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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tigen vorfallenheiten von den grösten Medicis in Italien , Spa­ nien , Frankreich , Teutschland, und verschiedenen andern weitentlegenen provintzien um seinen rath befraget wurde. Erstarb den 28. junii an. 1675. ohngefehr im 70. jähre seines al-ters, und zwar, wie man dafür halt, aus versehen des Chi-rurgi, der ihm eine aber öftren müssen. Seine schriften sind:Epistola Medica , in qua de Epidemica Febre theorice & pra-ctice agitur ; Smilacis aspera:. & seife Pariliae Causa; Politi-ca Medica pro Leprosis; Hippocrates redivivus paraphrasi-bus illultratus; la Lepra unita col Mal Francese; Idca delcavar Sangue; il Lalle con piu diligenza esaminato ; Poe-sie Liriche; Diporti giovanili, Compafitioni Poetiche; il Pe-lagio, overo la Spagna racquillata, Pocma Eroico; le Mu-se Siciliane, in 4. theilen » welche aber aus V. tomiz bestehen;11. st. IN. Mongime , bibl. Sie. Mangeti bibl. Med. tom. II.

Galcchus , (Nicolaus) ein Wiclefit im XV. feculo, undeiner von denen, welche von den Böhmen auf das Lonci-tium zu Basel geschickt wurden. Prateolus. Sanderus.

Galcczi, eine adeliche familie in Polen , welche ihre-ther in der Woywvdschafft Kalisch hat, und aus dem HausePrawdzick, so schon im XII. feculo in ansehen gewesen, her-stammt. Johann hat im nahmen gedachter Woywodschafftdie wähl Königs Uladislai IV. unterschrieben. Frank warCron-Küchcmneister, hernach Castellan von Posen, und end-lich an. 167;. Woywode von Kalisch. Sein söhn gleiches nah-mens ist zu ausgang des XVII. feculi Polnischer Gesandterin Schweden , Danemarck und Holland gewesen, und an. 1700.Womvod von Inowlozi worden. Ok-uski orb. Pol. tom. 11 .

Galen, ist eine Freyhcrrliche, und theils Gräfliche familiein Westphalen, welche einige von dem Römischen Adel, odervon Caroli M. Jetten her ziehen wollen. Dieses ist gewiß, daßaus selbiger viele entsprossen sind, welche sich in Westphalen ,Liefland und an dem Rheinstrom sonderlich hervor gethan,auch in selbigen landen viel schlösser und Hcrrschafften, undinsonderheit die würde eines Erb-Cämmerers des Stifts Mün­ ster erworben haben. Henricus von Galen wurde an. i;;i.Grvß-Meister des ordens in Liefland . Theodoricus wurde vondem Lieflandischen ordeu zu einem General angenommen, underhielt wegen seiner Verdienste unter andern die schlösser Lutzenund Curtzen, nebst dem Ober - Marschall - amte in Curland.Dieser hinterließ einen söhn gleiches nahmens, Theodoricum,welcher mit einem Freyherrn von Morrien, Herrn von Nvrt-kirchen, wegen der jagten in streitigkeiten gerieth, und denselbenauf einem Land-tage zu Münster erstach. Er wurde aber völligabsvlvirt, und in vorige würden eingesetzt, auch nachmals üi vie-len Verschickungen gebraucht, bis er endlich auf seinem schlösseLutzen in Curland tm hohen alter starb. Er hinterließ 2. söhne,Christo ph Bernharden, den berühmten Bischoff zu Munster , vonwelchem ein besonderer artickul vorhanden, und Henricum,Freyherr» von Galen, Herrn von Assen, Bispingh, Roem-berg, Hundelinghof und Ottenstein, gebohren im nov. an.1609. Dieser hatte von seiner ersten gemahlin Anna, einer toch-ter Hcnrici, Freyherrn Troßtens von Vischerinck, Erb-Truch-sessen des Stifts Münster, nebst 2. töchtern gezeuget, Theodo-runi Christophorum, welcher jung verstorben, und FranciscumGuiliclmum, welcher Urjülam Helenam, Freyin von Blctten-bcrg zu Leenhausen zur gemahlin genommen, und das geschlech-te fortgesetzt. Aus der ändern ehe hat er mit Anna Elijabeth ,Freyherrn Ivhannis von Reck ältesten tochter, nebst einigentöchtern gezeuget Christophorum Henricum, Kavserl. Cäm-nier-Herrn und Reichs-Hof-Rath, Lanonicum zu Münster undOsnabrück und Münsterischen Rath; Ferdinandum Bene-dictum, Lanonicum zu Mayntz und Münster , Probst undArchidiaconum zu Berchheim; Ludgerum Henricum, Johan-niter-Ritter, und Carolum Antonium.

* Galen, (Jan van) von Essen, ein tapferer Meer-undEchlff-Capitain in Vereinigt-Niederländischen vicnsten. Ob erschon von einem sehr guten geschlecht entsprossen, so bekamer doch erbs-weise keine Mittel, und ward aljo genöthigt, durcheigene Verdienste sein glück zu machen, weswegen er sich entschloß,dasselbe mit den Waffen zu suchen, und dieweil er die dienstezu Wasser denen zu lande vorzog, so begab er sich anfangsauf ein schiff als gemeiner bovts - knecht, und durchlief stu-fen-wcise alle geringen bedienungen , bis er nach und nach im26. jähre seines atters zur Schiff - Capitains - stelle gelangte.Während der zeit, da er diese hatte, vertrat er eines wackernOssiciers stelle, und machte sonderlich denen zu Dunkerkeso bange, daß sie vor ihm manches schiff im stiche lassen «nu-llen. Wider die Türcken und Mohren hat er auch vieles ge-than , und ihnen eine manche reiche beule abgenommen » undsich bey ihnen förchterlich gemachet. Er machte sich sonderlich,an. i 6;2, bekannt, da er etliche schiffe der Herren General-Staaten cvmmandirt, und damit 6. grosse Englische orlog-schiffe in dem haftn zu Livorno eingeschlossen hat. Bodley,welcher ohnferne der insul Elvas vor ancker lag, nahm sichvor die belagerten schiffe zu entsetzen ; dessen ward aber vanGalen benachrichtiget, und rüstete sich deswegen zu dem ge-ftchte. Gegen abend stiessen die zwey feindliche parteyen aufeinander, so daß sie sich in das gesichte fassen konnten ; dar-unter hatten die Engelländer 8. schiffe, ohne die 6. zu zehlen,welche in dem Hafen bloquirt lagen. Den 13. marlii schickteBodley 4. von den seinen, sich den Holländern besser zu nähern,

und des tages daraufwagten sie sich noch näher, und 4. anderefolgeren ihnen von ferne; hierauf schickte van Galen 16. schif-ft wider diese aus, doch mit der ordre, sich nicht zuweit von demhaftn zu entfernen, damit indessen die 6 . so er eingethan hatte,nicht entwischen möchten. Und in der that wagten sie es, undgriffen die Holländer, alldieweil sie draussen mit den Engellän-dern zu thun hatten, von hinten an ; allein Galen kehrte sichmit seinen Holländern, und schoß gleich das beste darunter, Bo-naventure genannt , welches 46. metallene stücke führte , so der-be an, daß eS in die luft sprang , und die andern , da sie esgewahr wurden, die flucht zu ergreiffen rathsam fanden. Da sichaber der wind um etwas verstärcket, verfolgten die Holländerdiese Englische schiffe von neuem, und nahmen 4. davon gefan-gen, worunter eines von ;4> metallenen stücken gewesen. In-dem sie also beschäffligt waren, kam indessen ein Engellänbi-scher brander, und greng mit grosser hertzhafftigkeit auf Ga-lens schiff los; er aber verhinderte denselben durch ein beständi-ges feuer sich anzuhencken, so daß er endlich gantz durchschostsen worden, und also wasser fassen und zuletzt gär zu gründesmcken muste; es wurden noch andere von ihnen gefangen ge-nommen , und endete sich also dieses see - geftchte zum nutzen derHolländer und zu gröster ehre Galens . In diesem treffen wur-de van Galen an dem schenckel verwundet; es verhinderte aberihn nicht, seine svldaten durch sein exempel desto besser aufzu-muntern , und so einer seiner Ossiciers ihn nicht ermähnet hät-te , die wunde verbinden zu lassen, hätte sein eiset ihn zum tobegebracht, und wurde er ohne zweifel ehender verblutet, als andie Vorsorge darwider gedacht haben: dann er wollte sich nichtgleich darzu schicken, und antwortete dem wohlmeynend erin-nernden Officier , das heisset erst ruhmwürdig sterben, soman während dem siege, den man für sein vattcrlanderfochten, den geist aufgiebet. Doch gab er dem fernernanhalten seiner freunde endlich nach, und ließ sich den ver-wundten theil etwas über dem knie wegnehmen. Da die ope-ration vorüber war, tranck er ein glas mit wein, warf es hin-weg , und rief aus, dtese Rönigs-inörder, die Engellän-der, werden es alles bezahlen. Kaum war es mit dem ver-binden vorbey, so wollte er wieder auf die decke des schiffes ge-tragen werden, die schwachheit aber nebst einer ohnmacht, dieihn überfiel, wollte es nicht zulassen, und muste er sich be-gnügen, aus seinem zimmer den scinigen zuzurnffeu, und ihnenein Hertz einzusprechen, bis endlich der sieg erfolget. Er starb y.tage hernach zu Lworno, und sein leichnam wurde nach Am­ sterdam gebracbt, wo man ihn tm deccmbr. an. 16;;. beerdig-te ; und Jhro Hochmögende, die Herren Staaten, haben ihm einprächtiges denckmahl, sein angedenckcn zu verewigen, aufrich-ten lassen. Man siehet darauf diesen Jan van Galen mit ei-nem kürasse angethan, und einen Helm unter seinen süssen ha-bend, darüber ist ein oval - förmiges ornamcut, mit schjff-und sieges-zeichen ausgezicrct, worauf die thaten dieses fte-hel-den kürtzlich beschrieben sind, unter ihm ist das see-trcffen zier-lich ausgegraben, worinnen er seine töbtliche wunde empfan-gen. Diß gantze wcrck ist von wcisscm niarmor, und siehet inder neuen kirelze zu Amsterdam . Diction. Flammand. Leveni» dailen der dorluchtige Zee-Helden, 11. deel.

Galenus , (Claudius) von Pergamo, einer stadt in Asien gebürtig. Er war eines gelehrten Baumeisters söhn, und einvortreflicher Artzt unter Kaysers M. Aurelii Antonini regierung.Wiewol ihn andere zu Christi zeiten setzen, und vorgeben , daßer mit der Magdalena ein gcspräch gcführct, welches aber vonGlyca widerlegt worden, imd viel klärer aus des Galeni eige-nen schriften der falschheit überwiesen wird. Sein vatter ließihn alle secten der Weltweisen hören, und wiedmele ihn hernachwegen einiger bedencklichen träume, die er von ihm gehabt, derArtzney-kmist. Nachdem er in seinem vatterlande, zu Smyr-na, Alexaudrien und Corintho so viel erlernet, als er hatte ler-nen können, gieng er nach Rom , und schrieb daselbst viel; dar-auf kehrte er wieder zurück in Asien , wurde aber von den Kay-fern Vero und Autonino wiederum nach Rom bcruffen. Nichtsdestoweniger begab er sich nach deren tode aufs neue zurück insein vatterland, allwo er durch seine Mäßigkeit ein ziemlichesalter erlangte, ohngeachtet er einen sehr schwachen und siechenleib halte. Er war der Urheber derjemgen art der mcdicamen-ten, deren man sich bis jetzo unter dem nahmen der Galenischenbedienet, und welche gemeiniglich den neuern chymischcn artz-neyen entgegen gesetzet werden. Desgleichen hat er auch, wie erin einigen seiner bücher ftlbst zu verstehen giebt »gegen die 200.bücher geschrieben, welche mit dem tcmpel des friedens, wo sieaufbehalten waren, verbrannt. Er wird von Carbano unterdie i2. subtilsten und scharfsinnigsten geister, so jemals in derwett gelebt, gezehlet. Man sagt, daß er zur pest-zcit aus Rom geflohen sey, weil er seinen darwider habenden artzney - Mittelnnicht habe trauen dörfen. Allein er wurde eine zeit hernach vonRom mit gewalt weggetrieben, weil er beschuldiget wurde, daßer durch die schwartze kunst zu curiren pflegte, welches qerüchtedaher entstanden, daß er einige mal das gluck gehabt, gefährlicheflüffe durch aderlassen zu vertreiben, und die fallende seuche da-durch, daß er dem Patienten eine peonien - wurtzel um den halsgehänget. Endlich starb er an. 140. im 70. jähre feines alters.Es haben ihn einige unter die Atheisten zehlen wollen, so abervon den meisten Gelehrten widersprochen wird. Vielmehr sindandere, die ihn vor abergläubisch ausgeben, und ihm neben dem

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