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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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E, stemmatogr. P. lli. p. 38 . Souveratnen von Europa ,

p. 813. IVurmbrand , collect. Austr. p. 8>.

Falcandus, (Hugo) ein berühmter fcribent im XII. se-culo , schrieb eine Historie von dem elende des Königreichs Si»cilien , so es unter Wilhelms I. und II. in die 2;. jähr erlitten.Er hat den begebenheiten, die er erzehlet, meistens selbst bey-gewobnet, und beschreibet sie auch mit gar guter Vernunftund staats-klugheit. Solche ist an. 1330. von Gervasio vonTournay heraus gegeben, und nachgchends zu Franckfurt an.1379. nebst den übrigen Sicilianisthen scribenten gedrucktworden. Fazellus giebt Guiscardum vor den Urheber dieseswercks an. Baren an. ii 14. Fazeli. hist. Sicil. üb. VII. c. 4.Vojjius , de Hist. Lat. lib. III. c. 7. *

* Faires, ein Spanischer flecken in dem Königreiche Navar-ra, an dem flusse Arragon in dem Majorate Olite , zwey stun-den von der stadt dieses nahmens gegen abend. Maty , vier.

Falcidius, war ein Zunftmeister des volcks zu Rom , wel.cher ein gesetz machte, Falcidia genannt, krafft dessen ein vat«1er sollte befugt seyn, sein haab und guth zu vermachen, wemer wollte, wenn nur der vierte theil davon dem rechtmäßi-gen erben bliebe. Pompon. Latus.

* Falck, (Michael) war zu Dantzig an. 1622. den 8. oct.gebohren, und wurde daselbst erstlich Profestor Logic», Me-taphysice & Philosophie practice , endlich aber Vocivr Theo-logie. Er starb an. 1676. den 19. dec. im vier und fünfzig-sten jähre seines alters, und ließ Dislertationes Theologicas;Collegium Policicum; de Scriptura in Physicis adhibenda &c.ausgehen. Pratorii Athen . Gedanens.

* Falck, (Nathan.) ein Theologur , und söhn des vorher-stehenden Michaelis, gebohren zu Dantzig den 11. oct. an.j 66 j. begab sich von bannen nach Rostock und Wittenberg , undthat eine reise in die Niederlande , Holland und Franckreich,worauf er den gradum Doctoris Theologie zu Wittenberg an-genommen , und zum Pastore und Preposito zu Stettin , in-gleichen zum Professore Theologie primario am GymnasioCarolino erwehlet worden. Er starb endlich an. 169;. den 18.aug. nachdem er Quaternarium Dissertationum philosophica-rum ; de Demonologia recentiorum auctorum falsa ; GOtt-ge-heiligte frühe-und vesper-stunden; Seprenarium Pacrum Lon.cionum Pacrarum und visputationer heraus gegeben. Pip·fing. meiner. Theol.

Salcfen, eine von den ältesten adelichen familien in Pom­ mern , welche von dar in die Marck Brandenburg gekommen,und daselbst das guth Bleddin lange zeit besessen. In Meissen und in der Nieder-Laußnitz ist sie ohngefehr im XIV. seculobekannt worden. Hermann Faicke hat sich um das jähr 1240.als Heermeister in Liefland durch seine kriege mit den Russen be-rühmt gemacht. Hans und Matthias, Chur -Sächsische Mi-nisters, sind an. 1412. aufdem schloßLochau in einer feuers-brunst umkommen. Clemens warum das jähr 158». Chur -Sächsischer Jägermeister und Amts - Hauptmann zu Moritz­ burg . Hans Ehrich wird an. 1596. unter die Lehns-Vasal-len des Nieder - Lausitzischen klosters Dobrilug gezehlet, undzwar wegen des Ritter-guths Kanwitz (insgemein Kämlitz ge-nannt,) so dessen nachkommen noch jetzo besitzen. Mur*i.Pommerl. Ptckenßein. theatr . Grsssers Laufitz.hist.P.III. p.63.

Falckenau, eine stadt nebst einem schloß in dem Elnbognerkreise, an der Eger auf einem fruchtbaren boden gelegen, ge-hörte ehemals den Grafen von Schlick, nun aber denen vonNostitz. Es wird daherum alaun, schwefel und kupfer - waffergemacht. Zeiler. topograph. p. 28. Batbin. miscell. dec. I.lib. III. c. 7. §. 3. p. 74· & c. 8- $. 1. p. 8J. vogtens jetzt-leb.Böhmen , p. 94.

Falckenberg, ist der nähme (i.) einer kleinen stadt an dem-jenigen busen des Teutschen meers, welcher Sinns Codanus ge«nennet wird, in der provintz Halland, 6. bis 7. weilen vonHalmstadt , nord, westwärts gelegen; (2.) einer kleinen stadtmit einem schloß, in dem Schlesischen Furstenthum Oppeln ,an dem fluß Steina , zwischen den städten Oppeln und Grot-kau gelegen. Sie hatte an. 1327. den titul eines Fürsten-thunis, und residirte Hertzog Conradus aus der Ovpelischen«nie daselbst. Jetzo gehöret sie dem Graf Zerotin.

Falckenberg, eine adeuche familie, deren stamm-HäuserAlt-und Neu-Falckenberg in Hessen , nahe bey Homburg, ge-legen. Ärnolphus ward an. 10; 5. Abt zu Weissenburg undLimburg , nachdem er vorher zu Corbey diese würde bekleidet.Im 98. jähre seines alters ward er Bischoff zu Speyer , undstarb, da er 102. jähr alt war. Walther soll sich an. 1152.in Syrien wohl verhalten, und die stelle eines Gouverneurszu Liberias bekleidet haben. Siegfried hat sich zu KaysersWenceslai, und Tilo zu Kaysers Friderici III. zeiten, in demkriege signaliret. Cuntzmann wird beschuldiget, daß er an.i4vv.den Kayser Fridericum, aus dem Hause Braunschweig , mitaus dem wege räumen helffen. Christoph war an. 1310. Schle-sischer Fursten-Rath zu Teschen . Moritz, Kayserlicher Oberst-Lieutenant , blieb an. 1Ü31. in der schlacht bey Lützen , und sollden König in Schweden , Gustavum Adolphum, erschossenhaben. Heut zu tage blühet diese familie annoch an dem Rhei-ne. Mt'bo. tom. lli. script. rer. Germ. Gpanaenb. Adels».

P. II. pufendorffs Schweb, kriegs-gesch. Trema,

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-f Falckenberg, ein ansehnliches nunmehro Gräfliches^schlecht in Schweden , welches vermuthlich von der adeligfamilie dieses nahmens, so noch jetzo am Rhein flvnrel.ad,,.stammet ist. Dietrich von Falckenberg hielt sich nach ansiu«des XVIL feculi m den kriegen mit Polen , als SchwedischOberster über ein Teutsches regiment, so wohl, daß ihnvus Adolphus, da er an. 1630. in Teutschland qiena, als»en Hof-MarschaU und General-Major mit sich nahm, unlan. 1631. als Commendamen nach Magdeburg schickte, webches er gegen die Kayftrlichen tapfer vertheidigte. In wäb,rendek belagerung dieser stadt suchte ihn der General von Pav-penheim auf Kayserliche feite zu ziehen, und ließ ihm 4. ton.nen goldes nebst dem Grafen -stande anbieten; allein er schick-te den trompeter, nachdem er dessen anbringen durch Nota-rien und zeugen registriren lassen, mit einer harten antwortzurück, und wehrte sich aufs äusserste, biö der ihm anvettrauteort mit stürm ubergieng, da er auf der stelle erschossen, undsein leichnam, bey anzundung der stadt, auf der gaffe zenre.ten und verbrannt worden. Sein bruber Melchior hak sichhernach als Schwedischer General-Kriegs-Lommistarius be.kannt gemacht. Sein enckel, Conrad, Grafvvn Falckendera,wurde an. 169;. Vice-Präsident im Ober-Hof-Gerichte zu Stock.Holm, und an. 1709., da er schon 86. jähr alt war, Kömgl.würcklicher geheimer Rath und Astestor des grossen Raths zuStockholm , worauf er an. 1714. im 91. jähre seines altersmit tobe abgegangen Pufendorf. de reb. Suec. Chemnm,vvm Teutschen kriege. Mercure bißorique,

Falckenberg, (Johann) ein Prediger-Mönch zu Kamyen,welcher den Creutz-Rittern zu gefallen eine schmäh-schrift aufden König Uladislaum Jagellonem, und die ganhe Polnischenotion verfertigte, die als Barbarn und ein ungerechtes räu-bcrisches volck durch die gesamte macht der Christlichen Für.sten sollten ausgerottet werden. Wie nun selbige dem Pol,nischen Abgesandten zu Paris in die Hände kam, nahm er siemit auf das Loncilium nach Costnitz, allwo sich der authorgegenwärtig befand, und brachte es dahin, daß er zu einemewigen gefangnis verdammet wurde. Nachdem ihn aber PapstMarttnus V. von dieser strafe absolvirte, so begab er sich zul»em Hochmeister nach Marienburg , in Hoffnung, eine ansehn.!iche belohnung zu bekommen ; allein da ihm dieser vor seinemuhe nur 4. marck zahlte, schmiß er ihm selbige vor die süße,und stieß die allerheftiqsten schmäh - werte heraus. Hieraufvard das urtheil über ihn gesprochen, daß er ersauft werden soll«>e, ehe man aber solches bewerckstelligen konnte, begab ersich auf die flucht, und setzte hernach zu Kamyen eine viel an-züglichere schrift wider die Creutz-Ritter auf. Indem er aber»ach Basel auf das Loncilium reisen, und daselbst seine pa-niere ausstreuen wollte, ward er bey Straßburg von einigenfieunden der Creutz-Herren geplündert, und ihm alle exem.plaria genommen. Er starb auf der rück-reise bey Breßlau ,mchdem sich der obgedachte König vergebens viel mühe beyd-m Papst gegeben harte, ihn auf den scheiter-hauffen zu brin,g!N. TUugoJf. lib. X. hist. Pol. p. 373. Ada Concil. Ctmßant.edita ö Vanderhart. *

Falckenburg, (Lucas von) ein berühmter mahler von. Recheln , sonderlich in Verfertigung der landschafften und mi-watur-arbeit. Die aufruhr, so sich an. 1366. zu Mecheln urd in dem gantzen übrigen Brabant erhoben, trieb ihnvm Haus nach Aachen und Lütttch, allwo er sich so langaifgehalten, bis unter Wilhelme I. von Oranien die fachensitz verbessert haben; so bald er nun wiederum eine allgewei-n: ruhe sahe, begab er sich mit seinem bruder Martin, ei-nem gleichfalls fürtreflichen mahler, wieder in sein vatter.Und ; Erk-Hertzog Matthias aber nahm ihn bald darauf mitsich nach Lintz m Oesterreich ; und endlich begab er sich nachNürnberg , allwo er sich auch niedergelassen, und an. iSrr.n»ch im leben gewesen ist; man findet daselbst noch viel sein«gcmählde. Sandrarts Academ. P. II. üb. III. p. 272 *

* Falckenburg , (Friedrich von) ein berühmter mahler,wer vermuthlich ein sohn des vorhergehenden Luca von Fal.cknburg. Er lag in seiner kunst dem landschafft-mahlcn ab.soiderlich ob, und erlangte darinnen vor andern das lob ei-ner vortreflichen Meisters. Sein gcmählde, in welchem er diehitorie von dem zinsgroschen vorstellet, lst von den kunit,verständigen bewundert worden. Er starb den - 8 . aug.an. 1623.

* Falckenburg, (Gerhard) gebohren zu Nimägm indem

XVI seculo. Er übertraf nach dem zeugmö Thuanr alleNiederländer in der wissenfthafft der Griechischen spräche, undGuicciardinus setzet ihn unter die. anzahl der berühmten stu,the, welche die zierde von Nimagen gewesen sind. Justus LipsiuS legt ihm auch an verschiedenen orten stwer werckegrosses lob bey. Er starb aber schon in dem 4 °. >ahre sonesMers in der stadt Steinfurt , wo er unter dem gesolge des G -.fen von Bentbeim war, und betruncken von dcm pftrde hin.unter gefallen, und also sein leben elendiglich und fast schänd-lich verlohren. Neben den choten übn Nonni1 agljjDionvsiaca, welche er schon IN dem -9. »ahre seines alter« au».Ln lassen, hat man'noch etw-lche Griech-sch- verst von.hm,welche Janus Dousa seinem Lommentano über den 'im*lum einverleibet hat. Ttißn , eloges. , ^