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Fanari-Rioso, ist eines von des Groß-SultanS lust-hän-ftrn, nahe bey dem Hafen von Chalcebonia, und nicht weit vondem ausgangs der meer-enge von Constantinopel in Natolien ,welches von Solimanno II. erbauet worden. Es liegt auf ei-nem kleinen vorgebürge, an dessen ende ein thurn ist , welcherden schiffen bey nacht-zeit durch aufgesteckte fackeln den weg wei-set. Dieses Kiofo stehet mitten in einem der schönsten gärtenin der Türckey , von wannen man den grösten theil von Con-stantinopel und Galata, so nur eine meile davon liegen , se-hen kan. Es bestehet aus verschiedenen Pfeilern, welche vier-eckicht gesetzt sind, mit gallerien rund umher, und ist mit ei-nem dache in der gestalt eines gezeltes bedeckt. In der mit-ten des saals ist ein fein tabulat, so mit küssen und künstli-chen tapezereyen versehen, mit einem marmornen gegitter um-geben, und mit schönen gemahlten blum-wercken gezieret ist.Nebst dem giebt es auch daselbst viel kleine fontainen undspring-brunnen. Grelot, voyage de Constantinople .
FANATICI, von dem Lateinischen Wort kamim, ein Heyd-nischer tempel. Mit diesem nahmen sind erstlich von den Hey-den selbst benennet worden die Priester der Cybelc und Bello-na, als welche beyde nahmen bey den meisten Heyden eine gott-hcit bedeuteten. Jene ftellelen sich, als waren sie gantz aussersich sclbsten, und voll des aeistes der götlin, deswegen sie denköpf sehr schüttelten, daß ihnen die haare zerstreuet herum flo-gen , und denn schwatzten sie verschiedenes, so sie für göttlicheoffenbarnngen wollten gehalten wissen. Die Griechen nenntensie auch oft Entheos. Nachdem aber, weil auch die Heydenselbst den hicbey gebrauchten betrug leicht gemercket, und des-wegen diese Fanatici lind Bellonarii jederman zum gespött wur-den , so sind von den alten Christen alle diejenigen also genen-net worden, welche den götzen gedient, und hiemit selbigeneine gottheit zugefthrieben ; um welcher Ursache willen in denalten Französischen chronicken dem Könige Clodoväo, vor seinerbekehrung der nähme eines Fanatici beygelegt wird. Nach-mals hat man unter den Christen solche Personen mit diesemWort angedeutet, welche sich unmittelbarer göttlicher offenba-rungen und daher rührender sonderbarer wlssenschafften ge-rühinl. Insonderheit hat man Weigelium, den Urheber derRosencreutzer, und Jacob Böhmen nebst deren anhange Fana-ticos tituliret. In Franckreich hat man das wort Fanaticosvon denjenigen gebraucht, welche daselbst, nach der widerruf-fnng des edicls von Nantes , der Reformirten lehre beygepflich-tet, und sonderlich von denen, welche in den Sevennischen ge-bürgen, oder in andern gegenden, die Waffen zu Vertheidigungihres glaubens ergriffen, aus ursach, weil sich würcklich einigeunter ihnen befunden, welche sich dergleichen offenbarungen und«ingeistungen berühmten. Von den erster» sind zu sehen Horat.de arte Poet. Quintil. üb. IX. Juv. sät. 4. Lamprid. in He-liog. LuU. lib. I. div. inst. Über die letztere ist ein gewissesblich, unterm titul : L’Histoire du Fanatisme de France. *
* Fane, ein ansehnliches geschlecht in Engelland, welches ei-ne geraume zeit zu Badsel in der Grafschafft Kent ansäßig ge-wesen. Thomas Fane von Badsel, Ritter, zeugte mit Maria,der einzigen tochter und erbin Henrici Nevile, Lords Aderga-venny, Franciscum Fane, welcher an. 160;. bey Iacobi I. crö-nung zum Ritter vom Bade geschlagen, und an. 1604. den25. may zum Baron le Dispenser, an. 1624. den 29. dec. aberzum Baron Burghersch und zum Grafen von Wcstmorland er-hoben wurde, woraus er an. 1629. den 21. mertz mit lobe ab-gieng. Von seiner gemahlt» Maria, einer tochter und erbinAntonii Mildmay von Apcthorpe, hinterließ er 2. söhne, Mild-may und Franciscum, welche an. 1626. bcy Caroli I. crönungmit dem orden des Bades beehret wurde» :
I. Der älteste, Mildmay Fane, erbte die vältcrlichen wür-den , und verchlichte sich erstlich mit Gratia, einer tochter desRitters Wilhelm « Thorneyhurst , hernach aber mit Maria, ei-ner tochter Horakii Lords Äere von Ticburg, und wiltwe desRitters Rogerii Townshend von Raynham. Die erste gcbahrihm einen söhn Carolmn; die andere aber zwey töchter und ei-nen söhn, nahmens Vere. Der söhn erster ehe, Carolus, wurdenach seines vatters tode Graf von Wcstmorland , ingleichenBaron le Dispenser und Lord Burghersch. Weil er aber oh-ne erben starb, so folgte ihm sein halb-bruder Vere, welcheran. >68i. bey Caroli ll. crönung Ritter des Bades wurde, undmit Rahel, der einzigen tochter und erbin Johannis Bence,Aldermanns zu Londcn, ;. töchter, und so viel söhne, nemlichVere, Thomam und Johannem, zeugte. Der älteste, Vere, suc-ccdirte zwar dem vatter, starb aber an. 1699. unverheurathet.Hieraus wurde sein bruber Thomas , Graf von Westmorland ,wie auch Dispenser und Burghersch, welcher sich an. -7,2.mit Elisabetha Finch verchlichte, nachdem er seine erste gemah-lt,, Catharinam, eine tochter und erbin Caroli Strynger vonCharlton, und wittwe Richardi Beaumont von Whiteby, an.1730. durch den tob eingebüsset. Er selbst starb an. 17)6. den14. julii als Königlicher geheimer Rath, und Lieutenant derprovintz Northampton , auf den güthern seines druders desLords Cathcrlough, nach einer langwierigen kranckheit.
II. Franciscus Fane, des abgedachten Mildmay Fane bry-der, nahm seinen sitz zu Fulbeck in der Grafschafft Lincoln,und wurde, wie bereits gedacht, an. 1626. bey Caroli I. crönungzum Ritter vom Bade ernennet. Sein söhn Henricus, der eben
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diese ehre an. 16; i. bey Caroli II. crönung hatte, wurde an1689. von Jacobs II. zum Accis-Lommissario, und an 1600’von Wilhelm » III. ,u einem mitgliede des geheimen Conciliil» Jrrland ernennet. Er war hieraus sowvl unter dieser alsder Konigiri Annä regiernng , wegen Reading in der Grafschafft Bercks ein Mitglied im Parlemenl, und zeugte mitElisabetha, einer tochter Thomä Sapcott'von Ereler, einen sehnCarolum Fane, welcher an. 1714. von dem Könige Gevrqio 1jutn Assessor des geheimen Concilii in Jrrland, und an 171«'den 7. april zum Baron von Loughuyse in der Grafschafft Li'merick, und znin Vicomte Fane erhoben wurde. Er hat sichmit Maria, einer schwester Iacobi Grasen Stanhope, ver.mahlet, die ihm unterschiedliche kinder gebohren.
* Fanjaux, Fanum Jovis, ein städtlein in Languedvc, nichtweit von Toulouse . Maty, Diction. Gcogr.
* Fanna , ein Italiänischer flecken in dem Friaul gelegen.Er ist ohngefehr 2. stunden von Monte Regale entfernet, undso weit von den grentzen des Belluncsischen gedieths. Er magnach der muthmassung einiger das alte Vannia, so die Haupt-stadt der Vannier war, gewesen sey». Ba.udra.nd.
Fannia, eine berühmte Römische Dame, unter der regie-rung des Kaysers Domitiani, war eine tochter des PaetiThra-seä und der jünger» Arriä. Sie folgte zweymal ihrem manneHelvidio ins elend, aber zum dritten mal muste sie dieses ge.zwungen bauen, weil sie das leben ihres mannes Helvidii durchden Senecionem verfertigen lassen , darzn sie die bcnöthiglenMemoiren gegeben. Als sie deswegen vor gerichte gefordertwurde, gestund sie es öffentlich, und zwar mit dem beyfügen,daß sie solches gar inständig an den Senecio begehret hatte.Aber als man noch ferner in sie drang , ob nicht auch ihre mut.ter davon wiffenschafft gehabt, entschlug sie dieselbe völlig, zeig-te auch in allem eine ungemeine u.ierschrockenheit, sogar, daßsie sich keineswegs scheuete, eben diese schrift von dem leben ih-res manns mit sich inö elend zu nehmen, welches die ursachihrer bannisirimg gewesen war. Durch welche großmüthia-keit sie sich bey allen ehrlichen leulhe» eine so grosse Hochach.tling , als vorhero durch ihre anmnthigkeit eine sonderbare lie-be zuwege gebracht. Biimut, üb. I. ep. 16. üb. VII. ep. 19.& lib. IX. ep. 1;. *
Fannia, war Caji Titinii, eines Minturnischen bürgers, ehe-weid. Sie war wegen ihrer unkeuschheit bernffen, dem unge-achtet heurathete sie Titinius, in Hoffnung, wenn er seine stauwurde im ehebrnch ertappet haben , wollte er sich von ihrscheiden, aber ihr als einer ehebrecherin die mitqifl nicht wiedergeben. Das begab sich so, die fache kam zur klage, Marinswar Richter. Dieser suchte erst den Titinium in gute zu bere-den , daß er seiner geschiedenen stauen die Mitgift gutwilligausantwortete; und als dieses vergebens war, sprach er dasurtheil: daß Titinius , weil er in schliessung der ehe mit betrugumgegangen sey, die Mitgift zurück geben sollte, verdammteaber zugleich die. Fanniam, als ihres lasters genugsam über-zeuget, zu der darauf gesetzten geld-strafe, welche eben deswe-gen sehr gering war, und nur einen nummum scstertium, d. i.nach unserer heutigen müntz kaum einen groschen ausmachte,damit der schimpf desto grösser wäre. Als nun nachgchendsder flüchtige Marius in den Pfützen bey Minturnä gefundenwurde, legte man ihn zu der Fannia in Haff , in Hoffnung, daßdiese durch sein ehemals gefaltetes urtheil beschimpfte stau ihngenugsam bewahren, und nicht zum besten halten würde, dstaber dagegen ihm alle Höflichkeit erwiese, es sey nun , daß ßcvon der gerechligkeit seiner urtheile allzusehr überzeuget gewe-sen , oder daß er ihr dadurch, daß er ihr die mitgift wiederverschaffet, einen grösser» gefallen erwiesen , als wenn er sievor die redlichste stau in der welk gehalten hätte. Val. Max.'lib. VIII. c. 2. Bayle. *
Fannius Strabo, (Cajvs) ein Römischer Bürgermeister,welche würde er A. R. ,9;. A. M. zgrz. A. C. 161. mit demValerio Messala verwaltet. Unter ihm gab man ein gesctz, sovon ihm den nahmen bekam, vermöge dessen den übermaßi«gen Verschwendungen bey gastercyen cinhalt gethan wurde, daman kllrtz vorhero ein Lenatus-Lonsultum in eben dieser fachegemacht hatte. Desgleichen kam ein edict heraus, welches denRednern und Philosophis in Rom länger zu bleiben verböte.Sueton . de dar. Rhetor. c. 1. Geläut, üb. II. c. 24. & üb. X* >'C. 11. I'lin. üb. X. c. 50. Veßejut, lib. II. Bayle.
Fanntus, (Cajus) ein söhn des vorhergehenden, welcher sichdurch seine beredlsamkeit bekannt gemacht. Unter währendemseinem Bürgermeister-amte, welches er mjt Cnew DomitioAenobarbo A. R. 652. A. AI. 1862. A. C. 122. geführet, brachdes Caji Gracchi faction aus , wider welche er sich mit gros-sem eifer gesetzet. Die rede, so er deswegen gehalten, wirbvon Cicerone gerühmct. Cicero , in Bruto. Plutarchm, in VI»Gracchorum. Bayle.
Fannius, (Cajus) ein söhn Marci Fannii, welcher ein bru-derdes Fannii Stradoniswar. Erwürbe A. R. 614. A. AI.;844.A. C. 140. zum Quaistore und zwey jähr hernach zum frx toreverordnet. Unter Scipione Astieano dem züngern führte erdie Waffen in Africa , und unter Fabio Maximo Serviliano mSpanien . Er war zugleich den studien nicht unaeneigl, welcheer unter dem berühmten Stoischen Philosopho Pauätio erler-net. Er that dieses auf zureden seines schwieger - vatters, des
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