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Gajanus, das Haupt der sogenannten Gajamten im VI. ü--cvlo, wurde von dem volckezum Bischoff von Alexandrien er«wehtet , und zwar eben zu der zeit, als die Kayserin Theodoradem Mönche Theodosio zu solcher würde verhelffen wollte. Die-ses verursachte grosse zwistigkeiten in Alexandria , bts endlich Ga«zanus ins elend verjagt wurde. Liberatus , brev. c. ao. LeontiusScholaßicus , de sect. ach V. Barontus > an. Ch. zzz.
Gaifer, siehe Varfarius.
Gaigneur, (Wilhelm le) war von Angers und ein berühm-ter schreidmeister in Franckreich um die mitte des XVII. feculi.Pierre le Loyer hat dessen kunst in seinen getichten erwiesen, undihm den titul eines Secretarii bey dem bruder des Königs beyge-leget. Bayle.
Gaildorf , eine Herrschafft, nebst einem städtlein und schloß,eine starcke weile vom Schwäbischen Halle und auf Schwäbi-schem boden gelegen, wird aber zum Fränckischen kreise mit ge-rechnet, und hat dem Gräflichen hause Limburg gehöret.
Gailing, von Althcim, eine alte adeiiche familie an demRhcine, von welcher Wessel an. ia?4. gelebet. Don dessen nach-kommen that sich sonderlich Christoph Heinrich , als KayserlicherGeneral-Feld-Marschall, in dem dreißigjährigen kriege hervor.Einer von seinen söhnen war an. 1684. Amtmann zuJngweilerund Pfaffenhofen . Hunibrecbt, vom Rh. Adel, p.176.
Gailius , (Andreas) ein Rechtsgelehrter, war an. 1 w.zu Cöln gebohren. Er studirte zu Löven und an andern ortenm Teutschland, Franckreich und Italien , und wurde hieraufAssessor bey der Cammer zu Speyer , welchem amte er u. jährvorstund, bis ihn der Kayser Maximilianus II. unter seine Rä-the aufnahm. Endlich wurde er Cantzler bey dem Churfürstenvon Coln, und starb den n. dcc. 1587. Seine schriften sind:Practicie Obsorvationes; de Pace Publica & Proscriptis seu Ban-nitis Imperii; de Pignoribus , &c. Adami , in vitis JCt. Andr.bibl. Freberus , theatr.
* Gaillac , eine in der landfchafft Albigeois in Languedoc an dem flusse Tarn gelegene stadt, welche nach Albi , davon sie4, weilen entfernet, der vornehmste ort in der Dioeces von Aldiist. An. 654. hat sie St. Didier , Bischoffzu Cahors, dem sierigentltch zugehöret, im testament seinem Stifte vermacht. Pi-pinus l. König in Aquitamen ,^der an. 838. gestorben, hat all«hier unter dem nahmen von St. Quinrin ein ktostcr gestiftet,und es dem zu Figeac unterworffen. Nach der zeit ist es zu derAbtey la Chaise-Dieu geschlagen, und um die mitte des XVI. fe-culi seeularistrel worden. Einige geben ohne gründ vor, manhabe die tafel - güther der Aebte zu Gaillac deni GoUegio der Je suiten in Toulouse zugewendet. Wßoire de Languedoc , tom. I.
Gaillad, (Achilles) aus Padua , trat an. 1560. in die So-rietat JEsu,und lehrte die Theologie zu Rom und Mayland. Erverfertigte auf verlangen des Cardinals Borromäi einen Cate-chismum in Italiänischer spräche, und ein buch de DisciplinaHominis interioris , &c. Ribadenetra , cat. script. S. J.
Gaillard, eine Savoyische Baillage, oder Amt, so zwi-schen dem Hcrtzogthum Chablais , der landschafft Faucigny, demAmt Terniere, dem Genfer - gebiethe und dem Genfer - see mit-ten inne liegt. Der beste ort heißt Gaillard, an dem fluß Arve gelegen, worzu noch ungefehr 16. kleinere gerechnet werden.
Theatr. Sabaud. £5? Pedemont.
Gaillard, (Michael) Mathurini Gaillards söhn, wurdevon Carola VII. Könige in Franckreich, an. 1450. zu den finan-zien gebraucht; nachgehends wurde er Rath und Hofmeister bey Ludovico XI. hernach General - Capitain und Gouverneurder Französischen galeatzen, und endlich General der finanzien.Ludovicus, Hertzog von Orleans, welcher nachmals zur Cronekam, gab ihm den Ritter - orden Pore - Epic, oder des stachel-schweins. Sein söhn Michael bekam in der theilung die Herr«schafften Chaill» und Longjlimau,und diente erst dem Könige Lu-dovtco XII. Da er aber sahe, daß der König keine kinder halte,begab er sich zu Francisco, Hcrtzoge von Angouleme , als demvermuthlichen Cron - erben. Nachdem er sich in dessen gunst ge,setzet hatte, gab ihm derselbe seine natürliche schwester zur gemah-lm, und ließ sie an. i; 17. zu Dijon legitimiren, ihn aber beana-dlgte er milder charge eines Cammer - Junckers. Sie lebtenbis an. izz i. Der älteste söhn , der auch Michael hieß, setztedas geschlecht fort, und kaufte, wie man sagt, die Probstey zuLvngmmau von Theodors Beza, als selbiger die Catholische re-uglon verließ. Bernier , hiitoire de Blois.
* Gaillard, (Jac.) ein Reformirier Theologus des XVII.feculi. war erstlich Prediger zu Montauban , und hernach zuLeiden Paltor der Französischen gemeine, Theologis Professor,Und des Collegii Gallo - Belgici Prassectus. Man hat von ihm:Lpecimen l^uTssionum in Nov. Test ; Tr. de Filio hominis ;ingleichen de Melchisedeco, Leiben r686. in 4. rc. BenthemsHolländischer kirchen - und schulen - staat.
* Gaillard, (Raynaud von) Herr von Chandon, gebürtigaus Provence, hatte einen natürlichen trieb zur Poesie, und ver-fertigte viele schöne stücke. Als er zu jähren kam, schrieb er nurgeistliche fachen, als : Paraphrasrs in heroischen versen, überdas buch der Weisheit, die Sprüchwörttt, den Prediger, undüber den Hiob. Er starb an. 170Ü. Unw. Lexicon.
Gaillarde , (Johanna) vonLionj lebte imXVI.feculo,und war eine gute Poetin. Vauprivas , bibl. Galt.
Htstsr. Lexicon III, Theil.
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Gatllon, em schönes lust - haus in der Normandie , zwischenParis und Rouen , liegt auf einem Hügel in einer sehr lustigen ge-aend, und ist ungefehr eine kleine weile von der Seine entfernetEs gehört dem Ertz»Bischoff von Rouen , und wurde von demCardinal George von Amboise erbauet. Es hat auch ein seheschön und reiches Carthäuser - kloster. Ehedessen haben sich dieKönige von Franckreich bisweilen daselbst aufgehalten.
Gainas, von geburt ein Gothc, welcher es durch seinetapferfeit dahin brachte, daß erzum General über desKaysersArcadii armee erwehlet wurde. An. 39$. ließ er Ruffmum hin-richten , weil er nach der Kayserlichen Crone strebte. Als derKayser gegen Eutropium sonderbare gnade verspüren ließ, ver.droß ihn dieses so sehr, daß er durch hülffe der Barbarn, Arca-dium nöthigte, ihm seine savoriten zu überliefern, wie er auchdenselben noch ferner dahin zwang, daß er ihm Aureliani, Sa.turnini und Johannis, seiner treuen diener köpfe einhändigenmuste. Weil er ein Arianer war, so forderte er vor diese feineglaudens - genossen in Constantiaopel eine kirche, und war wil.lens, den Kayserlichen pallast mit feuer anzustecken, sich selbstaber zum Kayser zu machen. Dieser unfug nöthigte Arcadium,ihn vor einen feind des Reichs zu erklären. Darauf verwüsteteer gautz Thracien, wurde aber endlich auf dem Hellefponto qe,schlagen, auf der flucht getödlet, und sodann sein kopfnach Con-stantinopel geschickt. Theodoretus , lib. V. Zosimus , Ich. V. Zo.naras , lib. VIII. Socrates , lib. VI. chron. Alexand.
Garnier, oder Gaineri, ( Antonius) ein Medicus zu Pa,via, florirte um das jähr 1440. und verfertigte unterschiedenewercke, als: de iEgritudine Stomachi ; de Febri ; de Pleuriti-de ; de Arthritica in Juncturis, &c. Er starb zu Pavia . TrUthemius , de scriptor. eccles. Gejberus , bibl. Ghilini , theatpVan der Linden >, de script. Med.
Gainsborouah, oder Gainesburrow , ist eine wohl-bewohnte marck - stadt in Lincolnshire , an dem fluß Trent, wel-che ziemliche Handlung treibt. Vor alters haben die Dänen ih-re schiffe allda liegen gehabt, auch ist Sveno Thiugskege , einDänischer tyrann, daselbst erstochen worden. In dem XIII. fe-culo gehörte dieser ort Wilhelmo de Valence, Grafen von Pem-broke, welcher von dem Könige Eduardv I. die freyheit einermarckts vor denselben auswürckte. An. 168». ist der titul einetGrafen von Gamsborough, Eduardv Noel gegeben worden rvon dessen familie kürtzlich folgendes zu mercren. Z,r des Kö-nigs Henrici II. zeiten hat Robert, ein söhn Noels, des stifterSvon diesem geschlecht, das kloster Ranton, bey seinem vornehm-sten sitz Ellenhall in Staffordshire, fundiret. Mit dessen älte-sten sohns Thomä tochter, Alice, ist der gröste theil der groß«vätterlichen erbschafft an die familie derer Harcourts gekom-men. Die männliche linie aber ist durch Philippum , einenjünger« söhn, forrgepflantzet worden , von welcher die NoelSvon Wellesborrvw in Leicestershire , ingleichen die von Hilco-te Hardby, noch zu ansang des Xviii. feculi floriret. Von die-sem Philippo stammte her der Ritter Andreas Noel von Dalby,einer von den Gentlemen - Penfioners der Königin Elisabeth.Dessen söhn Eduard, welcher zu Brook in Rutland seinen sitzhatte, ward den 29. jnn. an. i6n. zum Baronet, und fünfjähr hernach zum Pair von Engelland, mit dem titul eines LordSNoel von Ridlington, gemacht. Ferner gelangte er zu der wür-de eines Vice - Grafen Campden, nachdem seiner gemahlin Ju-lianä vatter Baptista, Lord Hicks, vor stinem, ohne männli-che leides - erben erfolgten tobe, denselben geführt. Er selbststarb an. 1643. und ließ von gedachter Juliana zwey söhne,Baptistam, von dem alsbald, und Henricum , ingleichenzwey töchter, von welchen Elisabeth an den Ritter Erasmumde la Fountain, und Penclope an Johannem, Vice-GrafenChaworth, sich verheurathet. Baptista, der älteste söhn, hattevier gemahlinnen. Die erste, Anna, Wilhelmi Fieldings, Gra-fen von Denbigh, älteste tochter, gebahr ihm drey söhne, welchejung stürben. Die andere, Anna, eine tochter des Ritters Ro-bert Lovet, und eine wittwe Eduardi, Grafen von Bath, ge-bahr ihm einen söhn, welcher gleichfalls in seiner jugend starb.Mit der dritten, Esther, einer tochter Thomä, Lord Wottons,zeugte er i.) Eduardum, von dem unten; a.) Henricum, ei-nen vatter Julianä, vermählter Gräfin von Burlington ; 3. >Mariam, eine gemahlin Jacobi, Grafen von Northampton ;4.) Julianam, vermählt an den Lord Allington; ;.) Elisabeth,vermählt an Carolum, Grafen von Berkley; 6.) Esther, diein ihrer kindheit starb. Mit der vierten, Elisabeth, einer tochterMontagues, Grafen von Lindsey, hatte er vier söhne und drei»töchter, von welchen folgende völlig erwachsen: (1.) Baptista,von dem unten; (a.) Johannes, welcher des Lords Erwy»wittwe heurathete; (3.) Catharina, vermählt an Johannem ,Lord Roß, nachmals Hertzog von Rutland ; (4.) Briqitta;(z.) Penelope, verheurathet an einen Esqpire, nahmens Dor-mer. Eduard, der älteste söhn dritter ehe, ward obgedachtermästenden r.dec.an. 168a. von Carololl. zum Grafen vonGamsborough gemacht, und starb an. 1689. nachdem ihm vonElisabeth, Thomä, Grafen von Southampkon , ältester toch-ter, folgende kinder gebohren worden: 1.) Wrtotheslen Bapti-st» , von dem unten; a.) Francisca, eine gemahlin des LordsDigby; 3.) Johanna, gleichfalls an einen Lord Digby vermählt;4.) Elisabeth, verheurathet an einen Esguire, nahmens Norton.Der söhn Wriothesley Baptista zeugte mit seiner gemahlin, Ca-tharina 1 einer tochter Fulk Grevils, Lords Brooke, nur zwey
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