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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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schwind auf den leib, und nöthigte ihn , sich zu unterwerffcn,und seine beyde söhne als geissel zu geben. Ob Galba so, wiesein verfahr, Diviliacus , auch in Britannien noch etwas zubefehlen gehabt, ist ungewiß. Es scheinet, baß dieses eben derAdra sey, dessen Dio XXXIX. alS eines Heerführers der Bel-gier gedencket. Cresar ' de bello Gall. II. 4- Von BunausTeutsche Reichs - hist. P. I. §. jo. p. 715.

* Galba, (Sergius) war Bürgermeister zu Rom , undeiner der berühmtesten leutye seiner zeit; Suetonius sagt, nach-dem er Pr-etnr gewesen, sey er als Gouverneur in Spanien ge-schicktworden; unterweges habe er 50000, unschuldige Portu-giesen grausamer weise niedersäbeln lassen, und dieses sey dieursach gewesen, daß Viriatus den krieg angefangen. Asco-nius Pedianus sagt, Eaton habe ihn angeklagt, daß er Portu­ gal ! ausgeplündert, und er sey dessen ohngeachtet losgesprochenworden. Cicero , in Bruto.

* Galba , (Cajus Sulpitius) ein bruder des Kaysers Gal-ba, der sein guth verzehret , und aus Rom gezogen, dieweiler sahe, daß er von Tiberio gehasset worden; endlich brachte ersich aus unmuth, da er zu keiner bedienung gelangen konnte,sechsten um das leben. Dieses geschahe unter dem Bürger,nei-stcrlhum Q. Plautii und Sexti Papinii, im jähr Christi ;6.

Tacitus , VI. 40.

Galchau, ist die erste stadt in China , wenn man aus derprovintz Dauria durch die grosse Tartarey zu dem thor der gros-sen mauer hinein kommt. Sie liegt an dem fluß Lungo, und istmit einer hohen viereckigten mauer lind starcken thurnen umge-ben. Isbrando Idee reiseb. Hamb. rem. 1100 .

Galdinus, ein Cardinal, entsprossen aus dem edlen May-länbischen geschlecht della Gala. Seine gelehrsamkeit und leinesonderbare'lugenden brachten zuwege, daß er anfangs Canonicus bey der Ertz - Bisthöfflichen kirche zu Maylaud, hernach Arcln-diaconus daselbst , ferner des daslgen Ertz - Bischoffö AlbcrtlPirovaui Caiitzles und Suffraganeus, endlich aber, aufAlcrandrtIII. ernennung , Cardinal - Priester, auch nach des gedachtenAlberte hintri'lt, au. 1168. Ertz - Bischoffvon Maylaud , unddes Apostolischen stnhls Legat in Gallia Ciiaipina wurde. Beyden damaligen streitrgkeiten zwischen dein erivehnten AlexandroIII. und dem Kaystr Friderico I. hielt er mit dem gröstcn eiferdie partey des ersten, bauete auch ihm zu ehren die stadt Alessan­ dria , und muste viel Widerwärtigkeiten ausstehen, bis er zuletztgleichfalls mit dem Kayser ausgesöhnt ward; da er denn inson-derheit sich angelegen seyn ließ, die verwüstete stadt Maylandwieder in guten stand zu setzen. Zu dem aufnehmen des damalsgestifteten ordens der Humiliatorum trug er sehr viel bey, lindendlich den 18. april an. n?8. starb er bey einem hohen alterauf der cantzel, nachdem er mit so grosser Heftigkeit wider die ke-tzerey der Catharorum geprediget, daß ihm darüber eine aberzersprungen. Bald nach seinem tobe erklärte ihn Alexander III.vor einen Heiligen. AHa Mediolanens Martyrolog. Rom . Ba-ron. in not. ad martyrol. Ciaccon. Oldoin. Ferrar.

* Galdo, (Alphonsus) Bischoff zu Honduras in Nord-America, in Neu - Spanien, war ein söhn Francisci Fresna- und der Marianä de Calasola, zu Valladolid den 17. jun.an. 1569. gebvhren. Nachdem er zu Salamanca den Domini­ caner - orden angenommen , ernennte ihn Konig Philippus III.in Spanien an. 1612. zu obgedachtem Bischoff, und der Bi-schoff zu Guatimala, Johannes Cabezas, weyhete ihn an.iSi;. zu solchem amte em. An. 1628. ließ er sich schwachheithalber einen Coadjutorem setzen, und starb nicht lange dar-nach , als er vorher auf Königlichen befehl Relation de totolo Obispado de Honduras geschrieben. Algid. Gonzalez , teatr.cccl. de laslndias, tom. I. p. 507. Echard , bibl. Domin.tom. II. p. 452.

Gale, oder punta de Gale, eine den Holländern gehörigevestung, nebst einem Hafen, auf der ssiblichen küste der insulCeylon gelegen, welche sie den Portugiesen nach einer harten be-lagerung abgenommen, in welcher dle stadt selbst an gebaudcnsehr übel zerschossen ward. Ein ziemlicher strich landes in dernachdarschafft hat seinen nahmen davon. Hist. de lIsle de Cey-lon par J. Riteyro. Cnox voyage de Ceylon. Firardo. Scbou-ten. Tavernier , voyages. *

Gale, (Theophilus) ein Englischer Presbyterianischer Mi-nister , war Magister Artium , und hatte zum vatter Theophi-lum, einen Canonicum von Excester. Er studirte zu Oxford ,allwo er Socius in dem Collegio Magdalenä gewesen; ward her-nach Prediger zu Wincester, von dannen er aber, wie auch vonseinem platz im Collegio , bey Caroli II. restitution vertriebenworden ist. Hierauf begab er sich in die fremde, und reisete alsTutor mit Lord Philipp Whartons söhne; als er wieder zurückgekommen, setzte er sich zu Londen , und halfJ. Rowe in feinemMinisterin. Er starb an. 1678. seines alters ungefehr 49. jähr,und verließ sein vermögen den Non-Conformistcn zu aufcrzie-hang junger studenten, und seine bibliotheck dem Collegio inNm - Engelland. Er war ein mann von grosser lectur, wohlgeübt in Patribus und Philosophis , und ein guter Philologus.Bey einer abreise aus Engelland übergab er seine Manustriptacolleftanea einem guten freund in Londen ; als er aber wiederzurück lam, sahe er die stadt in vollen flammen,und vernahm,daßdie gaffe, in welcher sein frennd wohnte, auf den gründ wegge-brannt, Kelches ihm schmertzlich wehe that, daß seine »0. jährige

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arbeiten sollten zugleich zernichtet worden seyn; alS er aber weiterfortgleng, berichtete ihn fein freund, wie daß ungefehr sein mn-nuscrwt auch andern fachen, welche er aus den flammen gerettet,wäre beygelegt worden. Aus eben demselben manuscript ist km-nach verfertiget worden sein fürnehmstes buch The Court of (heGentües m 4. theilen in 4. Ferner hat er heraus gegeben:True Idea of Janfenifm. Anatomy of Infidelity. Diseourse ofthe Corning of Christ. Summary of the 2. Covenants. IdeamTheologiae tarn contemplativ* . quam activae. Philofophiamgeneralem &c. A. Wood , Ath. Oxon. Calamiis , aecount. *Gale, (Thomas) ein hochgelehrter und besonders in Griechi-scher literatur furtreffich geübterEnglischerTheoIogus und Phii£logus, schritte bis zu ansang gegenwärtigen fa-euli; er war erstlich8oeius Collegii Trinitatis zu Cambridge , Hernach Director derschule St.PauHwie auch Mitglied der Königlichen Societät,undan. 1697. im sept. Decanus von Jork , dabey er verstorben den8. april 1702. Der bekannte Französische Bischoff Huetius be-zeuget eine ungemeine Hochachtung für denselben: Er Hat, saater, eine erstaunlich tiefe gelehrsamkeit in allen Human -tats - studien; feine modestie ist so groß, daß es das an-sehen hat, als wolle er feine wissenschaffi verbergen-kaum gestattet er,, daß man die ersten buchstaben seinernahmens für so furtrefliche wercke, welche er täglich her-aus giebt, setze. Ich kenne keinen höflichern und un-terdienstbarern mann, rc. Die schriften, welche er mit no.tis und Verbesserungen heraus gegeben, sind: Collcctio HirtoriseBritannien; Opuscula Mythologica, Phyiica & £thica,Gr.&Lat. ; Rhctores felecti Gr. &Lat.; Historie Poeticn ScriptoresGr.& Lat. ; Jamblichus de Myfteriis Gr. &Lat.; fol. Oxon. 1678.der Griechische text ist aus'dem mannferipto Js. Voßii , mirvariant. lectionibus, aus einem Parisischen und einem Baßlcri-schen Codiee genommen; die Lateinische Übersetzung istGalcsarbeit zusamt den anmerckungen; Anwnini Itiner. cum ejusnot. &c. Wood , Ath. Oxon. Le Neve , fast, Angl . Huetia-, ?- 7 - *

(t^alea, (Auguslinus) 8 cholastieus in der kirche zu Alessan­ dria della Paglia, war gebürtig von Loano in dem Genuesi-schen. Er hat um das jähr 1650. gelebt, und einige predigtenheraus gegeben. Ghilini theatrum. Jußiniani & Soprani , stritt,della Ligur.

Galcacii, siehe Visconti.

Galcacius Maria, Hertzog zu Mayland, folgte seinemvatter Francisco Sfortia I.an. i466.Er war an. i444.gebohren,und ward Ludwig XI. König in Franckreich,wider die sogenann-te Ligue du bien public zu hülffe geschickt,wobey er auch sonder-lich durch einen etnfall in das Böurbonnische, (da der Fürst,Jean de Bourbon, eines der vornehmsten Häupter des vundswar,) die wider den König vereinigte Fürsten sehr schreckte, undnicht wenig zum vergleich beytrüge. Da er aber in Auvergneseines vatters tod erfuhr, eilte er in verstellter kleidung durch Sa«voyen nach hause. Nachdem er zur regieruiiq gekommen, führteer sich sehr übel auf, entzwcyte sich mit seiner mutter BiancaMaria, welche sich doch anfalle weise um ihn verdient gemachthatte, die auch bald darauf nicht ohne argwohn beygebrachtengifts verstarb. Er ließ sich mit den Florentinern wider Vene,dig in bünduis ein, und wurde ;u Florentz und Lucca sehr präch-tig empfangen, richtete aber doch endlich zu deren Vortheil nichtviel aus, und schmälerte zuletzt sein ansehen noch mehr, als erneben den Florentinern mit ausschliessung Ferdinandi KönigSvon Neapolis friede» machte, welcher vorher auch in der bünd-nis wider die Venetianer gestanden war, und nun allein imstich gelassen wurde. Galeäciuü war im übrigen der grausani-keit und unzucht im höchsten grad ergeben, sogar, daß er dievornehmsten wctber, wenn er sie zu seinem willen gebracht, her-nach auch den hofleulhen übergab. Durch diese lasier ward sei-ne liebe zur gelehrsamkeit, und was etwa» sonst »och lobens,würdiges an ihm war, verdunckelt, daher denn endlich von ge-wissen mißvergnügten, (worunter Ioh. Andr. Lampugnano,Hier. Olgiato und Carl Visconti di Lanfranco die vornehmstewaren, lediglich aus begierde ihr vatterland von eincin so schänd,lichen tyrannen zu befreyen, als worzu sie auch von ihrem lehr«Meister Cola de Montanis angespornet wurden! eine zusammcn-verschwörung wider ihn geschmiedet, und er am Wcyhnachts-fest an. 1476. in der kirche ermordet ward. Er stellte eine sehransehnliche person vor, und war ein treflicher liebhabet der jagd.Seine erste gemahlin Dorotheam von Mantna ließ er an. 1466 ,vergiften , und heurathete die Savoyische Printzeßin, Bonam,milderer gezeugetIohannem Galeacium, seinen Nachfolger;Hermannum, den Kayser Marimilianus I. in Gesandtschafft zuRom gebraucht; Blancam Mariam, die Kaysers Maximilia»ni I. gemahlin worden, und Annam, die sich mit dem Hcrtzogevon Ferrara vermählt. Unter den natürlichen kindern warensonderlich Octavianus, Bischoff zu Lodi, und Catharina vonRiario,, von der unter Sfortia absonderlich gehandelt wird,merckwürdig. Ripamont. hist. urb. Mediol. lib. VI. bnhof.' hist.geneal. ltal. & Hifp. Cor'to , hist. Milanefe. *

.* Galeanus, (Joftphns) ein berühmter Sicilianer, ge-bürtig von Palermo , war Philofophia:, Medicina·, uill> Theo-logia» Doctor, lehrte die Artzney-kunst zu Palermo in diejähre mit besonderm beyfall, und erwarb sich zugleich durchseine praxin einen solchen rühm, daß er nicht allein zu vielen eh-ren - stellen in seiner vatter - stadt erhoben, sondern auch in wich-tigen