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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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b«rch seine bald darauf erfolgte erhebung auf den Päpstlichmstuhl verhindert, bis er endlich, wie Beda berichtet, durch gött,liches eingeben darzu angetrieben, Augustinum und andere erfri-ae Mönche nebst ihm in Britannien abgeschickt, um daselbst dieChriMe religion zu verkündigen. Daraufkamen ihrer vier«-ja, und landeten in der insul Thauet an, nebst einigen Franzo-se die sie zu dolmetschern mit sich nahmen. So bald sie daselbstAngelanget, schickte Augustinus alsoforl zum Könige/ demselbi-gen zu hinterbringen, daß er von Rom in sein Reich gekommenwäre / ihm den Himmel und die ewige seltgkcit von einem andernGOlt , als den die Sachsen kenneten, anzubieten. Der Königerstaunte zwar hierüber, befahl aber dennoch, daß sie allda, woßc angeländet/ verbleiben sollten, allwo er sie mit allen nothwen-

S leiten wollte versehen lassen. Einige tage hernach verfügte eran einen gewissen ort, und ließ sie zu sich beruffen. Sie mach-ten sich bald fort, jungen unterwegs Antiphonas oder abwech«stlnde gesänge in r. choren/ und trugen ein silbern creutz nebstdem gemahlten bildnisse Christi vor sich her. Wie sie nun vorden König gekommen, fieng Augustinus an , vor ihm und dergantzen Versammlung von den fachen/,die ewige seligkeit betref-fend , zu predige», welches alles der König mit sonderbarer auf-mercksamkeit anhörte. Hierauf gab er zur antwort / daß dieselehren ihm gantz unbekannt waren , und er sich nicht so bald ent-schließen könnte / seiner vätter religion zu verlassen; gleichwolaber danckke er ihnen vor ihre muhe, daß sie so ein weiter wegnicht gereuet , ihn und sein volck in der erkanntnis derjenigendinge/ die sie Zweifels frey vor die wahrhafftigsten und besten hal-ten müßen / zu unterrichten. Er erlaubte ihnen so fort / seinemp»lck eben diese wichtigen lehren zu predigen/ und alle diejenigen/welche solche annehmen wollten, zu ihrer religion zu bringen.Darauswurden sie befehlichet, in seine residentz zu kommen/ undsich zu Canterbury niederzulassen, da sie denn zu grossem Wachs-thum des Christenthums ihr leben auf eine sehr erbauliche arlgeführct. Gestalt denn auch der König selbst, nachdem er vonder Wahrheit des Evangelii durch die reinigkeit der darin» ent-haltenen lehren / und das gute leben, sowol derjenigen , die sol-che lehre in sein land gebracht, als auch derer / die sie allda an-genommen (worzu auch einige wunderwrrcke sollen gekommenseyn») überzeugt worden / sich taufen ließ. Nachdem nun derPapst Greqorius den glücklichen forlgang dieses wercks mit freu«den vernommen / bestimmte er alsofort den Ertz - Bischoff vonArles darzu, daß er Augustinum zum Ertz - Bifchoff von Can­ terbury ordiniren sollte/ und schickte ihm noch mehr Miffionarioszu / welche die authorität der Römischen kirche in dieser insul be-vestigen halfen , wiewol sich die Britannische Clcrisey in Wales darwider gefetzet. Endlich starb Ethelbert / der erste ChristlicheKönig der Sachsen, an. 616., nachdem er ;6. jähr regieret hatte.Seine gesetze und ordnungen wurden nach dem erempei der Rö-mischen Kayser gemacht / indem er darüber seine verständigstenMinisters zu rathe gezogen; sie blieben auch lange zeit nach ihmim schwänge. Grigor. Turnn. lib. IX. c. 2 6 . Beda , lib. I. &II. hist. Angl. Vergil. histor. lib. IV.

Ethelbert / König in Engelland , war des KönigS Ethel,wolfanderer fohn , und erbte an. 860. von seinem bruder dasgantze Königreich. Unter dessen regierung siengen die Dänen«dermal an das land zu beunruhigen / nachdem sie unter vori-ger regierung sich gantz stille und ruhig gehalten. Als sie nunalso mit einer grossen armee in der westlichen gcgend von Engel-land angeländet, marschirtcn sie bis nach Winchester / und plün-derten diesen ort. Es giengen ihnen aber gleich daraufOfticus,der Graf von Southamptvn, und Ethelwvlf von Barkshireentgegen/ wodurch sie sich aus dem Reiche zu rctiriren/ und al-le ihre beute im stiche zu lassen genöthigel wurden. Fünf jähr» darnach, nemlich um die zeit , da Ethelbert starb , landeten sieabermals in Thanet. Damit nun die einwohner in Kent vonsolchen beunruhigungen einmal möchten befreyet werde«/ mach-ten sie mit ihnen einen accord um eine gewisse summe gelbes;allein da selbiges nicht geschwind genug konnte aufgebracht wer-den , thaten die Dänen bey nacht einen plötzlichen einfall , undverwüsteten die gantze östliche gegend von Kent. Um diese zeitstarb König Ethelbert; Ethelred aber / fein bruder / folgte ihmin der regierung nach. Im übrigen soll er ein tugendhafflerHerr gewesen seyn, der sich niemals den lästern ergeben. Tyrrei.in hist. Angl.

Ethelbert, oder Ethelbriczht, ein König der Ost - Angeln,wlgte seinem voller Ethelred, und wurde, nachdem er 41. jährregieret/ verrätherischer weise von Offa / dem Könige der Mercia-ner/ an. 79}. ermordet. Denn als dieser ihn durch allerhandangenehme Verheißungen angelocket, seine tochter Alfredam zuheurathen, ließ er ihn hernach umbringen , und massete sich hier-aufseines gantzen Königreichs an. Tyrrei. hist. Angl.

Ethelfred , König von Bernicia in Nord - Engclland / folg-te Ethelric an. 59;. Er war ein kriegerischer und ehr - begieri-WHcrr, und plagte die Britannier mehr als einer von denSächsischen Königen vor ihm gethan hatte. Er eroberte auchvon ihnen viel grosse landschafften/ die er entweder zinsbar mach-te / oder mit seinen eigenen Unterthanen besetzte. Inzwischensahe Edan, der König der in Britannien wohnenden Schottlän-der, dieses alles mit neidischen äugen an , kam dannenhero miteiner mächtigen armee wrder ihn , die aber von Ethelfred aufdas Haupt geschlagen wurde , so , daß er kaum selbst mit etlichenwenigen davon kam. Doch wurde Theobald, des Königs bru-

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der / samt dem gantzen flügel, den er commandirte/ geschlagen,welches den sieg ziemlich verringerte. Dieser König trieb Edwinaus seinem Königreiche Dewa, und vereinbarte selbiges mit demseinigcn. Allein Redwald , der Ost - Angeln König, nahmsich Edwins / der sichin seinen schütz begeben , an , und pcrhalfdiesem bedrängten Fürsten durch gemalt der Waffen wieder zuseinem Reiche/ wie unter dem Worte Edwin weitläufig zu le-sen. Hierbey wurde Ethelfred erschlage«/ nachdem er zuvor mitseinen eigenen Händen Reinerum, des KönigS Redwalds söhn,getödtet hatte. Tyrrei.

* Ethelfred / Edelfried / Edilfred, ein söhn Edelrici,-nigs der Nord - Angelnerhielt viel siege wider die Britten ,wurde aber hernach durch Eduinum von dem thron gejaget,welchem sein vatter selbigen genommen hatte. Er starb zu an-sang des VII. saeculi. Beda , 1 . c. ult. Camdeni Brit. p. $96.

* Ethelmarus , ein söhn der Königin Jjabellä / den sie miteinem Grafen erzeuget , und halb - bruder Königs Hcnrici III. inEngelland / ward auf dessen recommendation um das jähr ir;o.zum Bischoff von Winchester erwehlet / ob er sich gleich, wieMatthäus Paris . hist. Angl. von ihm urtheilet / sehr schlecht da-zu schickte. Damit er aber die vielen prädenden, die ihm derKönig zugewandt, und die sich höher als die einkünfte vom Ertz-Bißthum zu Canterbury beliefen, nicht verlieren möchte, ver,schob er die consecralion 9. jähr lang , und scharrete mittler zeitnicht nur alles geld zusammen, sondern übete auch, indem erauf die nahe verwandrschafft mit dem König trotzete, allerhandexcesse aus, wie er denn einst einen Geistlichen, auf dessen Pfar-re er einiges recht zu haben vorgab, mit gemalt daraus vertrei-ben ließ / worüber der Geistliche/ weil er sich mit gemalt dabeyzu schützen suchte, sein leben einbüffele. Allein es gewann hier-auf solche verübte gewaltthätigkeil das ansehen einer völligenaufruhr / weswegen sich alle Prcteer, die dem Bischoff anhien-gen / und durch ihren stoltz bey jederman verhaßt worden , an.12^8. bey Seiten aus dem staub machten. In dem folgendenjähre schritte daS Capitul zu einer neuen Bifchoffs - wähl, wel-che auf Henrieum äe Wingham ausfiele / der aber selbige nichtannehmen wollte/und noch in eben dem jähre Bischoff zu Lan-den wurde. Es stimmen zwar die meisten scribenten darinnenüberein, daß Ethelmarus gar nicht consecrirt worden , sondernan. 1261. gestorben/ aber der auchor LhroniciOsneiensts mel-det ausdrücklich , daß ihn Alexander I V. an. 1260. zu Rom selbsteingeweyhct, auch den Ertz - Bischoffvon Tours, Vincentium,als seinen Legalen nach Engelland voraus geschickt , diejenige inbann zu thun, welche dem Bischoff entweder die zurückkunft insein Bißthum verwehren , oder dessen freye administration um-schrencken würben; es sey aber Ethelmarus auf seiner reise zuParis erkrancket , und an. 1261, gestorben. Godvem. de Episc,Angl. P. I. p. 277. seqq.

Ethelred / succedirte an. 676. seinem bruder Wnlfer in demKönigreich Mercia , und brachte nicht nur Lindsey , nebst an-dern von dem Northumbrischen Könige Elfried eroberten pla-tzen / wiederum herbey , sondern verfolgte auch seine siege bis indie provintz Kent , welche er , ohne ansehung der kirchen undklöster / sehr verwüstete. An. 687. gieng zwischen ihm und demgedachten Elfried bey dem fluß Trent eine blutige schlacht vor ,worinnen der letztere seinen bruder/ Elfwin/ verlohr. Doch St.Theodorus/ Ertz-Bischoff von Canterbury / vermittelte zwi-schen beyden einen frieden. An. 697. ward seine gemahli«/ Ost,red / man weiß nicht , aus was vor Ursachen/ von ihren eigenenEdeüeuthen ermordet. An. 704. legte er in der Abtey Bardeneyin Lincolnshire einen Mönchs-Habit an / und überließ sein Reichseines bruder », Wulfcrs / söhne / Kenred. Epitome Beda. John Miltons hist. of England, book IV.

Ethelred / König von Northumberland / ein söhn Ethel,walds/ mit dem zunahmen Moll»/ welchen an. 76z. einer/ nah-mens Alcred , verrätherischer weise um die Cron und das lebenbrachte. Neun jähr hernach verjagten die Northumbrier die-sen Alcred / und crönten dagegen den Printz Ethelred. Dersel-be ließ an. 777. drey Grosse / nahmens Aldwulf , Rinwulf undEcca , verrätherischer weise ermorden; worüber ihn das nächst-folgende jähr seine Unterthanen absetzten / und aus dem landezu weichen nöthigten , oder wie andere schreiben , gar gefangenhielten. Räch ihm erwehlten sie einen , nahmens Elfwald , undals derselbe / nach einer acht-oder neunjährigen regierung er,schlagen worden / machten sie des abgedachten Alcreds söhn ,nahmens Osred / zum Könige über sich. Allein das nächstfol-gende jähr beraubten sie ihn der Cron / und gaben dieselbe an.789. dem Ethelred von neuen. Dieser ließ seines vorfahren,Elfwalds söhne, Oelf und Oelfwin, durch falsche verheissungenaus der kirche zu Bork, wohin sie geflohen waren, heraus lo-cken , und hernach an. 791. zu Windermer in Lancashire unver«ankwortlicher weise hinrichten. Seinen nächsten Vorfahr, Os-red , welcher zwar auf der insul Man eine Mönchs - kutte ange-legt , dennoch aber die Cron wieder zu erlangen vorhatte, liefer an. 792. gleichfalls tödten. Hierauf heurathete er des KönigsOffa von Mercia tochter, Elfled, und endlich ward er an. 796.von seinen eigenen Unterthanen entleibet. Smeon Dunelmenßs.Camden. Mtltorii hist. of Engl. book IV.

Ethelred , ward gegen die mitte des neunten ffeculi , nachdem kode seines vatters Eandred, König von Northumberland ,nach 4. jähren durch einen, nahmens Readwulf, von dem thro-ne gestossen, bald aber auf denselben wiederum erhoben, und

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