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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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« Felwinger, (Ich. Paulus) war zu Nürnberg den 16.apr. a». 1616. gebohren. Nachdem er zu Altorff, «Ltraßburg,Jena und Helmstädt den studien obgelegen, wurde er an.;8. zum Professore öletapbyfices zu Altorff ernennet , wel-chem amt nach der zeit die Profelliones Logices & Politiccsbeygefüget worden. Er ist endlich an. 1681. den 14. oder 2;.ocl. gestorben. Äusser einer grossen menge von academischendisvutationcn aus allen philosophischen disciplinen hat er sichdurch verschiedene streit-schrifteii wider Ostorodum, Crellium,Smalcium, Felbingcrum , die Fratres V^alenburgios und an-dere, vvrnemlich aber durch die heransgebung der sogenann,ten Philosophie Altorfine , bekannt gemacht. Sein söhn warJohannes Iodocus , welcher an. 1672. gestorben. Witte, diar.Vnuis. gloria Altorf . Hagen . memor. Philosoph. Hijior. bibl .Fahr. tom. III. Apix. vit. Philos. Altorf. Baiüet , des faty-ies personnelles.

t fernem, lat. Fimbria oder Cimbria parva , eine insill aufder Ost-see, der Holsteinischen landschafft Wägern gegen über, istekwan dritthalb Meilen lang, und über eine meile breit, und ge-höret dein Hertzog von Gottorp . Sie hat meist eben fruchtbarackerland, wenig holtz und flüsse, und leidet an frischen quellenMangel; hat auch keine gute Häfen. wird von einem Land-vogte regieret, dem aber die darauf liegende stadl Borg nichtunterworffen ist. Danckwcrth, Schleßw. P. II. c. 14.

* Femy , eine stadt und Benedictiner-kloster in der Franzö­ sischen landschafft Cambresis, an den grcntzen von Hennegau ,bey dem Ursprung des flusses Scarpe. Die stadt scheinet nurder Abtey wegen erbauet zu seyn, welche an. iogo. von zweybrüdern, die gebohrne Engelländer gewesen, gestiftet worden.Nachdem sie zu Rom den orden des heil. Benedicti angenom-men , und von dem Papst die behörige erlaubniö erhalten , ha-ben sie aus liebe zur einsamkeit hieselbst gedachtes kloster an-gelegt , und dem heil. Stephano gewiedmet, dessen nahmen dereine bruder geführet, der auch der erste Abt gewesen. Diesestistung hat hernach der Bischoff zu Cambray, Nicolaus , sehrvermehret. Einst entstünde zwischen den Königen von Frank­ reich und dem Staat von Flandern ein streit, wem dieser orteigentlich angehöre. Er ist aber an. 1606. zu Mondidier ge-schlichtet,und der Cron Franckreich diese stadt zugesprochen wor-den. Mirai origin. Coenob. Bclgic. p. 129. Bucei. Germ. facr.P. II. p. Martimere.

Fendius, (Melchior) ein berühmter Medicus in Teutsch-land, war zu Nördlinaen an. 1486. gebohren, und lehrte die Me-dicin nebst der Philosophie zu Wittenberg . Man hat von ihmeine rede von der nutzbarkett der Medicin, die sich unter PhilippiMelanchthonis Oeclamationibus in tom. IV. befindet. Adam.in ipfius vita.

fenelon, (Franc. Salignac de la Mvthe) Ertz-Bifchvffund Fürst von Cambray, Reichs-Fürst und Graf von Cambre-sis, war von einer sehr grossen gelehrsamkeit, und von einer über-aus lebhafften imagination. Seine fachen pflegte er durch eineetwas hohe, aber gleiche und angenehme fchreib-art vorzutragen.In der fltten-lehre war er sehr scharf, und sein leben kam aufsgenaueste mit derselben übcrein. «Lein buch de lEducation desFiiles, Hais ihm zu der stelle eines Pneceptoris der jungen Her-tzoge von Bourgoanc, Anjou und Berry, und als er das Ertz-Bißthum bekam, ließ er eine austrägliche Adtey, die er zuvor ge-habt, gutwillig fahren. An. 169;. wurde er in die AcademieFranqoisc aufgenommen, und starb den 8. jan. an. 1715. Erhalte gar viel und grosse feinde, worunter der bekannte Bischoffvon Meaux , Jac. Benignus Bossuet , der vornehmste war. Die-ser, der anfangs einer von seinen besten freunden gemessn, be-kam, wie man davor hält, deswegen einen unversöhnlichen haßwider ihn, weil er um eine gewisse stelle zugleich mit ihm ange-halten hatte, oder weil Fenelon nach gleichgcleisteten diensten,wie er, dennoch auf einmal weit höher, als Bossuet, nemlich zueinem der ansehnlichsten Ertz-Bißthümmer, die der König inFranckreich zu vergeben hat, gestiegen war. Als er seine Expli-cation des Maximes des Saints für la Vie Interieure zu Paris an. 1Ü94. heraus gab, nahm Bossuet daher gelegenheit, ihn desQuietifmi zu beschuldigen, zumal da er die verdächtige Mad.Guyon,oder zum wenigsten ihren lebens-wandel, zu vertheidigenschiene. An. 1697. kam Bossuets und der Bischöffe zu Paris und Chartres declaration wider Fenelon zum Vorschein, worwi-der sich dieser in einer andern declaration verantwortete. Bossuetschrieb darauf seine Summam Doctrine, wie auch seine Mysticosin tuto tmb Scholasticos in tuto, ingleichen an. 1698. seineRelation für le Quietifme. Fenelon ließ hingegen seine Repon-fe auxTraites de lEveque de Meaux, wie auch feine Prejugesdecisifs contre Mr. lEveque de Meaux drucken, und von bey-den theilen wurde noch unterschiedene mal geantwortet, bisendlich die fache nach Rom gebracht ward, allwo, nach ziemlichlanger Untersuchung, auf inständiges anhalten deS Königs inFranckreich, der mit einem National-Loncilio dräuete, sich derPapst genbthiget fand, das buch des Fenelvns,wegen 2;. darausg^ogener anstößiger jatze in einer besondern bulle an. 1699., wie-wol auf gar gelinde art, zu verdammen. Inzwischen hattensich m Italien , Flandern und Spanien die Geistlichen grösten'veils vor Fenelon erkläret, die Sorbonne aber hatte unerwartetdes Päpstlichen entschlusses 15. sähe aus Fenelvns buche ver-dammt. Fenelon unterwarf sich dem Päpstlichen willen, ob esgleich anfangs schwer hergieng, verließ den Französischen Hof,Histor. Legiern III. Theil»

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wo er nunmehro in Ungnade war, und publicirte selbsten in sei-nem Ertz-Bißthum die Päpstliche bulle , nebst einer wohl ausge-arbeiteten Bischöfflichen Verordnung. Nach diesem wurde erdurch den bekannten Cafum Confcienti* in neue Händel verwi-ckelt. Er vertheidigte die gratiam fufficientem der Violinisten,und behauptete, daß die kirche nicht die Worte Jansenii, sondernseine lehre von der gratia efficaci verdammt habe. Der Bi-schoff von Saint-Pvns und andere gaben verschiedene schriftenwider seine Ordonnance contre le Cas de Confcience «11.1704.heraus, und Fenelon blieb nicht leicht eine antwort schuldig,welches hernach bey seinem erfolgten tobe den anlas zu dem ihmverfertigten und ziemlich spitzigen epitaphio gegeben : Cy gift,qui deux fois le damna par Alolinos & Molina. Solisten hatman noch unterschiedene schriften von ihm,als seine lnftructionsPastorales , seine Dialogues des grands hommes aux champsElifees , welche kürtzlich verbessert und vermehrt wiederaufgelegt worden; ingleichen seinen tractat de lExistence deDieu , welcher anfangs zu Paris an. 171;. ohne nahmen undnach diesem auch an andern orten heraus gekommen, und in un-terschiedene sprachen übersetzt worden. Am bekanntest^ abersind feine Avantnres de Telemaque sils dUlysse , welches an-fangs die exerdtia sollen gewesen seyn, die er dem jungen Hcr-tzoge von Burgund vorgegeben , ihn in der Lateinischen sprächezu üben; wicwol, wo man dieselben recht anstehet, sie in anse-hung des gar zu erhabenen styü zur Übersetzung, sonderlich füranfänger in der Latinität, gar nicht bequein scheinen. DerCammer-diener halte eines nach dem andern abgeschrieben, undgab sie hernach wider wissen und willen desFenclous heraus. Esbrachte ihm zwar grosse feindschafft, weil man die in dem buchgemachten charackerö auf gewisse Personen bey Hof, oder viel-mehr gar auf die an demselben schon von so langer zeit her inÜbung gewesene staats-marimen erklärcte; doch ward es imübrigen fast durchgehends mit der grösten degicrde ausgenom-men, wie es denn in einem jähre bey nahe 20. und in allen schonüber 40. mal gedruckt, auch ins Englische , Holländische, Teut-sche, Italiänische und Spanische übersetzt ivorden. Es ist dar-wider heraus gekommen die sogenannte Telemacomanie, unddie Critique des Avantures de Telemaque, wovon der ersteretractat durch die Gritique dun livre intitule la Telemacoma-nie beantwortet worden. Nouveiie iit. 171;. Vorrede zu derneuen edition der avantures de Telemaque. *

Aneftella, (Lucius) ein Lateinischer geschicht - schrciber,lebte im I. fceculo , und starb zu ende der regierung des KayssrsTiberii. Er wird oft von Plinio, Gellio, Lactantio, auch an-dern Mehr citiret, welche seiner Annalium , Archaicorum undEpitomarum Meldung thun. Was aber das buch de Magittra-tibus Romanis antrifi , welches vielfältig unter Feuestella nah-men gedruckt worden, so ist solches eines viel neuern ssribentcnwerck, als worinnen nicht nur viele Römische fachen aus demII. III. und folgenden sieculis angeführet werden, sondern garder Christlichen Bischöffe und Ertz - Bischöffc Meldung ge-schiehet. Nach Flavio Blondo, Llilö Gyraldo, und verfchiede-nen manuscripten dieses buchs ist der rechte Urheber davon An-dreas Dominicus Floccus, ein Florentiner. Viel gemeine edi-tionen dieses buchs haben den nahmen Pomponii Läti auf deintitul, wozu Alciatus scheinet anlas gegeben zu haben. DemFranc. Robortello hingegen, der es Doggio zuschreibet, habendie wenigste beyfall gegeben. Vojjius , de Hist. lib. I. c. 19. *

Feneistrange, siehe Finstringen.

* Anestrange, (Broquard) ein Edelmann aus Lothringen in dem XIV. feculo , war einer der verwegensten Cavaliers sei-ner zeit. Carolus, Hertzog von der Norinandie, berief ihn an.1156. nach Franckreich, ihm wider die Enqelländer, welche da-mals in Champagne grossen unfug verübten, deyzustehen. Erkam mit <ioo. Edelleuthen, die er in sold genommen hatte,an, und schlug Eustachiuin d'Auberkicour, welcher die En-gelländer commandirte, glücklich aus dem selbe, so daß sie aufeinmal Champagne verlassen muffen. Darauf ließ er von Ca-.rolo ;oooo. livres, die man ihm schuldig war» abfordern ; undals diese nicht so gleich erleget wurden, fiel er mit seiner mann-schafft in die Hertzogliche stadt Bar-sor-Seine ein, plündertedieselbe, und verübte so lang grosse exccssen, bis ihm mehr, alsman versprochen hatte, bezahlet ward. Mezeray.

^rcnestrelles, ein kleines dorf in Dauphine, in einem thalam fluß Cluson, an den grcntzen des Marggrafthums Susa ge-legen. Der König in Franckreich Ludovicus XIV. hat es, nach-dem er Pigncrvl aii Savoyen abtreten müssen, wohl bevestigen,und dabey eme citadclle, Mutin genannt, anlegen lassen, um deneingang in Piemont zu behalten, und seine grcntzen gegen Sa-voyen zu bedecken. Allein an. 1708. den z i. aug. eroberte esder Hertzog von Savoyen, machte die fast in 8°°. mann beste-hende garnison zu kriegs-gefanqenen, und behielt es vermöge deSan. 171;. zu Utrecht geschlossenen fricdens.

* ^enicusa, oder Fclicur, eine kleine inful, welche reichan vich-weyden ist. Sie wird unter die Liparischen gezehiet, undheisset auch Palmaria. Ihre läge ist zwischen der inful Lipa,r, selbsten und der inful Ericusa, auf dem Toscanifthen meer.

Baudrand.

* «center, (Ioh. du) ein Dominicaner - Mönch aus demkloster Morlas, in dem Bearnischen, liesse viel eiser für diereliaion spüren, und nachdem er bey 4°. jähren geprediget, und

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