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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Wilhelmina Bancherausöhne, Nicolaum, Johannem undWilhelmuin nachgelassen:

I. Der älteste, Aicolaus von Ganay, Herr von Azy undMancray in Bcrry , so an. 1474- Parlements-Rath zu Bour-deaux gewesen, war ein vatter Petri von Ganay, Herrn vonAzy, Bailli in Berry. Derselbe lebte an. 1490. und hinter-ließ von Renata Burdelot Nicolaum von Ganay, Herrn vonAzy, Mancray und Corbeil , welcher an. 1332. zum Mairein Bourgcs erwehlet wurde, und nur eine tochter Johannam,Frau von Azy und Corbeil , hatte, die mit Henrico lc Mare-chal, Maire zu Bourges , verheurathet worden.

II. Der jüngste, Wilhclmus von Ganay, Herr von la Tour,Savigny, Belmont und Montauglan, starb an. ,48z. und hin-terließ von Catharina Rapioust folgende 2. söhne: 1.) Jo-hannen, von Ganay, Ritter, Herrn von Persan , !a Bußiere,Belmont und Montauglan, welcher an. 1488. zum vierten Par-lements-Prästdenten ernennet wurde, und an. 149?. CarolumVIII. aufdcm zuge nach Neapolis begleitete, worauf ihn Lu-dovicus XII. an. 150;. zum obersten Präsidenten des Parle-ments, und an. 1507. zum Cantzler von Franckreich bestellte, inwelcher würde er an. 1512. zu Blois verstorben, und von Jo-hanna Boisleve, Frau von Chauvry, keine erben gelassen.2.) Germanum von Ganay, welcher an. 1309. Bischoss zuCahocs wurde, an. 1514. das Bißthum zu Orleans erlangte,und an. i?2o. das zeitliche gesegnete.

III. Der mittelste, Johannes von Ganay, lebte noch an.147z. und war ein vatter Claudii von Ganay, Herrn von laVesure, welcher sich an. 1486. Dionysiam Couroy beylegte.Der aus dieser ehe gezeugete älteste söhn, Franciscus von Ga-nay , Herr von la Vesure, des Bomblais und Treinblay, warLieutenant in Charolois, und hinterließ von Philiberta äsLoisie unter anderm Johannem von Ganay, Herrn von la Ve-sure , welcher aus 2. ehen unterschiedliche kinder hatte. Vondenselben wurde Claudius von Ganay, Herr von Fautronne,an. 1628. Schatzmeister von Franckreich, wie auch General derFinanzen in Burgund und Bresse . Erstarb an. 16;;. undhinterließ Johannem Davidem von Ganay, Herrn von Mon-tagnillon, Längere und Genelard, welcher nach seines vattcrstodeSchatzmeistec vonFranckrcich wurde,und an.1661. mit tobeabgieng. Sein söhn Stephrmus von Ganay, Herr von Mon-taguillön, Genelard, Längere, Fautronne und Seul, dienere an.1674. unter dem Marschall von Turenne, commandirte an.1689. den Adel aus Charolois, und zeugte mit Iacobina Ber-nard von Montessus unter andern folgende zwey söhne:i.) Petrum , welcher als Fähndrich an. 169;. in der schlachtbey Neerwinden umkam. 2.) Stephanum von Ganan, Herrnvon Bellefond, der an. 1721. Oberster von einem regiment zupferde gewesen, und mit Anna Maria von Truchis einige lin-der gezeuget hat. Ansclme , hist. geneal. tom. VI. p. 442- 448.

* (Fand , oder Gent, ein altes berühmtes geschlecht ausFlandern , soll sein aufnehmen Kayser Ottoni I. zu dancken ha-ben, der an. 949. das schloß zu Gent auf einem dem St. Ba-vonis-kloster gehörigen gründe erbauet, und solches nebst denstädten Assenede , Bocholt , Arel und Hülst, ingleichen dem gan-tzen lande von der Waes, der Grafschafft Alost , und den Herr-schafften Termonde und Bornhem, der aufsicht eines Grafenübergeben haben soll. Man sagt, daß Wichmannus, der vonden alten Sächsischen Hertzogen hergestammt, von gedachtemKayser Ottone 1 . zum ersten Grafen daselbst eingesetzt worden,und giebt ihm das zeugnis, daß er ein tapferer, großmüthigerund verständiger mann gewesen. Er zeugte mit Luitgarda,einer tochter Arnolphi des ältern, Grafen von Flandern , Theo-doricum und Wichmannum den jüngern, welche beyde brüderunter dem Hertzoge von Sachsen , Hermanns, wider die Fran-zosen zu selbe gezogen. Wichmannus ward, da er zu denselbenübergehen wollte, ermordet. Theodoricns aber folgte dem vat-ter in der Burggrafschafft von Gent, und zeugte mit Hilde-garda, einer tochter Theodorici III. Grafen von Holland , Ar-nulphum, der von den Friesen erschlagen ward, und vonLuitgarda von Eleve Theodoricum und Albertum, von wel-chem die Grafen von Alost abstammen, verließ. Thcodoricusrächte seines valters tod an den Friesen, und zeugte mit ei-ner Gräfin vonLuzignanLambertum, der an. 105;. oder 1034,von dem Kayser Henrico III. bey, Tournay geschlagen ward ,und das leben verlohr. Sein jüngster söhn, Renatus , sollsich in Engelland niedergelassen, und die familie der Talbotsgestiftet haben. Der älteste, Folcardus, aber starb an. 107z.und verließ von Landrada, einer tochter Balderici, Grafen vonLöven, Lambertum II. einen gemahl Mathildä, die Wilhelmi,Burggrafen von St. Omer , tochter gewesen, und Wenema-rum gcbohren. Dieser zeugte mit feiner andern gemahlin,Aegidia, einer tochter Balduini l. Grafen von Guines, Arnol-phum, der »ach dem tobe seiner mutter bruders, Manaßis, dieGrafschafft Guines bekam, und ein gewaltiger Herr ward.Sein söhn, Sigerius, der sich von GOttes Gnaden Burggrafvon Gent, schrieb, zeugte Sigerium II. Dieser verwaltete beyder Minderjährigkeit der kinder Balduini, Kaysers von Constan-tinopel, die regierung in Flandern , ward von Ferdinande ausPortugall, der sich mit Johanna, des gedachten Kaysers Bal-duini tochter, vermahlt hatte, genöthigt nach Artois zu siiehen,aber nach der schlacht bey Bovines in alle seine güther undwürden wieder eingesetzt. Er starb an. 1227. und verließ vonBeatrice, Frauen von Houbain, Hugonem Gerardum, zuge«

nannt der Teufel, Rogerium, der das geschlecht von Claerbnutgestiftet, und Gautierum oder Waltherum, Lrckläiacönum mArras . Hugo I. hatte schwere streitigkeiten mit Ferdinand»,Grafen von Flandern , die aber an. 1229. durch gütlichen ve/gleich beygelegt wurden, und zeugte mit Anna von Cbanlire'die von den alten Grafen von Champagne abstammte, Hua°.nem II. Gautierum, genannt-Villain, von dem die linie, inden nahmen Vlllain behalten, herkommt; Sigerium;nem rc. Hugo II. starb um das jähr 126;. und verließ js».gonem III. dessen älteste tochter, Maria, in ermangelunq männ-'licher erben,den vatter erbte,sich mitGerardo von Sottenqhien!aus dem hause Enghien , vermählte, und die Burggrafschaffvon Gent an das Haus Melun brachte. Gautier von Gand,Villain genannt, Hugonis I. anderer söhn, zeugte Alexandrum,und dieser hinwiederum Gautierum II. dessen nachkommen-schafft bald erlosch, und Jourdanum, einen vatter GautieriIII. der Johannem I. zeugte. Dessen söhn, Johannes II. deran. 1379. dem Grafen von Flandern , gegen dieGenter, dieihn in Termonde angegriffen, ingleichen Richards II. Köniaevon Engelland, gute dienste geleistet, und ein vatter Johan-nis III. worden. Dieser war bey Philippo I. Hertzoge von Bur­ gund , Cammer-Herr, und diente Johanni I. Hertzoge von Bur­ gund , an. 140*. gegen die Lütticher. Sein söhn, Adrianus vonGand, Villain I. Hertzogs Johannis I. von Burgund Cam-mer-Herr, zog mit Hertzog Philippo II. nach Franckreich , erb-te an. 1447. von seiner mutter die güther des Hauses Gavre,als Rassenghien, Lindekerke , die Vicomre Lombeck, St. Amand , Bafferode rc. und hinterließ Martinum. Dieser wardbey Hertzog Philippo 6ono fälschlich angegeben, als ob er esmit den Gentern hielt, verlohr auch daher einen theil seinergüther, ward aber an. 1456. wieder in dieselben eingesetzt, zogan. i4;8. ins gelobte land, und starb an. 146;. Sein söhnAdrianus II. stund zu Kaysers Maximiliani und seines sohnsPhilippi zeiten in grossem ansehen, und ward eben darum,weil er es mit diesen beyden Herren beständig hielt, an. 149°.auf Veranlassung Philippi von Eleve, Herrn von Ravensiein,ums leben gebracht, der aber an. 1492. dessen söhne, Adria-no III. dißfalls abbitte thun, und sich zu vielen harten bediu-gungen verstehen muste. Gedachter Adrianus III. brachte durchdie Vermählung mit Margaretha Staveles an. 1525. die Herr-schafften Psenghien, Emelghen rc. und andere an das Haus vonGand, drente unter dem Kayser Maximiliano I. in Italien ,ward Vice-Admiral von Flandern , und starb an. 1532.Sein söhn Maximilianus , dem zu gefallen die Baronie undPairie Ksenghien an. 1482. zur Grafschafft gemacht worden,ward nach und nach Oder - und souverainer Bailli von Alost und Grammont, Gouverneur von Ryssel, Douay und Orchies,bey König Philippo II. Staats-Rath, oberster Aufseher der Fi.nanzen, oberster Commiflariua zu erneuerung der Flanderische»gesetze, und ließ nebst andern kindern Philippum Marimtlia-num, Bischoffzu Tournay , der in oäore Sandiratis gestor-ben, und Jacobum Philippum, Staats-Rath bey Ertz-HertzogAlberto, der an. 1628. starb, und Philippi Lamorali vatterwar. Dieser ward von dem Ertz-Hertzoge Alberto zum Rittergemacht, und in Gesandtschafften wie auch in kriegs-verrichtun«gen gebraucht. An. 1624. ward er Gouverneur von Ryssel,Douay und Orchies , und sollte Ritter vom güldenen Vliessewerden, starb aber vor der würcklichen Promotion an. rszi.Er zeugte mit Jsabella von Merode, einer tochter Philippi,Gra-fen von Middelburg , und Johannä von Montmorency: >.)Balthasarem Philippum; 2.) Ludovicum, der zu Barcellonaverstorben; ?.) Jsabellam Claram, eine gemahlin Philippi Ema-nuelis von Croy , Grafen von Solre; 4J Magdalcnam, einegemahlin erstlich Ferdinandi Philippi vonMerode,Marquis vonWesterloo, hernach Alberti von Croy , Grafen von Nieghem;5.) Mariam Albertinam, so an Wilhelmum von Merode,Marquis von Deynse, vermählt worden. Balthasar PhilippuSward von Philippo IV. zum Ritter des güldenen Vliesses,auch an. 1640. zum Fürsten von Zsenghien und Masmines,ferner zum General der cavallerie, zum Kricgs-Rath und zumGouverneur von Geldern und Zütphen gemacht. Er .zeugtemit Lonisa Henrique; von Sarmiento-Salvatiera viele töchicr,und Johannem Alphonsum, der an. 1687. starb, und von Ma­ ria Theresia , einer tochter Ludovici Crevant, Hertzogs von Hu-mieres, Ludovicum und Alerandrum Marimilianum, Grafenvon Middelburg , Meltre äe Lamp beym Marine-regiment,und Gouverneur von Bouchain, verließ. Ludovicus von Gand,von Merode und von Montmorency , Fürst von Wnghien,Ognies und Vianden , Vicomte der stadl und Castellanev vonBpern, Waghagnies und Ledreghem, freyer Baron von Frenz,Rassenghien rc. Herr der städte Launoy, Wäten und Charleroy,Ritter der Königlichen Französischen orden, General-Lieute-nant der armem und in Picardie, Gouvernmr von Arras , n>an.1678. gebohren, vermählte sich erstens mit AnnaMariaLoui-sa, einer tochter Antonii Egonis, Fürsten von Fürstenberg , mitder er einen söhn, welcher jung gestorben, gezeuget, ferner mitMaria Louisa Charlotta , der einigen tochter Caroli Pot, Mar-quis von Rhodes , und endlich an. 1720. mit Margaretha Ca-milla , einer tochter Antonii Grimaldi, Fürsten von Monaco .An. 1732. im zul. starb ein Graf von Gand, welcher PrMvon Nivelle, erster Capellan zu Brüssel und Unter-Anneher derMusic gewesen. Lindanus, de Teneramondan* urbis antiqmt.Mir aus. Sander ur. Etat dt France , tom. sll.

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