Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

s-\.

«&H

«8

ißiti,;

«feioj'.

.!?**»'

W

?£

RfeijSj

is&j|

«äUifc

äki:

ftt*.

Ai»»i

K!«a

!lM h

hatt*

iHttii

«teer

vülxt

jobb:

ÜCiWj

teil

W'llit

jitea:

a.tfi's

iUE::

Bp*I

MW»

>D-LL

fei*»·'

ihn»;

ififflidi»

sjin^

W»'

«d&'··'

k &'*

.. **d

l'-i

lütt*

,#·;

.'Hk

't*W

istl

WTy.

0K

rf *5

ii*\t

K

k»·

e u g

in i 7U , dahin begeben, da er denn am 27. apk. bey der ar,mee anlangte, den 4. may die linien bey Erlmgen verließ , und«ä,beyHciibrunnlaqerte. Von dar ließ erden iy. jul. dieAmtliche armee aufbrechen, und war gesonnen, das belager-te Wlippsdurg zu entsetzen ; allein es hatten sich die feinde der-mailen verschantzet, daß er es nicht vor rathsam hielt/ sie da-sM anzuqreiffcn. An. i?;5. den 17. may fand er sich wie-derum <u Heilbrunn bey der armee ein, und hatte dem feindeami eine schiacht geliefert, wozu ihm aber derselbe keine gcle-amheit geben wollte. Weil er nun von den» vorfeyenden frie-de, is-wercke Nachricht erhalte»/ so übergab er dem Hertzoge«vnWnrtemberg den ;. oct. das cvmmandv/ trat feine reifeach Wien an, und sprach unterwegens zu Jngolstadt bey demLburfürsten von Bayern ein. So bald er an dem Kayftrli-chen Hose angelanget, ließ er die ordre wegen eines Waffen-stillstandes gehöriger orten ergehen, und wohnte den geheimenconferentzieii mit unermüdeler svrgfalt bey, zog sich aber da-bey eine Unpäßlichkeit zu / Und wurde an. 17;6. den 21. apr.früh nach y. uhr todt im bethe gefunden/ worauf man seinenleichnam den 26. apr. in der haupt-kirche St. Stephan mitsonderbaren und gantz ungewöhnlichen ehrenbezeigungen zur er-den bestattete. Weil er sich niemals vermahlt gehabt, so istseine verlassenschafft seines druders Ludovici Thomä Printzeßintochter/ Victoriä/ Heimgefallen , welche sich darauf an. 175s.mit dem Printzen von Sachsen-Hildburghausen , Josephs Fri-derico, vermählet. Er war ein Herr/ welcher fowol wegen fei-ner sonderbaren gemüths-gaaben / als auch wegen seiner gros-sen und fast durchgehends sehr glücklichen Unternehmungen denberühmtesten Helden des alterthums gleich zu schätzen. SeineIcibes-gestalt war mittelmäßig, doch ansehnlich, wobey er zu-gleich die allergrvsten beschwerlichkeiten ohne Nachtheil seinergesundheit auszustehen vermögend war. Hiernächst besaß er ei-nen hoben und durchdringenden verstand , überlegte alle mög-liche vvrfallcnheiten voraus/ war dabey in ausführung der wich-tigsten dinge überaus fertig , und wußte die ihm anvertrautenarmeen dergestalt in liebe und Hochachtung gegen sich zu erhal-ten/daß sie unter seiner anfnhrung doppelten mulh bezeigten.Im verstellen war er ein grosser meister , dagegen er gemeini-glich die abstchten der feinde eher erfuhr, als man die seinenerrathen können. Seine großmuth erhellet unter andern vor-ncmlich daraus , daß er fowol in der äussersten gefahr / alsbey den glücklichsten begebenheiten seine gemüths-dewegungenjederzeit völlig in seiner gewalt gehabt / die Mittel / welche ihmbey der Hand waren/ grossen reichthum vor sich zu sammeln/niemals gebraucht , und sich weder den glantz seiner ruhmwür-diqen thaten, noch auch die ihm dißfalls erwiesenen ehrbezei-gungen nur im geringsten zu einer tadelhafften aufführung ver-teilen lassen. Daneben war er ein so vollkommener Staats-mann , als General , und wartete an dem Hofe die wichtigstenund beschwerlichsten geschäffte mit «»ermüdetem eifer ab, durchwelche ausnehmende eigenschafften er auch sich aller orten so-wol bey freunden als feinden bis an sein ende in der gröstenHochachtung erhielt. Wie er im übrigen von jugend auf anfünften und wissenschafften, in welchen er auch selbsten eine sel-tene erfahrung besaß, grosses Wohlgefallen gehabt: also beför-derte er auch dieselben / wo er nur qelegenheit fand, und sam-melte sich insonderheit eine bibliotheck, die fowol wegen dermenge als stltenheit der darinnen enthaltenen büchcr / manu-snivten und kupferstiche/ unter die vortreflichsten in gantz Eu­ ropa gehörte / und deswegen auch nach seinem absterben demKayserlichen bücher-fchatze einverleibet worden. Majjuct, hist.du Prince Eugene . Eugen» leben.

* Eugenius Johannes Franciffus , Printz von Sa-voyen/ Fürst von Soissons / Ritter des güldenen Vliesses / Kay-serl. General-Feld-Wachtmeister/ und Oberster über ein regt-ment zu fuß, war der einzige söhn Emanuelis Tbomä/ Printzensvon Savoyen und Fürstens von Soissons / den ihm seine gemah-lim.Theresia Anna Felicitas/ eine tochter Johannis Adami An-drea/ Fürstens von Lichtenstein/ an. 1714.. den 2;. sept. geboh-ren hatte. Er wurde an dem Hofe des Königs von Sardinien/Vicioris Amadei, meistentheils erzogen, welcher ihn wegenseiner Munterkeit und anderer gantz besondern eigenschafftenfast wie sein eigen kind hielt, und mildem Ritter-orden dellaAnnondada beehrte. An. 17*1. den 29. nov. ertheilte ihmder Kayser das güldene Vließ / worauf er an. 17;2. zu Wien ankam/ und so fort ein regiment küraßierer erlangte. In ebenMem iahre sahe er sich in Ungarn , im folgenden aber an denHosen zu Dreßden und Berlin um / woselbst man ihm alle nurrrimnliche ehre bezeigte. Zu ende des iul. verließ er den Preus-silchcn Hof/ und eilte nach Wien / aüwo ihn der Kayser, un,geachtet seiner jugend/ im oct. zum General-Feld-Wachtmeister^nennere. Noch vor endigung dieses jahrs langte er bey derKayserlichen armee am Rheinstrom an / und ließ keine gelegen-hcit vorbey, seine hertzhafftiakeit an den laq zu legen. In-dem man nun die gröste Hoffnung hatte, daß er mit der zeitun so berühmter kriegs-held , als sein vettcr, dev alte PrmtzEugemus. werden wurde, fiel er an. zu Manheim meinyitziges fieber / woran er in der-nacht zwischen dem 2;. und»4-nov. seinen geist aufgeben muste/ und daselbst seine ruhestät«n ·,?· war ihm an. 17*2. trafst eines mit dem Cardinalvamlllo Ctbv geschlossenen tractats , die Printzeßin von Massa,Ä!ar,a Theresia Francisca , zur braut bestimmt/ und dabey aufHlstor. Lexicm III. Theil»

c u g

375

gewisse bedinglmgen / das gantze Fürftenlhnm Massa als einheurath-guth zugesprochen. Ach pubiica.

Andere berühmte Leuthe:

Eugenius / Bifchoff von Carthago / war von geburt einAfrlcaner/ und »vurde um das ,ahr 480. von den rechtgläubigenzum Bifchoff von Carthago erwehlet. Woraufer an.484 ., alsder Vandaler König Hunericus die Arianischen Bischöffe nachCarthago deruffen , mit den rechtgläubigen zu dispukiren , demKönige ein vorkreflich glaubens-dekanutnis darreichte/ darinnener die reine lehre der rechtgläubigen wider die Arianer verthei-diget hatte. Bald darauf wurde er von Hunerico ins elendverjaget/ und soll endlich nach Franckreich gekommen seyn.Auch wollen einige neuere scribenten vorgeben- daß er zu Mviersin Franckreich gestorben sey. Ihm werden folgende schristenbeygelegt: Expofitio Fidei Catholiae ; Apologeticus pro Fide ;Altercatio cutn Arianis &c. Germad. de leript. eccl. c. 97. Ho-nor. Augufiodun. de luminar. ecclef. lib. II. c. 96. Tritbtmius ,in catalogo. Baron , ad an. 49;. Mir auf, in auctar. Cave, &c.

Eugenius / Bifchoff von Toledo in Spanien / befand sichauf dem z. 6. und 7. Toletanifchen Concilio. Er war in derAstronomie erfahre»/stund seinem Ertz-Bißthum n. jähr vor-und starb darauf an. 646. Ihm folgte Eugenius der jüngere,der vorher» Presbyter in der Toletanifchen kirche war. Dleser/da er zum Ertz-Bijchoff erwehlet wurde- entflöhe nach Saragos­ sa - und bah daß man »hm erlauben möchte- sich in ein kioster zubegeben. Allem- auf befchl des Königs - wurde er wiederumzurück geführet- und zum Bifchoff verordnet. Er präsidirte aufdem 8 . y. und 10. Toletanifchen Concilio; und da er diesesamt ohngefehr n. jähr geführet - starb er an. 6;7. Was sei-ne schriften anlanget- hat er des Dracvnlii bücher in hexaeme»ron heraus gegeben, vermehret und verbessert/ und ein carmenheroicutn de Opere septimi viel hinzu gefüget; ferner hatman von ihm Fpigrammata ; sein buch de Trinitate aber, unddie übrigen schriften sind nicht mehr vorhanden. Udtfinfus,

de script. eccles. c. ij. & 14. Baron. not. ad martyrol, Rom.ad d. 1?. nov. Martana , hilt. Hisp. lib.VI. c. 9. Scbottus , bibl.Hisp. Mir aus, bibl. Cave, &c.

, Eugenius , lehrte anfänglich die Grammatic, erhielt aberhernach die vornehmste Cantzley-amter bey Hof, so, daß er No-tarius und Magister Scriniorum wurde ; letztlich halte er theilan allen schlimmen anschlägen des Arbogäsiis wider KayserValenkinianum den jüngern, sonderlich auch an dessen tvde;und weil Arbogastes wegen seiner schlechten Herkunft sich deSKaystrthums nicht selbst anmassen börste, hingegen verhoffte,daß sich Eugenius wegen seiner schlechten erfahrenheit in kriegs-sachen immer würde an ihn hallen müssen, und sich von ihmregieren lassen - so erhub er ihn aufden thron, welcbes im mayan. 3 92. und zwar zu Vienne in Gallien geschahe. Der ansangwar auch nicht unglücklich; dann als sie zuerst miteinanderauf die Francken losgimgen, schlugen sie deren 2. Könige,Sunno und Marcomir, mit grossem vertust aus dem selbe.Sie wendeten sich hernach gegen Italien , und zogen dengantzen Occident auf ihre feite, nur daß Gildo, der in Afri-ca Gouverneur war, sich neutral hielte, des Vorhabens, sichfür den zu erklären, welcher die oberhand behalten wurde.Im übrigen, weil Arbogastes der Heydnischen religion zuge-than war, so muste es Eugenius , ob er schon, ein Christ,geschehen lassen, daß man an vielen orten die götzcn-tempelwieder öfnete, sonderlich den berühmten altar des siegs, fürwelchen die noch Heydnische Römer sehr starck eiferten, indem Rathhaus zu Rom von neuem aufrichtete, und letztlichauch, an statt des seit Constantino M. gewöhnlichen creutzes,den Hcrculem in die sühnen oder feld-zcichen setzte. Wie auchhernach Theodosius wider sie deyde durch Illyrien im anzugwar, stellten sie goldene bilder des donncrend- und strahl-schiessenden Jupiters in die enge clausen der Alpen, wo selbi-ger durchpaßircn muste, in thörichter Hoffnung, den feint)durch dergleichen hülste abzutreiben. Aber da dieser erschiene,that dieses eine gantz widrige würckuug : dann erstlich wurdeTheodosius ohne grosse mühe aller dieser clausen und passenmeister, und als hernach beyde kriegs-heere an dem sogenanntenkalten fiuß mit ihrer gantzen macht zu fechten kamen, littenzwar anfänglich die Theodösianische den s. sept. ziemlichen scha-den, so daß, wo nicht die nacht darzwischen kommen wäre, sie diegröste gefayr gehabt.hätten, völlig geschlagen zu werden, wiedann nur aus den hülfs-völckern in die iooco. Gothen, und ne-ben ihnen auch Bacurus, ein Fürst der Iberier, und Comes Do*mesticorum , hicmit einer der vornehmsten befchlshabern beydem Theodosio, auf dem platz blieben. Aber den folgenden taggieng es dieser partey etwas besser, Massen bey erneuerterschlacht das bekannte wunder sich ereignet, da ein heftigeswind- und donner-wettcr anfdie Eugeuianer gefallen, wodurchnicht nur ihre äugen, mund und nastn mit fand angefülletwurden, daß sie weder sehen noch athme» konnten, sonder«auch der feinden vftile mit desto grösserer Heftigkeit auf sie zufie-len , ja, wie die scribenten noch anmercken, ihre eigene Pfeile ge-gen ihnen zurück flogen. Was nicht umkam, ergab sich denkübcrwinder, und wurde Eugenius , der sich mit einem kleinen restvolckes auf einen Hügel geflüchtet, von den seinen selbst gefangen,und für Theodosium geführt, der ihn alsofort tödten ließ»

Ii * nach-