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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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vermuthlich die Caiti und Cherufd gewesen, und einige spre-chen, sie hatten die qegend um Hamburg herum bewohnet, wiedenn auch die stabt Hamburg von ihnen den nahmen habensoll. Atbini Meißnische land-chronick, tit. II. p. 22. Einigegeben vor, Mannas habe viele söhne gehabt, die hernach, ge-wisse völcker gestiftet, unter denen auch die Gambrivii waren.Von vünaus Teutsche Reichs-Historie, P. I. lib. I. p. 26.

Gambrivius, ward vor einen König der alten Teutschengehalten, welcher seinem vatter Marso in der regierung gesol-get. Er soll die stadt Cambray erbauet, und nach seinemnahmen genennet haben. Er wird der kämpfer genennel,und nach ihm führen, einiger vorgeben nach , die allenTeutsche», sonderlich die um die offene see inDänemarck sind,den nahmen Girnbri. An. Boj. Üb. I.

Gambs , ein schöner und grosser flecken, dem CantonSchweig, mit vorbehält schöner freyheiten, zuständig. Erliegt unweit dem Rhein , zwischen den Herrschafften Werden­ berg und Sax.

*G<rme, (David) ein Hauptmann aus dem Englischen Fürstenthum Wallis , unter Henrico V. Könige in Engelland.Dieser König sandle den lag vor der den 2;. oct. an. 141;. beyAzincourt gehaltenen schlacht den Game aus, um die Fran­ zösische armce in augenschein zu nehmen, bey feiner rückkunfthinterbrachte er dem Könige, daß der feinde genug wären, umviele zu todten, viele gefangen zu nehmen, und viele in die fluchtzu jagen. Diese herghafftigkeit war dem Könige sehr angenehm,indem er den muth der seinigen daraus abnehmen konnte.HenricuS erhielt auch in der that den folgenden tag einenvollkommenen sieg über feine feinde, befand sich aber in grö-ster gefahr sein leben oder seine freyheit zu verlieren, wennnicht David Game und zwey andere tapfere männer ihn mitVerlust ihres eigenen lcbens gerettet hätten. Da nun der Königsich ausser gefahr, diese drey Helden aber zu seinen füffen lie-gend, und noch etwas athmend sahe, schlug er sie zu Rittern,als welches das einige Mittel war, dadurch er noch vor ihremrode ihren treu-eifer belohnen konnte. Rapin - Thoyras , hist.dAnglet , tom. III. liv. XI. p.,44;.

* Gamer, ein Arabisther Hauptmann in dem VIII. seculo ;er that verschiedene einfalle in Romanien, wo er immer einblutiges metzeln anrichtete, und was er nicht durch die klingejagte, mit sich gefangen nahm. Unter andern gefangene» be-kam er Peter Haly den Bischoff von Damasco, welchem erdie zunge ausreisten ließ, theils dieweil er ihn für einen Maxnichäcr hielt, theils auch weil er sich der Arabischen lehre wi-dersetzet hatte. Diese zunge führte der grausame Gamer alsein stcges-zeichen mit sich zurück in Arabien , wo er hernachunter der regierung Congantini Copronyrni in einem tempelseldsten, zum lohn seiner verübten unmenschlichkeiten eines ge-walkthätigen todes sterben muste. Paulus Diaconus , lib. XXII.an. 761. Stgebertus, in chron.

, * Gamerius, (Hannardus) ein Niederländischer Humanistim XVI. seculo , war Licentiatus Medicinas, und wurde ,nachdem er eine zeitlang auf der Universität zu Jngolstadt dieGriechische spräche gelehret hatte, Rector der schule zu Ton­ gern . Er hat Viam Regiam ad Musas, München 1567. in 8 .Äuthoritates Ciceronis & aüorum in conscribendis Epistolis ,CvlN i?77. in 8 . Ecclesia; Cathoücae Qucrimoniam ; deIgnepurgatorio ; Bucolica, Jngolstadt 156?. Antwerpen 1568. Sa-tyram de Merito Christi; Satyram contra Lutherum & Bren-tium, Lüttich 1570. in 8 - Satyram contra Jac. Andream Smi-delinum ; Spongiam adversus Wolfg. Martium, Cöln 1569.tc. geschrieben , und den Orpheum de Lapidibus aus dem Grie-chischen in Lateinische verse übersetzt, welche Übersetzung zu Lüt-tich an. 1578. IN 4. gedruckt worden. Andrea bibl. Belg.

* Gamertingen, oder Gamarlinyen, Gamirtingen,ein marckt-flecken und schloß in Schwaben auf der Alb, denSpäthen gehörig. Zeder, inner. Germ. contin. I. c. ;. & ; r.Ehcinals mag es seine eigene Grafen gehabt haben, wie dennArnold und sein söhn Ulrich zu Zwiesalten begraben liegen.Letzterer, welcher gedachtem kloster 6. Mansos bey dem fleckenRuti, wie auch einen wald, der hernach an das kloster Neres-heim gelanget, geschencket, hatte zur gemahlin Adelheiden, Hart-manns Grasen von Dillingen tochter, und Ulrichs Bischoffszu Cvstnitz schwester , welche sich nach ihres gemahls lobe län-ger als ;o. jähr in gedachtem kloster aufgehalten , da sie ihmvieles zugewandt. Sie hatte mit ihrem gemahl erzeuget Ul-richen , welcher sich Iudilham, Bertholdi Hertzogs von Zäh,ringen tochter, beygeleget,die ihm gebohren Adelheiden und Ber-thüur, so sich beyderseits in gedachtem kloster aufgehalten.Crußus , annal. Suev. P. II. lib. IX. c. 20.

Gammacorura, ein derg auf der Moluckischen insul Ter-nate, welcher stets feuer ausspeyet. An. 167z. den 20. mertzwarf er eine so schreckliche inenge asche aus, baß die gantze tustdavon verdunckelt wurde, und keiner den andern erkennenkonnte. Mlmoir. bißor..

* Gammalamme, eine kleine Asiatische stadt, aufder süd-lichen fuste der insul Ternate gelegen, welche aus der zahl derMoluckischen Eylande ist. Die Portugiesen haben sich zuerstderselben bemeistert, und sie bevestiget, hernach aber dieselbeWieder verlassen. Maty , Dictionnaire.

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* Gammerode, eine stadt im Hertzogthum Lauenburg .Errcus III. Hertzog zu Pachsen-Lauenbu'rg, legte, als er mitHertzog Wilhelm von Luneburg krieg führte, in dem winckelder Gamme eine vesrung an, welche er aber bey dem vertrageschleifen muste. Doch hat die stadt bis auf den heutigen tagden nahmen Gammerode behalten. Krantzius , Saxon. IX. 51.Lucä Fürsten-saal, p. 697.

* GAMPHASANTES, Aethiopische völcker, welche gantznackend gehen, und keine erkänntnis von Waffen oder dem ge-ringsten krieges - werckzeug haben ; sie wissen dervwcgen wederpfeile noch lantzen zu werffen, noch sich irgend auf eine wei-fe wider dieselben zu beschützen. Deswegen leben sie in einerbeständigen Hodbesianischen furcht, und weichen alle anderemenschen-kinder, die nicht ihrer art und von ihrem geschlechtesind, aus. Mela libr. I. kan von dieser seltsamen menschen-artnachgeschlagen, und von einem jeden , in wie ferne es mit demverderbten hertzen der menschen könne der Wahrheit nach über-einstimmen, geurlheiltwerden.

Gamundianus, (Vitus Miletus) ein Doctor Theologievon Mayntz, lebte um das jähr 1604. und gab in Latemi-scher spräche verschiedene theologische schriften heraus. Se.

rarius, de reb. Mogunt.

* Gamurrini, (Eugenius ) war Abt 'in Neapolis in demkloster, welches der H. Bernhard auf dem Monte Cassmo seilgebauet haben. Er hat Ilistoria Genealogica delle Nobiü Fa-miglie Toscane e Umbre geschrieben , und zu Flvrentz 1668.in fol. in;. bänden heraus gegeben. Hübners genealogischedibliothcck, p. ?ia.

Ganache, eine stadt in der Französischen provintz Poitvu,meilen von dem meer, und nicht weit von den grentzenvon Bretagne gelegen. Sie hat einen graben, welcher in fel-sen gehauen, und alte mauren , auch ein schloß, welchesmit einem grossen teich und mit morastigen gegenden umge-ben ist; im übrigen ist sie nicht sonderlich volckreich. An.i;88. im dec. belagerte sie der Hertzog von Revers. Wiewolnun die qarnison , welche der König von Navarra , nachmalsHenricus IV. unter dem commando des Herrn du Pleßis-Iet-tay hinein gelegt, sich mit ungeineiner tapferkeit wehrte, undunter andern in einem einzigen stürm ;oo. von den feindentvdtete, auch der jetzt-gedachte König in eigner Person zu ihremsuccurs anmarschirte; so verursachte doch eine iählinge kranck,heit, womit derselbe unterwegens befallen worden, und diegrossen fatiguen , so die belagerten ausgestanden, daß sie sichendlich den 14. jan. an. 1589. mit accord ergeben mustcn.Tbuanus , hist. lib. XCI 1 I. XCIV. Mezeray , hist. de Francetom. III. p. 726. 74z.

Ganache, (Francisca von Rohan, Frau von) war Renatrvon Rohan, des ersten dieses nahmens, und Jsabellä vonAlbret, tochter. Der Hertzog von Nemours hatte ihr die eheversprochen, auch so vertraut mit ihr gelebt, daß sie vonihm schwanger wurde; als man ihn nun anhielt, sein Wortzu halten, trieb er noch seinen spott darüber, ob er gleich wohlsahe, daß der König Antonius von Navarra, als erster Printzvvm gedlüt, und dieser Franciscä nächster anverwandter,macht und ansehen genug hätte, ihn zu zwingen. Dasschlimmste aber war, daß der König von Navarra bald daraufan seiner in der belagerung Rouen empfangenen wundestarb. Ob nun gleich bey ansang der damaligen troublenselbiger Hertzog aus Franckreich entwichen war, weil es herausgekommen, daß er den Hertzog von Anjon, Königs Caroli IX.bruder, entführen wollen, wurde er doch bald wieder zurück be-ruffen, und hernach wider die Protestanten nützlich gebraucht.Dieses und des Königs von Navarra tod bewogen ihn, beydem Papst zu suchen, daß er von der Ganache möchte losge-sprochen werden. Er erhielt es auch, und zwar blos darum ,weil sich selbige zu den Protestanten gewandt hatte, da sie denngeschehen lasten muste, daß sich der Hertzog von Nemours mitder Wittib des Hertzogs von Guise vermählte. Diests einzigeblieb ihr übrig, daß ihr söhn Prince de Gcnevois, sie aberMadame de la Ganache oder Duchesse de Londunois genanntWurde. DAubigne , hist. univ. tom. I. liv. IV. c. 6. p. 294.& tom. III. liv. I. c. 13. p. 66 . VariOas, histoire de Henri III. liv. V. p. 18. Bayle. *

* Ganah, die haupt-stadt in dem lande der Negren, zwischendem ersten climate und der äquinoctial-linie gelegen; ein fluß ,welcher dem Egyvtischen Nilo in einigen stücken gleichet, thei-let sie in zwey fast gleiche theile. Die nord-seite wird von denMahvmetanern bewohnet, die jud-seite aber haben die Caffernund andere gattung Heyden für sich allein eingenommen. Umdiese stadt herum und in den weiter davon abgelegenen gegen-den finden sich verschiedene gold-gruben, davon man das goldreiner und schöner hält, als das so anderstwo gegraben wird,doch wird das flnß-qold, so aus dem fand gesammelt wird, fürNoch kostbarer angesehen. DHerbelot , bibl. Orient.

* Ganay, ein Französisches geschlecht. Johannes von Ga-nay, so an. M97. bey dem Grafen von Armagnac und Cha-rolois die stelle eines Raths bekleidet, brachte an. iz 8 i. dieHcrrschafft Savigny an sich , und zeugte mit Colombe GruacGuichardum von Ganay, Herrn von Savigny, welcher Li-centiatus Juris und Hertzoglicher Burgundischer Cammer-Rathgewesen, und bey seinem tode, der an. 1424. erfolgt, von

Wilhrl-