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die provintz von Toulouse eine geraume zeit mit grosser klugheitregieret hatte, ward er erstlich zum Vicario , und endlichzum General seines ordenS erwchlet. Er gab sich viele mühe,die Spanischen ordens - leuthe zu reformiren, und bedientesich darinnen des raths des frommen Ludovici von Granada .Der König Franciscus I. ließ ihn einst, um eines gewissenunfallS willen, der ihm begegnet, in verhafft nehmen, undverbot ihm aus seinem kloster zu gehen. Einige halten da-für , die ursach dieser Ungnade sey die Superiorin Jeanned'Amboise gewesen, welche von dem Könige dahin gesetzetworden, Feiner aber ihrer würde entsetzet hat, dieweil sie ihmin der beobachtung ihrer ordens - regeln nicht richtig und zusaumselig vorgekommen. Er lebte also, in das Haus bannisi-rel, etliche jähre, hernach wurde er wieder, wiewol für einekurtze zeit, in die sreyhcit gesetzet. Endlich gab er den ijul.an. i$j8. seinen geist auf , und ward in dem kloster zu Toulou se , so die Dominicaner daselbst haben , vor dem grossen altarbeerdiget, und mit einem epitaphio beehret. Lop. IV. p. bist.ord. Prsed. c. 76. Mich. Pio , II. p. lib. IV. Monutn. Conv.Tolofean. i$}8· n. 10. juli.
Fenouillet, (Petrus ) war von Annecy aus Savoycn ge-bürtig. Nachdem er in Voäkvrem Theologie prvmovirt wur-de, legte er sich auf das predigen, und erhielte die freundschafftdes Bischoffs zu Genf , Francisci de Gates, der ihm in seinerDioeces eine Pfarrey gab. Nachgehends erhielt er ein Canoni-cat zu Annecy , und als er einsmals nach Paris beruffen wurde,um in der Fasten zu predigen, gefiel er Henrico IV.'so wohl, daßer ihn anfangs zu feinem ordentlichen Prediger, und nach dreyjähren zum Bischoff von Montpellier machte. Bayk.
Fensonius, (Joh. Baptist«) ein berühmter Rechtsgelehrtervon Faenza , lebte zu ende des XVI. feculi. Die CardinäleOctavius Pallavicinus und Scipio Borghefe hielten sehr vielvon ihm, wie er denn durch des letzter» Vorschub ansehnlicheehren-stellen in der stadt Rom erlanget. Man hat von ihm sehrgelehrte anmerckungen über die municipal-gesetze gedachter stadt.
Jusytbraus , pinac. P. I.
* FER d’OR , ( Chevaliers du ) so auch Ecuk'ers du Ferd’ Argent genennet werden, eine gesellfchafft von 16. Edelleuthen,welche theils Ritter , theils schild-halter oder 8eutigeri waren,und an. 1414. von Johanne, Hertzoge von Bourbon, in der kir-che de Xötre-Vame zu Paris aufgerichtet worden. Die Ursachedieser institutivn war, wie es bemeldter Hertzog selbsten bekennet,eine Dame, deren gunst er auf diese weise zu erwerben gesu-cht. Diejenigen, so in diese gesellfchafft eintreten wollten,nahmen sich auch vor, ihren maitressen möglichst zu gefallenzu leben. Dessen ohngeachtet sollte dieser orden eine gottseligeeinrichtung bedeuten. Ein jeder Ritter dieser gesellschafft mu-ste an dem lincken schenckel ein güldenes fuß-eisen tragen, soan einer ketten gehangen; die 8outigeri oder Ecu'iers trugeneines dergleichen von filber. Sie verbanden sich genau mitein-ander , und muste ein jeder von ihnen mit dem Hertzoge we-nigstens alle 2. jähre einmal in Engelland hinüber gehen, umsich zu ehren ihrer maitressen mit einem Engellänber zu schla-gen. Sie waren mit' einer streit-axt, speer, schwerdt, dolchen,und streit - kolben versehen, und gaben ihrem Widersacher diewähl, sich mit einem dieser gewehre , so er erwehlen wür-de, zu schlagen. Sie verpflichteten sich neben dem, ihre wapen inder capelle de Nötre-Dame de Grace , wo sie sich in die ge-sellschafft zu begeben pflegten, abschildern zu lassen. Das or-dens-zeichen ihrer wapen war das fuß-eisen, so sie trugen,daran ein leuchter veste gemacht, oder vielmehr wurde es zueinem solchen gemacht, worinnen eine wachs - kertze beständigbrennen muste, bis auf den tag des streits. Dabey verbandensie sich auch, täglich eine messe zu ehren der Mutter GOttes hal-len zu lassen, und so einer von ihnen sieghafft zurücke kam,muste er auf ewig eine tägliche messe und brennendes Wachs-licht stiften, und sich in obgemeldten Waffen dabey schildernoder auf andre weise abbilden lassen. Wann aber einer ausder Ritterschafft bey dem zweykampfdas leben verlvhr, so hiel-te sie demselben 17. seel-messen und gebäter, neben dem , daß siein traur-kleidern seiner leiche beywohnen musten. Diese un-gereimte gesellschafft wurde dessen ohngeachtet in dem nahmender heiligen Dreysaltiqkeit eingesetzet, und St. Michael warder Patron. Sie nahm aber ein ende, wie sie es verdienet,dann ihr Großmeister der Hertzog von Bourbon gieng balddarauf zur bestimmten zeit in Engelland über, aber als einkriegs-gcfangener, und muste also 19. jähre bleiben, und als einsolcher sterben, die übrigen Mitglieder liessen nach und nach ih-ren thörichten muth sincken, und zertrennten sich. hleüot, hist.des ord. mon. tom. VIII. c.
FER ALI A, waren gewisse feste, welche die Römer am rr.febr. ihren Haus-göttern zu ehren zu feyren pflegten, wiewol sieOvidius den hin und wieder noch vorhandenen alten Römischencalendern entgegen auf den 17. mertz gesetzet. An diesem tagepflegten sie den andern göttern nicht zu ovfern, und auch keineHochzeiten zu machen. Die darbey gewöhnliche ceremonien be-stunden darinnen, daß sie kleine geschencke ins feuer warfen, so sienebst kräntzen und straußlein anzündeten, wie auch einige speiseauf die gräber der verstorbenen setzten, allwo sie zugleich schlacht-opser opferten, die hernach den armen ausgetheilet wurden. Die-se sestohat bey den Römern Ruma angeordnet. Maerebm, S®.
fer
tom. lib. I. c. 1J. Ovidius, fast. lib. II. v. 54;. Feßus & Van*in Feralia. * '
Heran, ein kleiner fluß in Savoyen , welcher vonBeaua,»kommet, unter der brücke zu Alby durchpaßiret, und nabe L«Sevssel in die Rhone fällt. * m
Heravi, (Raimondus) ein Edelmann aus ProvencePnor von der Abtey St. Honorati zu Lerins, war um das jähri; 00. berühmt. Er hat unterschiedene schriften in »ersen hin-terlassen, wie Nostradamus berichtet. " m
Ferchard I., der $2. König in Schottland , folgte Euaeni»IV. an. 522. , und bkmühete sich, die rechtmäßige regierung dernatron rn eine tyranney zu verwandeln, worzu er sich der vonihm erregten spaltungen und zwisiigkciten unter dem Adel zu de.dienen suchte. Allein, da dieser solches merckte, berief er dieReichs-Stande zusammen, und citirte ihn, vor denfeldiqen merscheinen. Als er nun dieses nicht thun wollte, stürmte derAdel das schloß, worinnen er sich aufhielt, mit gcwalt, und führ-te ihn vor gericht, da er dann, nachdem man rhn vieler verbre-chen und übelthaten, und unter andern sonderlich der Pelagia-Nischen ketzerey und Verachtung der taufe beschuldiget, ins ge-fangnis geleget wurde, worinnen er sich selbst im 14. jähre seinerregierung entleibte. Bucbana».
Ferchard II. , der 94. König in Schottland , folgte Donal-do 11 ., war geitzig,dem sauffen ergeben, und dabey über alle Mas-sen grausam und gottlos. Er ließ sich nicht damit begnügen,daß er an fremden leuthen seine qrausamkeit und bvsheit aus-übete, sondern ermordete auch seine eigene gemahlin, undtrieb mit seiner leiblichen tochtcr blut-schande, weswegen er inbann gethan wurde. Als der Adel seinetwegen eine Reichs-ver,sammlung anstellen wollte, um ihn zu gebührender strafe zuzie-hen, verhinderte solches Colmann, ein Bischoff, und bat ihn viel,mehr der göttlichen raache zu überlassen, wie dann auch solchein kurtzem grausam über ihn ergangen, da er, nachdem er aufder jagd von einem wolfe beschädiget worden, in ein sicher siel,und zuletzt von den läusen so übel zugerichtet wurde, daß er elen,diglich verderben muste. In dieser kranckheit erkannte er feinefünde, und sagte, daß er nach verdienst also gestrafet würde, weiler Colmanns rath nicht folgen wollen. Da ihn bemeldter Bi-schoff mit der Hoffnung auf GOttes gnade und barmhertziqkelt,wenn er busse thun wurde, tröstete, ließ er sich in einer fiinste,mit einem schlechten kleide angethan, herum tragen, bekanntealso sein verbrechen öffentlich, und starb an. 668. im -8. jähreseiner regierung. Buchanan.
* Ferdinand, oder Fernand Gonzales, erster Graf vonCasttlien, lebte um das jähr 930. Mariana erzeiget, daß derpreis eines pferds und eines falcken, welche er einem Könige vonLeon verkauft, so groß gewesen, daß, da dieser es nicht zu bezah.len gewußt, er Ferdinand» Castilien dafür hat geben müssen.Garcia Ferdinandes bekam die Grafschafft nach ihm, von an.942. bis 99
* Ferdinand Lopez de Castaneda, ein Portugiese, lebte umdas jähr 1540. Er begleitete seinen valter in Indien , wohin ersich als erster Königlicher Richter verfügte; nach seiner zurück-knnft ließ er eine reise-deschreibung davon ausgehen, unter demtitul: Historia de deseubramento e conquista da India perlos Portugueses. In dem XVI. sieculo wurde diese Historievon Nicvlao de Grouchi aus dem Portugiesischen in das Fron.zösische übersetzt. An. i z 4 1 - ward sie von Vascofan zu Paris und an. 1554. von Stealsio zu Antwerpen aufgelegt.
Aömische Raystr und Ertz-Heryoge vonOesterreich :
Ferdinandus I., ein söhn Philippi I. in Spanien , welchener mit Johanna, Ferdinandi Catholici, Königs in Spanien erb-tochter, gezeuget hatte, und ein bruder des Kaysers Caroli V.Er war zu Medina, oder wie andere wollen, zu Alcala deßc«nares an. izoz. den io. mertz qebohren. Nachdem er in Spa nien unter anführung der berühmtesten männer den gründ zuden mathematischen und pvlltischen wissenschafften geleget,brachte man ihn unter aufsicht Gabrielis Salamanca, welchener nachgehends zum Grafen von Ortenburg in Kärndtm ge-macht , nach Teutschlanb, allwo ihm an. i^ri. in der theilungvon seinem bruder Carolo V. die Hochteutsche provintzen cin-aeräumet wurden. Hierauf vermahlte er sich mit Anna, Kö-nigs Uladislai II. (IV. ) in Ungarn und Böhmen tochter,,undbcchnte sich dadurch den weg, die künftige besitzung der König-reiche Ungarn und Böhmen desto gewisser zu erhalten. Wie erdenn nach der bey Mohatz an. 1526. gehaltenen schlacht, m wel-cher seiner gemahlin bruder Ludovicus, welcher Konig in Un garn und Böhmen war, das leben, ohne leibliche erben zuhinterlassen, verlohren, von den Böhmen den 24. febr. des fol-genden jahrs init grossen solennitäten zu Prag zu ihrem Komgeqecrönet wurde. Allein mit den Ungarn, deren ein grosser theilsich an Johannen,,Grafen von Zips und Woywoden in Lieben-bürgen, gehänget, um ihm den Ungarischen thron zuwege zubringen, wollte sichs ohne weitlauftigkeit nicht thun lassen.Ferdinandus nun, welcher stin recht iowol auf den zw„chcndem Kayser Marimiliano und dem Kömge Ladislav in Ungarn an. 1491. aufgerichteten vertrag, vermittelst dessen bey abgangmännlicher erben das Oesterreichische Haus succcdiren foule,alö auch aufseine gemahlin gründen konnte, gieng so fort m