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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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doch ward von der kirche anbefohlen, ihn beatmn zu nennen,und das Officium und die messe von ihm zu halten, bis erendlich von Elemente XI. an. 1712. am iz. may würcklich ca-nonisiret worden. cumentii xi. orationes p. 115. Gel. Zeit.an. p- I0 9 · i?iS. p. ;8i.

* Felix, (Securus Melior) ein Redner im vi. feculo. Vonseinem vatterlande hat man keine Nachricht; da im gegenthetlgewiß ist, daß er sich zur Christlichen rcligion bekannt, und zuClermont in Auvergne verschiedene jähre die Rheloric vorgetra-gen, worauf er sich nach Rom begeben, wo er sich zum wenig-sten an. aufgehalten. Er führte den titul Spectabilis,so damals der vornehmsten einer bey den Römern war, undwurde hiernächst Staats-Rath, ohne zweifel bey einem Königeder Bothen in Italien oder Gallien . Er hat des MarlianiCapella siebe» bucher von den freyen künsten in seinem exem-plare corrigiret, wie man aus einem alten manuscript ersichet,das zu Parma annoch aufbehalten wird. Enno. aus & Sirmond.not. ad eundera. TiUemont, hist. des Emper. tom. V. Hißoi-reliteraire de la France, tom. III.

* Felix von Savoyen, Herr von Farillan, war ein söhn Her-tzogs Caroli Emanuelis von Savoyen, welchen er ausser derehe mit Argentina, einer tochter Francisct Provana, Grasenvon Colegno, Groß-Cantzlers des Hertzogthums Savoyen , ge-zeuget hatte. Er wurde an. 1629. Gouverneur und General -Lieutenant der Grafschafft Nizza , nachdem er in dem Genuesi-schen und Mantuanifchen kriege gantz besondere proben von sei-ner tapferkett abgeleget hatte. An. 16;,. begleitete er den Her-tzog Victorem Amadeum, da derselbe nach Villa Franca gieng,um bey dem Cardinal-Jnfanten Ferdinands, der in Italien angekommen war, eine visite abzustatten. An. 1634. wurde eranstatt Thomä Francifci von Savoyen, der mit Mißvergnügenfeines bruders, des regierenden Hertzogs, in Spanische bestal-lung getreten, Gouverneur des HertzogthumS Savoyen, warauch zugleich Staats-Rath und Großcreutz des ordens vonMaltha. An. 16,8. führte er, nebst dem Marquis von Lullin,einige völcker in Piemont, und brachte den jungen Hertzog Ca-rolum Emanuelcm II. nebst dessen schwestern, um mehrerer si-cherheit willen von Turin nach Chambcry. An. 1642. gebrauch-te ihn die vcrwlttidte Hertzogin Chrtstina zu den friedens-tra«ctaten, welche sie mit ihres gemahls brüdern, Mauritio undThoma Francisco, unter Händen hatte. Endlich starb er an.»644. und sein leichnam wurde in der Dom-kirche zu Turin indas Hertzogliche begräbnis eingesencket. Guichenon , hist. deSavoye.

Felize, oder Latz, (Matthias) aus Seeland, ein Fran-ciseaner-Mönch, war Prvvincial seines ordens in den Nieder­ landen , und starb zu Löven den 24. fedr. an. 1376. Seineschristen sind: Latholica Elueidatio lleealogl, <L InstitutionisChristian». Andr. bibl.

Fell, (Johann) ein söhn D. Samuel Fells, Dechantsder kirche Christi zu Oxford, war zu Sonningwcll unweitAbingdon in Bercks an. 162;. gebohrcn, studirte in dem Lolle-gio Christi an. 1636., und wurde an. 164;. Magister, nahmaber krtegs-dienste bey der qarnison zu Oxford an, und alser es bis zur Fähndrichs-stelle gebracht hatte, wurde er vonden Visitatoribus des Parlements an. 1648. der dienste erlas-sen,' trat in den geistlichen stand, und studirte bis zur Wieder-einsetzung des Königs. An. 1660. wurde er Canonicus derkirche Christi zu Oxford, und bald darauf Dechant, wie auchHof-Prediger Königs Caroli II. und D. Theolog!·». Damalsbrachte er sein Collegium wieder in ordnung, führte die ge-lehrsamkeit wieder ein, und brachte die von seinem vattervor dem innerlichen kriege daselbst angefangene gebäude vol-lends zu stände. Als er von an. 1666. bis 1669. Vice-Cantz-ler war, führte er den ehemaligen Habit der Umversitäts-ver-wandten wieder ein, und schaffte die bey dem öffentliche» di-sputiren eingeschlichene mißbräuche ab, wohnte den examini-bus und lectionihus öfters sechsten bey, und brachte dadurchalles in bessern stand, so gut es sich bey der seit 20. jähren herringerissenen Unordnung thun ließ. Die erziehung der jugendließ er sich sehr angelegen seyu. Die Universität hatte an ihmeinen guten Patron, sowol was das aufnehmen der gelehrsam«keit < als auch den bau der öffentlichen gebäude, sonderlichdes Theatri Sheldoniani anlangt, allwo er auch die buch-druckerey in bessern stand setzte, und er würde noch mehr ge-than haben, wenn ihn nicht die Presbyterianer daran gehin-dert hätten. An. 167;. wurde er zum Bischoff von Oxforderwehlet, da er sich bald angelegen seyn ließ, den Bischöffli«chen pallast vollends auszubauen. Er achtete kein gelb, undwendete so viel auf gelehrsamkeit und die armen , daß er oftwenig vor sich übrig behielt. Er gab unter andern einem ar-men manne eine jährliche bcsoldung, daß er arme lesen lernte,denen er hernach zu handwerckern oder in die schule half.Sein rifer vor das gemeine beste, und die viele übernomme-ne arbeit schwächte endlich seine kräffte, daß er an. 1636. starb,da er den rühm eines frommen Prälaten , eines vortreflichenGriechen, Lateiners und Philolog! , eines grossen Vertheidigersder kirche von Engelland, eines andern stislers ftines Collegii,und eines Patrons der gantzen Universität hinterließ. Unter fei.neu schristen sind: das leben Henrici Hammondi; ResponsioadEpistolam T. Hobbesii ; Richard Allistrees predigten, nebstdessen leben; Cypriani Opera recognita & illustrata ; eint

Englische Übersetzung von Cypriani buch de Unitate Eccle*1 >» &c. Er hat auch verschiedene schristen des unbekanntenauthoris von der gantzen Pflicht eines menschen , heraus gege.ben, und die Historie und Antiquitäten der Universität Oxford auf seine kosten übersetzen und drucken lassen. Seit an. 1661.,da er noch Dechant war, hat er bis an sein ende alle jährein buch, und zwar insgemein einen autborem classicum, dru-cken lassen, welches er am neuen jähre in seinem Hause unterdie studenten austheilte; da er meist eine vorrede, einige an,merckungen oder Ausbesserungen beygefügt, wovon aber diewenigsten bekannt sind. Wood, Athen » Oxonienses.

Feller , ( Joachim) Lic. Theolog, und Professor Poes. zuLeipzig , war gebürtig von Zwickau , und daselbst an. r6;8.gebohren. Er setzte sich durch seinen geschickten köpf bald beyjederman in gunft, und schrieb schon im i;. jähre ein getichtvon dem leiden Christi, daher ihn sein Fr»ceptor, der berühm-te Daumius, sehr liebte, und als er auf die Universität nachLeipzig gieng, ihm durch seinen vorspruch bey Barthio, Rei,nesio, Rivino, Rappolto, Franckenstein und Thomasio zugangverschaffte, welcher letztere ihm auch die Unterweisung feinerlinder anvertrauete, wodurch er qelegenheit bekam, sich dessenschöner bibliotheck zu bedienen. An. 1660. ward er Magister,und that sich durch disputiren und eollegia hervor, erhieltauch das amt eines Tertii in der Niclas-schule, welches exnachgehends mit der Profeffione Poeseos bey der Universitätverwechselte. An. 1676. ward er Libliotheearius bey der Äca»demie, da er die bibliotheck bald in bessere ordnung brachte,ein Verzeichnis und nachgehends einen vollständigen eatalogumder dabey befindlichen manuscripten heraus gab, und die bibsto«check wöchentlich zum allgemeinen gebrauch der studirendenöfnete. Er war ein sehr fertiger Lateinischer Poet, und setztesich durch seine getichte bey dem Kayser, den Churfürsten zuSachsen und zu Brandenburg , dem Hertzoge von Florentz undandern hohen Häuptern in gnade. Seine gelehrjamkeit zeigteer unter anderm auch bey den actis Eruditorum , dabey erein fleißiger gehülffe war, und öfters seine eigene gedanckenmit einfliessen ließ, aber darüber mit Jacob0 Gronovio, Egge-lingio und der Carola Patina in streit gerteth. Seine gvtlcs-furcht und gutes gemüth ward durchqehcnds sehr gerühmt,und er pflegte sich selber öfters fine feile Fellerum zu nennen.Er muste fein leben durch einen unvermutheten fall endigen;indem, da er des nachts aufgestanden, und noch im schlum-mer an das fenster gerathen war, er auf die gasse herab stürtz-te, und sich dermassen beschädigte, daß er kurtz darauf den 4.april 1691. , wiewol bey völligem verstände, seinen geist auf-gab. Man hat von ihm Lataiogum Lodicum MSS. Biblio-thec» Paulime; Cygnos quasimodogenitos f. Vitas Virorumcelebrium Cygneac natorum; Supplementum ad RappoltiCommentarium in Horatium·, Flores Philofophicos exVirgi-lio collectos; Notas in Lotichii Eclogam de Origine DomusSaxonic* & Palatin» ; verschiedene disputativnen und so vielLateinische getichte, daß sie einen ziemlichen band auskragenwürden. Seine Leopoldina oder Panegyricum auf den Kay-ser Leopoldum, hat er nicht zu ende gebracht, ciarmundivit» P. IV.

* Feller, (Joachim Friedrich) ein söhn Joachims. Er starban. 1726. als Hertzoglicher Sächsischer Seeretarius zu Weimar -Er hat Monumenta varia inedita , eine genealogische Historiedes Hauses Braunschweig , Otium Hanoveranum, f. Mifcel-laneä ex ore Leibnitii notata heraus gegeben, auch zu Bittckens Sächsischem Helden-saal und Spatens Secretariat-kunstviele zusätze gemacht, ingleichen Letbnitio bey der sammlungder Braunschweiqischen geschicht-schreiber, und Jobo Ludolfobey dem andern theil der historischen schaubühne behülflich ge-wesen. AfiaErud, tom. IX. p. 1;;.

* Felletin , eine Französische stadt in der Ober-Marche, aufLatein Eeldinum genannt. Sie liegt an dem flusse Creuse, acht-zehrn stunden über Argenton, gegen mittag. Diese provintzhat in menge groß und kleines vieh, welches nach Paris ver-kauffet wird; daher ist alle monat auf einen gewissen tag eingrosser viehmarckt daselbst, wo sonderlich viel gute zug-ochsenverkauffet werden. Sonsten sind noch gute tuch-und grobe ta«pczerey-manufacturen allhter. Davity, laMarche. Tbom. Cor.

neide, Dict. Geogr.

. * Fellin , (Margaretha, Sara, Jsabella) mutter und zweytöchter, drey Quackerinnen: die mutter Margaretha unter-stünde sich nicht nur zu predigen, sondern auch durch unter-schiedliche von ihr geschriebene bücher andere in ihrer quackereyzu unterrichten; die älteste tochter that desgleichen, und warnicht nur zu Hause eine Catechelin, sondern auch öffentlich ein«Predigertn; Massen sie darzu die Hebräische spräche erlernet,und in selbiger etliche bücher von ihrer quackerey geschrieben.Jsabella, die jüngste, gieng nach Hereford, und gedachte ihrequackerey allda auszusäen, so ihr aber mißlung. Die mutterheurathete nach ihres manncs tobe den quäckerischen schustekGeorge Foxen, damit ihr Quackerifmus desto besser befördertward ; und ob sie gleich zum andern mal eine wittwe wurde,so hat sie dennoch im 76. jähre ihres alters noch geprediget,und über dieses einen eigenen 5 ynodum und Convent von wei-der» zu Londen gehalten , worinnen sie selbige insgesamt zufortsetzung ihres Eoxianifmi fleißig anmahnete. Sie starb end-lich an. 1691. Giroefi hist, Q,uack. 4S8. c>9».

"Felmer,