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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Wirtes von Finckenstein , eine Freyherrliche und theils Gräf-liche familie in Preussen, welche von dem schlösse Finckenstetnden nahmen führet, und sich in unterschiedliche linien »ertheilet.Sie hat vor alten Zeiten in Tyrol floriret, und daselbst die ve-stung Katzenzungen besessen, wie man denn findet, haß z.Fin-cken von Katzenzungen an. i361. auf dem grossen Land - tage zuMeran erschienen. An. 1442. war Heidenreich Finck von Auer-berg Heermeister in Lieflanb. George Albert war an. 1697. ober-ster Burggraf in Preussen. Albrecht Conxad, Koniglich-Preus-

e eneral - Lieutenant, war des Königs in Preussen Feie.

lhclms, als er noch Cron - Printz war, Ober - Hof,meister, und ward an. 1710. in den Grafen - stand erhoben. An.1711. war George Christoph Königlich - Preußischer würcklicherCammcr - Herr. In Kärndten unweit St. Veit liegt auch einschloß, nahmens Finckenstein , welches heut »u tage dem HauseDietrichstein zugehöret, und kan es seyn, daß sich diese familieehedessen auch daselbst ausgebreitet gehabt. Hartknochs Preuf,stn. Brands Tyrolisches ehren - kräntzlein.

Finck, (Conrad) von Finckenstein , versuchte sich in Kay-ferlichen kriegs - dienstcn wider die Türcken, unh ward als Lieu-tenant unter dem Salmischen regiment in die von den Christennicht lange zuvor eroberte stadt Ofen gelegt. Daselbst vergienger sich so weit, daß er mit dem Baffa von Stuhlweissenburg ei-ne verrätherey ansponn, und gegen 2000. ducaten gedachtesOfen den Türcken wiederum in die Hände zu liefern versprach ;allein sein anschlag ward entdeckt, er selbst gefangen genommen,und den 9. apr. an. 1687. ihm erstlich die rechte Hand, und her-nach mit 3. huben der köpf abgeschlagen, worauf man seinen leibvierthcilte, und die stücke auf 4. unterschiedlichen straffen auf-hieng. Er hatte sich »war entschuldigen wollen, daß er nur dieTürcken anzulassen , und von ihnen die 2000. ducaten heraus zulocken bedacht gewesen; wie er dann in der that mit keinem an-dern hierüber das geringste angesponnen; allein zuletzt gestunder, daß er vorgehabt, die Türcken beym rondel an der Kayscr-lichen bey der kurtz vorher beschehenen belagerung der stadt ge-machten bresche, wo er gemeiniglich die wacht hatte, einzulassen,nachdem er vorher die Wächter mit wein und brandtenwein sehrberäuschigel hätte; wozu er dann, damit man es am ende uin soweniger mercken möchte, schon bey einiger zeit den ansang ge-macht, und bey jeder wacht den soldatcn nach verlangen wein be-zahlet hatte. Die fache ward sehr wunderbar entdecket durch ei-nen gemeinen dragvner Georg Böttneren, so eben damals in desBassa von Stuhlweissenburg Hause gefangen lag, und durch ei-nen andern sclaven nur von weitem etwas davon erfahren, gleichdarauf aber zu allem glück war ranzionirt worden. Bottha kriegs-helm , P. III. p. 8- Theatr. Emop. tom. XIII. fol. 6. *

Finck, ein uraltes adcliches Züricher - geschlechtvon wel-chem Johannes an. 138;. Bürgermeister der stadt Zürich , undan der zahl der dritte wurde. *

* Finck, (Thomas ) ein berühmter Medicus und Mathema-ticus, war zu Flensburg im Holsteinischen den 6. jan. an. 1361.gebohren. Nachdem er sich zu Straßburg und Basel auf dieMathematik und Wohlredenheit mit besondern! sieissc geleget,kam er an. 1587. nachPadua, daselbst die Medicin zu erlernen.Hierauf that er eine reise durch gantz Italien , und erhielte nachseiner zurückkunft die stelle eines Leib - Medici bey Philippo,Hertzoge von Holstein - Gottorp. Darauf wurde er an. 1592.nach Coppenhagen »um Proscssore Matheseos beruffen, welchesamt er an. 1602. mit der Professione Eloquenti* , und diesenicht lang hernach mit der Professione Medicin* verwechselt.Er ist endlich an. 1636. den 24. april im 96. jähre seines alter-gestorben, und hat Geornetriarn Rotimdi, Basel 1383. in 4.Ilorosoopographiam , Schleßwig 1591. de Constitutione Ma-thematic*; de Hypothesibus Astronomicis ; de Constitutio-ne Medicin*; de Feste &c. hinterlassen. Freber. theatr. tom. II.Papadopoli bist. Gymn. Pat. tom. 11 .

* Finckenblock, (Iacobus) ein Priester in Preussen, wel-cher zu allererst auf dem Hagelsberg, den 13. jul. an. 1522. Lu-therisch geprediget. Als dieses König Sigismundus von Polenerfahren, ließ er alle Neuerungen in der religion aufdas schärf-ste verbieten; Finckenblock müste sich daher nach Wittenberg re-tiriren, von wannen ihn zuletzt ein reicher kaufmann mit sichnach Dantzig genommen. Hartknoch, de orig. relig. Christ,in Pruffia diss. XIV.

* Finckenwerder, eine insul aufder Elbe im Lüneburgischen,gehöret nebst andern kleinen insuln nach Harburg.

Finckius, (Caspar)war»n Giessen an. 1578. den 19. oct.von armen eitern gebohren, weswegen er sich eine zeitlang durchinformiren forthelffen muste , bis er endlich von dem Rathe zuGiessen das sogenannte Stipendium minus bekam, und nach derzeit von dem damaligen Landgrafen zu Hessen , Ludwig demältern, unter seine stipendiate» niit aufgenommen wurde. Erstudirte zu Marpurg , ward daselbst Magister , und lebte nach fti-ner Promotion noch viel jähre auf dieser Universität, da er dennendlich auf dem neu - angelegten Gymnasio zu Giessen ProfessorLogices , Physices , Metaphysices & Rhetorices , wie auch Prae-ses in allen Philosophicis Disputationibus wurde. Als aber balddarauf eine Universität »u Giessen aufgerichtet ward, berufte manihn zum Professore Logic* & Metaphysic* und jUIN Prafide pu-blico Disputationum Philosophicarum. An. 1609. gelangte erin Giessen zur Professione Theologica und einer Prediger-stelle,

nachdem D. Jeremias Victor mit tobe abgegangen. Austeß ihn Ludwig der jungere, Landgrafzu Hessen, in Do'ct 0tcTheologi* promomrtn , und an. 1616. bekam er vomJohanne Cafimiro eine vocation nach Coburg , zum PdWSuperintend. generali, Assessore Consistorii, ScholarchaunbProfessore Gymnasii , allwo er an. i6;i. mit tobe qbqangeEr hat geschrieben Controversias Theologicas & Philosophieoppositas Goclenii, Piscatoris , Angelocratoris & multorumahorum erroneis opinionibus; Disputationes Anti - Goclenia-nas ; de Analogia Sacramentali Zwingliana & Fractione PanisCalvinistica; Prodromum modesta Responsionis ad Theses Apo.logeticas Rudolphi Goclenii; Orationem Theol. inaugurierndeQuast.anB.Lutherus unquam ad partesZwinglii & asseclarumaccesserit; de Diebus festis & feriatis in Ecclesiis Augustan*Confessionis; Canonum Theologicorum, proprietatem & natu,ram Scriptura sacr* enucleantium, centurias duas; de Mona"chis eorumque Consiliis contra Bellarminum, und noch viel an-dere Teutsche und Lateinische bücher. Witte , Theolog, dec. in!

Fincomarchus , der 2?. König in Schottland , fuccebtrteCrathtlintbo, und verrichtete viel tapfere thaten wider die Rö-mer , welche, nachdem sie durch ihre einheimische kriege gantz ct-müdet worden, ihn endlich mit frieden lassen musten, welche an-te gelegenheit er zur beförderung des Christenthums anwandleDie Britannischen Christen, welche in währender Diocletiani-scheu Verfolgung nach Schottland flohen, nahm er liebreich auf!und weil'ihrer viel unter denseldiqen sehr heilige und gelehrteleuthe waren, so wurden ihre Wohnungen nachgehends in kir-chen verwandelt. Endlich, nachdem Fincomarchus das regi-ment sehr löblich geführet, starb er im 47. jähre seiner rcqierunaum das jähr 321. Bucban.

* Find«, die Haupt - stadt eines Königreichs eben dieses nah-mens, in der gegend Jetsengo, auf der insul Niphon, so dievornehmste in dem Japanischen ist. Maty , Diction.

Findochus, der 31. König in Schottland , fuccedirteNa.thaloco. Er war aus der Königlichen familie entsprossen, undwurde wegen ftiner schonheit und vortreflichen gemüths - gaabenzum Könige erwehlt. Unter seiner regierung fiel Donaldus, derFürst der knsuln, in das veste land ein, wurde aber geschlagen,und ertranck, als er sich mit der flucht retten wollte. Die ein.wohner der insuln verfolgten den krieg mit beystand der Jrrlän-der unter seines sohns Donaldi commando. Findochus abertrieb sie wieder zurück, unterwarf sich ihre insuln, und vmvü-stete viel davon. Darauf versuchte Donaldus sein glück durchbetrugcrey, und bestellte 2. meuchel - mörder, die sich vor Edel-leuthe aus den insuln ausgeben, auch dabey vorwenden musten,daß sie Donaldus sehr beleidiget hätte. Hierdurch nun ließ sichFindochus einnehmen, daß er ihnen trauete; sie aber ermorde-ten ihn, darüber sie gefangen genommen wurden , und ihre»verdienten lohn empsiengen. Dieses geschahe um das jähr 269.

Bucban. Helvicus &c.

* Finet, (John) gebürtig ausKent, war ein söhn einesJtalianers, Johannis Fineti, der mit Campegio nach Engel,land kommen, und wurde an dem Englischen Hofe erzogen.Der König Iacobus war ihm wegen seiner lieber geneigt, undCarolus I. machte ihn zum Ccremonien-Meister, woraufer an.1641. den 17. jül. in dem 70. jähre seines alters mit tobe ad-gieng. Er hat unter dem nahmen Fineti Philoxenis in Engli­ scher spräche curiose remarquen, wie die fremden Ambassadornin Engelland angenommen und tractitt werden , geschrieben.Wood, Athen . Oxon.

Fineti, (Johannes) ein berühmter Rechtsgelehrter von Ve«nedrg, so an. 1570. gelebet, und unterschiedene werckc, darun-ter Disoorsi e corsi de penna , verfertiget. Gbiiini, theatr.dhuom. lett.

* Fingo, ein Königreich in dem Reiche Japan , von deinArimälschen durch einen arm des meers abgesondert. Es gehö-ren ziemlich viel insuln, nebst etlichen guten städten und vestun-gen dazu , welche unter fünf Herren ausgetheilet find; die vor-nehmste ist Amacusa. Die orte, so darinn liegen, find Tigui,Tuodo , Consura, Catacinova , Fondy und Amacusa, dieHaupt - stadt der obgemeldten insul dieses nahmens. Die stadtUto gehöret zu dem Königreich Fingo, und ist die beste vestungdarinnen, und die städte Jatcxiriro und Nonzay werden auchdarzu gerechnet. Davity, etat du Japan . Tbom. Corneille ,Dict. Geogr.

Fint, eine familie, welche in dem Königreich Candien undin Istcien den Adel-stand besessen, nachmals aber in wahren-dem Candiatischen kriege, ungefehr an. 1647., unter die Vcne-

S mische Nobili aufgenommen worden, und zwar in der Personmcentii Fini, welcher zu Venedig advocirt hatte. Eben der.selbe erkaufte auch nachgehends die würde eines Procuratorisvon Sän Marco eben so theuer, als vorhin den VenetianischenAdel, nemlich mit 100000. ducaten. Ja man hielt davor, da»er gar, wenn er sein leben höher gebracht hatte, zu der Hcrtzog.lichen dignität würde seyn erhoben worden; indem seine bercdt-famkeit und andre grosse gaaben ihm durchgehcnds viel liebe undHochachtung erworben hatten. Ameht ae ia Houff. bist. duGouvern. de Venise p. 178. 561. Saint Didier , de Ia rille &Ren. de Venise p. 123.

Finigucrra, (Mas») war ein berühmter kupferstccher vonFlvrentz gebürtig, welcher an. 1460. gelehrt/ und von einigen