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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Falckenburg, eine kleine nach alter manier bevestigte stadtundschloß in der neuen Marck Brandenburg an dem flusse Dra-qe, nahe an den Pommerischen und Polnischen grentzen, dentzemn von Borck, ehemals aber den Freyherren von Falcken-burg gehörig. Lenkn, catal. Com. Bar. & Toparch. Saxon.apud Mcncken. script. rcr. Saxon. tom. III. p. 1992.

* Falckenhagen, vor alters Berghagen genannt, ein Amtund Decken in der Grafschafft Schwalenberg, den Grafen zur Lippe zuständig, war vormals ein jungfrauen - kloster Cistercicn«ser - ordens, und hieß auf unserm lieben Frauen - berge, wardaber in dem XV. seculo den Crkutz - brüdern Augustiner - or-dens eingegeben. Zu den zeiten der religions-änderung theiltenßch die Grafen von der Lippe und das Stift Padcrborn dar-an, welches letztere seinen antheil an. 1614. an die Jesuiten überließ, die sich bisher äusserst bemühet, den Livpischen antheilan sich zu bringen. Nicht weit von diesem kloster ist der soge-nannte Götters - berg zu sehen, welcher von ungemeiner höheist, und seinen nahmen daher empfangen, weil die alten Teut-schen ihren göttern darauf geopfert. Bucelini monasteriol. 6er-man. Imp. p. 179.

falckcnhayn , eine von den ältesten adelichen familien inLchlesten, davon einige um die mitte des XVII. feculi die Frey-herrliche, zu ansang des XVIII. aber die Gräfliche würde erhal-ten. Cuno war an. 1,69. Burggraf zu Canth. Christoph istan. iSri. bcysitzer des Königlichen mann - rechts in dem Breß-lauischen, und Siegmund an. i6;ü. Landes - Aeltester in demLiegnitzischey Fürstenthum gewesen. Alexander, Freyherr, waran. >s«z. General in Holländischen diensten, und Commendantin Breda . An. 1684. war Ferdinand Friedrich HertzoglicherBraunschweigischer geheimerRathmnd aufferordentlicherBnvo^ezu Wien . An. 1708. bekleidete Graf Ernst August die stelle ei-nes Kayfcrlichen Cammer - Herrn. Diese familie florirt heut zutage auch in der Ober - Lausitz auf dem Ritter - guth Kießlings,walde. Lucä Schlestsche chronick.

Falckenstein , sind 2. Solothurnische schlösser im Buchsgöwgelegen, das alte und neue zugenannt; jenes liegt an dem ein-ganq der Clus oberhalb Balstal , heisset aber jetzund Blauen-

t ein , und dienet einem jeweiligen Landschretber der Oder-ogtey Falckenstein zu einer Wohnung; dieses aber liegt über demdorfBalstal und der capelle, auf dem felsen gegen der Wasser-sall , darin» der Solothurnische Landvogl sechsten refidwet.Diese schlösser, sonderlich das alte, sind die stamm-häuser der inder Schweitzerischen Historie bekannten Herren von Falckcn-stein; Massen Hugo um an. n6;. Conrad an. 1207. und Ottoan. izoz. in dem leben gewesen ; nachdem aber ihr männlicherstamm abgestorben, sind ihre schlösser und Herrschafften an dieHerren von Bächburg gekommen, welche beyde titul zugleich ge-führethaben. Unter diesen hat sich an. i;7i. diehöchst-schändli-che und in den Schweitzer - Historien so verschreyte dieberey zuge-tragen , da nemlich Graf Hans von Thierstein, Hemman vonBächburg und Burckhardt Senn, Freyherr von Münsingen aufBuchegg, etliche von Lyon mit kaufmanns - güthern in des Gra-fen von Nydau geleit reisende kaufleuthe auf der offenen straffeangegriffen, beraubet, und das guth, ( worunter 8. centner sa-fran) in das schloß Alt - Falckenstein geführet; GrafRudolff zuNydau über solches verfahren höchstens entrüstet, stellte sich also-bald zur gegenwehr, und mahnte seinen Vetter Graf Hartmannvon Kyburg und die stadt Basel ( welche unter der beschädigtenzahl auch einige bürger hatte) zum succurs auf, welche sich auchhierzu gantz willig erzeigten, für das schloß zogen, es belagerten,gewonnen, und diese;. Herren samt ihren dienern und söldatengefangen nahmen, wobey dann diese letztere enthauptet, jene aberwieder auffrcyen fuß gestellet wurden; das schloß wurde auchsogleich dem von Bächburg wieder zu eigen überlassen ; die be-raubte musten also gantz trostlos nichts als das traurige nächst,hm mit sich davon tragen ; jedoch überfiel das schloß bald dar-auf ein ziemlich harter stürm, als es von denen an. i;?^. überWaldenburg und den obern Hauenstein eingebrochenen Engel-landern eingenommen und zerstöret wurde; endlich hat an.>402. die stadt Solvthurn die schlösser und Herrschafft Falcken-liem^an sich erkauft, und eine Vogtey daraus gemacht. Hansdon Falckenstein, des stamms von Bächburg, Herr zu Farnspergand Gvßken, lebte an. 1442. und Thomas der letzte verkaufteschloß und Herrschafft Farnsperg an. 1462. der stadt Basel . Ur.fis ehr. Bas. lib. I. p. 47. & lib. IV. p. 184. Stumpf, lib. VII. 2 i7- fEgid. Tschudii , chron. MScr. P. II. ad ann. x J71. &67;. Joh. Grojs. chron. Bas. p. 8r. 84. & 110. *

falckenstein, ein städtlein oder flecken im Doigtlande gegendie Böhmische grentze gelegen, nahe bey Auerbach und Schon-eck, an der Goltzsch, in des Amts Plauen bezirck; ist doch sthrtft-saiuq, und Chur - Sächsischer Hoheit.

,, falckenstein, ein wohlverwahrtes berg - schloß und Amt amUnter, Vor - Hartz ^zwischen Halberstadt und Mannsfeld. Esm ehemals eine berühmte Grafschafft gewesen, und eine vonvmiemgen, daraus neben andern die Sachsen von Caroli M.

m. ^'chier und Feldherren an der zahl zwölf sollen er-W» haben. Nach abgang der Grafen kam Falckenstein an das^nft Halberstadt und von selbigem auf die Herren vonAffeburg.vpangenbergs Mannsfeldische chronick.

f^ickenstein vorm walde, ein Bayerischer marck - fleckenund vestes berg - schloß im Bißthum Rrgenspurg und dem Pfleg-

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Gericht Mitterfeld zwischen Tham und Thonaustauff, wo dieBayern im dreißigjährigen kriege die Böhinen zweymal auS demselbe geschlagen. Vor diesem hat es seine eigene Grast« gehabt,nach deren absterben es im X. feculo an das Haus Bayern ge-kommen. Hertzog Wilhelm verkaufte es an. 1514. seinem Hof-meister Hieronymo von Stauffcn , dessen söhn Hans Ruprechtsolches wieder an Hertzog Ludwigen zurück ließ. Humi. Bayeri-sches stamm - buch, P, II, p. 201, Chur-Bayern, p. ;r;.

falckenstein, eine Grafschafft auf dem Hundsrück in denPfaltzische» landen zwischen Kayserslautern und Rockenhansengelegen, worzu die Herrschafft Reypvltskirch, ohnweit Laulreck,und Broich, eine bürg bey Duysburg im Iülichischen, gehören.Zum unterscheid anderer ortet dieses nahmens heißt sie , von ei-nem dabey gelegenen berge, Falckenstein am Donnersberg ,und hat in uralten zeiten ihre eingedohrncn Grafen gehabt.Nach der zeit aber hat Wirich von Daun aus dem alten ge-schlechte der Grafen von Daun ( siehe Dann) den halben theildavon durch die Heurath mit Irmgarden, Philipps von Falcken-stein tvchter, an sich gebracht, und unmittelbar vom Reiche zurlehn getragen. In welchem zustande es auch seine nachkommenbesessen, bis an. 1458. Kayser Fridericus III. den Hertzog vonLothringen damit belehnte, so daß die von Falckenstein - Danndie affter - lehn von Lothringen holen musten. Der erste, so sol-che emvsienq, war Wirich II. , dessen söhn Melchior mit seinergemahli» Margaretha, Wilhelms, Grafen zu Virnenderg undFalckenstein tochter, die andere helfte bekommen, worauf er an.1487. mit der gantzen Herrschafft von Renato, Hertzog in Loth-ringen , belehnt wurde. Ihm folgten Philipp und Wirich III. ,deren jener ohne erben verstarb, dieser aber unter seinen söhnendie Verfassung machte» daß nach absterben der männer von einerlinie, die andern erben sollten. Diese theilten sich nun dergestalt,daß der ältere Philipp Broich , Johann Falckenstein und Scba-st«an Oberstein bekam. Als aber die inittlere linie Johannis an.1629. mit Emicio II. ausgieng, succedlrte ihm trafst seines testa,ments seine vettern , Frantz Christoph und Lotharius aus derObersteinischen, nach deren tod an. i6;6. die gantze Grafschafftauf Wilhelmum Wirich und Emicium II. aus der Broichischenlinie fiel, welche auch an. 1642. von Hertzog Carln darüber dielehn erhielten. Hierwider protcstirten des verstorbenen Emiciischwester söhne,Johann Cafimir und Steino Grafen von Löwen-Haupt, mit denen es dieses letztern schwieger - söhn Graf Philippvon Manderscheid hielte, mid die fache bey dem Lothringischenlehn - Hofe dahin brachte, daß ihnen der besitz eingeräumt werdenmuste. Ob nun wol in dem Wcstphälischen frieden der Graf-schafft Falckenstein mit gedacht wurde, so konnte doch Daun zuseinem rechte nicht gelangen,sondern Wilhelm Wirich von Daunmuste ein mittet ersinnen, und sein recht an. 1660. selbst an Ca-rvlum IV. von Lothringen verkauffen, welcher seinen söhn, denFürsten von Vaudemont , der sonst zur Lothringischen erb - folgeunfähig war, damit beliehe. Hierauf suchten die Grafen vonManderscheid ihre hükffe beym Reiche, konnten aber nichts aus-richten , bis an. 1S84. Franckreich seine Reunions - Cammer zuMetz anrichtete, welche dem von Vaudemont das recht absprach.Allein weil durch den Ryßwickischen frieden alle reunirtc örterwieder in vorigen stand gesetzt werden sollen , so erhielte Vaude­ mont ein mandatum de reltituendo von dem Reichs-HostRathwider Manderscheid und Löwenhaupt,woraufsich diese an. 1704.an das Reich gewendet. Fahrt Staats - Cantzley, P. X. c. 6.

p. 26 6. Schrveder. prsetens. p. 86;. lmbos. N. P. p. ;95.

falckenstein, ein ehemahliges geschlecht in der Wetterau.Man sagt, daß aus diesem Hause Gevrgius bereits zu des Kay«sers Severi zeiten gelebet. Philippus, welcher um das jähr 1256.noch gelebet, hatte zur gemahlin Annam, Ulrici, Grafen zuMintzcnberg, tochter, die ihm nebst Göthe und Jutha, 2. söh-ne , Philippum und Wernerum, gebohren. Göthe, die ältestetochter, war wegen ihrer schönheit und andern gemüths-gaabenein wunder ihrer zeit, und wurde dahero an Richardum , Her-tzog von Cornwall , Königs Johannis aus Engelland söhn,welcher in Teutschland gekommen war, die Kayserliche würdezu übernehmen, vermählet. Philippus der jüngere, war beydem Kayser Wilhelmo in grossen gnaden , welcher ihm dieReichs - kleinobien anvertraute, die er aber gedachtem Richar-do aus Engelland zugestellet. Als nun solcher wegen geld-man-ael wiederum zurück nach Engelland gieng, setzte er den Grafenüber die Wetterau. Eben aus diesem geschlechte lebte zu glei-cher zeit Fridericus, welcher als zeuge von dem Kayser Richardsgebraucht wurde, als dieser der stadt Speyer einen confirma-tions-briefaller ihrer Privilegien ertheilet. Wernerus, Grafvon Falckenstein, war Probst zu Mayntz, und wurde an. 1260.zum Ertz - Bischoff postuliret (von welchem besonders.) Philip-pus , Graf zu Falckenstein , beherrschte Mintzenberg, und lebteum das jähr 1502. Er war Reichs - Hof - Cämmerer , undschützte die Geistlichkeit mit ihren Privilegien. Ein anderer Phi-lippus stund bey dem Kayser Ludovico I V. in grossen gnaden,und bekam Manheim von Johanne von Heusenstein. Eden die-ses Haus bekleidete auch die Reichs - Cämmerer - stelle, wie sichdenn Graf Philipp zu Falckenstein und Mintzenberg in einemfreyhetts- brtefe, welchen gedachter Kayser an. i;2i. der stadtButzbach in der Wetterau gegeben, des heiligen RömischenReichs Cämmerer unterschrieben. Er starb an. i;4;. Cunooder Conrad war des Ertz - Bischoffs Henrici von Mayntz Ooad-jutor, und bekam von diesem unterschiedene Mayntzische schlösser