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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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fei

- -* Reimer/ (Martin) ein Böhmischer Geistlicher und vielfäl-tiger exulank, war in dem Böhmischen städtlein Bachowskieoder Bachofen, Buntzlauischen kreises, den 16. oct. an. 1588.von sehr armen eltern gebohren, weswegen ihn auch nachge-hends seine mutter voin studiren, dazu er grosse tust bezeigte,zurücke hielt, und einen fleischer werden ließ. Allein er warkaum ein jähr beym handwerck gewesen, so verließ er solcheswieder, und kam nach Thurnau in Böhmen , wo er die stu-dien, ungeachtet er sein brodt mit singen erwerben muste, fleis-fig triebe, gieng aber nach drey jähren mit noch zwey andernnach Ungarn , und half sich durch die music fort, kam endlichnach entstandener aufruhr in Ungarn wieder nach Böhmen ,und bekam etliche junge vom Adel in seine informalion , mitdenen er auf seiner rückreise von Wien und Prag nach Leipzig kam, und an. iSn. eine reise nach Straßburg vornahmt Imfolgenden jähre, welches das vier und zwanzigste seines alterö,ward er nach Prag in die Neustadt bey St. Stephani ma-joris als Diaconus beruffen, und nach anderthalb jähren alsPastor zu Chvtieborz an den Mährischen grentzen installirt,muste aber an. 1618. bey entstandener Böhmischen unruhe seinerstes exillum leiden. Er wurde zwar hierauf in dem stadt-lein Pardanetsch zum Pastor angenommen, auch, alS er hierzum andern mal vertrieben worden, zum Böhmisthen Pfar-rer in Alchc bestellet, allein er muste bey damaliger Verfolgungseinen exulanten-stab noch weiter setzen, der ihn endlich bis nachZittau brachte, wo er vom Rath zum Pest-Prediger angenom-men, und zuletzt an. 16*7., nachdem er binnen der zeit auchanderswo im Predig-amte gewesen, zum Pfarrer nach Henners-dorf in Seyffen eingesetzet worden, an welchem orte er denn.jun. an. 1674. im «6. jähre seines alters und 62. seinesMinisterii nach vielen trübsalen in den damaligen kriegs-läuf-ten gestorben. Er hat sich viermal und zuletzt an. 164;. miteiner exulantin verehlichet, mit deren er noch eilf krnder ge-zeuget. Schröters exulanten-historie, p. ;r6. seqq.

* Fellner von Feldegg, ein adeliches geschlecht in Böhmen ,von welchem an. 17;?. unter andern folgende lebten: 1.) Chri-stoph Fellner von Feldegg, Kayserlicher General-Feld-Marschall-Lieutenant und Commendant der gantzen Kayserlichen artillerie.2.) Wilhelm Augustin Fellner von Feldegg , Kayserl. Feuer-wercker bey der artillerie. 3.) Wilhelm Fellner von Feldegg,Kayserlicher Hof-Jäger auf der Herrschafft Zbierow und Tot-schnick. 4.) Johann Fellner von Feldegg, Kayserlicher Haupt-mann bey dem Ogilvijchen regimente fuß. 3.) Joseph Feü-uer von Feldegg, ein Mitglied der Gesellschafft JEsu. Die dreyersten hatten unterschiedliche linder, eilend. 8 . Adelb.

Feloaga, welcher unter dem nahmen D. Antonio deFe-loaga y üzioide bekannt ist , war ein Spanischer Rechtsge-lehrter , und von Pampelona in Navarra gebürtig. Er brach-te sich durch seine geschicklichkeit in grosses ansehen, und wurde»hm nicht allein die Profeslion der geist-und weltlichen Rech-ten auf der Universität Salamanca , sondern auch die beklei-dung verschiedener hoher ehren-ftellen zu Vaüadolid und an-derswo aufgetragen. Er wurde auch Ritter von dem ordendes H. Jacobs, und Königlicher Rath von dem Collegio vonIndien . Er starb zu Madrid an. 163g. den 24. nov. Manhat von ihm einige schriften, darunter sein Phoenix Juridica.Anton, bibl. Hiip. &c.

Felquier, (ArnolduS) von Faltier oder Falverio, Cardinalund Ertz-Bisthoff von Arles , war gebürtig von Miremont inGuienne. Clemens V. verschaffte ihm das Ertz-Bißthum vonArles an. 1308., und zwey jähr hernach machte er ihn zumCardinal und Bischoff von Sabina. Er starb an. 1317.Bernard. Guid. in Clem. V. VUlani, üb. IX. c. 42. FW20«.Gall. purp. Spondan. an. 1311. n. 16. Aubery , hist. desCardin. Sammarth. Gall. Christ. Uehell. Ital. sacr. Saxi,in Pontif. Arel. Ciaccon. Onupbr. Vinorel. &c.

Felß, eine Herrschafft und schloß in Tvrol unweit Botzen,so an. 1142. an das haus Colonna gelanget, daher sich dieseGrafen Teutscher linie zugleich Herren von Felß nennen. Sie-he Colonna.

Felß, (von der) eine von den ältesten adelichen familienin Luxemburg . Ihr stamm-haus , das in dem jetzt-gedachtenHertzogthum, 8 . meilen von Namur gelegene städtlein Felß,ist rings umher mit seifen umgeben, hat ein wüstes schloß, undbegreift eine Herrschafft unter sich. Bernhard, Erb-Panner-herr des Hertzogthums Luxemburg und der Grafschafft Chiny,lebte um das jähr 1449., und ward ein groß-vatter Bern-hardt 11 ., Erb-Cämmerers und Pannerherrn des HertzogthumsLuxemburg, wie auch Kayserlichen Raths. Johann ist an.1368. Land-Comthur der Balley Lothringen ; dessen bruderssöhn, Paul, aber Königl. Spanischer und Ertz-HertzoglicherOesterreichischer Ober-Amtmann zu Grevenmachern gewesen.Hans Jörge, Herr zu Contern , war an. 1630. Chur-Trieri«scher Amtmann zu Wittlich , und hinterließ Heinrich Ernsten,Chur-Trierischen Amtmann zu Saarburg . Humbr. vomRh. Adel, p. 164. Zeil. Germ. inf. p. 230.

Mellon, (Johannes) ein Engelländer, lebte um das jähr,440. Er war ein sehr geschickter Prediger, lehrte zu Oxford ,und ließ verschiedene reden zusammen drucken. Ausser diesenhat man von ihm Alphabetum Theologicum und LecturamS. Scriptur®, nebst andern mehr. Pit/eus , dc script. Angl.Baiaus , tzc.

selten, (Johannes) ein eifriger Verfechter derCatlwM-nreligwn »n Engelland. Nachdem die Königin Elisabethx-V. l? den bann gethan.vordem schlug ttdw Naan die Blichoffüche residentz zu Londen ; allein er wurde darüber ergriffen und zum sträng verurtheilek. Sein söhn 7 hl·was, welcher in Franckreich studiret, und nachdem er den SSranciscaner-orden angenommen, nach Engelland gekommen, mmd,gleichfalls zum tobe gebracht, welches an.' i^S. aeftbebenDe Cojh , des hommes illustres. B

Felton, (Johann ) war von gebart ein Engelländer, begabsich in den krieg, und ward endlich Lieutenant einer compaamevon der infanterie. An. 1627. als die Engelländer unter demcommando des Hertzoqs von Buckingham von der insul Rd-sich retiriren musten, verlohr fein Hanprmann daS leben Erbemühte sich hierauf dessen stelle zu erlangen; da ihm abersein General dieselbe versagte, danckte er ab, und weil er ohne-dem zu melancholischen auch andern wunderlichen einfällengeneigt war, so fassete er den vesten schluß, wegen des Unrechts,so man ihm nach feiner einbildung erwiesen, sich an dem ob-gemeldten Hertzoge zu rächen. Bald darauf führte das Un-ter-Haus des zu Londen verfammleken Parlements heftige kla-gen wider diesen Hertzog, und nennte ihn eine Ursache des Un-glücks , worein die Englische nation verfallen wäre. Nach die-ser erklärung bildete sich Felton ein, daß er die beschlossene prj-vat-raache nicht nur mit gutem gewissen, sondern auch zugrossem Vortheil seines vatterlandes, würde bewerckstelligenkönnen. Als nun der Hertzog von Buckingham in dem begriffstund , mit der flotte, so zu dem entsatz von Rochelle bestimmtwar, von neuem abzusegeln, und den 2. sepr. an. 1628. indem hause des Ritters Norton zu Southwick, nicht weil vonPortsmouth , an der thüre seines zimmers, einem Obristen et-was in das ohr sagte, ersähe Felton seine gelegenheit, undgab ihm mit einem Messer, (dessen scheide er an seinem kleidevest angemacht hakte, weil er einsmals in einer rencvntre umseine lincke Hand gekommen war) einen stich in die lunge, daßer, nachdem er das mcsser geschwind heraus gezogen, undnur diese worte gesagt: der schelm hat mich ermordet!augenblicklich todt niederfiel. Felton war indessen, ohne daß ihnein einziger mensch wahrgenommen hätte, davon gekommen,und man fand weiter nichts, als seinen cntfallenen Hut, wor-innen auf einem angehefteten zettul 4. oder 3. zeilen von deroberwehnten Parlements - erklärung wider den Buckingham,nebst einem kurtzen gebät, geschrieben stunden. An statt aber,daß er sich hätte entfernen sollen, so spatzierte er gantz gravi-tätisch vor dem Hause herum, und da man ihn, weil er keinenHut hatte, angriff, gab er sich von freyen stücken zu erkennen.Nachdem man ihn in ein absonderlich zimmer eingesparet,gaben etliche vornehme Herren, welche auf solche art ihn zu ei-ner ausführlichen bekänntnis zu bewegen vermcynten, gegenihm vor, Buckingham lebe noch, und habe Hoffnung an sei-ner wunde curirt zu werden. Allein Felton sagte: bildet euchnicht ein, daß der Hertzog wieder aufkommen werde, dennich weiß wohl, wo ich ihn hingestochen habe; macht euch auchkeine vergebliche mühe, mich viel zu fragen, und glaubet, daßich gantz von mir selbst, ohne einer einzigen andern personeinralhen, diese that begangen; was mich aber darzu ange-trieben, werdet ihr in meinem Hute finden. Fast auf eben der-gleichen art redete er, als man ihn zu Londen vor dem König,lichen geheimen Rath examinirte, und da ihn der Bischoff vonLonden , William Laub, mit der tortur (wovon ihn aber dirEnglische gesetze befreyrten ) bedrohete, im fall er nicht in dergüte feine mitschuldige offenbaren würde, gab er zur antwort:ich weiß nicht, was etwan die grosse der marter mir in denmund geben möchte; vielleicht dürfte ich alsdcnn euch selbst,Mylord, oder einen andern von den Königlichen Räthen nen-nen. Jnzwijchen, da er vor seinen Richtern erschien, erkenn-te er die grösse seines Verbrechens, und bat deswegen den Kö-nig , die Hertzogin von Buckingham, und alle freunde oderdiener des entleibten, um Verzeihung, verlangte auch selbst,daß man seine lebens-strafe durch abhauung der rechten Handvermehren möchte; allein man verfuhr mit ihm, wie es mdergleichen fällen sonst gebräuchlich ist, nemlich, daß man ihnaufhenckte, und zwar mit eisernen ketten an den Handen undan den füssen. Dugdale , Baronage. Sanderson, hist. Caroli l.Le Vajsor, hist. de Louis XIII. üv. XXV. Leti, theatr. Bri-tann.

Feltri, lat. Feltria , eine stadt, nicht weit von dem klei-nen fiuß Ason, auf einem berge in dem Venetianischen ge-biethe. Sie hat ein Bißthum, welches unter Aquileza gehört.Die umliegende gcgend heißt il Feltrino , und liegt in derTarviser Marck.

*SeItro, (Monte) die Haupt-stadt meinem gebietheglei-ches nahmens, Sie heisset auch Monftltro, desgleichen vdLeon. Die Lateiner nennen sie daher theils Leopohs, tyc»»Feretrum oder Mons Feretranus. Bey dem Procopio de bei!·Goth. II. 11. wird ihr der nähme Mons Feretrus, und beydem Luitprando VI. 6 . Mons Feretratus gegeben. CeOariui, not.orb. ant. II. §.331. In den neuern zeiten führte eine vor.nehme Italiänische familie daher den nahmen. Jetzo ist cmBißthum daselbst, welches unter dem Ertz-Bstchoff von llrdi-no stehet.