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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ende gebracht. Er war noch sehr jung , als er Tables für laLogique & autres pardes de la Philosophie und einen tractatdes Instuences des iMtres ans licht stellte, welche wohl aufge-nommen worden. Nach einiger zeit gab er eine Phnste, unterdein titul : le 8ylleme du Alande , nach dem sinn Cartesit her-aus , welche er der Academie der wissenschafften vedicirte , undnicht weniger ihren beyfall erhielte. Darauf nahm ihn Alr. Ba-sin, Requetenmeister und Intendant der armer in Tcutschland,iu sich , der ihn zu seinem Secretario machte, und ihm die di-rcttion deS Hospitals zu Metz übergab. Er nahm sich aber die-ser bedicnung mit so grossem ernst und hindanfttzung seiner ei-genen gesundheit an, daß er darüber au. 1678. im ;6. jähre sei-nes alters starb. Seine freunde, darunter der berühmte Är-nauld nickt der geringste gewesen, haben versichert, daß er anphilosophischen dialogis gearbeitet , in welchen die wichtigstenpuncten der allen und neuen Philosophie untersucht werden sol-len ; man hat aber nichts davon nach seinem lode gefunden.

Eänckhofen, ein Bayerischer marck - flecken im BißthumRegenfpurg, 4. meilm von Landshut gelegen, hat sein eigenLand - Gericht und einen Teutschen Ritter - ordens - sitz, welcherdurch Commandeurs verwaltet, und von Graf Bernhard vonLeonsderg an. 1273. gestiftet worden. Lhur-Bayern, ?. 297.

Gärtrinssen, eines der ältesten adelichen geschlechtern inSchwaben ?von welchem Johann Hiller von Gärtringen an.1710. Fürstlicher Würtembergifcher geheimer Rath und bevoll-mächtigter Gesandter zu Regenfpurg gewesen. Crußus , annal.p.III. p. 331. 4©j. Bürgern, vomSchw. Reichs-Adel p. 019.

«Aärwer , ( Gabriel Leuchodius) ein Lucerner, A. L. M. &Philos. Dost. gewesener Chor-Herr zu Münster im Erqöw , wur-de an. 1393. Pfarrer zu Bulach , einem städtlein im Canton Zü­ rich , starb daselbst an. 1610. und hat in der Poesie (darinn erercellirte ) fürtrefliche specimina gegeben , als : Expedido Prin-cipum Germania :, Principis Anhaitini ductu , an. 1391. Avi*cula: Mystic<e; Terramotus an. 1601. Descripdo ; Ode Milita-risBellicamDisciplinam complexa exDeut. XX.jinExpedido-nem ablnc. Rep. Tig.Argentorat. feederis susceptam an. 1392.;Epicedion in Obitum Josuie Maaleri; Epithalamia varia ; Con-feffio Eidei ; Mergus Sabaudus &c. DyrstelevS Zürich , ge»schlecht - buch. *

* GE SÄTE, waren alte völcker, so vormals in Gallien zwischen den Alpen und der Rhone wohnten; marschirten abervon dar nachItalien,und liessen sich zwischen den Apenninisthenund Alpen - gebürgen bey dem Po nieder. Plutarcbus , in M.Marcello p. 300. Polybius , II. 25. Strabo , Geogr. V. p. 330.

Überfielen auch in gemeinschafft der Senoner, so mit über dieAlpen gegangen, die stadt Rom , und plünderten sie. Strabo ,V. p. 336. Polybius , hiit.ll. 34. schreibet, sie wären von denübrigen Galliern mit gelbe gedungen worden, wider die Rö-mer zu streiten, und c. 28. schreibt er, sie wären so desperat ge-wesen , daß sie in der schlacht ihre kleider, als welche ihnen ver,hinderlich waren, von sich geworffen. Strabo V. 326. setzet,die Römer hätten sie in folgenden reiten aus Italien vertilget.Der Ursprung ihres nahmens ist nicht gewiß. Polybius, bist. II.22. saget, sie waren also genennet worden, weil sie um den solddieneren, indem der nähme dieses eigentlich bedeute. Dieses lstauch die ursach, warum Guillimannus rar. Helv. üb. I. c. 6 .und andere, solche für Schwerer halten ; aber ohne gründ.Welchem beystimmet Plutarchus in AI. Alarcello , p. 299.Orvsius, V. 13. Andere sprechen, sie hiessen eigentlich Gaza -tx, leuthe, die einen' schütz suchten. Stepbanus , voc. Gaza .Phtvorbtus , voc. Gazetx. Etymolog, voc. Gaizatae. Anderenennen sie G*zetas, leuthe, die durch ihr hin und her marschi-»en neue Wohnungen suchten. Casaubonus, not. ad Strabon. V.p. 3*6. Orvsius, 1 . c. und Servius , VIII. iEn. meynen, die-ses sey nicht ein nähme eines besondern volcks, sondern der sol-daten der Gallier, welcher letztere dieses wort von Gesa , einerart eines spiesseS, Gesa genannt, herführet. Bochart, Chanaan.I. 32. p. 668. führet es von dem in Orient gebrauchten Hebräi­ schen Worte v'a her, so die Syrer durch v D >jGaisa, und dieAraber durch vn ausfprechen, da dann die Hebräer in pluralidie Araber durch . und die Syrer durchausfprechen, welches excrcitus bedeutet.

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(Haesbeck, ist der nähme einer ziemlich grossen Freyherr-fthafft, und eines darinnen gelegenen orts, in Brabant, an dengrentzen von Flandern und Hcnnegau, nicht weit von Brüssel.Die besitzcr davon gehören in die zahl der Stände von Brabant.Eine brauche der Grafen von Hornes hat den nahmen davon ge-fuhret.

(8aeta, vorreiten Cajeta, eine der vestesten städte des Kö-nigreichs Neapplis, in Terra di Lavoto , auf einer halb - tnsulan dem anhang eines Hügels, unfern dem Toftanischen meer.Sie ist ein schlüssel des Reichs an den grentzen des Kirchen,Staats, zwischen Capua und Terracina. Sonst ist sie wegenihres alters sehr berühmt, und soll erstlich nur von sischcrn seynbewohnt gewesen, bey welchen nachgehends Aeneas mit seinersaug-amme Cajeta angeländet seyn soll; eS wird auch dafür ge-halten , daß selbige allda gestorben und begraben worden, daßAeneas angefangen, die fischer - Hütten zu vermehren, und daßer dem orte den nahmen der verstorbenen Caietä bchgelegt. Wie«wol Strabo sagt, daß diese stadt von ihrem krummen Meer-busen den nahmen führe, weil die Spartaner alle krumme sa-Histor. Ltxicon in. Theil.

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chen also nenneten. Indessen ist doch noch eine andere Meynung,daß dieser nähme von dem Griechischen worte bkennett,herkomme, weil allda die Trojanerinnen von des Aeneä qefolgeder ihrigen schiffe verbrennet hätten, unr solche wider deren wil-len zu zwingen, einmal an dem vielen herum schwärmm zu Was-ser ein ende zu machen ; heut zu tage hat dieser ort einen herrli-chen Hafen , worbey ein vestes schloß, welches König AlphonsuSvon Aragonien an. 1440. erbauet, und König Ferdinand mithohen mauren umgeben. Nach der zeit hat der Kayfer CaroluSV. die gantze stadt mit hohen mauren umzogen, und mit zweythoren eingeschlossen. Der Hafen, so von natur und kunst sehrsicher, ist von dem Kayfer Antonino Pio wieder verbessert wor-den ; es ist auch inwendig in der stadt noch ein anderer Hafen,so vor die kleinen fahrzeuge bequem. Man hat daselbst einenÜberfluß an allerhand victualien und wohlgeschmackten flüchten;auch machen die einwohner grosses werck von ihrer treue gegendie Cron Spanien. Die befehlshaber darinnen sind der Gou-verneur von der vestung, der Castellan , der Stadt - Gouver-neur, den der Neapolitanische Vice-König setzt, und andere.Vor zeiten war dieser ort den Päpsten unterwürfig , jedoch alseine Repnblick, welche ihre Capitains, Hertzoge und Bürger-meister hatte, sie ließ müntze schlagen und gaieeren ausrüsten.Nach der zeit ist sie unter die Könige von Ncapolis gekommen,und hat an. 1450- König Alphonsus von Aragonien Alphonsumde Cardenas zum Vice - Könissdaselbst geinacht. Vor zeiten ge-hörten den Gaetanern die schlosser Sujo Setra, Corciano undPatria; heutiges tags aber erstreckt sich ihre juriödiction nurüber Castellone und Mola. Die gegend da herum ist sehr lustig,und hat auch Cicero in selbiger sein land - guth Formianum ge,habt, welches jetzo das geschlecht Laudato in Castellone besitzet.Es finden sich daselbst unterschiedene in felsrn gehauene grvtten,und über solchm schöne gärten ; es hat auch gleichfalls viel klö-ster und kirchen. In dem schloß ist der leichnam Hertzogs Caro,li von Bourbon, der vor Rom verwundet worden, und imbann gestorben, zu sehen. Das vornehmste, so daselbsi gewie,sen wird, ist der berg den heiligen Dreyfaltigkeit, welcher zurzeit des leiden- Christi soll geborsten seyn, wohin auch viele wall,fahrten geschehen. Das Bißthum daselbst ward von dem PapstLeone IV. angerichtet, nachdem die stadt Formia , da es anfäng-lich war, an. 8eo. von den Saracenen verstört worden. DieBifchöffe stehen unter keinem Aletropolicano , und werden vondem Kayfer als Könige in Spanien ernennet. An. 1707. wurdeGaeta von den Kayserlichen unter dem Grafen von Daun bela-gert, und den 30. sept. mit stürm erobert, auch darinnen viel vor-nehme Spanier , worunter der Duca d'Efcalona, gewesenerVsse - König Philipp! V. inqleichen die Fürsten von Bisacciaund Cellamare, der Marchese de ViUena und andere mehr zukriegs-gefangenen gemacht. An. 1711. hat man angefangenan der fortification starck zu arbeiten, und ein sogenanntes Was-ser - castell angelegt. Mazella , descript. del. Reg. di Napoli.Summonte , bist. Neapoli. Alberti , Ital. Guicciardmus, Jovius.Mezeray. Megtseri Neap. p. 14. Rogijsard , deüces de IIta-jie p. 42g, seq. *

Gaetanc», siehe Cajetano.

Gr. Gaetanus, oder Cajetanus, von Thiena, ein stifterdes Theatiner - ordens, wurde zu Vicenza in Italien an. 1480.aebohren. Sein vatter war Caspar von Thiena, dessen geschlechtsvwol wegen seines adels als der daraus entsprossenen berühm,ten Personen in ansehen gewesen. Dieser Cajetanus, nachdemer seine studien geendiget, wurde unter die zahl der Protonotario-rum Apostolicorum participantium aufgenommen 5 begab sichnachmals nach Vicenza , darauf nach Venedig , und als er wie-der nach Rom kam, faßte er den entschluß, einen neue» orden ,nemlich der Glericornm Regularium, aufzurichten. Io. PetrusCaraffa, Bischoff von Chieti, lal. Theate, der hernach unterdem nahmen Pauli IV. Papst worden, hatte eben diesen schluggefaßt , dahero sie sich nebst einigen andern darinn verei-nigten , und wurde also an. 1524. dieser orden aufgerichtet, wel-cher , weil sie Caraffam zu ihrem ersten 8operiore erwehlten,der Theatiner - orden geneunet worden. Dem Caraffa, nach-dem er z.iahr diefts aml verwaltet, folgte dieser Cajetanus,welcher nach verflossener gleicher zeit wiederum den Caraffa zumNachfolger hatte, endlich aber den 17. aug.an. 1347. dieses zeit-liche verließ. Er ist von Urbano VIII . an. 1629. unter die seli,gen gezehlet, und nachmals von Elemente X. canonisirt worden.

De Tuffs & de Stlas , in annal. ordin. Maurolycus , in marl Ocean. ord. rclig. Spondanus , ad an. 1324. Natai. A/exarsd.in bist. eccles. fec. XV. & XVI.

Gaffarellus, (Iacobus) ein gelehrter mann, von Man.nes in Provence gebürtig, welcher sich durch feine dreißigjährigereisen nicht wenig geschickt gemacht. Er war in den Orientali-schen sprackjen und andern stücken der gelebrsamkeit wohl erfah-ren , insonderheit aber wollte er die Cabalistischen und andere ge«Heime wissenschafften recht verstehen. Der Cardinal Richelieu machte ihn zu seinem Bibliothecario, und schickte ihn nach Ita­ lien , die besten, sowol gedruckte als geschriebene bücher zujam.men zu kauffen; worauf der Französische Gesandte in Venediade la Thuillcrie ihn bey sich zu haben verlangte. Im übrigen»da er das bekannte buch, Giiriositates inanditae, in Französi­ scher spräche an. 1629. zu PariS heraus gab, konnte er die censuvder Sorbonne nicht vermeiden, und muste um so viel mehr ei,nen widerrnf lhun, weil er unterschiedliche geistliche ikndsoia

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