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feite derselben zu «tiefem, und kaum anderstwv zu länden.
Diimpier , voyage autour du Monde tom. I. c. Tham.Corneille , Diction. Göographique.
Gällardum, insgemein Lhateau Galltard genannt, warvor zerten ein sehr vestes castell in Franckreich, so auf einemHügel stund, und von Richardo, Könige in Engelland, auf-rrbaut worden. Es lag an der Seine, nahe bey der msulAndely , und wurde von dem Könige in Franckreich, Philip-po Augusts, über s. monate belagert, auch letztlich erobert.Anjetzo ist ein dorf daraus worden, so nicht weit von Ande,ly lieget. Valeßus s not. Gall.
Gallaro, (Nicolas des) lat. GaUafius , ein Prediger zuGenf , hat dem berühmten gespräch zu Poissy beygewohnet.An. 150. ließ ihn dir kirche zu Genfber kirche zu Pariö auf ihransuchen über. Er und der Deputirte der Paristschen kirchen,nahmens Nicolas du Rousseau , wurden untcrweges zu Diionangehalten, und weil man bey dem lctztern verdächtige bücherfand, muste er den tod leiden , Gallars aber kam davon. Umdas jähr 1564. ist er in Orleans Prediger gewesen. Calvinushat viel von ihm gehalten. Er hat verschiedenes geschrieben,sonderlich zur defension Calvini, wider Cochlaum, und für Fa-rellum und dessen Collegas gegen Petrum Caroli, und etlicheMisten von Calvino übersetzt, und den Jrenäum edirt. Be-ta hist. eccles. Gefaeri bibl. Bayle. *
Gallas, eine Gräsiiche familic in Böhmen , welche aus demBißthum Trident herstammet, allwo sie schon vor allen zciten in
S sscm ansehen gewesen. Pancratius GallaS von Galasso thatzu ausganq des XVI. foculi in den kriegen in Flandern undItalien hervor, und zeugte mit Annunciata Mercanti Mat-thiam Gallas, den berühmten Kayserlichen General , vonwelchem ein besonderer artickul folget. Derselbe hinterließ 2.söhne, Franciscum, welcher den titul eines HertzogS von Lnce.ra erhalten, und Graf Antonium, welcher sich in Bohmenniedergelassen. Des letztem söhne sind: 1.) Philip.pus Fran-riscns, Graf von Gallas, Herr in Ronow und Schon-Johns-dvrff, Kayserlicher Cämmerer und Landes-Hauptmann zu Reis»fe; 2.) Johannes Wenceölaus, Kayserlicher Cämmerer undStatthalter, wie auch oberster Land-Marschall in Böhmen .Er hat die Herrsthafft Friedland nebst vielen andern güthernjn Böhmen besessen, und sich unter den Kaysern Josephound Carolo VI. durch seine wichtige Ambassaden in Engel ,land und zu Rom höchst berühmt gemacht. Mit seiner er.sten gemahlin, Maria Anna Francisca, Philippi Sigismun.di, Grafen von Dietrichstein tochter, hat er einen söhn gczeu-aet, worauf er sich an. 1717- mit Ernestina, Gräfin vonDietrichstein , seiner ersten gemahlin schwestcr, vermahlet,die ihm an. 1718. zu Rom eine tochter gebohren. Er verstarbals Vice-König von Neapoli an. 1 719.
Gallas, (Matthias) Graf zu schloß Campo, Kayftrliche»General-Lieutenant , war einer von Adel, aus dem BißthumTrident, von grossen Mitteln, und der jetztgedachten familie.Anfänglich diente er einem Freyherrn zu Bauffremont, derLothringischer Ober-Cämmerer und Land-Oberster war, alsPage, und nachqehends als Stallmeister. Jn dem Spani.scheu kriege, welcher wider den Hertzog Carl Emanuel vonSavvym an. rsis. und 1617. geführct ward, gab ihm seinHerr daS fähnlein. In währendem kriege wohnte er der be-lagerunq von Vercelli bey, resiqnirte aber bald. Hernachwurde ihm das commando von Riva, einer berg, vestung,anvertrauet, welche er aber wegen einer mit einem Oester-reichischen Minister habenden streitigkeit bald wieder nieder-legte, sich hierauf nach Teutschland begab, daselbst bey demKayser Ferdinande II. und der Cathvlischen Liga Oberst-Lieute-nant , auch nach vielen glücklichen Verrichtungen in Böhmen ,am Rheinstrom und an andern orten, Oberster über ein regi«ment zu fuß wurde, da er denn gleich darauf die Dänen imBremischen erlegte, und in dem treffen bey Steinfurt fast daSmeiste zu der victorie beytrug. An. 1629. meng er unter desGenerals Grafen von Colalto armee als General -Wachtmei-ster mit in Italien wider den Hertzog von Mantua . WegenUnpäßlichkeit dieses Grafen, ingleichen weil der Kayser ihn zu-rück rüste, ja auch wegen dessen letzlich gar darauf erfolgtentodes , commandirte er nebst Aldringer die Kayftrliche armee ,und eroberte nach vielen andern orten, auch unterschiedenenerhaltenen siegen, endlich die stadt Mantua , aüwo reiche beuteangetroffen wurde. Bey dem Chierascischen fricdens-schlusse ister als Kayserlicher gevollmächtigter Abgestindter an. iü;i. zuden executions - tractaten nach Chierascv gesandt, und als erdarauf mit den Kayserlichen trouppcn nach Teutschland gc«gangen, General-Feld-Zeugmeister worden. Der Kayser mach,te ihn auch zum Reichs-Grafen, und gab ihm nach dem Schwe-dischen siege bey Leipzig an. 16; 1. das commando über die inBöhmen marschirende trouppen; da er denn die stadt Pilsen sal-virte, hernach Prag wieder einnehmen half, wider den Konig inSchweden bey Nürnberg seine tapftrkeit erwiese, mit 1000a.mann in die Ober.Pfaltz einbrach, sehr viel örter nebst Greiffen-berg, Felden, und endlich Freyberg einnahm, auch der schlachtbey Lützen beywohnte. In Schlesien commandirte er wider dieSachsen , und defendirte hernach Passau wider den feindlichenangriff des Hertzogs Bernhard von Sachsen. Wallensteinsgefährliche eonsiiia entdeckte er dem Kayser, und wurde dar-auf der armee als General,Lieutenant vorgestellet. Nach Wal,
lensteins tode, so noch ln eben demselben monate r» E««-folgte, commandirte er die gantzc Kayftrliche armee , bis5».dmandus III. Komg m Ungarn und Bohmen, bey deMmanlangete; doch behielt er nächst diesem das oberste commandoBey eroberung der stadt Regenspurg, und als die Ober-A l-ben Schweden abgenommen wurde, wie auch bey der den-8. aug. bey Nordlingen erhaltenen victorie legte er mchgeringen cui)tn ein, zumal da hierdurch der SchwäbischeFranckuche und Rhcmische kreis wiederum zur Kayftrl cbcndevotion gebracht wurde. Er bemächtigte sich der Unter-PM,ließ durch eine knegs-list an. 16;;. Philippsburg einnehmengewann Worms, Landshnt und Kayserslautern, und bd«gerte Mayntz; wiewol er diese belagerung wegen de« ankom.wenden entsatzes wieder aufheben muste. Den Hertzog Bern-hard von Sachsen zwang er, daß er seine retirade in Franck-reich suchen muste. Allein da er selbigem in die längst verwü-stete und ausgezehrte gegenden vom Hundsrück und Lvthrimgen nachzog, auch darauf den krieg im Elsaß herum schlev-pen wollte, verlohr er durch Hunger und pcstilentz den qröstmtheil seines krregs - volcks , und muste mit dem Überrest baldnach ansang des 16;6. jahrs wieder über Rhein ziehen; da erauch im sommer darauf in die Lrancke-Lomte einfiel, qienaselbige neue armee, ohne etwas wichtiges zu verrichten, au?gleiche weise zu gründ. Er kam auf begehren deS Kaystrtnach Wien , und als ihn der neue Kayser Ferdinandus IIIin seinem Generalat bestätiget, gieng er den Schweden inPommern nach, und nachdem ihm ein gewisser EdelmannKüssow einen weg bey Tribsees gewiesen, so von den Schwe.den nicht zum besten verwahret wurde, überschwemmte ergantz Vor-Pommern, occupirte die insul Uftdom, Wolgafi,und andere orter mehr, daß den Schweden darinn ausserStralsund , Grypswald und Ancklam fast nichts bliebe. Je,doch verfolgte auch da diesen General sein schon vorher gc,spurtcs ungluck, so daß dessen armee über den winter durchHunger, kranckheiten, und ausreiffung von iro. regimenlernbis auf nooo. reutet und nur 4000. mann zu fuß zerschmoltze.Dahero als Bannier daS folgende jähr aus Schweden ver-stärcket worden, Gallas nicht hindern konnte, daß jener dirPommerischcn Plätze nacheinander wieder einnahm, und her,nach vor demselben immer weichen muste, bis ihn zuletzt mehrder Mangel und die hungers-»wth, als die macht deS feindcS biSin Schlesien und Böhmen zurück triebe. Hernach wurde er sei,ner General -Lieutenants - charge erlassen, weil der Ertz-Hcr,tzvg Leopold Wilhelm von Oesterreich die armee commandirte,und begab sich auf seine güther zur ruhe. Doch als dieseran. 164;. das commando niederlegte, wurde er wieder an denKayserlichen Hof beruffen, und ihm seine vorige stelle einge-räumet , die er denn mit verschiedenen rühmlichen thaten widerdie Schweden in Böhmen , Mähren und Schlesien fortge-führet , auch, da der General Torstensobn von dannen unver»sehcns in Holstein gieng, um die Dänen mit krieg anzu,grciffen, folgte er selbigem nach $ und mcynte ihn solcher Mas-sen in Holstein einzuschliessen, daß seine gantze armee ent,weder durch schwerdt oder Hunger sollte zu gründe gehen. Ernahm auch wurcklich Boizenburg ein, und vereinigte sich mitdem Dänischen kriegs-volck. Aber Torstensohn gieng nichtsdestvweniger gerad neben ihm vorbey aus Holstein weg, wellGallas keine schlacht wagen wollte, welcher dann nun denSchweden folgen muste, und sich zwar bey Bernburg in ei-nem vesten lager setzte, auch noch von verschiedenen orten hülffcan sich zog; gleichwol aber, da ihm der feind in kurtzemdie zufuhr abschnitte, seine armee wieder nach und nach zer-schmeltzen sahe, daß endlich von der gantzen anzahl kaum et-liche ivoo. erstlich nach Magdeburg , und sodann gen Mitten,berg und in Böhmen entrannen; von welcher zeit an dieserGeneral keinen feldzug mehr gethan, und Hatzfeld an seinestatt das commando bekommen hat. Der Kayser gab ihmnach Wallensteins tobe die Herrsthafft Fricdland, und ver-ehrte ihm Schmichs. Er selbst hat die andern Hcrrschafflen,Reichenberg, Seidenbera und Kirchenderg an sich gebracht,auch bey eroberung der stadt Mantua sehr viel erbeutet. Jadem Tridentinischen gebiethe besaß er das schloß Campo undMartürello. Endlich starb er zu Wien den r;. apr. an. 1647.da er z y. jähr alt war. Die Ursachen seines todes waren der stein,und das podagra. Sein leichnam ist zu Trident in der Jelm»ter-kirche begraben worden. Vor seinem tode verlangte er >ehrmildem Kayser wegen einer nothwendigen angclegenheit zure-den , da er aber solches nicht erlangen können, hat er sich einbund briefe reichen lassen, und solche selbst verbrannt. Sunwünsch war, ein gewiffcs zeichen des annähenden tods zu haben,dessen er auch theilhassttg wurde, denn er spie einen zahn, welch«der barbierer des lages vorher vest genug zu seyn befunden, ohneschmertzen aus dem munde, und darinnen wurde ein schwach«creutz gefunden, worauf er sich mit allem ernst zum tode geschickt.Zu Trident hat er eine capelle erbauen lassen, und darzu vmintraden verordnet. Er hatte grosse liebe bey den soldaken, wa-chen er aber insgemein gar zuviel soll zugelassen haben, und da,durch meist veranlasset, daß bey der armee Mangel an ledens,Mitteln sich ereignet. Sonderlich wußte er sehr wohl zu campl-ren, wodurch es dann geschehen, daß, wie sehr auch sonsten dieunter ihm gestandene trouppen durch kranckheiten und anders gc«schwächet worden, ihn doch nie kein feind zur schsachl gcnotylgclhat; wie er dann würcklich niemal ist aus dem selbe gcschlaM