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lein derselben gnade, sondern auch eine ansehnliche pensioH,welche er, so lange sie lebte, genossen. Er ist an. 1707. den27. sept. gestorben. Sein söhn Scipio hat seine getichle nachseinem tobe unter dem titul: Poesie Toscane, zusammen dru-cken lassen. Cresambeni , vite degli Arcadi tom. II. Negri ,istoria de scrittori Fiorentini. Memoiret pour J'ervir ä Vbifioiredes hommes itl, tom. I.
Ftlipucct, (Gabriel) war Canonicus in der kirche St. Jo-hannis in Caterano zu RvM, und Voran« utriusque Signatur»,als ihn den 17. may an. 1706. Clemens XI. , nebst 18. andernPrälaten, zum Cardinal ernennete. Gleichwie er aber surfevorher in einem an den Papst abgelassenen schreiben sich erklärthatte, daß er wegen seines hohen alters, und wegen andrerumstände, diese zugedachte ehre anzunehmen sich auf keineweise entschliessen wurde, also blieb er auch nachgehends bestän-dig dabey, ungeachtet man ihn durch vielfältige Vorstellungenauf andere gedancken zu bringen suchte, und einige Grosse ihm32000. scudi, zu besserer führung seines staats, freywilliganboten. Er starb zu ausgang des nächstfolgenden julii, undward auf Päpstliche Unkosten mit gleichen ceremonien, als einwürcklicher Cardinal, in der Lateran -kirche beerdiget, wobeydem k. Aquino, einem Jesuiten , folgende Worte zum the-mate seiner leichen-redc vorgeschrieben wären : Magnus guia rne-ruit, tnaximus quia recufavit. Met eure bist. de i’an. 1706.Za/nski , epist. tom. III. p. 778· 780.
Filisur , ein ort im Bündlnerlande unter dem schloß Greif-fenstein gelegen. Dieser ort ist in der Bündtnerischen Historieberühmt, wegen der an. 1322. allhier zwischen Bischofs Ru-dolph zu Chur des Gräflichen stammes von Montfort, undDonat Baron von Vatz vorgegangenen schlacht, darinnender letztere den sieg davon getragen, aber die kriegs-gefangenenso tyrannisch und unmenschlich tractirt, daß sie alle in ihrenstanck-löcher», darinnen sie viel tage geweinet und geheulet,erbärmlich zu gründe gehen musten. Es hat aber GOtt selb-sten diese elende leuthe gerochen, indem er den von Vatz ei-nes gählingen und jämmerlichen todes vernunftlos sterbenlassen, und dadurch seinem stamme ein ende gemacht hat.
G'u.'er, Rhaet. lib. X. p. 146. b. *
* Fillastre, (Wilhelms Ertz-Bischoff von Air, und Car-dinal unter dem titul St. Marcus , im XV. Leculo, war einbruder Stephani, welchen Ludovicus, Graf von Provence,rum Gouverneur im land du Maine gemacht hat. Er warsehr gelehrt in den mathematischen wissenschafften, sowol alsin den Rechten, welche er zu Rheims lehrte, allwo er auchDechant der Facultäl gewesen , und eine schöne bibliotheck zumgebrauch der Lanonicorurn gesammlet hat. Johannes XXIII.würdigte ihn an. 1411. des Cardinals-Hutes, und er befandsich nach dem bey dem Loncilio zu Costnife, und wohnte der er-wehlung Papsts Martini V. bey, welcher ihn nachgehends zuseinem Legaten in Franckreich gemacht, und ihm den CardinalUrsini zugegeben. Übrigens war Fillastre daselbst nicht so sehrbeliebt, dieweil er einst, da er vor dem Könige Carolo VI.eine rede hielte, darinnen mit so wenig Hochachtung für die frey-heil der Gallicanischen kirchen gerebt, daß man genöthiget wor-den , ihm das stillschweigen zu auferlegen , und er bald daraufsich aus Franckreich begeben muste. Er verreiste demnach aufRom , und starb daselbst an. 1428., nachdem er die weltlichenfachen des Bißthums Aix seit an. 1422. versehen halte. Henn-
Louis Cbatatgner de la Röche Pozay , nomenclat. Cardinal.Spondanus , an. 1406. Ciaceonius. ViHorellus. Garimbertus.VgbeVus , in not. ad Ciaccon.
* Fillastre, (Wilhelm) ein vetter des vorhergehenden, Bi-schofs zu Verdun , und hernach zu Toul und Tournay , flo-rirte auch im XV. sieculo. Philippns der gütige, Hertzog vonBurgund, bediente sich seiner in verschiedenen geschäfflen , undmachte ihn zum Cantzler in dem orden des güldenen Vliesses,wovon dieser Prälat ein buch auf Französisch geschrieben. Erstarb zu Gent den -2. aug. an. 147;. AEueas Sylvius , epist.388 · & 389. Va.ere.Andr. Sanderus &c.
* Filleau, (Johannes) Professor im Rechten, und König-licher Advocate zu Poitiers , in der mitte des 17. jähr Hun-derts. An. I 6 ;o. gab er Additiones über den de Chenu her-aus, welche zwey bgnde in folio ausmachen. Er sammelte umdiese zeit auch Decisiones Catholicas, da er nur noch ein Ad-vocate gewesen. Aber an. 1654., als er nunmehro schon ersterAdvocat des Königs, und Ritter des ordens St. Michael war,ließ er zu Poitiers eine vollständige Nachricht von allem demdrucken, welches sich, die neue lehre der Jansenisten, undselbige Händel betreffend, in dasiger ftadt zugetragen. Nebendiesen schon gedachten ehren - stellen vertrat er auch eine juri-dische Profession, und starb erst an. IÜ82. sehr alt und wohlbetaget.
Filleck, eine kleine stadt, doppeltes schloß und ehemaligegute qrentz-vestung in Ober-Ungarn , z. weilen von Caschauwestwärts. Sie liegt an der land-strasse, worauf man vonPreßburq nach den berg-städten reiset. Um das jähr izzz. nah-men sie die Türcken hinweg, und an. 1593. ward sie von denKayserlichen unter dem Freyherr» von Teuffenbach wiederumerobert. An. 1682. belagerte sie der Bassa von Waradin aufsneue, und nahm sie auch wieder hinweg. Weil aber er undder Graf Tököly sich nicht mit einander darum vertragen könn.
ten, ließ er die vestungs-wercke niederreissen, und verließ die-sen ort. Sonsten ist eine bcruffene höle kaselbst, in welch»das herabtrrefende wasser sich m erntn weisen stein verwandeltZeiler. & Kreckvoitz , in topogr. Hungar. Ißhuanf de re’.bus Hungar. &c.
Filliuct, (VincentiuS ) ein Jesuit, war von Siena aedür.tlg, und lehrte auf unterschiedenen Academien, endlich aber mRom , allwo er auch an. - 622. gestorben. Unter seinen schriftensind Moralium Quaestionum tom. II.; de Statu Clericorum·de Beneficiis ; de Pensionibus ; de Spoliis Clericorum ; de Si-monen ; de Alienatione Rerum spiritualium &c. Aleembtbibi. Miraus , de script saec. XVII. ’
Filomarint, (Ascanius) Cardinal und Ertz-Bischvff vvnNeapvlis, war von Chianchisella in der Diceces von Beneven.to aus einer ansehnlichen familie in dem Königreiche Neapolisentsprossen. Er bekleidete den Cardinal Ladislaum d'Aquinonach Rom , und brachte sich daselbst bey unterschiedenen vor-nehmen Personen, absonderlich aber bey dem Cardinal Mas.fäv Barberini, so nachgehends unter dem nahmen UrbaniVIII. Papst worden, grosse gewogenheit zuwege. Dieser schick-te ihn nach seiner erhebung auf den stuhl, nebst dem CardinalFrancisco Barberini an. 162;. nach Svanien und Frank reich , bey welcher gelegenheit ihm das Bißthum zu Salerno aufgetragen wurde, welches er aber ausgeschlagen. Nachseiner zurückkunft stund er noch einige zeit in Päpstlichen Ver-richtungen , bis sich endlich das Ertz - Bißthum zu Neapvlisverledigte, welches ihm dann der Papst nebst dem Cardinals.Hute an. 1641. ertheilte. Daselbst bauete er 3. jähr hernachdie Dom-kirche, und an. 16;,-. den Ertz-Bischöfflichen sitz, wor-auf er an. 1666. gestorben. Sein bruder Scipio hat sich nichtallein in seinem vatterlande, sondern auch in Teutschland,Italien und den Niederlanden tapfer erwiesen, und ist an. 1Ü47.in dem 62. jähre seines alters verstorben. Priomto, scenad’huom. illustr. d’Ital. &c.
* Fils, oder vils, in den mittlern zeiten Filifa genannt,ein fluß in Schwaben , welcher in der Herrschafft Wiesensteigim Hertzogthum Würtemberg entspringet, und bey Blochin gen , zwey stunden oberhalb Eßlingen , in den Neckar fallt.Von diesem hat das zwischen Faurndau und Uhinqen darangelegene schloß Filseck seinen nahmen. Crusius , annal. Suev.P. II. lib. 11 . cap. 11. l'arburg. bist. vol. XII. p. 166. JuN-ekers anleit. zur mittlern geogr. II. 5. p. 269. seq.
Fimala Derma, Suri Ada , König von Candy, in derinsul Ceylon , war ein söhn eines der vornehmsten Fürsten indem bemeldten Königreiche, wurde aber von den Portugie-sen von bannen gantz mng mit weggenommen, und nachColombino, welcher ort in eben derselben insul liegt, gebracht,da sie ihn tauften, Don Juan d'Austria nannten, und hernachzu Goa auferzogen. Da er nun erwachsen und eine schöneperson vorstellte, machten ihn die Portugiesen nach des Königstobe zum Grand Modelier oder Connetable des Königreichs.Dieser neuen würde wußte er sich so zu gebrauchen, daß, nach-dem er die gantze solbatesque aus seine feite gebracht, die Cbin.eals oder Edeüeuthe ihn zum Könige erklärten. Nachdem erdergestalt auf den thron erhoben worden, war sein erstes werck,daß er alle Portugiesen , die in der stadt Candy waren, hin-richten ließ. Daraus kam Petro Lopez de Susu, der Gouver-neur zu Malaca, welcher eine Printzeßin in Verwahrung hat-te , so erbin zur Crone war, von den Portugiesen aber in dieinsul Manar war mit weggeführet, und daselbst unter demnahmen Donna Catharina getauft worden, in das König-reich Candy, willens, die Printzeßin auf den thron zu setzen,sie hernach zu heurathen, und sich also durch sie zum Köni-ge zu machen. Allein er wurde an. izqo. erlegt; hingegenDon Juan, welcher den nahmen Fimala Derma angenom-men , vermählte sich mit Donna Catharina, und schaffte sichalso ein sicher recht zur Crone, die er zuvor nur durch ge-malt der Waffen besaß. Mandedlo. O’earius.
Ftnäus, (Orontius) Königlicher Professor der Mathema-tic zü Pdris , war eines Medici söhn, und zu Brianqon mDauphine an. 1494. gebohren. Nach dem tode seines vattersbegab er sich, ohngeachtet er noch sehr jung war, nach Paus,und legte sich, unter anführung Antonii Silvestri»seineslandsmanns, welcher in dem Collegio von Montaigu diestu.maniora lehrte, mit grossem Nachdruck auf die studien. Sei-ne natürliche zuneigung trieb ihn zu der Mathematic, in wel-cher er auch, ohngeachtet diese wissenschafft damals verachtet,und noch wenig zur Vollkommenheit gebracht war , gute pro-gressen machte; absonderlich aber machte er sich in der Me-chanic sehr geschickt, und erfand unterschiedliche nützliche lnitru»menta , die er auch mit eigener Hand verfertigte. Das erste,wodurch er sich bekannt gemacht, war die herausgebung dervon ihm verbesserten Rechen-kunst Johannis Martini Smceiund derjenigen, so unter dem titul Margaretha Philosophie»bekannt ist. Hierauf lehrte er privatim die Mathematic,welches er bald hernach in dem Collegio de GervaiS öffent-lich gethan. Der rühm, den er sich dadurch erworben, brach-te ihm viel Patronen zuwege. Als der König Franciscus 1. mFranckreich, , zu Paris ein neues CoIIegium aufrichtele, wuroeIhm darinnen die Profession der Mathematic aufgetragen.Ohngeachtet er nun nicht allein eine grosse menge studententu seinen ruhörern, sondern auch vielfältige besuchungen von