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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wenn er nur seinem nächsten Lehns-folger und Lehns - Herrnnichts präjudicirt, weswegen sie inSgemem in solchem fall desLehns - Herrn einwilligung ausbringen , wodurch die übrigenGanerben gleichsam zu mitbelehnten werden, und auf den ab-sang einer solchen familie auch die lehn-güther erben, wo esder Lehns - Herr nicht ausdrücklich anders bedungen. Sonstpflegl es M jedem Ganerden-gcfchlecht akso gehalten zu werden,daß der älteste desselben über die Ganerben-gülher, welche, wennsie nicht der gantzen Gancrbschafft eingeschüttet worden, demHerrn derselben abgesondert verbleiben, , die Verwaltung füh-ret, wovor er ein gewisses zum voraus bekommt, daS übrigeaber mit den brüdern theilt. Gleichwie nun einem jeden freysiehet, in eine Ganerbfchafft sich zu begeben, also bleibet ihnenauch frey wieder daraus zu treten , nicht änderst als etwa» einpasiill seinem Lehns-Lerrn das lehn aufgeben kan. So langeer aber darin,, ist, genießt er alle der Ganerbfchafft anklebenderechte und privilegia welche öfters gar ansehnlich sind, wie esdenn viele Ganerbfchafften giebt, welche von dem Kayfer mitallen regalien , auch so gar dem müntz-regal, wie solches beyFriedbcrq zu sehen ist, begnadiget sind. Über dieses haben siegegen einander das nähere recht, welches ihnen durch dieFranckfurter-rcformation ausdrücklich bestätiget worden. Vielderselben, als Friedberg , und ehedeffen Gelnhansen, werden voneinem Burggrafen und Beysitzern regiert, welche beyde sie zuerwehlen freye macht haben. Durch solche Verbindung sindnun die adelichen gefchlechter öfters in groß aufnehmen gekom-men, haben sich aber dessen überhoben, und ihre kraffte durch al-lerhand raubereycn und plackereyen gegen die benachbartenmißbraucht. Welchem unheil abzuhelffen, Kayfer Maximcka-nus l. an. i auf dem Reichs-tage zu Regenspurg bey derpublicirung des land-friedens den Ganerben genaue grentzen,wie sie sich zu verhalten, vorgeschrieben. Aus diesem allen er-hellet nun, daß die Ganerben eben nicht gewisse bürgen oderschlösser haben, auch nicht blosse Edelleuthe seyn müssen; dennda finden sich viele städte und dörfer, welche Ganerbfchafftenseyn, es sind auch öfters Fürsten und Bifchöffe sowvl mit Edel-leuthcn als ihres gleichen darinn begriffen. Also wird Treffurthin Thüringen noch jetzo von Yachsen, Mayntz und Hessen aufdiese art gemeinschaffllich besessen. In der Hanauischen Gan-erbschaffl ist der Abt von Fulda mit begriffen, und das dorfTrachstedt in Francken hat zu Ganerben Sachsen - Altenburgwegen Henneberg , den Abt zu Terres jetzo Würtzburg, den Abtzu St. Michelberg jetzo Sachsen-Gotha, die Echter von Meß-pelbrun und viel andere vom Adel. Von dicken Ganerbfchaff-ten sind aber die Erd-verbrüderungen und Erb - Vereinigungenwohl zu unterscheiden, welche nicht so viel in sich begreiffen ,als der Ganerbinat, ob sie wol auch auf den gemeinen beystandund erbsolqe gerichtet seyn. SieheErb-veretnigungen. Beyer,

in Yolckmanno emend. p. 97. Traftatiu äe Ganerbina'U , wel-cher an. 1666. zu Schleusingen Teutsch wieder edirt worden.

Lercb « Dumßein , de ord. equ. f. 69. LUrcjmeister, de ord.ecju. Hotomann. Lex. verb. feud. VVebner. obs. pract. Eli-Nlgö R. A. eont. 2. abth. 4. abs. 2. N. 9.

Gangara, ein Africanisches Königreich in Nigritien, wel-ches reich an gold ist, und gute soldaten hat. Der König re-giert absolut. Ausser der hauvt-stadt gleiches nahmens findetman darinnen Marassa, Semtgda, rc. Marmel.

GANGARIDES, war ein gewisses von Asien gegen demausflusse des Ganges zu wohnendes volck, dessen Curtius ge-dencket. Die gegend soll, Stuckii mcnnung nach, das heutigeBengala seyn, welches dem grossen Mogol gehöret. Curtius ,Üb. IX. c. 2. Freinsbemius, Stuckius , in Periplo maris Ery-thraei.

* (Zangen, eine stadt in der Persiamschen provintz Georgien /zwischen Jruan und Scamachie auf einem fruchtbaren bodcngelegen, ist zur Handlung sehr bequem. ./it,/, voyage dAlie.

Ganges, ein fluß in Indien , und zwar einer von den grö-sten und ansehnlichsten in der gantzen welk, welcher auf demgebürge Dalanguer entspringet, so ein theil von Jmaus ist, undseinen lauf gegen die grentzen der grossen Tartarcy zu, durchalle Königreiche des grossen Mogvls, nach Horduvare, Serena-gar, Gouro, rc. nimmt. Endlich, nachdem er unterschiedlicheandere flüsse zu sich genommen, ergeußt er sich in den Meer-busen von Bengala, durch 7. ausfiüffe, die eben so viel insulnmachen. Wo dieser fluß am kleinsten , ist er über 2. Meilenbreit, dessen gröste breite aber träget ?. meilen aus. Es sindeinige auf die gedancken gekommen, daß er einer von den 4«flüsien des Paradieses gewesen, und zwar derjenige, dessen imersten buch Mosis unter dem nahmen Pison gedacht wird. Al-lein dieses ist gar nicht wahrscheinlich, inmassen ja dessen Ur-sprung über 1; 000. meilen von des Euphratis entfernet ist.Immittelst halten doch die Indianer davor, daß dessen wassereine besondere trafst in sich habe; wie sich denn deshalben dirleuthe darinnen baden, ja auch Könige verkleidet dahinkommen, und andere über 600. meilen darnach zu schicken pfle-

S en. Man findet darinn gold-sand und edelgestetne. Curtius ,b. VIII. c. 9. Le Blunc , P. I. des rel. c. 22. Linfcbot, c..Texeira, lib. I. Huetiu.·, de situ paradis.

Ganges, ein flecken in Nieder-Languedoc , in dem Sevenni-schen gebürge, nicht weit von Anduze .

* Gange nuovo, ein Sicilianischer flecken an dem fuß derHtstok. Lenke« UI. Theil.

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gebürge Madonia, und nahe bey der quelle deS fiusses Salfo /in dem thal,di Demona; man siehet eine stunde weit von diesemflecken die Überbleibseln des alten Gangi, wo einige Gcographiglauben, daß tue alte kleine stadt Engyum gestanden habe, wel-che andere nach Engiuni setzen, welches ein Hafen in dem landeLeonlini ist, an dem Golfo di Catanea. Bmdrand.

Gangria, Cangra oder Castomoni, so, wie einige wol-len, von den Turcken Rtengara genennet wird, ist eine Ertz-Bischöffliche provintz in Paphlagonien , so in Klein-Asien liegt.Allhier wurde um daszahr ^24. ein Concilium gehalten, undder Mönch Eustachius Sebastenus verdammet, welcher alle le.bens-arten unter den menschen, die seinige ausgenommen, im-probirle, und allen andern, sonderlich den verehlichten, alleHoffnung zur seligkeit absagte. Man hat von diesem Conciüo20. canones , welche Dionysius Exiguus , und nach ihm Gans-tianus Hervetus ins Latein übersetzt haben. Binius. Sirmnndus,Labbern*, in collect. Concil. Guudlingii adnot. in ConciliiGangrensis canones 20.

Ganhay, eine volckreiche und wohlgebäute stadt in der land»schaht Fokien in China , nebst einem Hafen, welcher stets mitvielen kauffarthey-schiffen angefüllet ist. Gegen die östliche fei-te der stadt befindet sich eine sehr schöne brücke, die durchausvon gehauenen steinen auf hohe und weite schwidbögen ge-bauet, und 260. schritt lang ist. Martini, description de laChirie.

* Gantbastus,, (Johannes) ein berühmter bildhauer imXVII. feculo , gebürtig von Volaterra in Italien , verfertigte ,ungeachtet er bereits in seinem 20. jähre das gesicht verlohrenhatte, nach der zeit das bildnis des Florentinischen Groß-Her-tzoqs Cosmi I. von marmor, und des Papsts Ürbani VIII. sei-nes von thon, welche beyde wegen ihrer grossen ähnlichkeitvon jederman bewundert worden. Aidrovandi. Zab«, ocul.artific.

Ganking, eine grosse und reiche handels-stadt in der iand-schafft Nankmg in China , welche über s. städte zu gebieten hat.Weil die z.provintzen, Nanking , Huquang und Kianqsi da-selbst zusammen stossen, und dieser ort sehr bequem zu krieges-expeditionen lieget, so hat der Kayfer einen absonderlichen Vi-ce-König daselbst, der von dem Vice-König der provintz unter-schieden ist, wie auch eine starcke besatzung in dem Pure Hay-Mucn, welches über den see Poyang und den fluß Kiang com-mandiret. Man siehet in dieser stadt eine eherne jaule, so gantzvon einem stücke und ig. klaffter hoch ist, auch einen nach so 5cher höhe eingerichteten umfang hat. Martini , descripc. de laChine, dans le recueil de Mr. Theveriot, vol. III.

* Ganna, eine weise jungfrau bey den alten Teutschen, derVelleda Nachfolgerin im weissagen und grossem ansehen. DioEVII. ist der einige, der ihrer gedencket, und berichtet, daß fiemit Masyo, Kömge der Semnonen, nach Rom zu dem Kay-ser Domttlano gereisel, und von demselben wohl aufgenom-men worden. Was die Ursache dieser reise gewesen, und obMasyus etwan wegen der Suevischen Händel, in die Domitia -nus einiger Massen mit angeflochten war, dieselbe gethan, Gan«na aber seinem andringen bey diesem den Wahrsagungen sehrergebenen Kayfer ein desto grösser gewicht zu schaffen, oder dirVelleda von ihren banden zu befreyen, mit gezogen sey, wirdmchl gemeldet. Mascou, geschichle der Teutschen V. 3. VonBünaus Teutsche Reichs - Historie, P. I. Üb. III. §.

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* Gannascus, ein gebohrner Caninefate, stund lange zeitunter den Temfchen hülft-völckern in Römischen diensten, trataber nachgehendS zu den Chancen über, und bewegte dieselbenim jähr Christi 74. zu ernem feindlichen einfall in Nieder - Ger,manren, wobey er als ein erfahrner schiff-soldat sich ihnenselbst zum Heerführer vorstellete. Er hatte aber das Unglück,daß er anfänglich von dem Römischen Feldherrn Corvulonrgeschlagen, und darauf durch Hinterlist und Meuchelmord umsleben gebracht wurde, wiewol dessen tod die Chancen , die da-durch in die Waffen gebracht worden, nachdrücklich an den Rö-mern rächeten. Dio, LX. Tacitus, annal. XI. , 8 . 19. VonBünaus Teutsche Reichs-Hist. P. I. lib. III. §. 66. p. 700. segg.

Gannat, tat. Gannarum und Gannapum , ein flecken in demlänbgen Bourbonnois, gegen die grentzen von Äuvergne zu,lieget an einem kleinen fluffe, welcher jenseit Vicha in den flußAlller fället.

Gans, (Johannes) war an. 1 ehr. zu Würtzburg gebohren/Und begab sich an. <610. in die «Societät IEsn. Nachdem er 2.jähr die Mathematic und Theologie gelehrehsich auch durch sei-ne predigten in grosses ansehen gebracht, gieng er mit dem Kö-nige Ferdinando 111 . als dessen Hof-Prediger und Beicht -vatter/zu selbe, und behielt auch solches amt bey ihm , da er zu derKayftrlichen reglerung gekommen. Er galt viel bey Hofe, nahmsich aber keiner als religions-sachen an, wie er es denn dahin ge-bracht, daß alle Universitäten in den Oesterreichischen erd-landettsich mit emem eyde verbindlich machen müssen , die meynungvon der unbefleckten emvfängnis der Mutter GOttes zu ver-theidigen. Er lst an. 1662. gestorben, und hat, ausser etlichentheologischen schristen, Gvnieceum Luttriacum. ingleichen Arbo-retum Genealog. herausgegeben. A'egambt, bibl.

(Banste, oder Gansea, eine Persianische stadt in der vro-vintz Schirwan, zo. stunden, von Siamachi, welche sie vier

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