gewesen, als ihn Alexander III. von dem ban-ne los gesprochen. Die Lauterbergische chronick meldet, er ha-be damals, wie der Papst dem Kavstr auf den hals treten wol-len , sein schwerdt gezogen, und jenen durch seine zornige ge-berden dergestalt erschreckt, daß derselbe den Kayser wieder auf-gehoben und geküsset. Nach diesem, da ihm der Hertzog vonBraunschweig , Henricus Leo , ohne einige Ursache ins landfiel, forderte er denselben zu einem zwey-kampf aus, wozu sichaber dieser nicht verstehen wollte. Er hat die schlösser zu Lands­ berg und Schikda, ingletchen das kloster Dobrilug erbauet.Seine erste gemahlin war Dorberga oder Dobrogneva, Bo-leslai Hertzogs in Polen tochter, welche er wiederum verstieß,nachdem sie lhm Conradum gebohren, der auf einem turnierzu Wien geblieben. Seine andere gemahlin war Cunigunda,Graf Bernhards zu Pleissen tochter, welche ihm einen söhngebohren, der Bischoff zu Merseburg worden, und an.H84. gestorben. In eben diesem jähr endigte auch Dietrichstin leben, und wurde in dem kloster Lauterberg , so jetzo derPetersberg heißt, begraben. Cbrm. Mmtiff. tarn*, palm-wald, v. 20;. Meißnische land-chronick. Zieglersschau-platz.

Dietrich von Landsee und Berg, eine Freyherrliche fami-Ite m Schwaben und in der Schweitz,welche von Heinrich Dietri-chen , der um das jähr 1590. gelebet, hergeführt wird. An.'1490. war Sebastian J. U. D. Rath bey dem Bischoff zu Cost-mtz , und hinterließ einen söhn, gleiches nahmens, welcherdie wurde eines Ober-Marschalls bey dem Capital des gedach-bachten Stifts bekleidete, worinnen ihm auch sein söhn Geor-ge succedtrct. Wilhelm, ein söhn dieses letztem, erhielt diestelle eures Raths bey dem Bischoff zu Costnttz sowol alsErtz-Hertzoge Leopoldo von Oesterreich, und nenne-tesichzuerstvon Landsee; sein söhn Georgius, Ertz-Hertzogli,cher dlath, Ceremonien-Meister, Almosenier und Üecanus zuEostnitz, wegerte sich an. 1627. die Bischöffliche würde daselbst

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anzunehmen, und gieng an. 16,4. als Vice-Probst, mit tob«ab. Dieses Georg» söhn, Joh. Frantz, Kayserlicher Regie-rungs-Rath zu Jnspruck und Vice-Gouverneur zu Costnitz, hatJohannen, Joj^hum und Franciscum Antonium gezeuget.An. 1712. war Lotharius Carl Friedrich, Freyherr von Land-see , Herr zu Ternegg, Glatt und Dirremetstettcn, Caaonicugzu Chur . Bucel. stemm. Germ. P. IV.

Dietrichftein, ein schloß im Hertzogthum Kärndten, liegtim obern viertheil ohnweit Feldkirchen aus einem hohen berge,und hat allda eine schöne ebene, auch einen grossen fisch-teich;das alte schloß aber stund auf einem spitzigen und steinigten ber-ge. Dieses war vor zelten eine gute vestuna, wurde aber vonMargaretha, zuaenannt Maultasch, zerstöret, weil nach ab-sterben Hertzog Heinrichs in Kärndten , ihres vatters, diesesland als ein lehn des Reichs von dem Kayser Ludovico IV. demHertzoqe Oltoni zu Oesterreich verliehen worden, dazu sie viel-mehr die nächste erbin zu seyn vermeynte. Es wurde diesesschloß nachgehends wiederum erbauet, aber an. »48z. von desKönigs Matthia in Ungarn Obersten Marepeter zum andernmale eingenommen, und wider getroffenen accord zerstöret.Von welcher zeit an dieser ort wüste und unerbauet geblieben.Hiervon führet die Fürstliche linie von Diettichstcin den nahmen.Vahaßr. topographia V 0 N Kärndten.

Dietrichftein. Das geschlecht der Fürsten und Grafen vonDretrichstein , welche das Erb - Schencken - amt im Hertzog-thum Kärndten besitzen, führet feinen Ursprung von den Gra-fen von Zeltschach her, und soll Reimdertus, welcher an. 1008.gelebet, am ersten den tilul eines Herrn von Dietrichstein gefüh«ret, sonst aber, wie Spenerus berichtet, in naher verwandt-schafft mit den Hertzogen in Kärndten gestanden, und sich desGräflichen tituls aus sonderbarer Moderation begeben haben.Seine gemahlin war St. Hema, eine tochter des Hertzogs vonKärndten. Reimdertus II. leistete dem Hertzvge von Kärndten,Leopoldo, an. 1077. in dem Dalmatischen kriege gute dien-ste, und sein söhn Sigtsmnndus war bey dem Hertzoge Hen-rico in der grossen expedition, welche er an. mr. vorgenommen.Otto II. Herr von Äietrichstcin , befand sich an. 1164. bey Ul-rico, Hertzoge von Kärndten, in dem Ungarischen kriege, vonwelchem die genealogie in richtiger ordnung fortgeführet wird.Sein söhn Otto III. war ein vatter Poponis, welcher 2. söhnehatte, davon jeglicher eine linie aufgerichtet. Henrici seine istbald wiederum verloschen; Rudelmus aber oder RudolphuShat die seinige fortgepflantzt, und durch seine söhne, Otto-nem IV. und Nicolaum, neue äste aufgerichtet, davon aberdes Ottonis seiner wiederum verdorret. Unter Nicolai söhnensetzte Bernhardus den stamm fort, und wurde ein vatter Petri,dessen söhn Georgius Pancratium und Mauritium gezeuget,welche wiederum neue linien angefangen, und zwar der letzteredie linie in Radmannsdorff, waldenburg und Btfelstät-ten, welche in seinen enckeln wiederum verloschen. Von Pan-cratio aber stammet die noch jetztflorirende familie von Diemch-stein her; denn seine beyden sönne Franciscus und Sigismun-dus stifteten z>vey linien, die weixelftädtische und Hollen«burgische , davon die erstere in den söhnen Francisci, Sieq-frido und Leonhardo, sich wiederum in die Rabcnfteinischeund Ebenauische eingetheilet , und sollen von der erstennoch einige am leben seyn. Leonhardus, der stiflcr der Ebe«nauischen linie, zeugte unter andern Siegfridum, einen vat-ter Georgti Alberti und Erasmi, davon jener Johannem Al-bertum hmterlassen , der in den Französischen kriegen zu endedes XVII. steculi dem Kayser gedienet. Erasmus hat Sigis«mundum Ludovicum gezeuget, welchen der Kayser Ferdinan-dus II. nebst seinem bruder Joh. Balthasar in den Grafen-stand erhoben. Sigismundus Ludovicus vermählte sich mitAnna Maria, Leonhardi Helfrici, Grafen zu Meggau, toch-ter , welche den ,0. apr. an. 1698. im 88. jähre ihres alterSgestorben, nachdem sie verschiedene kinder zur weit gebracht,darunter zu mercken: i.) SigismunduS Helfriedus, Grafvon Dietrichstein, Freyherr in Hollenburq, Kayserlicher würck-licher geheimer Rath, Cämmerer, Ritter des göldenen Vliessses, der verwittweten Königin in Polen Eleonorä, Ober-Hofmeister , und Vorder - Oesterreichischen Regierung ge-heimer Raths-vireistor, welcher den 2. apr. an. 1698. im6z. jähre seines alters zu Wien plötzlich gestorben. Von sei-ner gemahlin, Maria Jsabella, Hannibalis, Fürsten zuGonzaga, tochter, und Claudii , Grafen von Collalto , witt-we, so an. 1702. dieses zeitliche gesegnet, hat er hinterlassenAntonium Franciscum, Kayserlichen Cammer-Herrn und Obri.sten über ein regiment dragoner, fi> an. 1702. an seiner in Cremo»na empfangenen blessur gestorben, Philippum Siegfridum, undGundackarum, Malthestr-Rltter und Kayserl. Cämmerer, Vice,Kriegs-Präsidenten in Steyer, welcher den 2. sept. an. 171;. zuGrätz von einem seiner dienern meuchel-mörderischer weife er-schossen ward. 2.) Franciscus Adamus, Graf von DietrlchstemFreyherr m Ober-Paltzgau,, Kayserl. geheimer Rath, Cämme-rer , Erb - Schencke in Kärndten, Erd-Ober-Jägermeister inSteyermarck und der Jnner-OesterreichischenHof-Cammer Prä-sident. Er starb an. 1700. im 60. jähre seines alters, und hinter-ließ von Rosina, Georgii Christophori, Grafen zu TrautmannS-dorf tochter, etliche kinder. Georgius Slegfridus, Graf vonDietrichstein , Herr in Landskron, Kayserl. Cammer-Herr, derJnnex-OesterreichischenRegierungRath und Lands-Hauptmann

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