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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sondern erhub ihn auch an. 17-0. den 2. mertz in den Frey-herrn-stand. Butkens , troph. de ßrab. tom. II. p. 19;.

Galcsini , so unter dem nahmen Petrus Galcsiniiis be-kannt, war von Mayland gebürtig, und lebte zu ende desXVI. saeculi unter des Papsts Gregorii XIII. und Sini V. re-gierung. Er war Protonotarius Apostolicus, wurde auchwegen seiner wiffenschafft in den kirchcn - Antiquitäten werthgehalten. Er gab das Martyrologium Romanum mit nvtenheraus, übersetzte einige tractate Gregorii Nysseni und Theo-doreti ins Lateinische, ingleichen stellte er die historiam 8a-cram Sulpitii Severi , wie auch die Historiam EcclesiasticamHaimonis Halberftadieniis, nebst verschiedenen wercken der Al-ten aus licht. Man hat auch von ihm einige reden, wie aucheine Historie von den Päpsten, unter dem titul: Theatrum Pon-tificale. Mir aus , de script. fecul. XVI. Riccioli chron. re-form. Poßevin. in appar. sacr. Jacob. bibi. Pontif.

Galesius, (Petrus ) ein Spanier, verlohr auf der torturzu Rom , auf welche er aus verdacht der ketzerey gebrachtworden war, das eine äuge. Nachdem er aber wieder, los-gekommen , lehrte er zu Genf die Philosophie, und führtenach einiger zeit das Rectorat an der schule zu Bourdeaur.Von dar begab er sich nach Flandern , wurde aber entdeckt,und von den Spaniern durch einen fchluß der Inquisitionverbrannt. Sonst war er ein sehr gelehrter mann, und hat-te unter andern guten büchern auch unterschiedene manuscripta,daher» Casaubönus und Cujacius seiner rühmlich gedencken.Er hat auch einige schriften hinterlassen, sintemal er zu Genf eine schutz-rcde vor Farellum und seine collegen wider Pe-trum Carvli publiciret. So hat er auch unterschiedene tra-ctate Calvini ins Lateinische übersetzet, und von der GottheitChristi wider die neuen Arianer geschrieben. Mturßus , in Athen .Bat. p. t53- Colomefius , Gall. orient. Bayle.

Galesius, (Augustinus ) sonst genannt Galesius Bononien-sis , lebte an. 1970. Er lehrte zu Pifa und Bononien die Phi-losophie , machte verschiedene bücher, und unter andern einsde Terrae Motu , welches zu Bononien an. i; 71. heraus kam.Ahdtßus , de script. Bonon. Bumaldi bibl. Bonon.

Galfredus Monumetensis, mit dem zunahmen Arturus,Archiliiaconus zu Monmouth in Engelland, und nachmalsBischoffzu Afaph , lebte um das jähr 1152. unter dem KönigeHenrico II. Die Centuriatores Magdeburgici wollen, daß erzu Bcdä zeiten gelebt, und daß er zum Cardinal ernennet wor-den ; allein die Englische scriptores wissen nichts davon. Erhak eine Historie von Groß --Britannien , Vitam Merlini undGesta Regis Artuti , verfertiget, wannenhero ihn auch die mei-sten unter die fabelhaffte scribente» rechnen, ausser dem Pon-tico Virunnio, welcher des Galfredi bücher zusammen gezo-gen hat. Sonsten hat er auch geschrieben : de Exilio Eccle-siasticorum ; de Corpore & Sanguine Domini ; Carmina di-versi generis ; Commentaria in Prophetias Merlini, in Frag-ment. Giid. BaLius & Pitseus , de script. Angi. VoJJius , deHist . Lat. lib.ll. c. 52. Cave , hist. litt. Übrigens wird er auchGaufridus genennet, und ist von ihm ferner Nachricht unterGaufridus, war zu Henrici II. zeiten rc. zu finden.

Galfredus Plantageneta, siehe Gottfried.

* Galfredus, oder Galfridus de Vine Saf, oder de VinoSalvo, ein Enqelländer, welcher um das jähr 1200. gelebt,und geschrieben: Historiam seu Itinerarium Richardi und Poe-mata de glorioso Rege Richardo , welche unter Th. Gale scri-ptoribus V. historiae Anglicanae gedruckt worden ; de Modo in-serendi Arbores Aromaticas ; de Arte dicendi ; Poetriam no-vam , so Lyserns in den Poetis medii «vi heraus gegeben, undCarmen de Statu Rom. Curiae , welches Flacius und MabillvNans licht gestellet. Lelund. Pitseus , de script. Angl.

* Galfridus, mit dem zunahmen Rufus , war von an. 1128.bis 1140. Bischoffzu Durham, und gelangte als Cantzler vvnEngelland zu solcher würde. Er soll das schloß zu Alverton er-bauet , und seiner enckel einem, der sich mit einer aus demGräflichen geschlechte von Aibemarle vermählet, geschenckt ha-ben. God-vem. de Episc. Angi. P. II. p. 112.

* Galganertus, (Leander) ein Rechtsgelehrter, gebürtigvon Colle in dem Neapolitanischen, war um den ansang desXVII. seculi Richter in der Appellation zu Rom . Er hat deConditionibus & Demonstrationibus , Modo , Causa & Poe-na m 2. theilen , Venedig 1Ü09. Glossas ad Statuta Drbis Ro-mse, RvM 1611. de Tutela & Cura; de Differentiis Indivi-duorum utriusque Juris; de Jure publico, in4. büchern, Ve-nedig 162;. de Muneribus & Honoribus , und Syntagma com-munium Opinionum geschrieben. Toppi , bibi. Nap.

. (Dstltbes, völcker in der landschafft Guiana in Sud - Ameri­ ka, ^welche um die flüsse Courdo und Guienne wohnen.

Galigai , (Eleonora) des berühmten Marschalls von Ancregemahlin. Die familie, aus welcher sie sich schrieb, soll vorallers zu Florentz in ziemlichem ansehen gewesen seyn. Eswird aber vorgegeben , daß ihr vatter keineswegs aus derselbenhergestammet, sondern Dosi mit dem zunahmen geheiffen, undungeachtet seines geringen Herkommens , durch das vermögen,so er zusammen gebracht, ein mitte! gefunden, sich vor einennachkommen derer Galigai erklären zu lassen, auch solglich die-sen nahmen, nebst dem waren desselben geschlechts, zu füh-ren. Sie seiest, wiewol ihre gestalt und ihr verstand ihr ebenso wenig als ihre geburt , vor andern einen besondern vor»

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zug gaben , wurde dennoch der Florentinischen Printzeßin Ma-ria , einer tochter des Groß-Hertzogs Fraucisci, als deren vor-nehmste Ehreu-Dame zugeordnet. AIs dieselbe an. 1600. mitdem Könige von Franckreich, Henrico IV. sich vermählte, folg-te sie ihr in solcher qualität, und wußte sich auf eine so un-qemeine art in ihrer gewogenheit vest zu setzen, daß sie beyihr alles in allem galt. Insonderheit zeigte sich solches, sowolin Staats - als privat - fachen, nach dem tode des gedachtenHenrici IV. da dessen wittwe zur Regentin und zu des un-mündigen Ludovici XIII. vormünderin war erklärt worden.Wie nun das grosse glück der Galigai an sich selbst fähig war,ihr vielfältige feindschafft und Mißgunst zuzuziehen ; also wur-de dieses alles theils durch ihren eigenen, theils aber durchihres mannes Hochmuth, und durch dieses letzter« allzuge-schwinde und grosse erhedung gar sehr vermehrt. Sie hattenemlich nicht lang nach zhrer ankunft in Franckreich sich miteinem Edlen Florentiner, nahmens Concino Concini , ver-Heurathet; derselbe war angenehm von Person, geschickt inden Ritterlichen Übungen, und von einer guten conversation,hatte aber dabey durch ein zuvor geführtes unordentliches le-ben gröstentheils seine gesundheit, und bey nahe sein gantzesvermögen verlohren, dahero auch anfangs die Königin ihreevertrauten diese Heurath sehr widerricth. Doch, als dieselbegeschlossen war, überschüttete sie gleichsam den Concino mit-thern, ehren-stellen und andern begnadigungen, worunter son-derlich die würde eines Marquis von Ancre und eines Mar-schalls von Franckreich war. Ob nun wol solcher gestalt Cvn,cino sein gantzes glück seiner frau zu dancken hatte, so lebte erdoch mit ihr fast in stetiger Uneinigkeit, welches inzwischen kei.neswegs verhinderte, daß sie nicht beyderseits auf gleiche art,sowol von dem gemeinen volck, als von den Grossen, aufsheftigste wären angefeindet worden. Concino fieng zuletzt an,einen unglücklichen ausgang zu besorge», und bat dannenheroöfters die Galigai recht inständig, auch so gar fußfällig, daß sienebst ihm sich bey zeiten nach Italien retiriren, und daselbst dererlangten grossen reichthümmer in ruhe gemessen möchte. Al-lein weder sie selbst, noch auch die Königin, hatten lust dar-zu, bis endlich diese letztere, da das allgemeine Mißvergnügenwider diese 2. Personen allzusehr überhand nahm, ihnen ernst-lich rieth, sich aufs schleunigste fortzumachen. Einige wollenauch, sie waren im begriff gewesen, solches zu thun, als an.1617. den 24. april der junge König Ludovicus XIII. auf an-stiften seines favoriten de Luynes, den Concino in dem Hof desLouvre unvermuthet hinrichten, die Galigai aber eben densel-ben tag in verhafft bringen ließ. Hierbey verfuhren die solda-ten fo hart mit ihr, baß sie sich, ehe man sie in die Bastille brachte, vor so. stüver i. paar leinwand-strumpfe kauffen, undhernach -.paar hemder leihen lassen muste, da sie dochkurtzzuvor zum wenigsten vor 200000. thaler judelen, und vorLoooo.thaler silber-geschirr besessen hatte. Aus der Bastille wur-de sie in die ordentliche bütteley geführt, und bey dem eingangin dieselbe vollends des wenigen geldes, so sie bey sich trug, in,gleichen einer dienerin und eines apvtheckers, so noch bisherbey ihr geblieben waren, beraubet. Endlich fiel per aus-spruch des Parlements da hinaus, daß sie auf einem karrennach dem richt-platz ä la Greve gebracht, und daselbst ent-hauptet , ihr cörper aber verbrannt, und die asche davon indie lust gestreuet werden sollte, welches auch den 8. iul. an.1617. also geschahe. Sowol in währender ihrer gefangenschasst,als auch bey der execution < ließ sie eine ungemetne standhaff»tigkeit, und eine so gute Vorbereitung zu ihrem tode sehen, daßsäst bey allen zusehern der bisherige haß sich in ein mitleiden ver-wandelte. Es erscheinet auch aus demjenigen, was unparteyi-sche Personen von ihr aufgezeichnet, so viel, daß sie zwar der-jenigen fehler schuldig gewesen,, worein fast alle güustlingebey Hofe fallen, (nemlich des ubermuths, des geld-geitzes,und der begierde ihre creaturen zu erheben, hingegen ihre wi-derwärtigen auf alle weise zu stürtzen) keineswegs aber derzauberey, eines heimlichen Verständnisses mit den feinden derCrone, einer conspiration mit demjenigen, welcher HenricumIV. ermordet, oder anderer ausserordentlichen lasier, so manihr aufbürden wollen. Vielmehr ist davor gehalten worden,daß die rechte ursach obgedachter ihrer Verdammung nichtsanders gewesen , als die begierde, welche de Luynes gehabt,ihre und ihres mannes confisctrte güther (gleichwie hernachwürsslich geschehen) von des Königs freygebigkeit zu erlangen.Sie hatte^ mit dem Marschall von Ancre eine tochter und ei-nen söhn gezeugt. Jene suchten die eitern anfangs mit desHertzogs von Espernon anderm fohne, dem Marquis de la Va-lerie, und da solches nicht angehen wollte, mit dem jungenMarquis de Villeroy, einem enckel des damaligen Staats,Secretatii, zu verheurathen ; sie starb aber kurtz vor dem un-glücklichen fall ihres vatters , der sie überaus sehr geliebt hat-te , und ihren tob als ein zeichen seines bevorstehenden Un-tergangs ansähe. Der söhn, welchen, bey noch währendemWohlstände seines Hauses, der dritte Printz vom geblüt, Ca-rolus, Gras von Soissons , zu seinem schwieger - söhn anzu-nehmen willens war, wurde, ungeachtet seiner unschuldigenjugend, in eben dem urtheil, welches wider seinen entleibtenvatter und wider seine Mutter ergicng, seines Adel-standes ent,setzt, und vor unfähig erklärt, jemals einige ehren-stellen odergüther in Franckreich zu besitzen. Man hielt ihn über dieses ei,nc zeitlang auf dem schloß zu Nantes gefangen. Nachdem manihn aber wiederum auf freyen fuß gestellet, begab er sich nach