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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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eine gute kundschafft in den ReichS-und landes-fachen zu erwer-ben. Dieses machte ihn nicht allein bey erwehnten, Bischoffund dessen Nachfolgern, Conrado IV. und Melchior Zobeln,sehr beliebt/ sondern erwarb ihm auch eine stelle im Fürsten-Rath. Dabey wurde er seiner besondern geschicklichkeit undwohlredenheit halber von ihnen in wichtigen Gesandtschafftenan die Kayser Carolum V. und Ferdinandum I. gebraucht.Sonderlich hat sich Bischoff Conraduslll. da er an. 1*2*. imbauren-kriege flüchtig werden muste, seines guten rathö bedie-net/ und ihn beständig um sich gehabt. So war er auch beyden Unterthanen seiner redlichkeit wegen sehr beliebt, und eingrosser beförderer der Gelehrten , wie er denn dem bekanntenSebastian Münster die Nachricht von Würtzburg in seine Cos-mvgraphie communiciret, und ihm allen möglichsten Vorschubvon seinem Bischoff verschafft. Er ist endlich an. zuWürtzburg seines allers 60, jähr gestorben. Unter seinen schrif-ten von art, eigen schafft und gebrauch der Hochteutschen fin-gen: Stammbaum des geschlechts Kaysers Caroli I.; Historievom bauren-kriege; Von des Hertzogthums und Land-Gerichtszu Würtzburg freyheiten , Privilegien, grentzen , gewohnheiten/gebräuchen, und andern gerechtigkeiten rc. rc. die noch in ma-nuscripl liegen, ist vorneinlich dessen Historie der Bischöffe zuWürtzburg zu mercken , welche de Ludewig unter die geschicht-schreiber des Bischoffthums Würtzburg p. ;7;. seqq. druckenlassen. Pantuleon, P. III. p. 219. Sagittarius , de notit. scriptor.histor. eccles. cap. 20. §. 149. p. 527. De Ludewig , vorrede jUden Würtzburg. geschichten.

Frießland , soll eine weitläuftige insul in der Nord-see ge-gen Grönland zu seyn , davon aber die heutigen OeoZrapbiNichts Wisse» wollen. Baudrund.

Frießland, lat. Frisia, ist eine ziemlich grosse provintz inden Niederlanden , und wird unter die vereinigten Provintzengerechnet. Sie hat nordwärts das Teutsche meer, westwärtsdie Süd-see , welche sie von Holland absondert, südwärts dieGrasschafft Drent und Ober-Mel , und ostwärts die provintzGröningen , welche sie von Ost-Frießland scheidet. Einige thei-len sie ein in Oestergoe/ so 12. Aemter und 127. dörfer untersich begreift; ferner in Westergoe, so 8. Aemter und 127. dör-fer unter sich zehlet; und endlich in Sevenwolden, so aus 7.an einander Hangenden mittelmäßigen Wäldern bestehet, und8 . Aemter nebst 77. dörfern in sich hält. Es hat die provintzeinen Erb-General-Statthalter. Leuwarden ist die Haupt-stadtin der gantzen provintz, woselbst der Erb-Statthalter residiret/die übrigen städte sind Dockum, Franecker, Harlingen , Sta-vern und andere. Es sind auch einige insuln an der kuste die-ser provintz/ unter welchen die vornehmsten Schiermong/ Schel-ljng und Ameland sind. Das land ist morastig / und wächsetdahero nicht allzu viel getreyde, jedoch hat es schöne weyde fürdas vieh, und bringet vortrefliche ochsen, kühe und pferbe her-vor. Es soll ehedessen dieses land seine eigene Fürsten gehabthaben / wie dann von denselbigen Äldegillus durch den BischoffWilsridum zu Yorck aus Engelland an. 679. zmn Christlichen glauben gebracht worden. Ob auch schon von seinem söhneRadbodo das Christenthum wieder ausgerottet worden, so hates doch bald daraus Pipinus Heristallus aufs neue veste gesetzet,daß die Christlichen Lehrer frey darinnen predigen durften. Hier-auf begaben sich die Friesen unter der Römischen Kayser schütz/von welchen sie Hertzog Albrecht aus Sachsen bekommen/ des-sen söhn Georgius an. izi;. dieses land gegen erlegung 100000.Rheinischer gülden an den Ertz-Hertzog Carolum von Oester-reich , der nachgehends Kayser worden, überlassen hat ; beywelchem Hause es auch geblieben/ bis es sich unter Königs Phi,lippi II. in Spanien regierung zu der jetzigen freyhcit verholf-fen. Man muß diese Frießländische provintz nicht mit west-Frießland verwechseln, welches die einwohner Nord-Hol-land nennen , worinnen die städte Alcmaer/ Medenblick/ Enck-huysen/ rc. liegen. Emmius , de Frisia & Frisiorum Rep. Gute-ciardin. desc. Belg. P. III. Topogr. Circ. Burg. p. 92. seq.

Nord-Frießland / oder Rlein-Frießland, lat. Frisia m>.nor , Frisia Cimbrica , wird der strich landes genennet / so sichin dem Hertzogthum Schleßwig durch die Aemter Flenßburg,Husum , Nordstrand und Eyderstädt/ an der westlichen fastean der Nord-see, bey 8. weilen in die länge und eben so viel indie weite erstrecket. Die einwohner sind Friesen, auch in derspräche von den benachbarten sehr unterschieden. Wenn aberund wie die Friesen in diesegegenden gekommen/ ist unbekannt.Einige glauben, es sey ihr allererster sitz allhie gewesen. Dasland ist jederzeit vielen lvasserfluthen nnterivorffen gewesen. In-sonderheit hat die see an. i 6;4, in 5. bis s. stunden dasselbevöllig überschwemmet/ und den Nord-strand bis auf ein einigeskirch-sviel weggerissen. Erst an. 1717. an dem Wcyhnacht-abend hat dieses gute land abermals eine harte wassers-noth er-litten. Danckwerths beschreib, von Schleßwig und Holstein,P. II c. 89. seqq. *

Vst-8rießland, sonst auch die Grasschafft Embden ge-nannt , ist ein Fürstenthum in dem Westphälischen kreis, wel-ches gegen norden an das Teutsche meer, gegen osten an dieGrasschafft Oldenburg , gegen süben an das Stift Münster ,und gegen Westen an den Dollert grcntzet/ welcher es von derHerrschafft Gröningen absondert. Hierinnen ist Embden diehaupt-stabt / wiewol sie dem Landes-Fürsten nicht unterworffcnist / ferner Aurich , die reßdentz der Fürsten , Norden und

Frießland. Es ist diese provintz mehrentheils der Lmischenund Reformirten religion zugethan, und wird durch das DGericht zu Aurich die justitz verwaltet. Hiervon führen amndie Fürsten von Ost-Frießland ihren nahmen ^

E)st-Hneßland. Das geschleckt der Fürsten von Ost-Frieß-lanb stammet von dem Frey-nnd Hauptlingischen hause hZstna zu Grethwhl ab, und ist daraus an. 14^4. Ulricus, §n-nonis söhn, an seines bruders Edzardi stakt, welchen an 1^1die pest hingerissen, von den Frießländern zum Regenten anae^nommen worden. Dieser richtete an. 1458. sein Hof-laqer-uEmbden an, und als er hierauf wegen Uneinigkeit der vornebin-sten die gantze provintz Ost-Frießland unter sich gebracht, un-terwarf er sich dem Kayser Friderico, der ihn in den Grasendstand erhoben, und init erstgemeldter provintz belehnet, daßer sie von dem auslauf der Ems bis an die Weser mit allen Nu-tzungen , Herrlichkeiten und rechten für sich und seine männli-che desccndenten nach dem rechte der erstgcburt besitzen sollteEr starb an. 1466. den 27. sept. von seiner andern gcmahlin,'Theda, Uco Focconis, Herrn zu Lehr, tochter, Ennonem Iund Edzardnm I. die ihm beyderseits in der regierung gefolaet.'wie auch Uconem, so im bräuligams-stande mit einer von Eg-monb an. i zc>7. gestorben, nach sich lassend. Enno I. Grafin Ost-Frießland, wurde an. 1460. den 1, jun. gebohren, ver»lohr aber das leben an. 1491. im wasser, da er in dem grabendes schlosses Freybnrg, als er dessen Amtmann, fo ihm loseWorte gegeben, über das eis nachsetzte, ertrincken muste. Ihmfolgte sein bruder Edzardus I. so an. 1462. den 15. febr. gedoh.ren worden, und wegen seinen tapfern thaten den »ahmen beigrossen evlanget, auch in dem religions-wesen die Veränderungeingeführet, worauf er an. izag. den i z. febr. gestorben, vonElisabetha, Graf Iohannis zu Rietberq tochter, 4, töchterund söhne nach sich lassend. Von den söhnen hat der erst,gebohrne, Ulricus , sich einige zeit in Spanien ausgehalten,und bey dem Könige Carl die stelle eines Cammer-Hcrrn bedie-net, allein er kam blöde und aberwitzig wieder zurück, weswe-gen die regierung seinem bruder Ennoni II. aufgetragen wor-den. Dieser ward an. i;o<5. gebohren, und gleichwie er vonnatur eines sehr unbeständigen gemüths war, also war er auchin der religion sehr wanckelmüthig. Doch wurde er in demletzten iahre seines alterS wiederum anders sinnes, und ließ sicheifrig angelegen seyn, die von seinem vatter angefangene rc-formation zu vollführen. Worauf er, nachdem er einen stä,tigen krieg mit Balthasar zu Esens qeführet, an. 1540. gestor-ben. Gleichwie aber sein bruder Johannes in seinem söhneMaximiliano, den er mit des Kaysers Marimiliani I. nalür,lichen tochter, Dorothea, gezeuget, wiedermn erloschen, alsohinterließ Enno II. von seiner gemahlin Anna, GrafIohanniszu Oldenburg tochter, eine desto zahlreichere nachkommenschafftbeyderley geschlechts. Von den töchter» ist Hedwig an HertzogOttonem von Braunschweig und Lüneburg, Elisabetha aberan Graf Johannen! von Schauendurg vermählt worden. Vonden söhnen kam Christophorus an. 1566. in Ungarn um dasleben; Johannes gieng nach Schweden , harte aber daselbstdas Unglück, daß er durch einen liebcs-handel mit der König-lichen Printzeßin Sophia dasjenige einbüßte, was ihn zummanne machte. Nach seiner zurückkunft in Teutschland führteer ein sehr tugendhafftes und stilles leben , und erwies sonder-lich den flüchtlingen aus Franckreich grosse wohlthaten, bis erendlich an. 1591. den 29. sept. gestorben. Der älteste söhn,Edzardus II. folgte dem vatter in der Gräflichen regierung, zer-fiel aber mit den bürgern zu Embden sehr übel, daß diese nichtallein im tumulte das Gräfliche schloß zerstörten , sondern auchdem Grafen zu trotze Holländische befatzung einnahmen, unddurch Unterhandlung der General - Staaten die Delffzylischcntractaten zu grossem Nachtheil des Gräflichen Hauses erzwängen.Er starb an. 1599. den 1. mertz, nachdem er mit seiner gemah-lin Catharina, Königs Gustavi in Schiveden tochter, gezcu-get, Ennonem III.; Gustavum, der an. iz6;. gebohren, undan. 1608. verstorben; Johannem Christophornm, so Gouver-neur des Hertzogthums Luxemburg und Ritter des goldenenVliesses worden, und Carolum Ottonem , so an. 1^77. geboh-ren , und an. 160;. in Ungarn das leben eingebüsset. Vonden töchtern wurde Anna erstlich an Churfürst Ludwig IV. inder Pfaltz, nachgehends an Marggraf Ernst Friedrich zu Ba-den-Durlach, und nach dessen tobe an Hertzog Iulium Henri-cum zu Sachsen-Lauenbnrg, gleichwie ihre schwester Mariaan Hertzog Iulium Ernestüm zu Braunschweig und Lüneburg vermählet. Unter den söhnen hat Johannes mit seines ältestenbruders Ennonis III. tochter, Sabina Catharina, die Graf-schafft Rietberg erheurathet, und mit ihr gezeuget ErnestümChristophorum, Grafen zu Rietberg , welcher ohne linder vonseiner gemahlin, Älbertina Maria de la Baume, zu habengestorben ; Ferdinandum Francistum und Ennonem Philip-pum, so beyde den geistlichen stand erwehlet, und endlich Io-hanncm, Grafen zu Rietberg . Dieser letztere wurde von sei-ner gemahlin, Anna Catharina, Graf Ernst Friedrichs zuSalm-Reiferscheid tochter, ein vatter Mariä Leopoldina Ca-tharinä , die eine gcmahlin Graf Oswalds von Borg worden;Friderici Wilhelmi, welcher im Elsaß wider die Franzosen an.1677. das leben eingebüsset; Francisci Antonii Wilhelmi, l»den geistlichen stand erwehlet, und endltch Ferdiuandi Man-

iniliam.