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vornehmen Fürsten und Abgesandten hatte, die ihm in aus-arbeitung der land -charten und andern erfindungen zusahen,hinterließ er doch nach seinem tobe, so an. iy;?. erfolget,sehr viel schulden, so daß es seinen vielen hinterlassenen kindernziemlich hart gicnge, und zwey derselben von vornehmen Her-ren in den studien musten erhalten werden, davon JohannesFinäus C-monicus zu Meaux , Doctor der Sorbonne , undletztlich an. 1608. derselben Decanus wörden. Im übrigenwird ihm beygemessen, daß er sehr viel aus dem Münstersgenommen, desgleichen schrieb er sich-vergeblich die erfindungder Quadratur^ Lirculi zu. Dieses ist auch von ihm mcrck«würdig, baß, als er etwas unglückliches vor Franckreich ausdem gestirnt vorher gesagt, er darüber lange zeit im gcfäng-niffe sitzen müssen. Wenigst scheinet er der berühmte Parifi-sche Mathematicus Orintius zu seyn , von dem Corn. Agrip pa solches meldet lib. IV. cpist. 6a. jedoch ohne deutlich zu sa-gen , worinnen eigentlich solche Verkündigung des zukünftigenbestanden. Seine wercke sind : de Arithmetica Practica lib. IV.;de Geometria lib. II. ; Protomathesis; de Rebus Mathemati-cis hactenus desideratis ; de la Cosinographie ou Sphere duMonde; des Horologes Solaires liv. IV. welche a. letztem wer-de in Lateinischer und Französischer spräche heraus gekommen;Quadrans Universalis Astrolabicus; Demonstrationes in IV.priores libros Euclidis ; Orbis totius recens & integra Descri-tio ad Cordis humani effigiem; Galliae totius Descriptio ;lanisphaerium Geographicum; Rectarum in Circuli Quadrantesubtensarum ( quos Sinus vocant) Demonitratio Supputatio-que facillima cum eorundem Sinuum Tabula, & ex hisOrganum contextum*universale; Quadratura Circuli inven-ta & demonstrata; de Invenienda Longitudinis Locorum Dif-ferentia ; Almanach Conjunctionum & Oppositionum Lumi-narium; la Theorie des Cieux und viel andere. Benedi-fht , in praefat. libri dc gnomonum umbrarurrtque solariumusu. Thu an. bist. lib. XVI. Sammartb. e log. lib. I. Ijiunoi,hili. Gymnas. Navar. p. 646. 678· & 679. Voffius , de scient.Mathem. Thevet, elog. tom. VII. Atiurd, bibi, de Dauphinep. 106. TeiJJler , addit, aux elog. des hommes lavans tom.
I. & III. Bayle. *
Final , oder Finale de Moden« , eine kleine stadt im Her-tzogihum Modena , liegt am flusse Panaro, an den grentzendes Ferrarischen gebieths, und ist wohl bevestiget.
Finale oder Finario, lat. Finarium, eine mittelmäßige stadtin dem gebieth der Republick Genua , ohngcfehr ;oo. schrill vondem Llgustnchen meere, zwischen 2. kleinen flüssen gelegen. Siewird in 2. theile abgesondert, deren der eine, welcher auf einemberge liegt, mit guten mauren und einem vesten schloß umgebenist, mmassen denn auch die zugänge des berges mit 2. schantzcnbedecket sind. Der andere theil, la Marina di Finale genannt,ist nur ein stecken an der meer-küste, hat einen bequemen Hafen,und wird durch 2. schantzen beschützet. Die Spanier, welchelängst darnach gestrebt, um die communicatio» zwischen May-land und den andern Spanischen provintzen desto leichter zu er-halten, brachten diesen ort an. 1571. auf gewisse weise, an. 1602.aber völlig an sich. In dem Spanischen succeßions-kriege hat-ten die Franzosen diesen ort eine zeitlang inne, musten ihn aberan. 1707., trafst eines tractats, den Alliirten überlassen, woraufihn Kayser Carolus VI. an. 171;. der Republick Genua vorirooooo. scudi verkaufte, ungeachtet Franckreich sehr darwiderprotestirte. Es führt dieser ort mit der herumliegenden lustigenund fruchtbaren gegend den titul eines Marggrasthums, so ehe-mals denen Carretti gehöret, und sonsten gegen morgen undabend an das Genuesische gebiethe, gegen mittag an das Ligusti-sche meer, und gegen Mitternacht an Montserrat grentzet. Äussergedachter Haupt-stadt sind darinnen die örter, Aquaftesca, Am-bormia, Bardenei, Bardin , Calice, Calvisio, Carcare, Carizzana,Castelnuovo, Majolo, Monticello , Oziglia, St. Giacomo undandere. Mbeni, descript. Ital. Schauplatz des kriegs vonItalien , pag. 6;7.
* Finch, ein berühmtes Englisches geschlecht, welches seinenUrsprung von Herberto Fitz-Herbert herleitet, der unter Eduar-de 1 . gelebt, und von Henrico Fitz-Herbert, der bey Henrico 1 .in diensten gestanden, abstammet. Moyle Finch von Eastwellin der Grafschafft Kent ward von Jacobo I. zum Baronel ge-macht, und wegen seines Verstandes und crfahrung in grosserHochachtung gehalten, daher auch dessen hinterlassene wittwe Eli-sabeth,eine einige tochter Thomä Heneagc,der unter der KöniginElisabeth regierung geheimer Rath gewesen , sowol wegen derVerdienste ihres mannes als ihrer eigenen qualitäten, von ge-dachtem Könige an. 1623. den 8. iul. zur Vicomtesse von Maid-sivn, und von Carolo I. zur Gräfin von Winchelsea gemachtward. Ihre mit Moyle Finch erzeugten söhne waren , Theo-Philus, Thomas, Johannes und Heneage. Theophilus starbvor dem vatter ohne erben; Thomas aber erbte die mütterlichenwürden, starb an. 1639., und ließ von Coccilia, einer tochter Jo-hannis Wentworth von Gosfield, drey söhne: Heneage, Jo-hannem und Wilhclmum. Heneage, Graf von Winchelsea, warEnglischer Gesandter in der Türckey, und ward wegen seiner Her-kunft von dem alten geschlecht Herbert von Carolo II. zum Ba-ron Fitz-Herbert von Eastwell gemacht. Camd. Brit. p. 182. 217.Er zeugte mit seiner andern gemahlin Maria, einer tochter Wil-helmi, Marquis von Hertfort, nachmaligen Hertzogs von So merset , 7. söhne und 4. töchter, von denen die älteste, Fran-
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eisca,, an Thomam Vicomte von Wymouth vermählet ward.Der altere söhn, Wilhelmus, blieb an. 1672. in einem see-gefechte gegen die Holländer, und verließ von Elisabeth, ei-ner tochter Thoma Windham, von Felbndgettal, Mariam«nam, eine gemahlin Philippi Herbert, so ein enckel Philip-pi Grafen von Pcmbroke war, und Carolum, Grafen vonWinchelsea, welcher unter der Königin Annä regierung einMitglied des geheimen Raths, Gouverneur von 'Dovre - ca-stell , Gesandter an dem Chur-Braunschweigischen Hofe war,und weil er ohne erben starb, seines vatkers brudcr, Le rngaeFinch, zum Nachfolger hatte. Dieser war bey der lctzkeildvolution in Jacobi II. diensten, und Oberster der garden,lebte seit dieser zeit vom Hofe entfernet, weigerte sich auchbeständig des regierung zu schwören, und starb an. 1726. im70. jähre seines alters. Sein nachfolget war Johannes Finch,Graf von Winchelsea, Vicomte Maidston, Baron Fitz-Her.bert von Eeastwell, welcher an. 1727. in solcher qualität insOber-Haus eingeführet ward. Des odgedachten Moyle Finchseines bruders Henrici söhn, Johannes Finch , Baron Finch von Fordwich genannt, war unter Carolo Groß-Siegel-Bewah»rer, und ward vom Parlement, weil er dem Könige vielerleyanschlüge zu bevestigung der willkührlichen herrschafft gegebenhaben tollte, angeklagt, entwich aber nach Holland , und starbohne erben. Heneage Finch, der jüngste söhn Moyle Finch,zeugte einen söhn gleiches nahmens, der Graf von Nortin«gham ward. Derselbe hat von Elisabeth, einer tochter Da-niel Harvey, 10. söhne hinterlassen, unter denen zwey, nemlichDaniel und Heneage, zu Ecken. Danie l, der unter der re-gierung Jacobi II., Wilhelmi 111 ., Anna, Georgii I. und II.bey vielerley wichtigen bedienungen, so er geführt, eine an-sehnliche figur gemacht, war an. 1729. Graf von Nottingham ,und starb im folgenden jähre. Mit seiner ersten gemahlm Es-sex Rich, einer tochter Robcrti, Grafen von Warwick, zeugteer Mariam, eine gemahlin erst Wilhelmi Savil, MarquiSvon Halifax , hernach Johannis, Hertzogs von Roxborough.Die andere Anna, eine tochter Christophort, Vicomte von Hat-ton, gebahr ihm söhne und 8. töchter. Der älteste, Da-niel , Lord Finch genannt, so in verschiedenen Parlements-ftstsionen die Hof-partey im Unter-Hanfe unterstützt, ward an.171$. Schatz - Cornrnilsarius , an. 172;. Controleur von desKönigs Hofhaltung, und ein Mitglied des geheimen Raths.Der andere söhn, Johannes, vermählte sich an. 1730. den 1;.jan. mit Francisca Ficlding, Gräfin von Denbigh. Der dritte,Wilhelm, ward an. 1720. als ausserordentlicher Gesandternach Schweden , und hernach an die General-Staaten gesen-det. Er vermählte sich an. 17;;. mit Anna Douglas. Dervierte heißt Hcnricus Finch, uno^der fünfte, Eduard, warerst Gevollmächtigter zu Regenspurg, und hierauf eine zeitlangGesandter an dem Königlichen Polnischen Hofe. Von dentöchtern des Grafen von Nottingham , ward Essex an Nvge-rium Mostyn an. 1721. und Charlotta an. 1726. an Carolum,Hertzog von Somerset vermählet. Heneage Finch, der jünge-re söhn des Cantzlers Heneage Finch, und bruder Danielis,Grafen von Nottingham , zeugte einen söhn Heneage, welchersich unter Jacobo II der von dem Könige verfolgten Bischöf-fe mit rath und that annahm , unter der Königin Annä re-gierung Baron von der insul Gucrnscy und ein mitglied desgeheimen Raths, unter Georgio 1 ., welcher ihm an. 1714. dieCantzler-würde im Hcrtzogthum Lancaster gab, aber an. 1716.wieder nahm, zum Grafen von Ailesford in der GraffchajflKent gcmachet wurde, und an. 1719. starb. Er verließ vonElisabeth, einer tochter Johannis Banks von Ailesford,söhne und 6. töchter, von denen Anna an Wilhelmum, Gra-fen von Dartmvuth, Elisabeth an Robertum, Lord Bingley ,Francisca an Johannem Bland vermählt worden. Sein söhnund nachfolget Heneage Finch , Graf von Ailesford, und Ba-ron von Güernsey, hat mit Maria, einer tochter ClementiSFisher von Pvckington, einen söhn und 5. töchter gezeuget.Lamberti memoir. tom. II. III. IV. Memoires du Regne deGeorge I. tom. II. The Britisb compendium, tom. I.
* Finch, (Heneage) ein söhn Heneage Finch, und enckel Moy-le Finch, aus dem vorhergehenden geschlecht, ward wegen sei-ner gantz besondern wissenschafft in den Englischen Rechten,und grossen Verdiensten gegen das Königliche Haus, nach undnach unter Caroli 11 . regierung, des Königs General-Sollicita«tor, und Procurator, Äarönet, Groß-Siegel-Bewahrer, Baron Finch von Daventry , und endlich an. 167;. Cantzler von En-gelland, und Graf von Nottingham , behielt auch dle Cantzler-würde bis an sein an. 1682. crfolgtes absterben. Bey allendiesen bedienungen achtete er sich verbunden , des Königs an-aelegenheiten mit dem grösten eifer zu befördern, wobey dochseine adsichten allemal gut gewesen, ob sie schon öfters einschlimmes ende erreicht. Er besaß, nach einiger meynung, vie-le beredtsamkeit, wiewol andere davor halten, daß dieselbe all-zu gezwungen gewesen, er auch sich daraufgar zu viel zu gute,und so gar in bürgerlichem Umgänge damit groß gethan habe.Sonst war er ein ehrlicher mann , und stund feinen ätntcrn,insonderheit der Cantzler-würde, mit solcher treue vor, daß erder gerechtigkeit allenthalben, auch so gar wider des König -eigne recommendationen den lauf gelassen. Von seinen nach-kommen siehe den geschlechts-artickul Finch. Burnet, memoir.des dern. revolut. d’Angleterre. Bafnage , annales des Prov.unies tom. U· Rapin , bist. d’Angleterre tom. IX.
Finck