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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Mrfitft unser Johannes zu Jena , Altorff und Helmstädt stu-tzt, und an diesem letzter» ort sonderlich Georgit Calixtiund Conradi Hörnest gunst erworben, ward er an. 1642. Dia-conus , und hernach an. 1645. Professor Theologie zu Altorff.fttet bekam Fabricius mit einem seiner collegen, vr. Jo-bann Weinmann, einige streitigkeiten, über den meynungenCalirti, welche er nicht schlechter dings verdammen wollte;die aber doch nicht in öffentliche schriften ausgebrochen; indes-sen waren sie Ursache, baß Fabricius die ihm in dem sept. an.1649. angetragene Prediger-stelle bey der Marien - kirche zuNürnberg willig annahm. Er stund diesem amte mit vielemrühm bis an sern ende vor, welches den 26. april an. 1676.erfolget, nachdem er kurtz vorher eine predigt vom seligen ster-ben gehalten. Ob ihm gleich die natürliche fertigkeit in derspräche gemangelt, so daß er öfters auf der kantze! stecken blieben,so wußte er doch diesen fehler mit der Wichtigkeit der vorgetrage-nen fachen, und darbey angebrachten bündigsten beweis-grün-dcn reichlich zu ersetzen. Daher unter seinen damaligen zu Hörerndas sprüchwort entstanden: Wenn Fabricius gatze, lege er ge-wiß ein gutes ey. Unter seinen schriften sind: Diss. de Deijimia , diabolo , live Cacozelia gentilium; de Imagine Dei;Predigten über die Augspurgische Confeßion ; PradectionesTheologie»: ; welche sein söhn Johannes Fabricius , von demder folgende artickul handelt, nach des vatters tobe heraus ge-gcben, und andere Mehr. Zeltneri vit. Theol. Altorf. Joh.Herders Fabricianische leichen - predigt. Grossens Evangel.Jubel-Priester-historie.

* Fabricius, (Johannes) ein söhn des nächst vorherge-henden, war ru Altorffden n. febr. an. 1644. gebohren. Nach-dem er in dieser seiner vatter-stadt einen guten gründ in den stu-dien geleget, begab er sich an. -66;. nach Helmstädt, woselbster unter Conringio, Voglers und Rachelio die Philologie undPhilosophie; unter Fr. Ulrico Calirto und Gerharde Tilio aberdie Theologie mit grossem eifer trieb, bis er nach zwey jährenwiederum nach Altorff zurück kehrte, und daselbst leine studienvollendete. Nachdem er an. 1670. meist durch gantz Teutsch-land gereiset , und darauf Italien besehen, entschloß er sich, ei-ne weile zu Venedig zu verbleiben; woselbst er die unterwegsmit den berühmtesten Gelehrten , sonderlich Octavio Ferrari»und Antonio Magliabecchi errichtete freundschafft sorgfältig un-terhielt. Von dar ward er an. 1677. an Joh. Conradi Durriistelle zu der Irofessione Theologica nach Altorff beruffen , wel-che er mit einer oration de Utilitatc, quam Studiosus Theolo-gie ex itinere Italico caperepotcst , ansteng , aber darüber mitseinem collegen, Daniel Wilhelm Möller, in Verdrießlichkeitgeriethe, welche doch nach zwey jähren in einer öffentlichenschrift von Fabricio beygeleget worden. An. 1682. that erabermals eine reise nach Franckreich; verwaltete aber nach sei-ner zurückkunft seine Profession von neuem mit vielem rühm,und erhielte zu Jena an. 1690. den gradum Doctoris in Theolo-gia. Sieben jähr darnach wurde er nach Helmstädt zu einergleichmäßigen Profession verlanget, welche er auch annahm ;und über dieses an. 1701. nach Calirti tobe,, die Abtey zuKönigslutter , und an. 170;. die würde eines Fürstlich-Braun-fchweigischen Kirchen-Raths erhielt. Indessen geschahe es, baß,als Fabricius das jähr darauf seine Considerationem Contro-versiarum aus licht stellte, er sich durch die darinne angeprie-sene tolerantz der Catholischen und Reformirten bey den Luthe-ranern viele Widersacher erweckte, unter welchen SebastianusEdzardus und Petrus Zornius nicht die gelindesten waren.Fabricius begegnete denselben in der an. 1707- heraus gege-benen Defensione pro Considerationc , und war der streit fastgantz beygeleget, als er von neuem in noch heftigere streitigkei-ten verwickelt ward. Es kam nemlich zu gleicher zeit bey gele-genheit der von einer hohen Fürstlichen perfon vorgenommenenreligions-änderung eine schrift von anderthalben bogen in 4tolum Vorschein, unter dem titul: Erörterte frage Herrn Fa-bricii rc. daß zwischen der Augspurgischen Confeßion und Catho-lischen reliqion kein sonderlicher unterscheid sey, und daß manbey dieser sowol als jener selig werden könne. Gleichwie aberßch alsobald verschiedene aegner einfanden, also protestirte Fa-bricius sogleich in einer öffentlichen schrift, Epistola ad Ami.cum genannt, daß selbige durchaus nicht aus seiner feder ge-ßvssen wäre: ja, als darauf die theologische Facultät zuHelmstädt mit in die affaire gemischet werden wollte, sahe sießch genvthiget den 7. sept. an. 1708. eine Ppotestationern con-tra sie dictumresponsum&c. heraus zu geben ; dergleichen Fa-bricius auch in einer besondern Epistola ad doctos atque erudi-tosßritannos, und in einer andern an die theologische Facul-tat zu Tübingen um eben diese zeit gethan; welche letztere in ei-nem gedruckten Responso auf die Epistolam ad Britannos aberMannes Frickius, der bereits zuvor unter dem nahmen Jo-hannis Warnestied in dieser fache geschrieben , in seiner Bri-fennia melius edocta beantwortet hat. Dieses veranlasseteFadricium , von neuem unter dem nahmen A. Candibi Vindi-cias oor sich zu schreiben, in welchen er zugleich eines ungenann-ten Franzosen Alemoires für la pretendue declaration de lUni-versite de Helmstad, ä Rotterdam 1710. in beleuchtete,endlich ward diese controvers an. 1712. gestillet; FabriciusWer pro Emerito erkläret, nachdem er kurtz zuvor die Jnspe-"'W der gesamten schulen im Lertzogthum Braunschweigerhalten. Die übrige zeit seines lebens hat er darauf in ruheHistsr. Lernet» ///. Theil.

zugebracht j und selbige zur recension seiner ansehnlichen biblio-theck angewendet, davon unter dem titul : Historia Bibliothe-cae Fabriciana: , vier theile heraus gekommen , die noch zurückstehende aber durch seinen den 29. jan. an. 1729. erfolgten lobunterbrochen werden. Ausser den zuvor erwehnten schriftenund verschiedenen gelehrten Disputationibus , sind folgende zumercken: Scylla Theologica exemplis Patrum ostensa; Adno-tationes in Bajeri Compendium Theol. positivae; ParadoxaTheologica triginta ; Amoenitates Theologicas; ConsideratioControversiarum cum Atheis, Gentilibus, Judaeis , Mohamme-danis , Socinianis, Anabaptistis , Pontificiis & Reformatis ;& ejusdem Defensio ; Osculum Theologiae & Philologiae Octav.Ferrarii Tr. de Pantomimis subjectum ; &c. JngleichkN Hater feiires vatters JoHannis Fabricii Systema Theologicum;JoH. Sauderti Opera posthuma; Valent. Franckii OriginesNationum ; WilH. Forbesii Considerationes Controversiarumcum Pontificiis; Octavii Ferrarii Opera varia , und andersmehr heraus gegeben. Zeltneri vitae Theol. Levens-beschrv-ving van beroemde en geleerde Mannen, rc. tom. I.ja* Erudit . 1729. p.seqq. Auserlesene theologischedibliotheck, XL. n. 9.

. * Fabricius , (Johann Sedaldus) war Joh. Ludoviciältester druder, gebohren zu Speyer an. 1622. Er hielt sichanfangs zu CölN auf, bis er zu Heidelberg Professor Historia-rum und der Griechischen spräche, wie auch Prediger wurde.Man hat von ihm Theatrum Hieroglyohicum ; Historiam urbisHeidelbergensis; C. Julium Caesarem Numismaticum; de Uni-tate Ecclesiae Britannicas; Manheimium &LuteramCaesaream.Fabricius, cent. Fabr.

* Fabricius , (Laurentius) gebürtig aus Dantzig , warProfessor der Hebräischen spräche zu Wittenberg , und starban. 1629. den 28. april in dem 74. jähre seines alters. Er hat Par-titiones Codicis Hebraei, Wittenberg 1610. in 4. und 1626. in 8.Metricam Hebraeorum veterem & novam ; de Schemhampho-rasch Usu & Abusu apud Judaeos ; de Reliquiis sanctis Syra-rum vocum in N. T. adservatis , ib. l6i;. Orationem proStudio Linguae Hebraicae, ib. 1994. in4. und anders mehrgeschrieben. Fabricius, centur. Fabele.

* Fabricius , ( Theodosius ) ein söhn Andreä Fabricii,Pfarrers zu St. Nicolai in Eisleben , wurde erstlich Diaconusin Wittenberg , hernach Superintendent zu Hertzberg, undals ihn die sogenannten Erypto-Calvinisten von dar verdrungen,Pastor zu St. Johannis und Professor Theologie in Gvttingen.Er starb an. 1997. den 7. aug. an der peff, in seinemjähre,und ließ Harmoniam Historiae Passionis & Resurrectionis ; in*gleichen Locos communes ex scriptis Lutheri Latinis & Ger-manicis collectos. Gudtnius , de orig. & progr. Insp. Gotting.p. 278.. & seqq.

* Fabricius, (Wernerus) ein Notar. Pubi. Caes. und Or-ganist zu Leipzig , aus dem Holsteinischen gebürtig , hat an.1697. Delicias harmonicas aus 69. ft'mf-stimmigen paduanen,allemanden, couranten, und so fort bestehende ; an. 1662.geistliche arien, dialogen und concerten , so zu Heiligung hoherfest-tage mit vier vocal-stimmen, nebst allerhand instrumenten,können gebraucht werden, daselbst in 4. drucken lassen, unddieses letztere werck , worauf er sich Organ. Lipsiensem zu St.Tbomä nennet, Christian Ludwig, Hertzoge zu BraunschweigLuneburg zugeschrieben. Zu Ernst Christoph Homburgs geist-licher lieber erstem theile, welcher an. 1699. zu Jena in 8. ge,druckt worden, hat er die Melodien a Canto e Basso gesetzt; so-wol auf dem titul-dlate als vorrede dieses wercks, wird er einMufic-Director an der Paulliner - kirche zu Leipzig genennet.Seine aus lauter exempeln bestehende manuduction zum gene-ral-baß ist an. 1679. daselbst zum Vorschein gekommen. An.167t. den 28. sept. als an dem nahmens-tage seines liebwertheufreundes, Wentzel Buhlens , hat er eine vierstimmige motete:Vatter, in deine Hände befehl ich meinen geist, rc. durch dendruck bekannt gemacht. Ist gestorben gegen das 1678. jähr.Sein söhn ist der folgende berühmte Joh. Albertus Fabricius,S. Theol. Doctor und Professor im Gymnasio zu Hamburg , ge-wesen. Fabricius , centur. Fabr.

* Fabricius , (Joh. Albertus) ein sehr berühmter Poly-histor, war zu Leipzig , woselbst sein vatter, Werner Fabricius ,Director des academischen Chori Musici , und an der Nicolai-kirche Organist gewesen , den n. novembr. an. 1668. gebohren.Er verlohr seine beyde eitern sehr frühzeitig, und bekam hieraufden berühmten Valentin Alberti zu seinem Vormund, welcherihn anfänglich die Nicolai-schule in seiner vatter-stadt, und so-dann auch das Gymnasium zu Quedlinburg besuchen ließ. Alser an. r 686. von dar wiedrum zurück gekommen, wohnte erbey seinem erst-erwehnten Vormund in dem Hause, und bedientesich zugleich mit vielem Vortheil dessen Unterweisung, hörte aberauch dabey verschiedene andere Professores , und brachte eSdurch seine trefliche gaaben und unausgesetzten -riß so weit,daß er nicht gar lange hernach, nemlich zu ansang des jahrsr688. mit dem Magister-Hut beehret wurde. Hierauf that ersich sogleich durch schriften, und insonderheit mit unterschie-denen disputationen hervor, besuchte sodann an. 169,. seine«»verwandten im Holsteinischen , und setzte sich zugleich inHamburg bey dem berühmten Theologo , Johann FridericoMayer, in so sonderbare Hochachtung, daß ,hn derselbige fünfgantzer jähre in seinem Hause und an seinem tisch behielt. Nach

Mm verffres.