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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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worden. Mit seiner ersten gemahlin Jsabella, GrasSigmundS spiele mit Römischen ceremonien , erwehlten aber Phrygische

ru Arch tochter, hat er keinen erben gezeugt; die andere aber, manns-und weibes-personen, daß diese die Griechischen cere-

Dorvthea , Gras Philipps zu Lodron tochter, (welche sich monieu halten sollten. Diese nun giengen durch die stadt, zo-

achgehends mit Fürst Johann Ferdinand zu Lichtenstein ver- gen auch wol auf dem lande herum, sprungen und tantzten,

mahlt,) hat ihm 4. söhne und tochter gcbohren, von wel- schlugen ihre trommeln und spielten auf den flöten. Sie trugen

chen ihn aber nur zwey söhne überlebt haben, wie in dem vor- auch die statue der Cybele, und bettelten allmosen, wie es ihnen

hergehenden artickui gedacht morden. GuulUo Priorato , scena die Römer vergönnet hatten. Kein einiger Römischer bürget

dhuom. ill. Crajj'o , elog. di Capic. iiluitr. p. 220. Pufend. de mischte sich unter die Phrygier, oder ließ sich zum dienst dieser

reb. Suec. Kemnitz. * Cybele eimveyhen. Ihre vielfältige betrüge und schelmereyen

* ((AEIRGO8 , oder GUALLEGUEL, VALL/ECI, GAL- W sonderlich Apulejus in seinem güldenen eftl meisterlich be-

LICII, GALLAICI, em altes Spanisches volck; sie bewohnten schrieben. Rqfin. antiq. Rom. lib. III. cap.^21. & lib. IV. c. 4.

das nördliche theil von Portugall , und das gantze Gallreren , Struvn syntagm. antiq. Rom . Xil. p. 6;;.

welches von ihnen seinen nahmen behalten hat. Baudrand. GALLI, war bey den Alten ein besonderes volck, wo das

(Hallen, siehe St. Gallen . heutige Franckreich ist. Einige authores bilden sich ein, sie-

Gallenberg, eine Gräfliche familie in dem Hertzogthmn ren sonst die Gomeriten genennet worden von dem Gomer, Ja-

Crai», welche mit den Grafen von Scherffenberg einerley ur- phets ältestem söhne. Andere aber fuhren sie mit Diodoro Ei-sprung hat, und die Erb-Vogtey des klofters Muckendvrff, wie culo von Galateo,, Herculis söhne, her. Ammianus Marcel-

auch das Erd-Land-Iägermeister-amt in Crain besitzet. Die or- linus sagt, sie waren von einem ihrer Könige Celta: genennet

deutliche stainm-reihe fängt Bucelinus mit Ortolpho, einem worden, und von dessen mutier Galat* , mit welchem nah-sohn Ortolphi des ältern, Herrn von Scherffenberg an, der das men sie doch nur von den Griechen find geheissen worden. Hie-schloß Gallenberg erbauet, sich davon genennet, und um das ronymus und Isidorus fuhren es her von dem Griechischenjähr 1000. floriert hat. Von seinen nachkommen stiftete Sieg- Worte yax *, welches so viel bedeutet, als milch , weil siestieb an. - 300. das Clarisser-kloster zu Münckendorss bey Stain, weisse leider gehabt; Cluverius von dem alten Celtischen Worteund war ein alterwatter Nicolai, der an. izyi. gestorben, und wallen , welches so viel als reisen bedeutet. So viel ist gewiß,

r. söhne hinterlassen: i.) Aldertum, der die Ostcrderglsche lnne ^ dieser nähme sehr alt sey. Sie waren im anfange gute sol,

angefangen, so aber in dem XVI. feculo ausgestorben; 2.) Ae- baten, und fielen tapfer an, liessen aber den muth bald (Inaaidium, des Grafen von Cilley Hof-Marschall; dessen enckel cken, und wenn es ihnen unglücklich gieng, wußten sie keinen

Johann stund dem Ertz - Hertzoge Alberto wider den Kayser rath zu finden. Sie waren sonsten gar aufrichtige leuthe, und

Fridericum III. bey, und büßte darüber seine schlosser, Gal- konnten keine lügen, diebstahl oder dergleichen laster vertragen,lenberg und Hohenwang ein. Er starb an. 1461. und hinter- In friedens-zeiten bedienten sie sich fleißig der jagd, konntenließ unter andern Fridericum, welcher das schloß Lueg an sich auch keine faule leuthe dulden. Man beschuldiget sie einigergebracht, und ein ober-alter-vatter Jobst Jacobs worden, dessen grausamkeit, indem sie ihre gefangene feinde zu opfern pflegesoh», Joh. Adam, an. 1664. als Deputirter des Hertzogthums ten. Sonsten waren sie stoltz , und im essen und trincken gärCrain verstorben. Derselbe hinterließ unter andern Georgmm nicht honnett , mich liebhaber neuer zeitungen. Sie warenSimsmundum, Grafen und Herrn von Gallenberg in Thurn, aber abergläubisch , und Mercurius hieß ihr vornehmsterRossegck und Gallenstein, edlen Herrn zu Ainsiede, erblichen gott, welchem sie die erfindung aller dinge zuschrieben, auchAdvocatcn des klosters Mückendorff, Kayserlichen wurcklichen insonderheit die Vorsorge des gcwerbes. Nächst diesem dientenCammer-Herrn, Landes-Verwalter des Hertzogthums Crain, sie dem Apollint, weil selbiger alle kranckheiten vertriebe; demDeputieren der Stände und Abgesandten auf dem Reichs-tage Jovi , welcher im Himmel das regiment sührele ; der Mi-

zu Regenspurg, dessen älterer fohn Wolfgang Weickhard an. «ervä, weil von selbiger alle handwercker herrühreten ; dem

1702. Landes-Verwalter des Hertzogthums Crain worden. Ru. Marti, als dem gott des krieges, welchem sie auch dasjenige,ceiin. itemmat. Germ. Valvasors Crain. Scbonieb. geneal. was sie im kriege erbeutet, merstentheils gewiedmet. Dabeybajus kam. verehreten sie den Herculem, und fürchteten den Saturnum,

GaUer, eine uralte adeliche, nunmehr aber Gräfliche samt- dem sie auch menschen opferten , welches sie manchmal aufstein der Steyermarck, welche mit den Grafen Gall von Gallen- eines andern gesundheit thaten. Nachdem die Phocenser undstein einerley wapen führet. Bernhard war um das jähr 1140. Jonier sich zu Marseille veste gesetzet, übten sich die Gallier inProbst zu Seccau, und an. 1542. bekleidete Christoph diese wur- der Griechischen spräche, entlehnten auch die buchstaben ausde zu Gurck. Johann Christian, Freyherr, war an. 1640. derselbigen, um ihre eigene Wörter auszudrucken. Wiewvl sieKayserlicher Kriegs-Raths-Präfident. Sigmund Adam und auch viel auffalle, ihre eigene geschässte betreffend, in GriechischChristian, Grafen , waren gegen ausgang des XVII. soculi Kay- verfertigten. Was absonderlich Marseille angehet, so kamenserliche Cammer-Herren, Maximilian aber an. 1710. Kay- auch von andern orten fremde daselbst zu studiren an, wieserlicher würcklichcr geheimer Ratb. Bucel. stemmat. P. IV. ehemals zu Athen . Nach diesem wurde nebst der Griechischen

Leven tvazqers Leop. p. z>. auu, iLciupi-c Ulli, ^t»en»iu)e Ipraeize auva gerevl, vayero vlc-

* Gallese, oder Galese , lat. Gallesium oder Galesium, eine jer ort Triglottos , d. i. drey-sprächig genennet, wurde,

nicht eben gar zu alte Italiänische stadt zwischen Orta und Nicht weniger wurde daselbst die Orawne, Philosophie, Ma«Castellana gelegen. Sie führet den titul eines Hertzogthums thematic, Rechtsgelehrstimkeit, Medicin und Theologie pron-

und gehöret dem Hause von Altemps , hatte auch vormals ihre t,rct * . Daher» auch an selbigen orten so viel gelehrte leuthe

eigenen Bischöffe. Sie ist nach dem Untergänge der Römi- gelebet haben, unter welclM 1 . Plotms merckwurtig, welcher

sehen Republick aus dem ruin der benachbarten städte, und nach zu Rom am ersten in der Rhetoric unterrichtet. Nach dessen

Cluveril Ital. antiq. bericht, aus der stadt Fescennia erwachse», viel berühmte Redner gewesen,

aber erst ums VI. feculum zu einer rechten stadt worden. ! ^^ius Gallus,

Ihr nachmaliger verfall war Ursache, daß Alexander IV. an. Domitius Äser von dölmes , Nodlus Quirinalis von Arles ;

ir?2. den Bischöfflichen sitz nach Castellana versetzte. Siebe- JJ ni> ^ aA beredlsamkelt der Lateiner zu Rom selb-

kam zwar solchen an. ^62. unter Pio IV. wieder, wurde aber fa» n ( ? c ^ ^.^)örete , ist solche doch in den vor,

nach des neuen Bischoffs an. 157z. erfolgrem absterben mit dem "bimsten siadteii von Gallien fortgesetzet worden. Auch sind

Bißthum Castellana von neuem vereiniget. Heut zu tage be- darinnen benihmte Grammatici gewesen, als Marctis Antonius

finden sich drey klöster, und unaefebr bev 2000 einwobner ru Gn phon, so Iuln Casaris , Ciceronis , und einiger anderer

Gallese uliJrsa/iixico« 9 T ° 10 5 berühmter Römer Praceptor war. Nicht weniger findet man

* ssiaiihrfm rrfit«« ««r unter ihnen berühmte Poeten, als : Petronium, Sentium

Jüh* Augurinum, Ausonium , St. Paulinum , St. Prosperum ,

mens^ruaelland"/«"! ! ! Alcimum Avitum , Vidonium Apollinarem , u. d. g. Von

bök"et berühmten Historicis findet man bey ihnen dcn Trogum Pom-

do/n ^ pcjum und Sulpitium Severum. Von Philosophis hat man

anzumercken den Favorinum , und zu der zeit des Christen,bescbr Von Hoheneck, ^hums (welches schon im II. steculo daselbst soll seyn gepredi-

lchr. von Oder-Oesterreich, wm. I. p. 652. gel worden,) viel nützliche scribenten. Ihre arl zu kriegen be-

. GAELI, hiessen die Priester der gottm Cybele, einer Mutter langend, so hatten sie zweyerley soldaten; etliche wurden von

cnl 90t . tec \ .Sie haben ihren nahmen von dem flusse Gallus in dem Worte Gestirn , so eine art von pfeilen war, genannt GaR^

Phrvglen bekommen , woraus sie, ehe sie zu opfern anfiengen, , andere Soldurii. Jene waren geworbene soldaten, die Sol-zu trincken pflegten, da denn das Wasser des flusses in ihnen ei- durier aber waren versuchte leuthe, die sich bey einem vorneh,nen göttlichen Iurorem, wie sie ihn nenneten , erweckte. Sie men Herrn in dienste begaben , damit sie an seinem glücke theilftyerten ihre feste mit lauffen, als wenn sie unsinnig waren, haben möchten, und wenn selbiger umkam, wollten sie auchmachten adenthenrllche figuren , und schlugen immer dabey nicht länger leben, und ermordeten dahero einander wol selbst,ihre tovferne kleine trommeln. Sie schnitten sich selbst ihre Sie hatten auch eine grosse anzahl bogen-schützen , welche aufyeimlichcn glieder ab, wenn sie aus dem flusse getruncken hatten, die erste gegebene vrdre marschire» mustcn. Ihre cavallerieweil die gottin nicht anders als von verschnittenen bedienet wur- war wohl eingerichtet. Ein jedweder hatte 2. andere pferd«oe. Dieses aber geschahe zum andencken des Atys , eines favo- unter sich, die ihrem Herrn folgeren, ihm beystunden, auch so einUtenl der Cybele, welcher sich aus Verzweifelung castrirt hatte, pftrd unter ihm getödtet oder verwundet ward, muste ihm einetnachdem er die keuschheit, so er dieser gottin gelobet, durch ver- unter ihnen das seinige geben. Diese anstatt wurde genennetMischung, mit der Nnmvhe Sanqaris, nicht gehalten. Die iVimarhihe, oder die ordnung der drey Pferde. Ihre leichtedtomer Dateien gleichfalls diese göttin, unter dem nahmen Idaea reuterey war nur mit einem Helm und kürris versehen; allein ihreMater oder Mater veüm, an, opferten ihr, und hielten auch ihre Cataphractarii oder Clibanarii, welche zwar erst in spätern

Histop. Lexieon lll. Thisil.

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