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five resp. volumen ; &c. Sein söhn , Antonius Gallia, wargleichfalls ein gelehrter Jurist, und wurde von Philippo IV.Könige in Spanien / zum Rath in Mayland gemacht. Ghilini,theatr. d’huom. Letter.
*Gallicano , lat. Galücanum , eine kleine stadt in Campa-gna di Roma , 2. incllen von Rom , ostwärts gelegen. Einigewollen das alte Gabst hier suchen. Htiscus , Lex. antiqu. Rom.v. Via Gabia, tom. II. p. 1071.
Gallicanuw , war mit dem Basso unter Constantino M. an.,17. und mitVymmacho an.;;o. Bürgermeister zu Rom . Ineiner inscriplion zu Rom wird er Ovinius Gallicanus genennet.
Grat inscript.
* (BaUtcanuö/ Tribunus militum in der armee Vespastani;that wunder der tapferkeit in der belagerung Iotapat. Nach-dem diese stadt eingenommen worden, schickte ihn Vespasianusan Flammn Iosephum ab / welcher in einem ziehbrunnen sichverstecket hatte, und ermähnte ihn zur Übergabe, welches erdoch von Iosepho nicht erhalten konnte , dieweil er von derieuthseligkeit Vespastani noch nicht belehret war. Jofiphus , debello Judaic üb. 111 . c. 24.
Gallicien , lat. GallEecia , eine landschafft in Spanien , wel-che gegen osren an Wunen und Leo»/ gegen süden an Portugall/gegen westen und norden aber an das Atlantische meer flösset.Vor zeiten begriff sie noch vieles unter sich , welches jctzo zu Por-tugall gehört / und war eine provintz der Römer, bis sie unterdie Vandalen/ Wcst-Gothen, Saracenen / und endlich unter dieKönige von Leon und Castilien gekommen/ welche letztern sie zumöftern ihren jüngsten Printzen zur apanage gegeben. Nach derzeit hat sie den titul eines Königreichs erhallen , und führt den-selben noch jetzo / ob sie gleich ein theil von Leon ist. Die luftdaselbst ist feucht und ungesund , das erdreich bergicht, auch inder mitte unfruchtbar und wüste , gegen die see zu aber bringt esgute weyde und köstliche weine hervor. Man findet auch daselbstvortrefliche, pferde , ingleichen viel aold-kupfer-dley-eisen - undzinnober-gänge. Die vornehmsten stadke darinnen sind, Bajo-tw/ Compostella, Corunna / Lugv/ Mondonedo , Orense, SalvaTierra, Tuy und Vigos. Einige sagen, die Spanier hielten dieeinwohner dieser provintz vor schlechte leuthe / und pflegten die-jenigen / so sie beschimpfen wollten, Gallicier zu nennen. Ptole.nueus. Strabo . Cluverius. Malaga , descript. del Reyno di Gali-cia. Alpb. deNova, hift, de Galicia. Venucla , bist. de Gali-
cia. Fuggers ehrenfp. lib.Vl. c.8. Schauplatz von Spanien /p. i82. Europ . Herold/ P. II. p. 120.
Gallicien , (neu! eine provintz von Mexico oder Neu-Spa-men in dem mitternächtlichen America , liegt längst der fec-seite/und ist eigentlich das sogenannte Guadalajara . Einige wollendem Nunnez Guzman die ehre zuschreiben/ daß er dieses land er-funden/ allein es ist Gonsalvus von Sandvval gewesen, der esam erste» entdecket / indem er von dem Cortesio dahin geschicktworden. Talisco ist die haupt-stadt darinnen. Herr na , c. 11.De Laet, America lib. VI. c. i.
Galliczin , ein berühmtes Fürstliches Haus in Rußland ,welches seinen Ursprung aus dem Polnischen und LitthauischenHause Koributh herleitet, und deswegen auch mit der familievon Radzivil verwandt ist. Es ist dasselbe auch mtt denen inRußland unter dem Czaar Alerio Michaelowitz sonderlich an-sehnlichen Fürsten Gavansky nahe befreundet. Dieselben schrei-ben sich von Basilio Alcrandrowitz/ einem enckel Demetrii Kori-buth/so Olyerdi Groß-Hertzogs von Litthauen söhn gewesen.Das Haus von Galliczin aber hat sich unter der regierung desCzaars Petri Alexiewitz sehr hervor gethan. Unter denjeni-gen / so den nahmen dieses geschlechts geführet / ist vor an-dern der vor wenig zeit verstorbene Knees Basilius Gallic-zin zu mercken / ein Herr von sonderbarer klugheit und tapfer-keit , welcher in der jugend der beyden Czaaren die RußtscheMonarchie fast alleine regieret hat. Er versuchte auch sein gluckeim kriege, und möchte wol sein absehen auf etwas höhers ,und der befchuldigung nach/ gar auf besteigung des Czaari-fchen throncs gerichtet seyn. Allein dieses war der weg zu sei-nem falle, worzu unterschiedene unglückliche campagnen kamen/mit deren widrigen ausgange es aber doch sehr natürlich zuge-gangen ist. Er war mit einer mächtigen armee auf dem anzugewider die Crimmischen Tartarn. Diese kamen mit tonnen duca-ten entgegen , unter denen aber viel rechen - Pfennige sollengewesen seyn / und bewegten den Fürsten / daß er friede machte/und sich mit feiner armee zurück begeben sollte. Indessen hatteGalliczin das dürre gras und die dicke heyde in einer langenwusteney von ioo. metlen anzünden lassen , unter dem verwand/dadurch den Tartarn alle fourage zu benehmen , aber unterwahrendem brande kam der ruf von unvermutheter annäherungder feinde; andere wollen vorgeben; als wenn dieses geschreyauf anstiften des Generals wäre ausgebracht worden. Danun die armen leuthe durch feuer und dampf ihre flucht zunehmen genöthiget waren , so müssen viel tausend in demrauche ersticken, und kam die armee ziemlich geschmvttzen zurü-cke. Die nation war diesem Fürsten fehr gehäßig. Als er eins-mals auf seinem schlitten nach dem Czaarischen schloß fuhr /überfiel ihn ein kerl, und wollte ihm mit einem dolch den restgeben / weil er aber denselben an dem gürtet gar zu veste ge-macht hatte, so verweilte er sich noch so lange , bis des Printzenleuthe , so hinter dem schütten folgten / herzn kamen , und ihnHiffor. Lexicrn ILl. Theil.
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veste machten; ja als ihm dieses beginnen nicht war angegangen,so stieß er noch diese Worte aus: Schändlicher Wüterich,ist es mir nicht gelungen, dich als das aUerfchröcklichsteungeheuer, wöhl-verdient hinzurichten, so wisse, daßes einer andern Hand doch nicht fehlen wird, undunter den drey hundert bürgern, welche mit dem vonvon dir unterdrückten volck mitleiden haben, dir je-mand ein bessers, als ich, versetzen wird. Er wurdeaugenblicklich in das gefängnis hingeschleppet, und darinnenwegen eines besorgenden tumults hingerichtet, nachdem mandurch allerhand matter das bekänntnis,wer die mitverschwornenwären, heraus gepresset hatte. Bald darauf, und etliche tagevor des Printzen abreise zur armee, fand man an der pforteseines pallasts einen zugemachten sarg, worinnen ein zettul fol-gendes innhalts lag: Galliczin ! lauft dein dißmaligerfeldzug nicht glücklicher als der vorige ab, so siehestdu hier deinen lohn für äugen. Es kam zwar nichtzu gäntzlicher erfüüung dieser prophezeyung; indessen fiel Gal-liczin , und die Tartarische ducaten waren die wahrscheinlich-sten verräther gewesen. Seine güther wurden eingezogen, undmuste er etliche jähre in Siberien die zeit vertreiben, bis erendlich zurück beruffen wurde, und nachgehends auf einem guthunweit Moscau lebte. Unter seinem confiscirten vermögen wur-de viel fremd gemüntztes gold gefunden, welches den argwohnfremder und verdächtiger correspondentz bestärckct hat. Imübrigen ist er ein grosser liebhaber der fremden gewesen, undrühmen ihn sonderlich die Franzosen; man will ihm auch vielvon der glücklichen Veränderung der Rußischen nation zu-schreiben. Den König von Franckreich, Ludwig, hat er sohoch geehret, daß er desselben bildnis seinen söhn in gestalt einesMaltheser - creutzes auf dem kleide tragen lassen. Er warVice-König von Casan und Astracan, und des Rußischen ReichsSiegel-Verwahrer. Das Gouvernement bekam nach seinemfalle sein bruder Boris Alexiewitz Galliczin, welcher ein grosserliebhaber der litteratur und insonderheit der Lateinischen fvrachegewesen; dahero er auch aus ,Polen in dieser spräche erfah-ne leuthe kommen, und seine söhne von denselben unterrichtenließ. Es hat ihm auch H. W. Ludolph die Rußische gramma-tic, so zu Oxford 1696. in 8vo gedruckt worden , zugeschrieben ,und rühmet er daselbst die gewogenheit, womit er den fremdenund sonderlich Teutschen zugethan gewesen ; wie er denn selbstvon den Schwedischen gefangenen einige Gelehrte bey sich ge-habt. Er lebte magnifique, war ein liebhaber der Architectür,und hatte beständig Italiänische Baumeister in seinen diensten.In der Rußifchen religion ist er sehr eifrig gewesen, wie er dennauch bey dem gemeinen volck den titul Iohannis des Täu-fers bekommen, indem er viel von den fremden beweget, sichumtaufen zu lassen. Sein leibfpruch ist gewesen: er halteder Russen glauben, der Teutfchen klugheit, und die treueder Türcken hoch. Der Czaar Peter I. hatte ihn sehr lieb, weiler mitten in dem gefährlichsten tumult, so die Printzeßin So-phia erreget, den jungen Ezaar, so damals kaum das zwölftejähr erreichet hatte, auf seine arme genommen, und in das kto-ster Troctoky, so 6 o. Rußische Meilen von Moscau entlegen, insicherheit gebracht. Sein kräncklicher zustand und das alternöthigten ihn endlich, sich der geschäffte zu entziehen, und inein kloster Fralis Pustimna, ;oo. werste von Moscau gelegen,zu begeben, und zugleich den strengen regeln der Griechischenklöstcr zu unlerwerffen. Er starb den ro. oct. an. 171;. undhinterließ einen einzigen söhn, Knees Sergius Borisowitz, wel-cher des Feodor Alexiowitz Gallowin, gewestnen Premier-Mini-sters tochter geheurathet, zum erden von Dubrtwiza, Iardinowund vielen andern Herrschafften. Es leben auch noch unterschie-dene von seinen geschwisterten, und ist das Galliczinische Hausjetzo eines der stärcksten in Rußland . Wie denn von den Gal-liczinischen Printzen unterschiedene grosse Gouvernements nochjetzund geführet werden, einige aber in dem letztern Schwedi-schen kriege sich wohl hervor gethan, unter denen ein Printz vonGalliczin einige jähr nach einander das cvmmando über dieRußischen trouppen in Finnland geführet hat. Korb. iter in Mo-scoviam. Meyerberg. iter in Moscoviam. petri Alexiewitzleben. Perry, Etat de Rutile.
* Galliczin , (Michael Michaelowiz, Fürst zul Ritter dervrden St. Andrea, und St. Alexandri, erster General-Feld-Marschall der armeen der Kayserin, Oberster bes_ zweytengarde-regiments Semenoffsky , §enator, und Präsident desKriegs-Raths. Er kam zur weit den n. nov. an. 1674. An.1686. da er erst 11 . jähr alt gewesen, fieng er schon an kriegs»dienste zu nehmen, und ließ sich in dem regiment Semenoffskyunterhalten; er wohnte allen campagnen bey, die nach dieser zeitwider die Türcken bey Asoss gethan wurden, wo er an demschenckel von einem vfeil eine wunde bekam. Da der kriegan. 1700. wider die Schweden seinen ansang genommen, thater diese campague zuerst als Capitain unter der garde mtt,und ward zwey mal durch musqueten-schüsse verwundet. Wäh-rend dem gantzen kriege hat er nicht nur bey allen schlachten sichbefunden, sondern zu wasser und zu lande zu dem siege vielesbeygetragen. Die meisten belagerungen sind unter seinem com-mando geführet, und glücklich ch ende gebracht worden. End,lich brachte er diesen krieg durch den frieden zu Nicustadt zueinem glücklichen ausgang , da er zuvor über 10. jähr in Finn land commandirt hat. Zur belohnung seiner dienste erhieltK k k 2 er
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