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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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besaß , die er sonst hätte cinbüssen müssen. Nach diesem ist Gaf-farellus von dem Cardinal Richelieu in dem nnions - negotiogebraucht worden, so gar, daß er ihn in Dauphins wider dasfegfeuer predigen lassen, um zu sehen, wie andere lehren, darin-nen er den Protestanten nachgeben wollte, würden aufgenom-men werden. Gaffarel hat auch würcklich ein werck, von Ver-einigung der religionen , in den druck gegeben. Er hat auchsonst eine lange zeit über einer Historia Mundi subterranei gear-beitet , bannn er von allen holen, grotten, Minen und grüstenhandeln wollen, ist auch ziemlich , zum ende gekommen, aberdoch noch,ehe er es in druck geben können, verstorben,so geschehmzu Sigvnce an. rsgi.im achtzigsten jähre seines allers. Unterseinen übrigen schriften sind folgende: Abdita Divinae Cabal*Mysteria contra Sophistarum Logomachiam defensa ; les tris-tes Pensees de la kille de Sion , fur les Rives dEuphrate, ouParaphrase du Pseaume: super Flumina Babylonis ; Dies Domi-ni, fivt de Fine Mundi R. Elchaben. David conscriptum, a Caf-farello vero latine redditum ; nihil fere nihil minus nihilo, seude Ente non Ente ; Quiestio pacifica, num Dissidia in Religione per Philosophorum Principia, Christianorum Orientalium anti-quos Rituales Libros & propria Haereticorum Dogmata componipossint, &c. Colomeßus , m Gallia orient. p. 260. seq. Imperialis,in museo bist. Leo Allatius , in apibus Urban. Bayle. Fabricius ,jn ipsius vita praemissa nonx editioni curiolitat. inauditar. *

Gaffelford, siehe Camelford.

Gafron, eine adeliche familie in Schlesien, welche vorjetzoin dem Oelsnischen die gülher Eichgrund und Mahlen besitzet.Von ihr stammt vermuthlich der Ritter - sitz Gafron im War-tenbergischen, auch vielleicht das guth Gasron in dem Randni-schen Weichbilde Wolauischen Fürstenthums her. Przibke vonGaveron war an. 1338. ein angesehener Cavalier bey demHer-tzoge Conrado zu Oels, und verkaufte das guth Buschka in demWarlenberqischen an Thammo» von Hayn. Hans Gafron zuIanfchdorff im Oelsnischen lebte an. 1579. Hans von Gafronund Ober-Stradom aufNeudorff starb an. 1602. und liegt zuDomatfchin im Breßlauischen begraben. Hans von Gafronwar an. 1603. Chur - Brandenburgifcher Rath. Nicolaus vonGafron auf Eilgut, Hertzogs Henrici Wenceslai zu Oels undBernstadt Rath und des Trebnitzischen Weichbildes Land - Hof-Richter , starb an. 1633. Bartholomäus von Gafron aufJanschdorffwar an. 16,4. des Oelsnischen Fürstenthums Land-Commissarius. Wentzel von Gafron auf Ianfchdorff war an.16,8. des Oelsnischen Fürstenthums Landes - Bestellter, nach-qehcnds aber Hertzogs Sylvii zu Oels Rath und Land - Hof-Richter. Nach ansang des XVIII. foculi war Ballhasar Wil-helm Dom - Probst zu Merseburg . Adam Abraham von Ga-fron von Halkauf in dem Münsterbergischen ward an. 1712.Königlicher Dänischer General - Major, und ließ in dem Nor-dischen kriege seine lapferkeit sehen. Sinapa Schlesifche curio-sitäten.

* Gasse, ein vornehmes geschlecht in Engelland, welchesin dem XI. üeculo mit Wilhelmo Conquestore dahin gekom-men , und nachhero durch heurathen ein ansehnliches vermö-gen erworben. Johannes Gage von Firle, in der Grafschafft«Ausser, hielt sich unter Henrico VIII. beyder belagerung vonTerouenne, vor andern wohl, und wurde deswegen nicht nurzum Ritter geschlagen, sondern auch nachmals zum Commen-danlen von dem Tower zu Londen verordnet, und an. 1*41.mit dem orden des Hosen bandes beehret. Nach dieses Kö-nigs tobe erklärte ihn die Königin Maria zum Oder - Cammer-Herrn, worauf er an. 1336. in dem 77. jähre seines altersstarb , und von Philipp«, einer tochter Richardi Guldeford,unter andern folgende drey söhne hinterließ: i.) Eduardum,von dem hernach, r.) Iacobum, welcher seinen sitz zu Bent-ly in Sussex nahm, und in seinen nachkommen, die auch zuWormsley in der Grafschafft Hertford floriret, an. 1718. ab-gestorben. 3.) Robertum, der sich zu Healing in der Graf-schafft Surrey niederließ, und zivey söhne zeugte, von denenJohannes verschiedene kinder hatte, unter welchen Henricusvon Carolo I. zum Gouverneur von Oxford gemacht wurde,aber an. 1645. den n. jan. bey Cullum - Bridge das leben ein-büßte. Obbesagter Eduardus Gage von Fiele wurde von derKönigin Maria zum Ritter deS Bades gemacht , und hinter-ließ bey seinem tobe, der an. 1568. erfolgte, von Elisabetha,einer tochter Johannis Parker von Willingdon, unter andernfolgende zwey söhne: i.) Der älteste, Johannes Gage, starbohnbeerbt. 2.) Der jüngere, Thomas, zeugte mit Elisabetha,einer tochter Thomä Guldeford, Johannem, welcher von sei-nes vatters bruder erbte, und an. 1622. den 26. mertz von Ja-cobo I. zum Baronet ernennt wurde. Er starb an. 1633. undhinterließ von Penelope, einer tochter und mit-erbin ThomäDarcy, Grafen von Rivers, unter andern seinen Nachfolger,Thomam Gage von Firle , welcher um das jähr 1633. mittobe abgieng, nachdem ihm seine gemahlin Maria, die ältestetochter und erdin Johannis Chamberlaine, von Sherburne,unter andern folgende zwey söhne, Johannem und Josephumaebohren hatte: 1.) Der ältere, Johannes Gage zu Firle,Baronet, starb an. 1699. den 27. may, und hinterließ drey söh-ne, von welchen Johannes an. 1700. und Thomas an. 1713.mit tobe abgegangen , Wilhelmus aber, so an. 1723. Ritterdes Bades worden, noch an. 1727. als Baronet zu Firle im le-digen stand« gelebt. 2.) Josephus Gage von Sherburne, des

pvgevachten Johannis zu Firle jüngerer bruder, zeugte mit Eli,sabethwemer tochter Georgii Penruvdock, zwey söhne , 2 ,der Ee, Thomas Gage von High-Meadow in der 8schafft Gloccster, an. 1720. den n. junii von Gevrgio I lumBaron von Castle-Bar in der Grafschafft Mayo, und umVicomtc Gage von Castle - Island in der Grafschafft Kernn»Inland, erhoben worden. Er lebte noch an.von seiner gemahstn, der einzigen tochter und erbin Benedill"ebst einer tochter Theresia, zweysohne, WilhelMUM UNd Thomam. The English Baroaets, tomp. 220. The Jrish comp. p. 231.

* Gage , (Thomas) ein Inländer, trat in Spanien mden Domliucaner - orden, und ward darauf nebst andern an1623. nach Mexico geschickt, den Christlichen glauben zuredstgen. Ob er gleich anfangs einen grossen eifer zu diesem werckbezeiget, ward er dessen doch bald überdrüßig, daher er sichheimlich wegmachte , und in die provintz Gnatimala beaabDaselbst ward ihm gleichfalls das geistliche amt über zwey avmeinden aufgetragen, welchen er bis zu ansang des jahrö i6nvorstund, da er von neuem die flucht ergriff, sich nach Engel-land wandte, und daselbst den Römischen glauben ablegteAn. 1633. gab er zu Londen eine relativ» von Wesi - Indienin Englischer spräche heraus , welche er dem Cromwel dedi-cirte, und die wegen ihrer feinen Nachrichten wohl aufgenom-men, auch an. 1676. auf befehl dcs Mr. Coldcrl, zu PariS von Beaulien Hues - Oneil ins Französische, und an. 1693 yTeutsche Übersetzet worden ist. Echard, bibl. Pradicat. tom 11p. 758.

* Gagliano, lat. Gaglianum, ein flecken in Sicilim, imVal di Demona , 3. meilen vom berge Aetna . Man hält esvor deS Diodori XVI. 68. Galeria, deren einwohner Galcrinihiessen. Stephanus nennet die stadt Galcrinam, und die land-schafft Galariam. CeUarius , not. orb. ant. II. 12. §. 74.

Gagnee, (Johannes) siehe Ganejus.

Gags, ist eine grosse, aber mit keinen mauren umgebenestadt in Nigritien, einer Africanifchen provintz zwischen dem fluf-se Niger, welcher ihr gegen Mitternacht, und zwischen Guinea ,welches ihr gegemmittag gelegen. Es ist zwar solches die Haupt-stadt, doch sind die darin» gelegene Häuser, den pallasi aus«,nvmmen, sehr gering, und wird daselbst starckc Handlung, in-sonderheit mit tuche getrieben, welches man aus der Barbaren dahin bringet, und den Schwartzen verkauft. Dieser ort ist bey-des mit getreyde und vieh in ziemlichem Überflüsse versehen, bataber Mangel am wein, obst und bäumen. Jedoch sind daselbstviel Melonen, citronen, reiß und gut wasser; desgleichen auchein sclaven - marckt, von welchen die Person, wenn sie jung ist,vor 16. ducaten verkauft wird. Die einwohner dieses König-reichs sind entweder schafer oder ackers - leuthe, weiche im Win-ter mit häuten von wilden lhiereu bekleidet sind, zu svmmers-zeit aber nackend gehen. Sie sind grobe, unwissende und uu-gelrhrte leuthe, und findet.man kaum auf hundert meilwegeseinen einigen, der schreiben und lesen kan. Sie müssen ihremKönige gantz ungemeine grosse steuren erlegen. Leo Afncanus.

Marmolus.

Gaguinus, (Robertus ) ein General des ordcns der Irini-tariorum, war aus der kleinen stadt Calline, auf den grentzenvon Artois gebürtig. Er studirte anfänglich in dem kloster Pro»vins , gieng darauf nach Paris , wurde Doctot der Rechten ,und endlich General seines ordens. Er stund bey dem KönigeCarolo VIII. und Ludovico XII. sehr wohl, und wurde in Ge-simdtschafften in Italien , Teutschland und Engelland gebraucht,auch von Ludovico zu seinein Bibliothecario bestellet. Er starbden 22. jul. an. 1302. oder wie andere melden, den 22. may an.j 501. Seine schriften sind: de Conceptione Virginis Deip*ra: ;de misera Hominis Conditione; de Arte metrificandi; Epigram­ mata , &c. sonderlich aber sind seine libri XI. de Cestis iranco-rum bekannt. Uber biß Hat er unter andern das leben Carri!Magni ; di. Commentarios Julil Casaris rc. aus dem Lateinischmins Französische übersetzt, trafinus , in Ciceron. Trithem. in ca-tal. Miraus , in elog. Belg. Saxderus , lib. III. de script. Flandr.Stvert, Ath. Belg. Chytram , in itinerum delic. Votf. de Hilt.Lac.lib. III. c. ii. An Ar. bibl. Belg, Quenßedt, de patr. illustr. viror.

* Gajado, (Hermigo) den Erasmus Henricum nennet,war ein Lateinischer Poet, der in Italien zu ende des XV. undim ansang des XVI. sieculi gelebt, und Eclogas , Sylvas & Epi­ grammata geschrieben hat. Erasmus und Bcroaldus der älterebezeugen viele achtung sür seine vcrse, sonderlich aber für seineEpigrammata. Bailiet.

Gajan, der 21. Bischofs zu Jerusalem im II. seculo , wirdwegen seiner gottesfurcht geruhmet. Er snccedirte Juliano.

LftlA MI'I'M, waren ketzer in dem VI. steculo , welche au§der secte der Eutychianer entsprungen. Sie folgten den irrlhum-mern Juliani von Halicarnasso , welcher das Haupt der Incor-ruptibilium lind Phantasticorum war, und von Gajano hernachden nahmen der Gajaniten bekommen. Sie gaben vor, daßnach der Vereinigung beyder naturen in Christo, sein leib unver-weslich gewejen wäre, und weder Hunger noch durst, now dieübrigen schwachheiten der menschen , noch Nothwendigkeit derNatÜr, empfunden hätte. Ubtratus , brev. C. 20. Sanderta >ha:r. 109. Godeau , bist. eccl. V. lkc. lib. I. Arnold , >U derketzer, Historie, lib. V. L VI.

* Gaianus,

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