Florentz, allwo er von den geldern, so sein vatter noch ;u rech-ter zeit daselbst angelegt , 14000. thaler jährliche einkünfte sollgenossen haben, bis er allda in dem jähr 1631. an der pest ge-storben. Der bruder von der unglücklichen Galigai , welcherdurch deren beförderung zu dem Ertz-Bißthnm von Tours ,und zu der Abtey von Marmoutiers gelanget war , auch beynahe den Cardinals - Hut davon getragen hätte, wurde nachseiner fchwester fall auf so vielfältige art beunruhiget, daß erfreywillig obgedachte beyde Beneficia, mit vorbehält einerpension von 2000. thalern, resignirtc, und sein leben in Ita lien beschloß. Memoir. de la rlgence de Marie de Mldicis.Vie du Duc d'Efpernon. Memoir. de Bajßmpierre . VittarioSiri, memorie recondite tom. IV. Mercure Franqois. Memoir.de Deageant. Memoir. du Duc de Roban. Relation de la mortdu Markbai d’Ancre. Le Vajfor , hist. de Louis XIII . Laeonjuration de Concbini.
Galiläa , eine provintz des gelobtm lands, welche in demnördlichen theile von Judäa gelegen, und in Nieder-und Ober-Galiläa eingetheilt wurde. Man nennte dieses auch der Hey-den Galiläa, und zwar darum, weil es, wie Strabo bezeu-get , die Egyptier, Araber und Phönicier bewohnten. Bey-de theile grentzten westwärts an das Mittelländische meer,ostwärts an den see Tiberias, nordwärts an Phönicien, undsüdwärts an Samarien bis an den Jordan . Ober-Galiläa be-
§ reift die beyden stämme Assur und Naphtali in sich; das nie«ere aber die stämme Sebulon und Jsaschar. Die vornehm-sten städte in Galiläa waren Apollonra oder der thurn Stra-to , welche Herodes wiederum erbauen ließ, und Cäsareamnenncte , Capernaum , Tiberias , Nazareth und Cana. Stra.bo, Üb. XVII. Jofipbus , lib. III. c. 4. Adricbomius , tcrr.fanct. Clericus , comm. in Genes . XIV.
* Galiläi, (Vincentius) ein Edelmann von Florentz, der inden mathematischen wiffenschafften, sonderlich aber in der Mu-sic erfahren war, wie er dann auch in seiner mutter-sprache einvon der alten und neuern Music handelndes, und in fünf bü-cher abgetheiltes werck geschrieben hat, welches von den ken-nern sehr hoch geschätzet wird. Odwol Galiläus Galiläi nursein natürlicher söhn gewesen, so hat er sich dennoch dessen auf-erziehung sehr angelegen seyn lassen, es aber dennoch niemalsdahin bringen können, daß der junge Galiläi die gleiche Nei-gung zur Music hätte, die der vatter zu dieser edlen kunst trü-ge. Cartesius hat in seinen schriften den vatter und den söhnsehr oft mit einander verwechselt. Suppi. de Paris .
Galiläus Galiläi, von Florentz gebürtig, war ein be-rühmter Mstbemsticus, und des vorhergehenden VincenttkGaliläi, natürlicher söhn. Nachdem er einige zeit zu Vene dig gelebet, gab man ihm eine Prosestlon zu Padua , all-wo cr 18. jähr mit gutem applausu lehrte. Hierauf wur-de er von dem Groß-Hertzoge von Florentz nach Ptsa be«ruffen. Man sagt, daß, als eines der fern-gläser, so Jaco-bus Metius an. iüo8. in Holland erfunden, nach Venedig ge-bracht worden, er die gantze nacht darauf gesonnen, und inder folgenden eben dergleichen zu stände gebracht habe. Erhat von den flecken der sonne, wie auch von dem zufall desSaturni, da er bisweilen gantz vollkommen, und manchmalnur oval oder länglicht - rund zu seyn scheinet, und von denabwechslungen der Venus, welche des monden gleich sind,unterschiedene mathematische schriften heraus gegeben. Erentdeckte auch die Satellites .Jovis, das ist, 4. sierne, die erum den Planeten Jupiter erblickte, und die sterne von Medi-cis nannte; wiewol bereits vor ihm der Augspurgische Ma-thematicus, Simon Manns, in Teutschland diese gestirncobservirt. Michael Mästlinus hatte ihm des Copernici mey-nung beygebracht, daß die sonne unbeweglich, und die erdesich um selbige herum drehe, welches cr mit so besten grün-den behauptete, daß es fast von allen Gelehrten angenommenwurde. Doch Urbanus VIII. verdammte diese meynung, alswelche nach dieses Pavsts urtheil der heiligen Schrift zuwi-der wäre, und verbot ihm, selbige weiter fortzupflantzen. Weilaber Galiläus hierwider handelte, und sowvl öffentlich solcheslehrte, als in schriften davon zeugte, kam er darüber in dieInquisition , und muste9. iahr gefangen sitzen, auch endlichim 60. jähre seines allers dieselbe widerruffen. Er starb an.1642. im 78. jähre seines alters. [.onganilla , epist. ad san-ken. Godeau, hist. de l’Egl. tom. I. liv. II. p. 230. Voßus, deMathem. Crajso , elog. P. I. Eryt braus , pin. I. im. 93. GhuUni, theatr. Pafibius, invent. p. 52;. 931. seqq.
Galmderland, lat. Galindia, ist ein ziemlicher strich lan-des in dem Brandenburgischen Preussen, welcher an Pomesa,nicn, Ermland und Bartonien, wie auch an die PolnischeWoywodschafften Warschau und Ploczko grentzet. Die besteörter, so darinnen liegen, heissen Ortelsburg, Passenheim und Wildenberg .
Galindo, (Beatrix) aus Salamanca gebürtig, war eineDemoiselle der Königin Jsabellä von Castilien, und nachge-hends an Franciscum Ramirez, Königl. Secretarium , ver-heurathet. Sie wurde wegen ihrer grossen wiffenschafft in derLateinischen spräche Latina genennet, stiftete an. 1506. zu Ma drid ein Hospital und andere Profeß-Häuscr, und starb den 2;.nov. an. 1939. De Moia, de illustr. Hisp. mutier, üb. III. c.48.Davila, hist. Salamant. lib. III. c.22. De Ribtlii, gloria immor.tale stelle Donne üb. XIII. Antonio , bibl.
Galindo, rtwPrudentia, der junge zugencmnt. drss-nwahrer nähme Galindon ist, war ein Spanier, und kam mFranckreich, allwo cr Adelberto, Bischoff zu Troycs inpagne, succedrrte. Er wohnte dem Concilio zu Daris an846. dem zu Tours an. 84y. und dein zu Sviffons an »«'bey. Er wurde zu vielen wichtigen fachen als schieds-manngebraucht, und Hmcmarus seldsten verlangte von ihm die aus-legung vieler schwerer Schrift-stellen. Er starb an. sei. ober,wie andere wollen , an. 864. Lupus Ferrar. epist. 63 & 0,Flodoard. hist. Ehern. lib. III. c. 21. CamuJ'at, antiq. deTroyesBartb. advers. lib. XLIV. c. 19. Sammartb. Gall Voll», 'de Hist. Lat. üb. III. ‘ W '
( 3 «birt.) ein Italiänischer Dominicaneraus Reggro im Modenesischen, daher er auch gemeiniqlich d-Reggio genennt zu werden pfleget, hat an. 144-. als Provin-cial gelebet, und Adaptiones 8. Scriptune tarn Vet. quam N Te-ftamenti geschrieben , wie Thomasinus in bibl. Pauv p rr'bezeuget. Rovetta übergehet diese schrift, leget ihm aber baigegen die folgende , als : Scriptum in 4. libros Sententiarum,und Qujestiones Theologicas varias bey , setzet ihn auch, aufdes Rivalii zeugnis sich gründend, ad an. i;So. Leander t deicr.Ital. p. ;86. seq. Ecbard , bibl. Dom. tom. I. p. 795.
Galiota , von Gordon-Genovillac, welche von den vrdens-leuthen die Mutter der heiligen Annä genennet wird, war einetochter Ludovici von Gordon-Genovillac, Grafen von Vail.lac, und Annä von Montberon, seiner ersten stauen. Siewurde den nov. an. 1589. gebohren, und ward in der taufe,zum gedächtnis Jacobi Galioti von Gordon-Genovillac, Grvß-Stallmeisters in Franckreich, Galiote genennet. AIs sie 3. jähralt war, that man sie zu den Nonnen des ordens Johannes von Jerusalem in dem kloster des Hospitals zu Beaulieu.' Im7. jähre empfieng sie den ordens-habit, und ums ir.jahr thatsie profeß. Im 15. oder 16. jähre ward sie Coadjatrix derAebtißin, und im 29. jähre ihres alters brachte sieden erdenin diejenige verbesserte vrdnung, deren sich die ordens-lcutheder heiligen Clara bedienen. Sie starb an. 161 8. Deojh,des Dames illustr.
Gall, eine edle familie in Dänemarck, aus welcher Peter,Dänischer Vice-Admiral, entsprossen, der an. 1644. in seinemhohen alter auf dem schloß - platze zu Coppenhagen enthauvlekwurde, weil er die in den Kieler-Hafen geflohene Schwedischeschiffe nicht angegriffen hatte. Europ. Merc. p. 15a.
Gall von Gallenstein, ein Gräfliches geschlecht in Crain,von welchem Heinrich das 5. weilen von Laybach gelegeneschloß Gallenstein schon an. 1388. besessen. An. 1346. warMartin General der Croatischen grentzcn. Thomas befandsich an. 1392. als Kayserlicher Major und Commendant inder vestung Wihitzsch in Croatien, als selbige an die Tür-cken üdergieng. Wie nun die feinde die desatzung bey ihremauszug wider den gegebenen accord angriffen, wehrte er sich fotapfer, daß die meisten davon, worunter auch ein Aga war, aufdem platze blieben. An. 1688. war Bernhard Oberster zu Ot-tozi; in Dalmatien ; und um eben diese zeit diente Friedrichdem Kayser als Oberster und Commendant zu Werowitiza.Au. 1660. war Cosinus Gall von Gallenstein Fürstlich-Heßi,scher Oberster und Ober-Forstmeister der GrafschasstNidda,welcher sich vermuthlich der religion wegen aus Crain wegbegeben. Vnlvasoro Crain. Bucel. stemm. P. I.
Galla , eine Kayserin in dem IV. soculo , war KäufersValentiniani I. tochter, von seiner andern gemahlin Justin«,und ward von Theodosio M. in seiner andern ehe geheurathct,gebahr ihm auch neben einem söhn, welcher in der kindheitverstorben, die Gaüam Placidiam, so erstlich an Ataulphumder Gothen König, und nach diesem an Constantium , denCaesarem , vermählt worden. Sonsten wird die Galla vonPhilostoraio für eine Arianerin ausgegeben < in welcher sectesie wenigstens von ihrer mutier Justin« ist ariferzogen worden.Sie verstarb an einer gedurt in Constantinopel an. ,94. Übri-gens darf man sie nicht mit der Galla, Julii Constantii,Constantini M. bruders frau, confundiren, welche desjenigenGalli, so Julianum Apostatam zum bruder hatte, Mutter war.Noch eine andere Galla, eine tochter des Symmacuri, an denFulgentius etliche mal geschrieben, lebte im VI. seeulo. Derersten gedencket Zoßmus , üb. IV. hist. der dritten Gregoms, lib.IV. dial. c. 13. *
* Galläus , ( Philippus ) ein berühmter kupferstecher ausHartem, starb zu Antwerpen an. 1612. in dem 7;. jähre seinesalters. Seine vornehmsten wcrcke find : Epitome Theatri Or-teliani, Antwerpen 1390. Effigies i<o. Virorum; Effigies i;o.Virorum Belgarum ; Icones illustrium Galliae Belgicae Scripto-rum; 12. Cardinalium Imagines & Elogia; Icones illustriumFoeminarum V. & N. Testamenti; Imagines Semideorum ma-rinorum amnicorumque ; Icones Prophetarum ; Victoriae &Triumphi Medices Familia:; septem Orbis Miracula ; Vermissericeus; Prosopographia Virtutum; Venationes Ferarum,Avium, Piscium; Equile Joannis Austriaci. Sweertii Athen.Belg.
* Galläus , (Servatius) gebürtig von Rotterdam , gab zuHarlcm bey der Wallonischen gemeine einen Prediger ab, undstarb zu Campen in Holland an. 1709. Er hat sich durch stz»ne Distert. de Sibyllis , Amsterdam 1688. in 4. und durch dieOracula Sibyllina , die er mit anmerckungen er.rutert, zu ge-
dach-