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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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vor den erfinder derkunst, die kupferstiche zu stechen und abzu-drucken , angegeben wird. Er pflegte, wenn er ein silber - blechzum schmeltzwerck zurechle machte, den abdruck davon in einerirdenen forme zu nehmen , welche, nachdem sie mit öl und rußüberstrichen worden, eben diejenigen dinge, die auf das silbergestochen waren, vorstellte. Um nun den abdruck auch aufpa-pier davon zu bringen , fo legte er ein nasses papier auf die ir-dene forme, fuhr fodann mit einem streich - holtze darüber her,und brachte dadurch zuwege, daß die figur auf dem papier foanmuthig sich präfentrrte , als ob sie mit der feder gerissen wä-re. Als nun Mafo dieses kund gemacht, brachte es Baccio Bal-dini, ein anderer goldfchmidt in eben derselbigen stadt , vol-lends zur Vollkommenheit. Felibien , entretiens für les vies desPeintres.

FINIS TEERE PROMONTORIUM, tson den Spa-niern el Cabo de FinisTerre genannt,ist ein berühmtes vorgebür-ae, welches aus der Spanischen landschafft Gallicien westwärtsin das Atlantische meer hinein gehet, und den nahmen daher be-kommen hat, weil man vor entdeckung der neuen weit gemeynet,daß daselbst das ende oder der äusserste theil des erdbodens gegenWesten sich befinde.Von den Alten ist es Promontorium Artabrumund Celticum, wie auch von einigen Nerium, genennet worden,istahe dabey liegt eine kleine stadt, welcher man daher den nah-men Finis terre beygelegt hat. Colmtnar , delic. de lElp. p. 127.

Finkeley oder Finchdale, ein dorf in dem Bißthum vonDurham , in Chesterward, dessen in den Lonciliis unter demnahmen Finchala und Fincenhala gedacht wird, sintemal da-selbst an. 7-8. von Embald, dem Ertz - Bifchoffe von Jorck, einConcilium gehalten worden.

Finnanus, der 10. König in Schottland , fuccedirte Josi-na, und suchte sein absehen mehr durch güttgkeit als durch Waf-fen zu behaupten. Um die tyranney gäntzlich auszurotten, mach-te er ein gefetz, daß die Könige in keiner wichtigen angelegenheitohne die aulhorität des hohen Raths etwas beschließen oder be-fehlen sollten. Endlich starb er im 30. jähre seiner regierungA. M. 3859. nachdem er in seinem leben beydcS von seinen Unter-thanen und ausländern sehr geliebet worden. Er war der erste,welcher die Heybnischen Priester Druides genannt , einsetzte.

Buchan.

Finnland , lat. Finnia, Finnonia, ein der Cron Schweden

ehoriges Groß - Hertzvgthum, welches dem Bothnischen nieer-

nsen gegen Westen, Lapland gegen norden, dem Finnländischenmeer - bustn gegen mittag, und dem see Ladoga gegen morgenlieget. Es begreift von luden bis norden 132., von Westen bisvsten aber 130. meilen in sich, und wird in 7. provintzen einge-theilet , welche sind Cajanien oder Ost - Bothnien, daS eigent-lich sogenannte Finnland , Nyland, Carelien , Tavasthien,Savolarien und Kexholm. Die vornehmsten städte und vestun-gen darinnen sind Abo, die Haupt - stadt, Cajaneburg, Tavast-hus oder Croneburg, Wiborg , Kexholm und Nyslot. Es istein fruchtbares land an gerreyde, Viehzucht und ertz, und ist an.1713. gantz und gar unter des Czaars botmäßigkeit gerathen,welcher auch in dem letzten ftieden das meiste davon behalten.

Cluver. Munster. Zeiler.

Finnmarck, ist eine sehr grosse nördliche landschafft in Nor­ wegen , deren einwohner, ausgenommen die, so sich in den in-suln aufhalten, keinen beständigen sitz haben , sondern wer vonihnen an einen ort zuerst kommt, der schlägt daselbst seine Woh-nung auf. Ein theil davon gehört dem Könige in Dänemarck,und das andere dem Könige von Schweden , welcher, um dieeinwohner von dieser so unbeständigen lebens - art abzubringen,die äcker und ländereyen denjenigen gab , die sie am ersten wür-den einnehmen, durch welches Mittel zwar einige Örter ange-bauet worden , was aber die unfruchtbarsten anlanget, so sindselbige noch immer gemein, und haben keine gewisse besitzer. Dieeinwohner sind eine seltsame und vermischte art von Christen,über alle Massen unwissend und barbarisch, verschreyt wegen ih-rer zauberey , haben ein ungläubiges raachgicriges gemüth, undsind mehrentheils sehr grob und tumm. Fontan. descr. chro-nogr. Dan. p. 700. Baudrand.

Fini, mit dem zunahmen Adrianus , ein gelehrtermann, welcher um das jähr 1490. gelebet, und aus einem al-ten adelichen geschlechte, so aus der stadt Adria nach Ferrara ge-kommen , entsprossen war. Er bekleidete das amt eines MagistriFisci Ducalis bey dem Hcrtzoge von Ferrara, und hatte es,gleich-wie in andern wisirnfchafflen, also vornemlich in der Griechi-schen und Hebräischen spräche sehr weit gebracht. Den gröstenrühm hat er sich mit einem buch erworben, dessen titul: Flagel-Iumjud8eorum,mortnncn er die ankunft desMeßiä mit sehr nach-drücklichen gründen behauptet. Weil die Iüden solches buchbvshaffliger weise zu unterdrücken gesucht, hat es sein söhn, Da-niel Fini, lcriptur. Reip. Ferrar. Magister,jum andern mal dru-cken , und den nahmen seines vatters, welcher bey der ersten edi-tion sich aus bescheidenheit nicht genennet, beyft'igen lassen. Auseben dieser familie hat seinen Ursprung gehabt Älemanio Fino,welcher die Historie von Trema, nebst andern fchristen an daslicht gegeben. Riccioli chron. tom. IV. ind. II. p. 227. F. Dona-toCalvt , scen. liter. de script. Bergam. p. 18. H'ßoria di Trießedel P. Ireneo della Croce, p. 286.

Hmßler (Josua) von Zürich,ward an. i355.Pfarrer zu Otel-singen, an. 1336. zu Meylen und an. 1362. zu Biet, starb an.

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16(52. Er war ein guter Poet Nud hat Carmina geschrieben inObitum Bullingeri & in Promotionen» Burkh. Leemanni; tttsttlhat über biß noch von ihm in manustript einen grossen band vonallerhand Larrninibus. *

Knfterberg, ist einer der höchsten berge in dem Thüringer -walde, an den grentzen der gefursteten Graffchafft Henneberg,gelegen , und zu dem Sachsen - Naumburgischen antheil gehö-rig. Johann Georg I. Churfürst von Sachsen , hat anfdie spj.tze einer gantz oben stehenden grossen eiche eine grosse vergüldetekugel von blech setzen lassen, welche man sehr viel jähr lang aufunterschiedene weilen hat sehen können.

Finftermüntz, ist ein kleiner ort an dem Jnn-fluß, bey wel-chem ein enger paß aus der Graffchafft Tvrol in das Granbündt-ner- land sich besindet. An diesem orte wurden an. 1703. dieBayern und Franzosen , als sie durch das Tvrol gegen Trient ein-dringen , und sich mit dem Hertzoge von Vendome conjungirenwollten , von den Tyroler - bauren, unter anführung Christen Knippels unfreundlich empfangen und zurück geschlagen.

Hinfterwalde, eine stadt,,schloß und Amt in der Nieder-Lau-sitz, nicht ferne von Kirchhayn, Dobrilug und Sonnenwalde;wird aber doch auch imt zum Meißnischen kreis gerechnet, undgehört den Hertzoqen Sachsen - Merseburqischer linie. Vor al-ten zeiten stunde Finsterwalde denen von Minckwitz, nachmalsdenen von Dieskau zu ; von diesen aber kaufte an. 1628. Chur-fürst Johann Georg!, diese Herrschafft, und machte sie zu einemCammer - guthe. Der dorfer, so in dieses Amt gehören . sindzwar nicht viel, jedoch ist ein treflicher grosser wald dazu geschla-gen , indem es nicht minder schöne holtzung als gute weyde giebt.Vor dem dreißigjährigen kriege hatte das städtgen bey vierthalbhundert feuer - stätte; es ist aber in selbigem so herunier gekom-men , daß es sich lange nicht wieder hat erholen können. Dennan. 1631. wurde es von demn bey Leipzig geschlagenen undflüchtigen Kayserlichen trouppen geplündert, und in brand ge-steckt , ja als es die einwohner kaum wieder aufgebauet hatten,wurde mit ihnen von den Bannerischen an. 1637. so übel ver-fahren , daß nichts vom brande frey blieb als das schloß, kirche,schule und eine einzige gaffe, wiewol sich auch nachgehends, un-erachtet sie meistens nur in kellern und drandt - stätten sich ent-hielten , von beyden feiten nicht geschonet wurde. Im übrigenkam es durch des Churfürsten Johann George I. errichtetes te-stament, an dessen dritten söhn , Hertzog Christian , als Urhe-ber der Merseburgischen linie, bey dessen descendenten es auchnoch ist, und zwar hatte der bruder des jetzt - regierenden Her-tzogs Mauritii Wilhelmi, Friedrich Erdmann, dieftn ort zu sei-ner residentz erwehlet, er starb aber an. 1714. ohne erben. Svn-sten ist dieses städtlein an. 1673. mehrentheils wieder im brandaufgegangen , da es nach geendigtem dreißigjährigen kriege nachund nach wieder angebauet worden , und mag jetzv etwa nur220. Häuser haben. Sächsisch-und Schwedische staats-cantz-Iey,p. 68. Grössere Lausitzische merckwürdigkeiten 3. theil p. 67.Zürners charte von Grossen-Hayn.

^instgow, siehe vinstgow.

Finftringen, siehe Vinstingen.

* Ftntenus, Bischoff zu Lindisfarn in Engelland, lebte indem VII. fieculo, und behauptete an. 660. mündlich und schrift-lich , daß man die Ostern die 14. Lunse halten solle, wann nem«lich Dieser tag auf den sonntag fallen würde, da hingegen dieandern kirchen dieselbe in diesem fall erst den folgenden sonntagdarauf feyerten. Er qienge auf eine alte tradition der Britan-nischen kirche, welche den Asiatischen in diesem stücke folgete,ehe dann Augustinus von Gregoriv Magno in Britannien ge-schickt worden. Beda , lib. 11 . & III. bist. Angl. UJfirii Bri-tannise eccles. antiqua.

Korenzuola, oder Virenzuolcr, lat. Florentiola, beyden Alten aber Fidentia oder Fidentiola, ein grosser marckt - fle-cken , welcher bey dem fluß Larda, in einem that, zwischen sehrhohen bergen, an den grentzen von Bologna und Romagna ,liegt. Er gehört zu dem gebiethe des Hertzogs von Parma , undzwar insonderheit zu dem sogenannten Btato Pallavicino oderStato di Busseto. Es befindet sich darinnen eine berühmte Abtey,mit dem zunahmen di Silla, welche anjetzo mit Bernhardiner-Mönchen besetzt, und mit einem schönen kloster geziert ist. Beydiesem ort erhielte Sylla A. R. 672. einen grossen sieg wider M.Carbonem,der deö ältern Marii partey nach dessen tobe und wäh-render abwefenheit Syllä in Asien wieder aufzurichten getrach-tet hatte. Liv. epit. Veü. Faterc. Alberti , descr. dItal. Schau-

S des kriegs in Italien p. 431· Noch ein anderer ortnahmens findet sich vhnfern Florentz, der diesen nahmenvon Florentz selbsten empfangen hat, eben als ob es das kleineFlorentz hiesse, und wird gar oft in den Florentinischen geschich-ten angezogen. *

*^iorenzuola, war ehedessen eine Bifchöffliche stadt in Apu-liens nun aber ist es nur ein dorf in der Capilanata, ohnfernNocera gelegen, mit welchem Bißthum das erstgemeldte verei-nigt worden. Baudrand.

* Kori, (0. Agostino Romano) Camaldulenser - ordens,war aus Cremona gebürtig, und Abt zu St. Johannis zuFaenza . Er hat nachfolgende schriften verfertiget: Ecclesia intriplici statu, legis naturalis , legis vetcris, & legis novae,Rom 1699. in fol. Hymnus de Deo , folis facrae Scriptunedictis & sententiis compositus , 1706, in 4. Dieser ist an. 1722.

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