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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tu gefallen, der aus selbiger gebürtig war, wieder aufgebauet,und mehrentheils mit neuen Heydnischen einwohnern angefül-let , wie Josephus und Strabo schreiben. Sie haben sich des-wegen von dieser zeit an Pompejanos Gadarenfes genennet;und ihre müntzen, als welche zu prägen ihnen unter den Rö-mischen Kaysern erlaubt worden, haben noch viel kennzeicheneiner Heydnischen abaötterey. Dahero es gar kein wunder ist,daß sich schweine daselbst gefunden haben , welche den Judenverboten waren, so gar, daß nach der Rabbinen meynung, sieauch nicht einmal schweine auferziehen durften, Hieran. loc. He-braic. Baron , ad ann. 31. n. 69. Nierenb. de mirac. nat. ter-rx prom. c. 34. Casaub. in annal . Baron. Vaillant. numrai inCol. & mun. perc. Cellar. Geogr. ant. *

Gadd , (Henning) wurde an. 1500. Bischoffzu Lincöping,nachdem er vorher» bey Papst Alexandro VI. Matbematicus , unddes Schwedischen Reichs-Gouverneurs,Stenonis Sturs, Agentin Rom gewesen. Weil aber der König in Dänemarck mit die-ser wähl nicht zufrieden war, so konnte er die Päpstliche confir.mation nicht erhalten , und ward endlich gar mit dem bann be-leget.Hierauf that er denen von Stur sowol zu wasser als zu lan-de trefliche dienste wider die Dänen, ward aber von diesen letzter»gefangen, und an. 13 20. enthauptet. Seine schriften sind Ora-

tiones variae contra Danos; Commentationes de AntiquitatibusSuecicis & Danicis. Meisen, de Episc. Suec. Huitsdd. chron.Dan. tom. VI. VII. Scbefferi Suec. lit. cum Mülleri hypomn.

* Gaddesden, oder Gadesden, (John) sonst Anglicus ge-naunt, ein Englischer Medicus, der an. 1320. im Collegio Mer-tonenst gelebct , und Rosam Anglicanam geschrieben, darum erdie gantze praxin der Medicin zusammen fassen wollen. Und esist allerdings wahr, daß er vieles darin» gesammlet, aber auchvieles aus den Arabischen und andern medicinischen scnbentenausgeschmieret. Er war ein grosser Charlatan, und konnte feineartzneyen mit sonderlicher parrhesie preisen; vornemlich wußteer sich bey den Damen und reichen wohl einzuschmeicheln , dieihm die artzneyen noch einmal so theuer bezahlen musten, alSdie armen. Die Rosa Anglicana ist zu Augspurg an. 1595. in 4.gedruckt. Die etymologien der Wörter , welche er bisweilengeben will , kommen mehrentheils sehr abgeschmackt heraus.In seinem stylo läßt er hier und da knüttel - verse mit einfliesten,

. daran er einen besondern gefallen gehabt. Fremd , histoire de laMedecine p. 94. seqq. Stollens Historie der medicinischen ge-lahrtheit, p. II. c. 1. §. 21. p. 718· sqq. Fabricius , bibl. Graec.VI. 9. §. 4 - 9.234.

Gaddi , eine Florentinische familie, welche mit den familienäe Medicis, d'Accijauoli und de Diacetto verbunden, und je-derzeit zu Florentz in grossem ansehen gewesen ist. FranciscusGaddi, ein Cardinal, war Nicolai, dessen unten gedacht wird,Vetter, welcher ihm das Ertz - Bißthum Conza und die AbteySt. Leonardo in Apulien abtrat. Er war sowol in geistlichenals weltlichen Rechten erfahren , und im mertz an. 1337. machteihn Paulus IV. zum Cardinal, worauf er den 22. oct. an. 1567.

starb. Jovius , bist. lib. XXV. Scipio Amiratu·., Famius Flo> en-tin. Gaddi, in elog. Ugbel. Ital. Sammartb. Gall. LHermite, Tose.Gbilini, theatr. Part. II. Petramellar. Aubery. Leti , Ital. regn.P. III. lib. IV. Morbof. Polyhift. P. I. lib. I. c. 16.

* Gaddi, (Jacobus) aus obiger vornehmen familie ge-bohren. Er lebte im XVII. feculo, unter der regierung Urba-ni VIII. und Jnnocentii X. und stunde bey nur gedachtem PapstUrbano VIII. in grossen gnaden, und bey den Gelehrten seinerzeit in nicht geringer Hochachtung. Sein werck de Scriptoribusnon Ecclesiasticis ist nicht vollkommen, denn es gehet nur bisauf den buchstaben 8. aber deswegen rar, weil der erste theil zuFlorentz an. 1648. der andere aber zu Lyon an. 1649. in fol. ge-druckt ist. Die Gelehrten urtheilen nicht einerley davon, so vielaber ist gewiß , daß er viele gelehrte lcuthc, sonderlich aber dieTeutschen darinnen sehr hart tractiret. Morbof. Polyhift. tom. I.lib. I. c. 16. n. 19. seq. Sonst hat man von ihm CorollariumPoeticum ; Adlocutiones unb Elogia , Florentz 1636. in 4.CoronaPoetica ; Elogia Historica , Florentz 16;?. in4, Leti,Italia regnante P. III. lib. IV. Labbi , de script. eccl. p. 878.Gbilini , theatro dei letterati.

Gaddi, (Nicolaus) Cardinal und Bischoffzu Fermo undSarlat, und hernach Ertz - Bischoff zu Conza in dem König-reich Neapolis, war gebürtig von Florentz, und des ThaddaiGaddi söhn. Er begab sich sehr jung nach Rom , woselbst eran dem Päpstlichen Hofe unterschiedene bedienungen erlangte,bis ihn endlich Clemens VII. an. 1527. den 3. mart. zum Cardi-nal gemacht. Jovius meldet, daß er einer von denen gewesen,welche die Kayftrlichen zu geisseln verlanget, ehe sie den Papstlos lassen wollten. Sonsten hielt er es mit dem Könige in Franck-reich, Francisco I. der ihn auch in wichtigen Verrichtungen ge-brauchte, und ihm an. 1453. das Bißthum Sarlat gab. Erstarb zu Florentz im ansang des jahrs 1332. Jovius, hist. Aubery.

* Gaddi, (Hieronymus) Bischoff zu Cortona , war ausFloren« gebürtig, wo sein vatter, Angelus, eine Rathsherrn-stelle bekleidete. Er war anfangs Archipresbyter in seiner vat-1er - ftadt, setzte sich aber durch seine besondere qualitäten in sol-ches ansehen, daß er an. 1362. zum obgedachtcn Bischoff bestel-let wurde. Der Groß - Hertzog Cosinus ernannte ihn darauf zuseinem Legaten bey dem Tridentinischen Concilio , wo er auchals Bischoff erschien, und diese beyde chargen mit grossem rühm

verwaltete. Er starb zu Florentz an. 1372. Ugbeüus, ital s ac ,tom. I. p. 630.

. Oaddi , (Gaddo )ein berühmter mahler von Florentz, d»sonderllch m Mosaickischer arbeit excellirt hat, und zu seiner ähochästimirt worden; erstarb an. 1312. seines alters?- FAngelo fern söhn war in dieser kunst nicht weniger ei al Zsonderlich dieaffecten wohl zu präsentircn gewußt > »hatte sich 24. jähr bey Giotto aufgehalten, und ihn cndl cd mbet» celortrin ubertroffen; sein schönstes stuck ist die creuA,!Christi zu Arezzo ; er war neben diesem auch ein guter Baum«ster , wie er dann den schonen thurn alla 8. Maria del FiW unhdie veste gewölbte drucke über dcnArno (worauf 24. kaufmannz.laden stehen, welche jährlich 8°°. cronen zinö ertragen) erbaunhat. Er starb an. 1330. nicht mehr als 30. jähr alt.

Acad. P. II. lib. II. p. 3 8. & 64. *

* Gaddo, Gaddi, (Thaddäus) ein berühmter mabler indem XIV. Pmculo, und ein lehrjunger des berühmten GiolloDe Files , abrege de la vie des Peint. '

Gadebusch , eine kleine ftadt in dem eigentlich sogenanntenHertzogthum Mecklenburg , nicht weit von den grentzen derGrafschafft Schwerin, in dem Amte Schönberg , an dem kleinenflusse Gade gelegen. Hierbch wurde an. 1712. den 20. dec dieDänische armee von der Schwedischen , welche letztere der'Ge-neral Steinbock commandirte , geschlagen. Topograph. s«x

inf. p. 84-

Gademes, oder Gademessa, eine ziemlich grosse landschaffiin Africa, nebst einer wüsten gleiches nahmens in Biledulae-rid, zwischen der wüsten Fezen und Guerguela, worinnen auchdie ftadt Gademes am flusse Capsus lieget. Job. Leo. MarmornAfrica. Kaudrand. v

Gadmdorp, ein adeliches gcschlecht in Nieder -Sachsen,aus welchem an. 1386. Detlef mit der stadt Lübeck grossen streithatte, und vermittelst einer conspiration den gantzen Rath um-zubringen suchte, so ihn aber selbst das leben gekostet. An. 13,7.findet man in briefschafften den nahmen Gottrichs, und an.1603. Clementis von Gadendorp. An. 1392. haben die vonGadendorp ihre güther in dem Holsteinischen denen von Pog.wisch verkauft, und sind dazumal ihrer drey noch am leben ge,Wesen. Heut zu tage besitzen sie in dem Braunschweigischen dasguth Schliestädt unweit Samtleben , auf welchem an. 1714.noch ein einziger zweig blühete. Jonas abEiverfeid, de Holsatiain descript. Elzevir. p. 340. Danckwerlhö Schleßw. P. I. c.p. 17. Angeit Holsteinische Adel - chronick , p. 14.

* GADENI, oder LADENI, wurden zu der Römer zeite»die völcker genennet, welche zwischen dem ausflusse der Twedeund Edenboroughfirth in den Schottischen landschafften Tufi-dale, Twedale, Merch und Lothian wohnten. Camdmi Brit.p. 893 - 894 - 899 -

Gadenftädt, eine alte adeliche familie in Nieder-Sach-sen , welche heut zu tage in dem Gandersheimischen nebst an-dern güthern Eggelsen und Bockensen besitzet. Ihr stamm-haus Gadenftädt liegt in dem Stifte Hildesheim in dem AmtePein«. Berthold hat an. 1272. dem land - tage zu Braun­ schweig beygewohnt. Lucä Grafen-saal, p. 1132. prallstAdl. Europ. p. 676.

Gadersleben, ein flecken an dem flusse Selck, in demFüttstenthum Halberstadt , an den Quedlinburgischen grentzen, wel-cher einem dabey gelegenen ziemlich grossen see den nahmen ge-geben ,*dcr aber nunmehro zu acker gemacht worden.

* Gadilon, oder Gadilonitis, ein sehr fruchtbare- selbin Ponto, nicht weit von dem Ursprünge des flusses Halys gele-gen. Dieses stück landes brachte sonderlich viel schaafe von sehrdicker und zarter wolle hervor, dergleichen man in gantz Pontound Cappadocien nicht findet; ingleichen auch ziegen,welche manin selbigen landen selten siehet. Strabo , XII. p. 823. CeSarius,not. orb. ant. II. 8. fest. 3. §. 64. Die Herren dieses lauteswaren theils die Amifeni, theils der Dejotarus, welchem derPompejus M. ausser seiner vätterlichen Tcmrclm der GaJata-rum Tolistobogiorum , was an Pharnacien, Trapezunt, Col-chos und Klein - Armenien lieget, gegeben, und ihn darüber zumKönig bestellet hatte. Strabo , XII. p. 823.

* Gadi;, eine kleine stadt in der Moscowitischen Ukraineam fluß Psol, welcher in den Nieper fällt, nicht weit von Pul-tawa, gegen norden, da an. 1708. fünf Schwedische regimen-ter von den Moscowitern niedergemachet wurden. Universal.

Lexicon.

Gadolus, (Bernhardinus) General des Camaldulenser-ordens , war gebürtig von Brescia , und lebte an. ivc. Er warin der Rechlsgelehrsamkeit, Theologie und andern wissenschaff-ten wohl versirt , und war willens, Hieronymi wercke hcran»zu geben, dahero er von demselbigen, was er gekonnt, zusam-men gebracht. Sonsten hat er auch einen Commentarium überdie gantze heilige Schrift hinterlassen, und etliche andere ttactateverfertiget, als : de fugiendo Seeculo & amplexanda Religio-ne contra Superbiam & Ambitionem, &c. Addition. Tritbemii.Gesnerus Poljevinus , &c.

* Gadrois, (Claudius ) gebürtig von Paris , war merder geschicktesten und eifrigsten Verfechter der CartestamschellPhilosophie, welche er sich gar bald gefallen lassen, nachdem erkaum den gewöhnlichen «urfum der Alten auf den schulen zu