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töchter, davon die älteste , Elisabeth» Henricum, Lord Wood-stock/ nachmaligen Grafen von Portland , die jüngste aber, Ra-he! , Henricum, Hertzog von Beaufort, zum gemahl bekam.Als er nun an. 1690. im sept. mit tode abgieng, fiel die würde ei-nes Grafen von Gainsborough, aufBaptistam Noel, dessen vat-ter, gleichfalls Baptista genannt, ein jüngerer bruder des ober-wehnten Eduardi, ersten Grafen von Gainsborough, die mut-ier aber eine tochter des Ritters Thomä Fanshav, gewesen war.Dieser Graf Baptista hatte noch zivey schwestern, Elisabethamund Sufannam, und vermählte sich mit Dorothea, der anderntochter Johann Manners, Hertzogs von Rutland , welche ihmeinen fohl!, Baptista, gebohren. Heylyn’s help to Engl. history,p. 522. Peerage of England , I. p. 319.
* Gainsborough, (Wilh. de) Bifchoff zu Worchester inEnqeliand, von feiner geburts - stadt also zugenannt. Er waranfangs Praelector in dem Francifcaner - kloster zu Oxford , her-nach aber Lector S. Palatii zu Rom , wo er fich durch seine ge-jehrsamkeit und scharffinniges disputiren berühmt machte. Nachder zeit brauchte ihn König Eduard I. von Engelland zu seinemGesandten an den König Philippum in Franckreich. Endlichward er wegen seines eifers, den er fowol im predigen als difpu-tiren zu behauptung der Päpstlichen infallibilität verspüren liesse,von Bonifacio VIII . ums jähr 1302. mit obermeldtem Btßthumbelohnet, welches er bis an. izog. besessen hat. God -mm. deEpisc. Angl. P. I. p. 514.
Gaisenhausen, stehe Geisenhausen .
Gaiso, ein Francke von geburt, war an. 410. Lomes undMagister Officiorum unter Honorio. Es wird seiner im CodiceTheodofiano gedacht. Es ist auch noch ein anderer von eben dernation , welcher den Kayser ConstanS, auf beseht Magnentii,umgebracht hat. Gottofredi prosop. Cod. Theod.
- Gaißrück, eine Gräfliche familie in Oesterreich , welche vonNicolao, der um das jähr 1490. gelebet, hergeführet wird.Georg Carl blieb an. 1616. in dem treffen bey Gradiska , alsKayserlicher Obrister . Frantz Leopold und Georg Christophwaren an. 1704. Kayserliche Cammer - Herren , und an. 1717.chat fich. Leopold als Kayserlicher Rittmeister hervor. Buceiin.stemm. P. 111 .
* GALACTOPHAGI , oder GALACTOPETJE , warenvor zeiten völcker in Sarmatia, welche an dem Mäotischcnmecr wohnten. Sie waren eine art von den Hippomolgis, de-ren anderer theil die Abi! waren , und wurden also genennet,weil fie fich lauter milch - speise von den Pferden bedienten. Stra .bo , VII. p. 4S4· An eben dem orte berichtet er ein gleiches vonden Mysis, so ebenfalls Sarmatier waren, und aus allzu gros-ser liebe oder ehrerbietigkeit gegen die thiere, fich derselben speiseenthalten, und von milch - speise gelebet. Die weiber der Gala-ctophagorum waren fowol als ihre Männer tapfer, daß fie mitdem feinde schlagen konnten. Nicolaus Damascenus , de mori-bus gentium, apud Stobaum , serm. III. p. 47. ed. Tigur. 154z.Gesneri. Bocbartus , geogr. sacr. IH. 15. p. 190. Eden dersel-be Nicolaus berichtet daselbst , daß fie wie die andern Scythenkeine Häuser bewohnet, die gerechtigkeit geliebet, ihre gütherund weiber mit einander gemein gehabt, daher fie auch die äl-testen unter ihnen , vätter, und die jüngere brüder genennet.Man hält davor, daß Anacharsts aus ihnen gebürtig gewesen,und von dar nach Griechenland gegangen sey, daß er anderervölcker gesetze und gebräuche erlernte.
* Galamini, oder Lalamini, (Augustinus ) war zu Bri-sighclla, unweitFaenza, an. 1993, geböhren, und begab fichbald in den Dominicaner - orden. Nachdem er in verschiedenenklöstern die Philosophie und Theologie mit rühm gelehret, warder Inquisitor zu Brescia , Piacenza , Genua und Mayland,worauf ihn Papst Clemens VIII . nach Rom rüste, und zumCommiilario Generali S. Officii ernennte. Paulus V. machteihn an. 1607. ^um Magistro S. Palatii, und das jähr hernacherhielt er die höchste würde eines Generals von seinem orden;worauf er an. i6n. zum Cardinal und Bischofs von Lorettovon gedachtem Papst erhoben ward. Dieses Bißthum verwech-selte er nach einiger zeit mit dem zu Ostmo, woselbst er auch den6. sept. an. 1639. im 9°. jähre seines alters starb. Unter seinenschriften find: Acta Synodalia; Institutiones pro Clero Auxi-mensi; Epistolas Encyclicae & aliae , und Testamento del Car-dinal d’Araceli, welches zu Rom an. 1639. in fol. heraus ge-kommen. Ugbellus , Ital. sacr. tom. I. p. 912. & 771. Ecbard ,bibl. Praedicat. tom. II. p. 364.
* Galan, eine kleine stadt in der provintz Armagnac inFranckreich, nicht weit von der grentze von Bigorre, beym Ur-sprung des flusses Baize. U»iv. Lexicm.
Galanckherthal, ist ein strich landes in Graubündten, zwi-schen dem Palenser - und Monsarer - lhal. Es ist sehr rauh undunfruchtbar, hat deroweqen arme einwohner, die sich kümmer-lich ernähren, und ausser lands auf allerhand weise ihr stückbrodt zu gewinnen suchen. Stumpf lib. IX. p. 280. Algid. Tfibu.dy , vet. Helvet. delin. §. 577. *
* Galande, (Moses ) ein Jüdischer Rabbi, vermuthlichein ur - enckel eines andern gleiches nahmens. Er war ein Rab-biner im gelobten lande und zu Jenssalem, und that im jährder weit 9447. oder Christi 1687. ein gelübde: er wollte einjähr lang allezeit am sechsten tag der Wochen seine inventione 8und neue vortrage zu papier bringen , die er in majori Leu-
Hammedrefch »U ober Collegio Jacobitico täglich proponit-ie. Diese find in ein buch gesammlct, welches unter dem titul -öwtr ras *0 zu Amsterdam an. Jud. 9468. oder an ffhritli1708. in 8. heraus gekommen. Er hat auch sonst Responst l.morum geschrieben , und ein grosses werck, genannt: [«btn manuscript hinterlassen. Unschuldige Nachrichten, 17^
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Galanthis , eine maqd der Alcmene. Man sagt, daß, dafie ihrer frau in ihrem kindbethe behülflich gewesen, Juno ausVerdruß fie in eine Wiesel verwandelt habedamit fie ihre jun-gen durch den schlund zur weit gebühren wüste. Ovid. lib. ix.metamorph.
Galanus, (Clemens) ein Theatiner - Mönch und Pävßli-cher Millwnarius, war von Sorento gebürtig, und hielt sichzwölf jähr in den Orientalischen provintzen auf, wannenhero ernachgehends zu Rom die Armenier in ihrer spräche in der Theo-logie unterrichten mnste. Er empfieng unter andern von einemseiner discipul eine Armenische Historie, darinnen die gantze nach,folge der dortigen Patriarchen enthalten, und erläuterte dieselbemit anmerckungen. Sie stehet in dem grossen wercke, de Lon.cibatione Ecclesiae Armen* cum Romana , und zwar in dessenersten tomo, welcher an. 1690. heraus gekommen, ist aber her-nach allein zu Cöln an. 1686. unter dem titul; Clementis Gala-ni Historia Armena Ecclesiastica & Politica , wieder ausgelegtworden. Afla Lips an. 168Ü. mens. jul. Bibliatb. untvtrj, tora.Lp. 280. Sagittarius , introd. ad bist. eccl. c. 19.
Galarza, stehe GalatreZza.
* Galaso, oder Galese , ein kleiner fluß in Terra d'Otran.to, im Königreich Neapolis , der unweit der stadt Oria imApenninischen gebürge seinen Ursprung nimmt, und fich zuletztin den Golfo di Taranto ergeußt. Bey den Alten heissel er Ga-lesus. Horatius , od. II. 6. vers. 10. Virgilius , Georg. IV.126. Livius , XXV. 11. Martialis, epigr. II. 45. vers. z.Cellarius , not. orb. ant. II. 9. §. 994. Es wird dieser vrtbeym Martial. l. c. und Statio , sylv. III. z. vers. 94. face,daemonium Galesum genannt, weil die Lacedämonier unter an-führung Phalanti eine colonie dahin gesendet, so diese gegendangebauet. Er war daher berühmt, weil die färbet die klei-det , so von Tarentinischer wolle waren, daselbst zu waschenpflegten.
Galata, eine wohlgebaute stadt in Romania , an dem Hasenvon Constantinopel, welche unter die Vorstädte dieser stadt ge-rechnet wird, und zwey Italiänische weilen in ihrem umfangehat. Die Catholischen haben daselbst fünf klöster, die meisteneinwohner aber find Griechen. Vor zeiten gehörte dieser vrt denGenuesern, welche, da die Türcken bereits meister von Constan-tinopel waren, einen grossen thurn, so bis jetzo allda befindlichist, noch eine lange zeit behaupteten. Allhier wurden an. 1712.durch eine feuers - brunst 1800. Häuser und gooo.'kram- ladenin die asche gelegt. Pera wird von diesem orte nur durch diekirchhöfe gesthieden. Tbevenot , voyage du Levant.
Galateus, stehe Antonius Galateus.
Galatea , eine Nymphe und meer-göttin, war eine toch-ter des Nerei und der Doris. Ovid. metamorph. lib. XIII.
Galathea, eine Königin der alten Celten, folgte im Reicheihrem vatter Celtes. Man sagt, der Libysche Hercules habe sichin fie verliebet, da er bey seiner rückreise aus Spanien durchFranckreich gegangen, und mit ihr einen söhn gezeuget. Dia Am,Sicul. lib. IV. Htrodot. lib. II. Ammian . MarceO. üb. XV.
Galatheus, oder Galathus, ein König der alten Celten,folgte seiner mutter Galathea im Reiche. Nachdem er unter-schiedene völcker überwunden, hat er ihnen den nahmen Galatesgegeben, und dasjenige land, welches hernach Gallia genennetworden, Galatia genennet. Seine nachkommen haben sich bisin Griechenland und Klein - Asten ausgebreitet, allwo ste dennahmen der Galater führte». Dhdor. Sicul. lib. IV.
(palatia, ist eine provintz in Klein - Asten, so von den Tur.cken Gelas genennet wird. Sie hat diesen nahmen, weil fie vonden Galliern ehedessen bewohnt worden, von welchen eine grosse«»zahl fich in den alten zeiten, da fie an mehrern orten herumgeschwärmt, und wie auf einer feite Rom und Italien , also aufder andern Pannonien j Thracien , Griechenland , rc. geplündertund verheeret haben, über den Hellespont dahin begeben. Si«ward auch Gallo - Graecia genennet, weil fich beydes Gallier undGriechen darinn aufhielten. Vor zeiten hat ein theil dieses lan-des zu Phrygien gehöret, und das übrige zu den andern benach-barten provintzen. Es grentzete vor zeiten ostwärts an Cappado-cien, südwärts an Pamphylicn, westwärts an Klein-Aßen,Pontum und Bithynien, und nordwärts an das Euxinischeoder vchwartze meer. Ihre vornehmsten städte waren Ancura,Sinope, Amisus, rc. deren einige doch m andern provintzen ge-rechnet werden. An. 1437. brachten die Türcken diese landschafftunter ihr joch. Paufanias. Ptokmaus. Jußinus. Strabo . Cluu-r'tus , lib. V. introduct. geogr. c. 17. *
Galatinus, (Petrus ) ein Francifcaner - Mönch, florirtegegen das jähr 1920. hieß mit seinem rechten nahmen Colonna,und hat fich von seinem vatterlande Galatinus genennet. Er vcostund die sprachen und Theologie, und machte fich sondert,»durch sein buch,de Arcanis Catholicae Veritatis, wider die Judeu sehr berühmt, worinnen er auch Reuchlinum wider seine gegneevertheidigte. Doch meynen einige, oder zeigt es vielmehr der
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