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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nige in Ungarn unterwarf, stgelte er mit einer flotte dahin, em-fieng aber an. 1 n?., als er die soldaten bey sturmnng der stadtaufzumuntern suchte, eine tödtliche wunde. Egnat. de exem-plis vir. illustr. Venet.

Falieri, (Marine) Hertzog zu Venedig , ward zu dieser wür-de an. im. erbeben, als er eben eine Gesandtschafft zu Rom verrichtete. Nachdem er 9. monat regieret, gerieth er auf diegedancken , sich souverain zu machen , und die Rathsherrenmeuchelmörderischer weise hinzurichten. Einige wollen, erhü-be sich zu diesen gedancken aus mache verleiten lassen, weil ein ge-wisser Michael Zcn oder Sten seine frau, oder, eine andere ihnsehr nahe angehende Person zur unkeuschhett verführet hatte, ohnedaß er durch die Richterliche form ihn zur strafe habe bringenkönnen. Andere melden, er habe dieses frevle stuck aus blossem'«hrgeitz unterfangen. Das vorhaben war, den pallast unterwährender Raths - Versammlung anzugreiffen , worzu 16.Oberhäupter bestellet waren, deren jedes 60. mann mit sich da-hin bringen sollte. Zur ausführung war der 16. april bestimmt,an welchem deswegen noch alljährlich eine general - proceßionum den Marx - platz gehalten wird. Allein Bertrand Pelizzari,einer von dieser partey, offenbarte es einem von den Raths-herren , welcher es alsobald den übrigen zu wissen that, wor-auf sie noch in selbiger nacht 16. von den vornehmsten rädelsfüh-rern nebst dem Falter arrestirten, und in weniger als 8 . stundennoch 400. andere mitschuldige darzu bekamen, von welchen ei-nige gehencket, andere ersäuft, einige aber nebst Falier enthau-ptet wurden. Darauf entdeckten sie ihrer noch $00., welche aber,weil sie bey Vollziehung dieses Vorhabens nichts mit hatten zuthun haben wollen, gnade erlangten, ohngeachtet sie es gebilli-get hatten. Derjenige, so es eröfnet, wurde mit der würde ei-nes Patricii beehret, und bekam eine jährliche Pension von 1000.cronen. Allein da er mit dieser belohnung nicht zufrieden war,sondern den Rath der undanckbarkett beschuldigen wollte, wurdeer auf 10. jähr lang nach Ragusa verwiesen, und, als er vondannen nach Ungarn entfliehen wollte, kam er unterwegens um.Sah. lib. XIII. Ämdot , hist. du Gouv. dc Venise. *

FALISCI, ein alt volck in Italien , so nicht weit von Rom seine Wohnung hatte. Sie wurden von den Römern unter dasjoch gebracht, wie man im Livio findet. Monte Fiascone istanjetzo die Haupt - stadt dieser landschafft, gleichwie vor zeitenFaleria. Das gebiethe der Faliscormn erstreckte sich ehemals vondem Toscanischen meer bis nach Piombino , und von dem flussePaglia bis an den berg Soracte gegen dir Vejentiner zu. Heutzu tage sind darinnen die Grafschafft Petigliano, Castro, der seeBolseno, Monte Fiascone, Bagnarea, Grasignano, bis an dieFlaminische straffe und den flusi Tiber . Aufder andern feite ge-gen dem berg Soracte zu war der walb Ciminia und einige an-dere städte. Tit. Liv. lib. VI. c. 19. Folybius. Dion. Halicarnaß'.(ic. Vigener. annot. in Livium.

Falkirk , siehe Farvkirk.

* Fallerom, oder Fallerioni, Falerione, war eine Bi-schöffliche stadt in der Anconitanischen Marck, zwischen Tolenti«no und Ascoli gelegen. Ihr alter nähme hieß Faleriona, wie«us Balbo de lirnitibus provinciae Piceni p. 118- & irr. abzu-nehmen , aber ihrem ersten Ursprung nach ist sie Falaria oderFaleria genennet worden, deswegen bey dem Plinio Kitt. nat.lll. 1;. und Grutero inscr. p. 1082. n. 2. die einwohner Fala-lienses genennet werden. Ceüarius , not. orb. ant. II. 9. §. 28;.Dieses hat eines theils zur confusion mit dem andern Faleria»der Falaro gelegenheit gegeben, theils aber, wie Baronius innot. ad Martyrol. den 12. august. angemercket, die Meynungbeygebracht, als ob nur jenes Faleria und nicht auch dieses ei-nen Bischöfflichen sitz gehabt. Allein das Breve Papsts Gelasii,welches Holstenius in not. ad Geographiam sacram Caroli ä S.Paulo aus des Cardmals Deus deUit collect. canon. III. 96 an-geführet , und welches Harduinus Goncil. tom. II. p. 928. ein-verleibet , benimmet dißfalls allen zweifel, indem darinnenzweyer Bischöffe, doch ohne ausdruckung ihrer nahmen, Wei-sung geschiehet. Ugbeüus , Ital. sacr. tom. X. p. 92. seq.

* Fallet, ein uraltes berühmtes geschlecht in Piemont, wel-ches aus der stadt Asti seinen Ursprung herleitet, und sich inunterschiedliche linien ausgebreitet hat. Von demselben lebtenan. 17;?. unter andern folgende 2. brüder, deren vatter Ludo-vicus Fallet, Herr von Barol, und die Mutter Christina vonBivago gewesen: 1.) Der jüngere, Johannes Jofephus Ra«dulphus Constantius Fallet, wurde an. 1726. von Victore Ama-deo, Könige von Sardinien , zum Ertz - Bischoffzu Cagliari er-nennet, und an. 1727. den 16. febr. zu Rom von dem PapstBenedicto XIII. eingeweyhet. 2.) Der ältere, HieronymusFallet, Marggraf von Castagniola, Barol und Cavatour, Grafvon la Roquette - Palafee , Herr von la Volte und andern inPiemont und Montferrat gelegenen güthern, war General -Lieu-tenant der armer des Königs von Sardinien , wie auch Vice-König und General - Capitain in Sardinien . Er hat mit He-lena Mathilde Provana de Druent, die er sich an. 169;. bey-geleget, drey söhne gezengct: 1.) Octavium Fallet, Marg-grafen von Barol. 2.) Theodorum Fallet, welcher durch sei-ne gemahlin, die älteste tochter Hyacinthi Fallet, Hertzoqs vonCannalonga in Neapolis , Hertzog von Cannalonga worden.;.) Hyacinthum Fallet von Barol, der sich in den Maltheser-orden begeben. £* Aocum. famti.

Falle;, siehe Sauduin.

* Fallin , eine kleine stadt in der Liefländifchen provmtz (fiLhen, am fluß Pernau , neun weilen von der stadt Pernau , vst-

wärts gelegen.

FallgMs, (Gabriel) ein sehr berühmter Medicus warzu Modena an. 1490., oder, wie andere wollen, an. i ?2 : aebobren. Er hatte eine ungemeine begierde die nalur aufi genauestezu untersuchen, durchreiste dannenhero fast gantz Europa , flckmit gelehrten Männern zu unterreden. Dadurch erlangte er sowol rn der Astronomie und Philosophie, als auch hauptiacbl *in der Bolanic und Anatomie grosse Wissenschaft, wie er dannhierinnen unterschiedene dinge erfunden, davon noch beut tu ta-ge Tuba Fallopiana den nahmen führet. Zu Padua wurde ihmaüfangs eine Profession in der Anatomie» und nach dein tode desBonafidii an. 1540. die Lectura Simplicium aufgetragen Ersechsten aber starb an. i$6;. in dem?;, jähre seines alters \ bin-gegen andere wollen, daß er kaum das ;y. ,ahr überlebet. Seineschriften sind: Institutiones Anatomicae ; Observationes Anato-micae; de Coloribus; Tract.V. de Parte Medicinae,qua: Chirurgia dicitur ; Observationes de venis; de Partibus Similaribus · deMedicamentis Simplicibus; de ftlateria Medicinali in librum

f rimum Dioscoridis; de Thermalibus Aquis; de Metallis atqueostilibus; de Medicamentis purgantibus simplicibus; Epistolaad Mercurialem de Asparagis; de Ulceribus eorumque Specie-bus; de Morbo Gallico ; de Ulceribus singularum Partium · deVulneribus in genere; de Vulneribus Capitis, Oculorum, NasiColli, Vasorum &c. Commentarius in Hippocratis librum deVulneribus Capitis ; de Cauteriis ; de Tumoribus praeter Natu-ram ; de Decoratione ; Expositio libri Galeni de Oisibus; deluxatis & fractis Oflibus ; Methodus consultandi; de Compo-sitione Medicamentorum; de arcanis quibusdam Compositio-nibus Medicis & quas extra Medicinam in usu sunt. Uber diesewird ihm auch ein anderes werck , so den titul führet : Secretidiversi e miraculosi distinti in tre libri , von einigen beygelegt;allein der wahre auctor dessen ist Johannes Bonacius. Tbucmui,hist. lib. XXXIV. Justus, chron. Medicor. Castellm. vit. Medi-cor. Tbnmaßn. elog. vir. doct. Gbilim , theatr. Teißer, elog. I.p. 2io. Freber. theatr. Platins , de anonym, p. 194.

Falmouth , eine stadt in dem Kirricr - hundred, in der west-lichen gegend von Cornwall , hat aufder südlichen feite einen vor-treflichen Hafen, der so groß und sicher ist, daß 100. schiffe dar,innen stehen mögen , ohne daß eines das andere sehen kan, undwird bey der einfahrt von 2. castellm beschützet, welche KönigHenricus VIII. erbauet hat. Er liegt sehr bequem absonderlichvor die schiffe, so entweder in den canal hineingehen oder her-aus kommen. Carolus II. machte Charles Lord Barkley zumGrafen von Falmouth , und als dieser an. 1665. auf der see um-gekommen, wurde von eben diesem Könige an. 167;. GeorgeFitz - Roy, so nachgehends Hertzog von Northumberland wor-den , zum Burggrafen von Falmouth gemacht.

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Falster, lat. Falstria, eine insul auf der Ost - see, welche demKönige von Dänemarck gehöret, und zwischen den insuln Moneostwärts, Laland westwärts, und Seeland nordwärts lieget,wovon sie durch ein enges meer, so man Grone Sund nennet,abgesondert wird. Sie ist 4. meilen lang und breit, und hatnur 2. kleine städte, Nicöping uitd Stubköping, ist aber sonstan getreyde und andern früchten sehr fruchtbar. Ponmus &Ztiler. descript. Dan.

Falfterbc», ein kleiner ort an der süd - westlichen spitze derlandschafft Schonen,;. Teutsche meilen von Malmoe stdwärtS,gelegen, allwo viel häringe gefangen werden.

* Faluel, (Johannes) ein Französischer Dominicaner ausder Picardie, trat zu Beauvais in den orden, und wurde, nach-dem er seine studien zu PariS adfolvirt, um an. 1571. zu RheimsIVlagiitcr Theologia:, nachgehends Pcenitentiarius zu Boulogne .Er hat noch an. i; 88 . gelebt, und als er sich noch zu Boulogne aufgehalten , dem Marschall von Franckreich de Äiez, und sei-nem eidam, de Vervins, der Gouverneur zu Boulogne gewe-sen , eine sehr gelehrte parentation gehalten, welche zu Paris an. i z?8. in 4. gedruckt ist. Es gedencken solcher du Verbier i»bibl. Franc, und la Crotx du Maine in bibl. Gall. welcher letztereaber den Requetenmcister, Franciscum de Lavolette, vor derenVerfasser angiebr, so jedoch schwerlich geglaubet werden kan.Denn es ist Faluel an und vor sich seldsten ein vortreflicher Red-ner gewesen, welches auch Scotte de Velinghen , damaligerPrattor criminalium zu Boulogne , in hist. obsidionis hujus urb.rnanuscr. mit vielen umständen beweiset, indem er sich bey ge-dachter parentation selbst mit gegenwärtig befunden. Dem un-geachtet kan es wohl seyn, daß er von dem de Lavolette einigealte documenta zu besserer ausführung communicirt bekommen.Sonsten ist dieser Faluel auch ein gwsscr liebhaber der alter-thümmer, insonderheit aber, was die Historie der Morinorumund Grafen von Boulogne anbetrjft, gewesen, wie besten diedißfalls in dem archiv daselbst annoch befindliche mamiscripte er-weisen , und Jac. Maledranche de Morinis & Morinorum rebustom. 1 . p. 226. umständlich anführet, ja wie Marin. Bailleulhist. civit. Caletens. rnanuscr. III. 2. erwehnet , hat galuktauch eine Genealogie der Grafen von Boulogne verfertiget.Ecbard , bibl. Domin. tom. II. p. 28;.

* Falupos, Africanifche völcker in dem lande der Mob-ren oder Echivartzen. Sie halten sich gleich den ArriareoS sivi-

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