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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sen; und alS er bernach die einwohnet der westlichen infulnwieder zum gehorsam gebracht, welche zur zeit der langwieri-gen kriege aufrührisch worden, starb er im 17. jähre seinerregierung, und ohngefchr im 56. vor Christi geburt. Bucba-

rwn. hist. Scot.

Evenus III. , der. König in Schottland , snccedirteEdero, war ein geiler und wollüstiger Herr, immassen er io».-concudinen hielte, ja gar die vielweiderey durch ein gewiß gese-tze bestätigte, wodurch er jederman frey ließ , so viel weiber zunehmen, alS er erhalten konnte, mit angehängter Verordnung,daß er allezeit die erste nacht bey den wcibern der Edelleutheschlafen wollte, und diese bey den Weibern der gemeinen leu-the, welche l etztern dieselben mit den Edelleuthe« gemein habensollten. Durch dieses und viele andere laster machte er sich beydem gantzen Adel so verhaßt, daß dieser die Waffen wider ihnergriff,seine armer schlug, und ihn zu ewiger gefangenschafft ver-dammte , worauf er von einem seiner feinde im gefangnis stran-

i luliret wurde, der aber seinen lohn mit dem strick darfür be-ommen. Dieses geschahe im 7. jähre seiner regierung, und ohn-gefehr ein jähr vor Christi geburt. Buchananus , hist. Scot.

Evenus, ein Poet, welcher sich in Elegischen versen hervorgethan, und in der XLI. Olympiade geledet. Er war ein Pra-ce-ptor des historien-schreibers Philisti, und wird von dem Aristo-lele, da er zeigen will, wie die gewohnheit die andere natursty, angeführet. Man hat noch heut zu tage zwey epigram-mata von ihm.

Evephenus, ein Pythagorifcher Philosophus , welcher,nachdem er von Dionvsto, dem Tyrannen zu Syraeufa, zumtobe verurtheilek worden, weil er den Metapontinis widerra-then, sich mit ihm in ein bündnis einzulassen, vor solchem ur-theil sogar nicht erschrack, daß er nichts mehr, als nurdieses von dem Tyrannen verlangte, daß er ihm vorhererlauben möchte nach Hause zu gehen, um seine schwe-ster zu verheurathen, sintemal er bald wieder kommen,und sich zur Vollziehung des über ihn gesprochenen Urtheilsdarstellen wollte. Hierüber lachten die anwesenden; der Ty-rann aber fragte ihn, wen er unterdessen an seine statt zumbürgen überlassen wollte ? darauf stellte er ihm seinen freundEucritum dar , welcher denn gantz willig war, die 6. monatüber, da er würde abwesend seyn, an seiner statt als bürge zubleiben, und sodann auch die strafe auszustehen, ivofcrn er umdie bestimmte zeit nicht wieder da seyn wurde. Über solche son-derbare freundschafft und hertzhafftigkeit verwunderte sich ieder-man heftig. Allein noch mehr erstaunte der gantze Hausse, alsEvephenus wieder kam, und sich vor dem Tyrannen darstellte,welcher sodann über die tuqend dieser zwey freunde sich heftigverwunderte, und nicht allem beyde los gab, sondern auch ver-langte, als der dritte mann mir in ihre freundschafft aufge-nommen zu werden. Polyan. lib. V. in Dionyfio comm. 22.Indessen ist zu mercken, daß Cicero, Val. Maximus nndDio-vorus Siculus, da sie eben diese geschichte erzehlen, gantz ande-re nahmen der zwey freunde anführen ; sie nennen solche nem-lich Dämon und Pythias. Hyginus heisset selbige wiederumänderst, Mörum und Selinuntium. Auch sagen alle, der zumtode verdammte hätte nur 3. tage zeit begehrt, nicht aber 6.monat , da dann das erstere weit gläublicher ist. Cicero , deoffic. üb. III. c. 10. Val. Max. lib. IV. c. 7. Diod. Sie. inexe. Peiresc . p. 343. Hyg· c - 257. *

* Everard, (EmbertuS) von Arendonck in Brabant ge-bürtig, war vo<stor der Theologie zu Löven, auch ein berühm-ter Prediger, und anfänglich Pfarrer zu St. Jacob , nachge-hends aber zu St. Peter. In der ausgäbe der wercke St.Augustini, welche zu Löven in zehen bänden an das licht ge-treten , hat er an dem siebenden band gearbeitet. Er starbden 6. jun. an. 1604' Val. Andrea bibl. Belg.

* Everard, ein Engelländer, lebte in dem XI. seculo. Erwar ein bruders-sohn des damaligen Btschoffs von Peterbo-rough ; und weil er für einen sehr tapfern mann gehalten wur-de, machten ihn die Malcontenten , welche das »och WilhelmiConquadtoris abwerssen wollten, zu ihrem anführer. Diesesgeschahe zu Ely. Everard rüstete sich alsobald, eine belagerungin besagter stadt auszuhalten; daher als Wilhelm dahin kam ,konnte er mit aller mühe nichts ausrichten, bis die Möncheeines dabey stehenden klosters durch ihre verrätherey die mißver-gnügten nöthigten, sich dem Könige zu ergeben. Allein Everardhatte noch zeit sich aus dem staub zu machen. Rapin Tboyras ,hist. dAnglet, tom. II. liv. VI. ·

Everhardt und Mittelburg , eine Freyherrliche familiein Bayern , welche von dem adeiichen geschlecht von Eberhardtin der Ober-Laußnitz unterschieden ist. Nicolaus Everhardtvon Mittelburg hinterließ zwey söhne, Nicolaum den grossemund Nicolaum den kleinern. Jener war Professor Juris zuLöven, hernach aber Präses des grossen Raths daselbst, undstarb an. 1332. Seine söhne waren i.) Petrus , Theologie Do-ctor und Abt des Prämonstratenser -ordens; 2.) Johannes,ein guter Poet und Redner, welcher an. 1536. als Kavserlichergeheimer Secretarins verstorben; 3.) Hadrianus, KöniglicherSpanischer Cantzlar in Zütphen und Geldern; 4.) Nicolaus,Königl. Spanischer Rath und Gesandter zu Venedig ; 3.) Eder-harbus, Eques auratus , der an. 1561. als Präsident des ho-hen Raths in den Niederlanden verstorben. Dieses letztem

eve

Mne Carolus und Arnoldus , welcher letztere Präsident mgewesen, haben diese linie in den Niederlanbmbeschlossen, indem sie unverheurathet gestorben. ObaedacburNicolaus der kleinere ließ sich zu Amsterdam nieder, und hättte einen söhn gleiches nahmens, welcher an. 13 70. als Pw5 essor Juris zu Jngolstadt verstorben. Seine drey löhne, Geor'glus, Caspar und Nicolaus, sind ebenfalls Professor«auf der jetztgedachten Universität gewesen. Des letztern, nem-lich Nicolai, söhne waren 1.) Ferdinandus, Hanptmann zuNeumarck m der Ober-Pfaltz, r.) Nicolaus, welcher ResponsaJuris heraus gegeben. 3.) Albertus, welcher anfangs Profes.sor zu Jngolstadt, hernach bey den Grafen zu Hohemollern,und endlich in der Abtey Weingarten Cantzlar gewesen. 4.)Wil-helmus, der an. 1390. als Bayerischer Rath mit tode abaeqan.gen. Zu ausgang des XVII. soculi war Frantz SiegmundFerdinand, Freyherr von Everhard auf Mittelburg, Herr aufLichtenhaag, geheimer Rath bey dem Bifchoffe zu Freysingenund Administrator der Grafschaffk Engersdorss. Buceim.

*Everardus, oder Everhardus, (Mol.) ein JCtus,wurde Middelburgensis zugenannt, weil er an. 1461. zu Gripj-kerque in der insul Walchern bey Middelburg gebohrcn wor-den, erhielt zu Löven an. 1493. die vo<stor-würde, und lehr,te daselbst einige zeit die Rechte. Hierauf ward er des Bifchvffszu Cambray Official und Resident zu Brüssel , wie auch Lanoni-cus der kirche von St. Guido an der Lech , in der Vorstadt zuBrüssel . Nach diesem verließ er den geistlichen stand, verheu-rathete sich, und wurde beysitzer des grossen Raths zu Mecheln ,ferner Präsident des Raths von Holland und Seeland, undals er solche stelle 18. jähre verwaltet, Präsident des grossenRaths zu Mecheln , allwo er an. 1332. den 9. aug. gestorben.Seine schriften find t Topica Juris, seu Loci Argumentorum le-gales, Basel 1344. Franckfurt 1391. in 8 . Consilia duo inMateria Monetaria, Cöln 1391. Catalogus prgecipuarum Le-

f um ediscendarum, ib. 1607. in 8. Consilia sive Responsauris, Löven 1377. Franckfurt 1394. Andrea bibl. Belg.Adami Smertii Athen. Beig. Mirai elog. Val. ForJier.III. 41.

* Everardus, (Mol.) ein JCtus aus Amsterdam , hattezu Jngolstadt die Prosesistonem Juris 33. jähr verwaltet, warauch bey den Hertzogen von Bayern , Guilclmo IV. und dessensöhne Alberto V. Rath gewesen, als ihn Kayser Carl V. zumRaths-gliede zu Speyer verordnete. Er starb an. 138«. näher30. jähr alt. Seine schriften sind : Isagoge ad Jurispruden-fciam; deTestibus & Fide Instrumentorum ; Disp. de Regali-bus; Centum argumentandi Modi, Leiden 1347. Theses deProhibitione Alienationis ßctte per Testatorem in ultima vo-luntate. Sein söhn gleiches nahmens war Professor Juris Ca-nonici JU Jngolstadt. Stxertii Athen . Belg.

* Everbergh, oder Mont-Everard, eine Herrschafft inBrabant, nebst einem dorfe und schönen schlösse, welches zwi-schen Löven und Brüssel in der Bailliage von Campenhout beydem eingange des waldes lieget. Sie hat ehemals der fami-lie von Montenacke zngehöret, von welcher Philippus, Vicom-te von Montenacke, an. 148«. starb, und nur zwey töchter nachsich ließ: Die älteste, Maria, Vicomtesse von Montenacke, ver-mählte sich an. 1498. mit Carolo von Rubempre, Herrn vonBievene, und die jüngste, Margaretha von Montenacke, Frauvon Everbergh, mit Antonio Succre. Als nun dieses letzterntochter und erbin, Johanna Succre, das zeitliche gesegnet,erbte Antonius von Rubempre, des vorgedachten Caroli en-ckel, die Herrschafft Everbergh, und hinterließ sie seinem söh-ne Philippo, Grafen von Rubempre, welchem zu ehren dieseHerrschasst von dem Ertz-Hertzoge Alberto an. rüro. den rg.sebr. zu einer Baronie gemacht wurde. Dieses Philippi enckel,Carolus Philippus AntoniuS von Rubempre, Graf von Ver-taing, Groß-Jägermeister von Brabant, hatte die ehre, daß derKönig CaroluS II. an. 1686. den 1. may die Baronie Ever-bergh zu einem Fürstenthum erhub, welches hierauf seinetochter, Louise Brigitta von Rubempre, ihrem gemahl, Fran-cisco Philippo von Merode, Grafen von Montfvrt, zugebracht.Butkens , troph. de Brich. tom. II. p. 230. & 272. iupplem.tom. I. p. 296.

* Everdingen, (Albert von) ein berühmter mahler, warein bruder Cäsaris von Everdingen, von welchem der folgen-de artickul handelt, und ward an. -621. zu Alckmaer gebohren.Seine lehrmeister waren Roland Savry, und Percr Molynvon Harlem . Durch dieser anführung erwarb er sich grosse gc-schicklichkeit, und findet man zu Amsterdam sowol als an an-dern orten viele vortrestiche stucke von seiner arbeit, welchezeiaen, daß er nicht in einem theil der Mahlerey allein, son-dern überhaupt grosse kunst besessen. Doch gerielhen ihm m-sonderhelt die landschafften wohl, in welchen er die Nordlan-der vorstellete. Der anlas sich auf dergleichen arbeit zulegen,ist ihm von einem nngewitter gegeben worden, welches ihneinsmals aufdie küsten von Norwegen geworffen, und ihn ge-zwungen, einige zeit allda zu bleiben. Er starb im nov. an. 1S73.und hinterließ drey söhne, darunter zwey sich auf die mahler-kunst legten. Gr. aUgem. HoU. Lexicon.

* Everdingen, (Cäsar von) ein bruder des obgedachten Al-bertt, ward an. i 6. zu Alckmaer gebohren. Er war in derMahlerey sehr geschickt und angenehm. Man zeiget zu Alckmaer