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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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f a l f a m

fäoi dem Capo St. Maria und Cabo Roxo , und St. Domin,«o auf; diese küste, welche sehr nieder liegt, ist sehr fruchtbaran vieh-wevden , daher das rind-und kleine vieh sehr wohl-feil daselbst ist. Man kau um eine zinnerne blatte von ,. bis 4.vfund schwer, oder um etliche ellen grobes tuchs eine kuhe,»,,d noch viel wohlfeiler einen bock oder schaaf eintauschen. Dieeinwohner sind besser gewachsen als die von Angola , aber sehrmißträuisch, und wollen nichts mit den Wcissen zu handeln ha-ben, noch ihre schiffe betreten, es sey denn , daß man ihnenzuvor geisel und stcherheil gegeben, dieweil, wie sie sage», es Eu-rvväcr oegeden, welche unter dem vorwand der freundschafftvonihrenleuthen entführt haben. Siegehen, den obern leibbetreffend, gantz nackend, und tragen um die huste herum eineqattung von kleinen schurtzfellen, welche ihnen nur bis an dieknie hinunter gehen ; ia tue jungen leuthe bedienen sich nur ei-nes etwas breite» gürtels,damit sie ihre schäm bedecken. Je mehrdie männer können weiber halten, je reicher werden sie geschä-het. Sie haben datteln-wein, welchen sie wohlfeil verkauffen,und die Weissen sehr lieben, um so mehr da sie etliche maas da-von um wenige nadeln oder ankere dergleichen kleinigkeiten ein-handeln können. De Ia Croix , Kilt. dAfrique tom. 1 . Tkom.Corneille, Dict. Geogr.

^aiz, (Ranmundus) ein berühmter Medailleur, wurde an.

Slockdolm gebohrcn, undverlohr seinenvatter, wel-cher dey der Königin Maria Eleonora Hof-jubelirer war, indem 1. jähre seines alters. Zwey jähr hierauf wurde er zu sei-nes vatters brudcr, Herrn von Falzburg, Schwedischen Hof-undRegierunas-Rath, nach Stettin geschickt; allein seiner MutterUnpäßlichkeit rüste ihn wieder nach Schweden , da er unter-wegs einen schiff-bruch ausstehen muste. Nachdem er sich in sei-nem vatterlande sowol bey gold - arbeitern als mahlern undwachs - poßirern unterrichten lassen , gieng er an. 1680. nachCoppenhaaen , vvn dar nach Lübeck und Hamburg , und überWolffenbüttel, Erfurt , Coburq, Bamberg und Nürnberg nachAugsplwq, aüwo er die kunst, in stahl zu arbeiten, vollkommenlernte. Von hier besuchte er München , und kam an. 1682.über Ulm ru Straßbura an, allwo er die Französische sprächelernte, und an. \6%%. PariS besuchte, auch sich anfangs beydem Königlichen Medailleur, chi Cheron, in dienste begab. Al-lein weil seine Medaillen ihm jedermans Hochachtung erworben,hielt er es für rathsamer, für sich zu arbeiten. Weil er nunalso sehr viele numismata, die in des Königs Historie liefen, mitungemeiner kunst verfertigte, ließ ihm der Konig, ausser demordentlichen lohne, jährlich eine pension von 1200. Pfunden rei-chen. Inzwischen lernte er auch die music, und durchreisetedie vornehmsten provintzen in Franckreich. Hierauf gieng er an.iszs. über Brüssel in die vereinigten Niederlande, von daraber nach Enqelland, und als er von hier nach Holland wiederzurück gekommen, wollte er Schweden wiederum besuchen, des-sen König ihm so fort zu Stettin etwas gewisses jährlich rei-chen ließ. Allein als der Churfürst zu Brandenburg , Fridericus,an. i«88. die regierung seiner lande antrat, ließ er ihn zu sichbmiffen, und machte ihn zu seinem Medailleur. An. 1694.erhielt er die erlaubnis, abermals nach vchweden zu gehen,von dannen er aber mit grosser Mattigkeit zu Berlin ankam.An. 170,. reisete er auf erhaltene erlaubnis nach Hannover ,allwo er verschiedene numismata verfertigte, dabey aber in ei-ne harte kranckheit siel; als diese sich wiederum in etwas ge-leger, gieng er nach Berlin , und starb daselbst an. 170;. den26. may. Seine Medaillen, welche in den novi» litterariisHambutgeniibus angeführet werden, befinden sich in dem Kö-niglichen müntz-cabinet zu Berlin . Nova littcraria Hamb. an.170}. p. 141.407. & 408. an. 1704. p. ;. Tentzels biblio-theck, an. 1704. p. 206.

FAMA, unter diesem nahmen haben die Heyden das ge-rücht als eine gottheit verehrt, und derselben unterschiedenetempel gewiedmet. Die erde soll, und zwar durch den zornder götter gereitzet, sie gantz zuletzt, als eine schwester der bey-den riefen Cäi und Enccladi, hervor gebracht haben. Beydem Virgilio ist eine vollkommene deschreidung davon zu fin-den, lib. IV. iEneid. Pausan. in Attic. Plutarch. in Camill.Pmey, panth. myth. p. 279.

Hamagosta, lat. Fama Augusta, ist eine Bischöffliche stadtauf der iinul Cyvern, unter den Ertz-Bischoff vvn Nirosta ge-hörig, nebst einem bequemen Hafen. Man hält dafür, daß sievor diesem Salamin, Thamassus oder Arsinoe genennet worden.Sie liegt im hintersten theile der insul» auf der gegen Syrien za liegenden feite. Die stadt Famagvsta ist viereckigt, hat zweyweilen im umfange, und ist mit mauren und tiefen grüben um-geben , der gantze umkreis aber der mauren mit einer basteyund thüriien bevestiget. Der Hafen ist von allen winden frey,und desselben einfahrt sehr enge; auf der einen spitze ist ein fort,und auf der andern eine bastey , die eine gute ecke in die seehinein gehet. Diese stadt ist allezeit beydes wegen ihrer han.delschafft und Hafens, als welcher der einzige in der gantzen in-sul ist, in grossem ansehen gewesen. An. 1372. wurde sie vonden Genuesern erobert, welche sie in die 100. jähr behielten.Die Venetianer aber besassen sie bis an. 1771. in welchem jähresie die Türcken, nachdem sie Nicosiam weggenommen, erober-ten, ohngeachtet sich die garnison tapfer wehrte, welche aberendlich, nachdem aller verrath auf war, und man keine hoff-rmng zu einigem entsatze hatte, mit dein Türckischen General»istyr, L(xia»t lll. Theil»

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Mustapha capitulirte, welcher den Commendantrn Bragadinohinrichten ließ , weil es ihn heftig verdrossen , daß er 80000.mann tn der belagerung vrrlohren hatte. Nach Luckens beschrei-bung, der diese stadt a». 169;. gesehen, ist sie damals wieder-um mit neuen mauern und starcken wällen umgeben , wie auchmit basteyen, zwischen welchen kleine thürnlein gestanden, ver«sehen gewesen. Auf der feite des Hafens war ein castcü Diestadt hatte nur 2. thore, eins gegen die see, und das andere ge-gen das land zu. Der Hafen war mit einer kette verwahrt,und die stadt mit einer garnison von 800. mann und 46. stü,cken versehen. Bey dem land-thore stunden allezeit 90. und beydem see-thore 29. man» , auch waren stets zwey ausgerüstetekriegs-galeeren im Hafen. Das alte Famagvsta wurde vonden Engelländern miniret, welche sich an. 1191. unter ihremKönig Richard derselben samt der gantzen insul bemächtiget,aber sie hernach an Guido von Lusignan abgetreten ; es hattesolche einen grossen umfang; wie man denn noch jetzo grosserudera davon sehen kan. Sie liegt von der neuen stadt 4.Meilen auf einem Hügel, da hingegen die neue in einem thaleliegt. Die luft in der neuen stadt ist wegen der nahe dabeygelegenen moräste sehr ungesund, Tavernicr meldet, daß derHafen anjetzo nur galeeren und kleine schisse in sich fasse» kön-ne, weil er, nachdem die Venetianer solchen verlohrcn, sehrrniniret sey. Thuan. hist. lib. XL 1 X. Spondan. in annai.Stepban. de Lnßgnan, hist. Cypr. Jußiniam hist. Ven. Ta~vernier , &c. *

FAMILIiE, ist einer von den nahmen,durch welche die Römervor zeiten ihre geschlechter anzudeuten pflegten. Es ist aber zuivissen, daß sich da ein grosser unterscheid fände zwischen Gen»und Familia. Gens hatte eine gemeinere und weitläufigere de«deutung , und erstreckte sich auf alle, die man einen gemeinenUrsprung zu haben glaubte, und welche auch aus der Ursacheden ersten nahmen, so deswegen nomen gentile genennet wur-de, gleich hatten. Wenn aber dergleichen Genres gar zahlreichwurden, fände man nöthig , die verschiedene äste oder abstam,münzen derselbigen durch absonderliche zunahmen von einan,der zu unterscheiden; da denn dergleichen absonderliche äste Fa»miliae hiessen. Also war zum exempel bey den Gornelii»Gen» der allgemeine geschlechts - nähme , so allen LornelUs,welche von dem höchsten altcrthnm her eines Ursprungs waren,zugleich zukam , und welche sich deswegen unter einander Gen-tiles hiessen. Aber diese Gens Lornelia ward hernach in vieleverschiedene Familia» oder äste nach den vielerley gegebenenoder angenommenen zunahmen eingetheilet ; als der Malugi.nensium, der Coffonum, der Scipionum , der Lentulorum &c.Sonsten wurden sowol Genres als Familia: nach dem in denersten zeiten gehabten ansehen noch ferners in Patritias und Ple-bejas unterschiede»; da denn Patricia: genennet wurden, dievon den ersten Rathsherren herstammeten , so erstlich Ro-mulus, hernach auch einige andere Könige, und letztlich gardie ersten Bürgermeister bey der ergäntzung des Raths, welchenTarquinius durch seine tyranney sehr vermindert hatte, in die-se ehren-stclle eingesetzet; wobey denn die auS den ältesten Parri.rii majorum Gentium , und die aus den neuern Gentium mi-norum Patritii heisse» musten. Indessen weil auch die GentesPiebeja:, oder des gemeinen volcks, sich gar bald nach erhaltenerfreyheit den weg zu allen ehren-stellen, nur einige wenige Prie«sterthümmer ausgenommen, bahneten; so hatte der unterscheidzwischen den Patritiis und Plebejis nicht mehr so viel zu bedeu-ten, war auch nichts neues, daß man Patritios durch die zu Rom gewöhnliche adoptionen oder aunehmungen an kinds-statt zu denPlebejis übergehen sahe; wiewol doch die verschiedene nahmender Patritiorum und Plebejorum immer behalten wurden. Viel-mehr kam damals ein anderer viel wichtigerer unterscheid dergeschlechter auf, daß man sie in die Nobiles und Igno-biles, Edle und Unedle eintheilte; da denn Nobiles waren alledie, welcher vor-eltern zu den vornehmsten ehren-stellen gelan-get waren, sie mochten gleich nach dem ersten Ursprung Patri-ck, oder Plebeji seyn : hingegen Ignobiles oder Unedle, auöderen vorfahren sich nie keiner so hoch geschwungen : Wel-cher nun der erste aus seinem geschlecht solche ehren-stellenerhielte, oder darnach strebte, hiesse für sich zwar Homo novus,ein neuer mann; aber wanns ihm gclunge, waren seine nach-kommende schon Nobiles. Sigon. de nomin. Rom . Bader.dick. de Komin, novis. *

Iamme, von einigen Famay genannt, ist ein strich lande»in dem Hertzoglhnm Luxemburg, an den grentzen des Stifts Lüt,tich. Die stadt Marche, mit dem zunahmen en Famiue, ist der.vornehmste ort darinnen, und mit einer Prevüte versehen.

* Famine, ein Hafen, auch Philippopolis oder Portu» 8. Phi·*lippi genannt; es ist eigentlich eine pflantz-stadt, welche dieSpanier an. 1989. in den Magellanischen landen aufgerich-tet haben, und zwar an dasiger meer-enge, um sich davon mei.ster zu machen ; denn sie glaubten anfangs, daß es von grosserWichtigkeit seyn werde. Dieser ort wurde anfangs Cividad del ,Rei Philippe oder St. Felipve genennet, aber die Spanier,so man daselbst gelassen, starben alle aus Mangel der lebens-mittcl und vor kälte , weswegen man ihn nach der hanh kmiport Famine genennet hat.

* Fanano, eine kleine stadt zwischen den flüssen Durdagna »,und Scultonna , gegen dem Ursprung des flusses Panaro, in *der Modenesische» landschafft Frignano.

N n Fanarr.