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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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worden, ingleichen ein buch unter dem titul: Metropolis Mo-guntina, auszuarbeiten angefangen, woran ihn aber der tvdverhinderte. Die zeit seines todes wird nicht gemeldet. AU-gambe, bibl. script. S. J. Joanmt praefat. ad res Moguntia-cas, tom. !.

Gambacorta, (Gerhardus) ein Spanischer General, ge-bürtig von Neapolis, aus einem vornehmen geschlecht, wel-ches vor alters die herrschafft von Ptsa und von einigen ortenin dem Florentinischen gehabt, auch schon vorher einen ge-wissen Gerhardum Gambacorta hervor gebracht, der sich wi-der Philippum Maria Visconti von Mayland sehr tapfer ge-halten. Dieser, von dem wir hier reden, gieng nach zu-rückgelegten ftudien in den krieg, welcher in der Lombardiegeführt ward , erlegte unter andern bey Casal mit eigner Hand2. feindliche Officiers, gieng hernach unter dem Hertzoge vonFeria nach Teutschland, entsetzte mit der avant-garde die stadtCvstnitz, und hielt sich nachgehends in dem treffen bey Nörd-linqen, da er die Neapolitanische reuterey anführte, ungemeinwohl, bekam aber dabey r. sehr gefährliche wunden. Nach-gehends that er eine reise in Spanien , von bannen ihn derKönig, nach unterschiedenen gnaden-bezeugungen, in die Lom-bardie schickte. Daselbst hielt er den Französischen Marschallvon Crcquy ab, Valencia einzunehmen , schlug bey Seranoeinen theil von dessen trouppen, entsetzte Rottofreno, undrichtete es so ein, daß er meister in dem selbe blieb. End-lich da er an. 1636. im jun. sich bey Tornavento an dem flußTecino in eine action einließ, wobey alle beyde theile sich denVortheil zuschrieben , ward er mit 2. kugeln erschossen. Lor.Crajso, elog. di Capitani illustri p. 131. Le Vajj'or , hist. deLouis XIII. tom. VIII. p. 303. Nani hist. Veneta. Memoi-res du Comte du Plejjy.

Gambacorta, (Petrus ) gebürtig von Palermo , trat an.1359. in die SocietätIEsu, da er kaum das 14. jähr errei-chet hatte. Er lehrte nachgehends allerhand wissenschafften inSicilien , in Franckreich und zu Rom , und starb den 1,stpt. an. 1603. zu Palermo , im 61. jähre seines alters. Un-ter seinen schriften sind vornemlich bekannt, delmmunitateEcclcsiaruin üb. VIII. Alegambe , bibl. Mir aus, de script.tec. XVI.

Gambara, (Hubertus) ein Cardinal,' gebürtig von Bre-scia. Sein vatter Johannes Franciscus, Graf von Pratal-dnino, hatte an. 1509. nachher schiacht bey Ghiera d'Addader Vcnetianer partey verlassen, und sich mit den Franzosenvereiniget, um sein vatterland zu retten, welches «hm beydem Rathe zu Venedig viel Verdruß machte; doch der PapstLeo X . , welcher allezeit sein besonderer freund gewesen, schriebfiir ihn an die Venetianer, nachdem ihm die stadt Brescia überlassen worden; zugleich verlangte er den jungen HubertGambara bey sich zu haben, welchen er auch mit einigenbedienungen an seinem Hofe versähe, und hernach als Nun-cium in Portugall sendete. Clemens VII. schickte ihn an. 1327.in Engeiland, um daselbst wider den Kayser Carolum V.,welcher den Papst damals gefangen hielt, eine alliantz zuwegezu bringen, und gab ihm hernach das Bißthum Tortona , wieauch die Legation von Bononien. Paulus III. machte ihnan. 1339. zum Cardinal und Legaten von Parma und Pia-cenza, da er den Farnefern, welche von diesen ländernpoffeß nahmen, favorisirte, und endlich zu Rom den 14.febr. an. 134Y. starb. Sein leichnam wurde nach Brescia gebracht, allwo man sein grabmahl und epitapbium in derstrebe Madonna della Gratie genannt, siehet. Er war eingrosser Politicus , hatte ein unvergleichliches gedächtnis, undliebte die Gelehrten. Alberti , Italia. Guicciardin. bitt. üb.VIII. & XVI. ßentbus, hist. lib. XII. & lib. XIV. epist. 24. Jo-vius, histor. lib. XXV. Ughellus, Italia sacra. Aubery , Cardin.

Gambara, (Johann Franciscus) ein Cardinal und Bi-schoss zu Viterbo , war zu Brescia an. 1333. den 17. ian.gebohren. Er war ein söhn Brunonis II. Grafen von Pra-talbuino, welcher dem Haufe Oesterreich merckliche dienstegeleistet, und ein vetter des vorgedachten Huberti Gambara.Seine mtitter war Virginia Palavicini. Seines vatters bru-der lief; ihn zu Perugia und zu Padua erziehen, und schickteihn nachmals an Kaysers Caroli V. Hof. Von dar kam ernach Rom , allwo er unter Iulio III. und Pio IV. verschie-dene bedienungen verwaltete, auch von diesem letztern imfebr. an. 1361. den Cardinais-hut bekam. Pius V. gab ihmdas Bißthum Viterbo , allwo er sich ordentlich aufhielt, undein schönes lust-haus Bagnaja genannt, aufführte. Er ver-ehrte nachmals solches seiner kirche zu Viterbo , worzu er auchverschiedenes stiftete, und die er mit grossem fleisse reparirenließ. Endlich starb er zu Rom den 3. may an. 1387. seinesalters im 34. jähre. Zazzera, stelle Nobili dItal. Aubery , Car-din. Ciacconius , in contin. Petratnellarius.

Gambara, (Laurentius) einer der besten Lateinischen Poe-ten des XVI. soculi , war von Brescia gebürtig. Er hieltsich lange zeit zu Rom bey dem Cardinal Alexandro Farnesioauf, und publtcirte daselbst einige poemata , welche Giraldus,Manutius und Thnanus überaus loben, da hingegen Muretusgar übel davon raisonniret. Man will versichern, es habeGambara ein wenig zu frey und zu hitzig geschrieben. Als ernachmals Priester wurde, warf er selbige im angesicht vieler

leulhe ms feuer, ob gleich manche selbige zu sehen grosses ver-langen trugen. Nach derzeit hat er bessere gemacht, worun-ter sonderlich das Poema de Novi Orbis Inventione gelobetwird, wlewol noch zu zweifeln, ob es würcklich ediret istInsonderheit hat er ein werck verfertigt, wie man die Poesievollkommen machen könne, worinnen er vor die Poeten un-anständig halt, so viel Heydnische fabeln mit unter zu mi-schen. Er starb endlich zu Rom im 9°. jähre seines alters an.1386. Gtraldus,At Poetis dial. 3. Manutius , Hb. IV. ep. -z.& 48. p. 76. Tbuanus, lib. LXXXIV. p. 76. Menage , AntilBaillet tome II. p. 9. Teßer, elog. tom. II. p. 44. Sayle.

Gambara, (Veronica) Frau von Correggio . Sie wardes Grafen Iohannis Francilci Gambara tochter,und desCardinals Huberti schwester, an Gilbertum, Herrn von Cor-regio , vermählet, aus welcher ehe Hieronymus ä'Autrichede Corregio entsprossen. Sie wurde wegen ihrer Poesie ,uCorreggio so hoch gehalten, als Victoria zu Rom , warauch von grosser tugend und wissenschafft. Sie excellirte inbriefen und versen, wovon einige zusammen gedruckt sind. 0,Coße, des Garnes ill.

Gambararo, lat. Gambraria , ein schöner stecken in deinPaduanischen gebiethe, an den grentzen des Hertzogthums Ve­ nedig , bey dein fluß Brenta . Einige haben davor gehalten,daß in gantz Italien kein flecken so starck, als dieser, bewohntsey. Schauplatz des kriegs in Italien , p. 338.

Gambaronio, ein von dem östlichen ufer des Lagv Maa.giore gelegener flecken, der das Haupt-ort dieser gegend ist, undzu den Schweitzerischen Vogteyen in Italien gehöret. Denen

de la Suijfe , tom. III. p. 213.

Gambaruti, (Nicolaus) ein Jtaliäwer, war aus einervornehmen /amilie in der stadt Alestandria gebohren, und legtesich hauptsächlich nebst der Jurisprudentz auf die Literas ele-gantiores. Der König Ludvvicus XII. ernennte ihn zu fei-nem Rath in Mayland , worauf er an. ,502. den z. jul.starb. Er hat Angeü Perulini Opera aus licht gestellet.

Gambaruti, (Tiberius ) war aus vorhergedachter familie,ein >ohn Adriani. In dem chre Civil! und Canonico, inglei.chen in der Politic und Ilumanioribus hatte er es weil ge-bracht , und diente den Cardinälen Santiquarkv und st'Aracelizu Rom als Secretarius. Nachdem er daselbst 32. jähr rüge,bracht, gieng er wieder nach Alessandria , und gab einigeschriften heraus, worunter sonderlich nebst einigen tragödimund reden, seine Giscorst & Osservazioni politiche bekanntsind. Er starb den 6. sept. an. 1623. GbiUm, theatr.

* Gambellona, oder Gambilioni, (Angelus) ein Italia»nischer Rechtsgelehrter im XV. feculo, gebürtig von Arezzo,studirte zu Perugia , Padua und Bologna , an welchem letztemorte ersuch üoctor worden, ward hierauf an verschiedenen or-ten , und zuletzt zu Norcia Rathsherr und Cämmerer, da eraber wegen unrichtiger Verwaltung angeklaget ward, und dar-über fast sein leben verlohren hätte. Nachdem er dieser gefahrendlich entronnen, lehrte er eine geraume zeit zu Bologna undFerrara die Rechte, und starb zuletzt im hohen alter umsjähr 1438. Solch alter soll er durch beständige bewegung er-reichet haben, von weicherer so ein grosser liebhabergewesen,daß er mit seinen schülern täglich vor der stadt einen well-lauf gehalten. Sein leben hat Th. Diplodatacius zu Venedig heraus gegeben. Unter seinen hinterlassenen schriften befindensich : Consdium Matrimoniale , Franckf. 1380. Comm. in In-ftitutionum übros , so nebst Ant. Caji und Franc. Purpuraliadditionibus zu Venedig 1609. gedruckt: Tr. de Testament«& ultimis Voluntatibus, ib. ,328. 1384. und 1388. Tr. de Ma-leficiis, ib. 1398· Comm. adtitt. Gig. de Rejudicata & deAppellationibus, ib. 13S9. in fvl. Repet. in I. ventreff. dead-quir. vel omitt. harrest. LyvN 1333. Papadopolt hist. Gymn.Patav. tom. II. Bucbolzer. chronol. Hendreich. Hyde,

Gambia , eine vestung in dem Afticanischen Königreichegleiches nahmens, nahe bey dem grünen vorgebürge, welche dieEngelländer aufgeführt und besetzt hatten, in dem>ahr i6y;.aber den 23. mertz an die Franzosen ergeben musten, woraufsie von diesen letztern völlig rasirt wurde.

* Gambolat, Bassa, das ist, Gouverneur zu Alevpo um dasjähr 1606. Er lehnte sich gegen seinen Herrn den Turai-schen Kayser auf, schlug den Bassa von Tripolis auf das hauvl,wie auch den Beglierbeg von Mysia , und machte sich mcisicrvon Tripolis und Damascus. An. 1607. gewann er eine fchlachtwider den Groß-Vezier ; das blat aber wendete sich hernach,Gambolat wurde von Amurat Sebar dem Groß - Vezier beydem zweyten treffen gäntzlich auf das Haupt und in die fluchtgeschlagen, und ihm alle seine güther confisciret. Dock warder hernach wiederum restituirt. Ein anderes Haupt der Au«tischen rebellen, Calender Ogly genannt, welcher den GM-Herrn sehr ängstigte, zwang ihn auch den Gambolat wiedereinzusetzen. Giovanni Sagredo , memorie istoriche-de MonarcmOttomanni. Mercure Franpis.

* GAMBRIVII, ein kleines volck ober geschlecht der altenSachsen , so auch Carnbrivii in einigen editionen von desTaciti Germ. ant. 2. genennet werden, und bey dem Str«bvnr Vll. p. 446. Garnabrium heissen. Ihre Nachbar» »nd