g a I
dachte« Amsterdam 1689· in 4· bekannt gemacht. Fttbri de-cas decadum. Tentzels monatliche unterred.
* Galland , (Antvmus) ein berühmter Antiquarius, waran. 1646. zu Rollo einem dorfe in der Picarbie, nicht weitvon Montdidier , von sehr armen eitern gebohren. Nachdemsein vatter gestorben, kam er nach Noyon , aüwo ihn der Prin,cipctl des dasigen Collegii , und ein gewisser Canonicus bis inHin 14. jähr auf ihre kosten studiren liessen, da sie aber auchbeyde zugleich mit tode abgiengen; weswegen er auf feiner mut-ier begehren sich bequemen muste ein handwerck zu lernen. Sobald aber nur eines von seinen lehriahren verstrichen , wollteihm diese lebenS-art nicht weiter gefallen , und begab sich da.her nach Paris , allwo er sich bald unterschiedene Patronen er-warb , weiche ihm zu fortsetzung feiner ehedem angefangenenstiidien, besonders in den Orientalischen sprachen, behulflichwaren. Da er nun in denselben eine ziemliche kanntnis erlan-get , nahm ihn der Französische Abgesandte von Nointel mitnach Constanlinopel , ingleichen nach der Levante , von wan-nen er auch eine reise nach Jerusalem that, und sich sodannan. 1675. wiederum nach Hause verfügte. Weil er aber beydieser gelcgenheit verschiedene alterkhümmer, und insonderheiteinige schone müntzen gesammlet, wurde er daher dem berühm-ten Vaillant, Carcavy, und andern bekannt, welche ihn über,redeten , daß er zum andern mal eine reise nach der Levanteübernahm, von welcher er auch im folgenden jähre viele Me-daillons mit zurücke gebracht, die dem Königl. cabinet einver-leibet worden. Nicht lange darauf, nemlich an. 1679. wurdeer aufs neue eben dahin abgeschickt, um in die Colbertinischebiblivlheck und cabinet einige seltrnheiten zusammen zu ssl,chen, da er denn auch in seiner adwescnhclt den trtul eines Kö-niglichen üntiquarü erlanget, und während seines langwieri-gen auftnthaltö in diesem lande sich in der Türckischen, Ara-bischen und Peruanischen - spräche vollkommen vrste gesetzet.Er war auch eben fertig sich nach Smyrna zu schiffe zu be-geben , da er bey einem sehr heftigen erddeben in grosse gefahrgericty, iumaffen das Haus, worinnen er wohnte, umgestür-tzet, und er unter die ruinen desselben begraben wurde, so daßman ihn nicht eher, als des andern tagcs wieder herausziehen,und retten konnte. Nach seiner Wiederkunft in Franckreichgieng er bis an. 169,. dem Herrn Thevcnot bey der Königl.bidliolheck an die Hand, und arbeitete sodann mit Herbelot andessen öibliorkegue Orientale, die er auch, als derselbe dar-über verstorben, vollends zu stände gebracht, worauf er sich erst-lich zu dem Ober-Präsidenten Bignvn, und sodann zu demStaats-Rath Foucault begab, bey welchem letztem er sich einegeraume zeit in der Niedcr-Normandie aufgehalten. Als manhieraufdie Academie des Inscriptions wieder erneuerte, wurdeer zu deren niitglled ernennet, und begab sich deswegen an.1706. wieder nach Paris , woselbst er folgends an. 1709. auchdie Profession der Arabischen spräche in dem Königl. Collegioerlangte, und endlich den 17. febr. an. 1715. mit tode abgieng.In seinem letzten willen vermachte er seine Orientalische ma-nuscripte der Königl. bidlrotheck, sem Dictioanaire Numifma-tique aber, daran er verschiedene jähre gearbeitet, der Academiedes Inscriptions , und feine Französische Übersetzung des Alco-rans, welche er mit vielen grammaticalischcn noten über denArabischen tert, wie auch mit andern critischen und histori-schen anmerckunge» versehen, dem Abt Bignvn. Er war nn-gemein arbeitsam , in seinen Untersuchungen sehr accurat, undin seinem Umgang über die Massen liebreich und angenehm,in seinem wandet aber rechtschaffen, und nichts weniger alseigennützig. Seine schriften sind : Lcs ParoleS remarquables,les bons Mots & les Maximes des Orientaux; Lettre tou-chant l’Histoire des 4. Gordiens, prouvee par les Medailles;Lettre touchant 4. Medailles antiques publiees par le R. P.Chamillard; Lettre touchant la nouvelle Explication d’uneMedaille d’or du Cabinet du Roi , Wider den Herrn Valle-Mvnt; Observations sur les Explications de quelques Me-dailles de Tetricus le Pere , & d’autres tirees du Cabinetdc Mons. de Ballonfeaux , wider den P. Hardomn ; de l'Ori-f gine & du Progres du Caffc, für un manuscript Arabe ; wo-von er aber nur schr wenige exemplarr drucken lassen; les Mil-le &une Nuit, Contes Arabes traduits en Franqois, in X.tomis; trois Lettres touchant la Critique de M. Guillet fürle Voyage de Grece de ,Jac. Spon , welche bey des SpvNii Re-ponfe auf die gedachte Critic an. 1679. anzutreffen; und Re-lation de la Mort du Sultan Osinann & du Couronnementdu Sultan Muftapha, traduite du Turc . Über dieses hat er auchan der ausgäbe der Menagianorum an. 169?. und 1694. grossKit antheil gehabt, und in die Memoires de Trevoux vier, inöte Histoire de l’Academie des Inscriptions aber fünf abhanb-lungcn, darinnen er entweder müntzen, oder einige andere al-tcrthummer erläutert, »ugieichen in die Histoirs Critique de laRepuhlique de Lettres tom. VII. Explication d’une MedailledAuguste en argent frappöe par les soins de L. Caninius Gal-lus, contre l’Explication de M. Schott, einrücken lassen. Hiß.i e ^A<adimie des Inscriptions, tom. III. Hicerox t mem. tom. VI.« X. seq.
* (6alland, ( Augustus ) Procureur-General der DomainevuiF ? östrcst ' Mnl1 Königlicher Französischer Staats-Rath im^■Vli. seculo , hatte die Französische Historie und die vorrech-« seines Königs sehr wohl inne, und stellte von diesen male-
g a l 659
rirn einige schriften ans licht, welche nach feinem tode an. 1688.sein söhn August«», der ein P. Qratorii gewesen , seinen Me-moires pour l’Histoire de Navarre & des F'landres beygefüget.Es werden noch zu Paris verschiedene, besonders genealogi-sche , Nachrichten von diesem Galland hier und da in den btblio-theckcn aufbehalten. LeLoxg, bibl. hüt.
GaUanda, ein berg in der Eyqenoßifchen LandvogteySargans ; soll einer der höchsten in der Schweitz seyn, undkupfer-ertz haben. Scheuchzero B. R. rom. ll. p. j 4 . *GaUandus, oder (öalanvius, (Petrus ) das Haupt deSCollegii Boncuriani JU Paris, und Canonicus zu unserer lie-ben Frauen, war gebürtig von Aire in Artvis. Wegen seinerwiffenfchafft in sprachen, Uumanioribus und der Theologiestund er bey Francifco I. in grossen gnaden, und bey den ge-lehrtesten leuthen in besdnderm ansehen. Er starb an. 1559.und hinterließ einige buchet, als da sind : Oratio dc Franci-sci I. Laudibus; Scriptores de Agrorum Limitibus; in Quin-tilianum Argumenta ; Oratio pro Aristotele & Pr itienfi Scho-la contra Ranium. Einer von seinen vettern, Wilhelmus Ga-landus, der an.«612. gestorben, ist sehr gelehrt, und ebenfallsdas Haupt im Collegio Boncuriano gewesen. Du Maine, bibl.Franq. Tumeb advers. üb. ll. c. 1. & Üb. VIIL c. i». Mtra-tt.dc script. fa;c.XVI. Andr. bibl. Du ßoullay,h\i\.Umw. Paris.&c.
GALLANI, ein vvlck in Africa, welches nach einem ge,ringen ansang endlich einen grossen theil von Abyßinie» un-ter sich gebracht. Sie waren anfänglich nichts mehr als scla-ven bey einem grossen Herrn in dem Königreich Ball. Alsaber derselbe sehr übel mit ihnen verfuhr, wurden sie an. 15,7.auftührisch, und weil sie keine hoffnung hatten, pardon zu er-langen , siohm sie auf das gedurge, allivo sie allerhand raube,reyen verübte», bis endlich ihre anzahl durch solche leuthe, wel-che auS Hoffnung des raubens und plündernü sich zu ihnen be-gaben , dermassen vermehret «vurde, daß sie grosse armeen zu-sammen bringen konnten, und dernnach aus räubern «nächtigeland-feu«de «v,irden, gantz Bai« unter sich brachten, eine eigneform einer Repudiick zusammen aufrichteten , und zu deren de-stätigung solche gcsetze machten, welche sie zur vermehriing ih-rer nation vor dienlich erachteten. Ihre junge manns-perso-nen durften ihre haare nicht eher abschneiden, bis sie einenftinb im selbe erschlagen, oder c,n wildes thier getödret hatten.Bey ihren gastereyen wurde der beste bissen in oie mitte ge-setzt , und wer denselbigen nabin, der nmste der erste seyn,welcher sich in eine gefahr wagte. Um kund zu ,nachen , daßsie einen feind erlegt, musten sie die köpfe davon nach der schlechtmitbringen, und wenn das gesshlecht in zweifcl gezogen wurde,so musten sie zurück gehen, und das gcburls-glied holen. Ihrraub wurde gleich ausgetheilt, um einen legiichen dadurch auf-zumuntern , vor sich selbst zu streiten. Ihre wessen, womit sieauf ihre feinde losgiengen , waren speere und wurf- pfeilc,die sie in die ferne gebrauchten , desgleichen prügel und pfäh-le , so an einem ende gebrannt waren, und von ihnen gebrauchtwurden, wenn sie den feind gantz nahe vor dem gesichr hat-ten. Ihre wassen, ivomit sie sich beschützten, warm kleinerunde aus büffel-hauten gemachte tartschen oder schilde. Siesäeten und düngeten nicht, sondern trieben ihr vich für sichhin über die fruchtbarsten selber. Sie äffen roh fleisch n«dtruncken milch. Ein wohlgesittet volck, das in allein ,'cher-fluß lebte, muste vor ihnen erschrecken; wiewol sie hingegmbey ihrer armulh vor allen feindlichen anfällen sicher waren.Wenn man sie von GOtt fragte, so antworteten sie, daß sol-ches der Himmel wäre, der alle dinge umgebe. Nachdein siesich also in Bai» vest gesetzt und vermehrt, so sind sie viel jährglücklichgewescn, und haben minmehro Kedma, Angvta, Da-war», Weba, Fatagar, Jfat, Cout, Damot, Bizamo, undeinen theil von Sacwa, welches fast die helfte des Adyßiin-schen Kayserthums austraget, unter sich, und ist nicht geringegefahr, sie mochten demftlbigen endlich den garaus machen.Ludolpb. bist. FEthiop. Üb. I. c. 16.
*<6allapagos, oder GaUopegos, etliche bewohnte infulnauf dem Mar del Zur , unter der iiliie lind zu beyden feitenderselben gelegen; die so am meisten gegen vsten liegt, ist110. Französische weilen von dem vestc» lande abgelegen.Wilhelm Dampier, welcher an. iSgz. in einigen davon gewesen,sagt, die Spanier haben dieselben zuerst entdecket, »nd ihumobgedachten nahmen gegedm ; sie seyen auch die einzigen, die siein ihren charten abgezeichnet. Sie sind in grosser menge, understrecken sich von der linie an nordwärts, bis gegen z. gra-ben. Es sind darunter etliche, welche 3. bis 4. weilen langund gegen 2. breit sind, und westwärts liegen einige, die sichbis z. zu 6. weilen in die länge und bey nahem so viel in diebreite ziehen. In diesen letzter» giebt es viel grosse bäume»siüsse, eine grosse menge erd-schildkroten, so daß sich bey >e>oo.mann ohne andere nahrung davon erhalten könnten. Sie sind.sehr fett, zart und schmackyafft, und giebt es darunter, welcheizo. bis 200. pfund wagen. Von thieren, die auf der erbensich aufhalten, finden sich keine daselbst als schlangen ; die turtel.tauben hingegen Hecken in grosser menge allda, und sind nichtwild, wie anderswo. Übrigens haben diese infuln noch Überflußan saltz und meer-schildkroten rc. Die insul, welche eigentlichund vor andern dieser beschriebenen Gallopegos genennct wird,hat an breite und lange ungefehr 2. bis 3. Meilen; der küste istschwer deyzukommen, ja es ist nicht möglich als an der nord-
seite