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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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mal an griffe übertreffen soll. Sie hat schone steinerne hau-ser und breite gaffen, sonderlich soll der pallast des Gouver-neurs prächtig gebauet seyn. Umversal-Lexic.

(Zanymedes, war Trois, eines Königs in Phrygien söhn.Die Poeten lichten, daß ihn Jupiter geliebet, und in der ge-stalt eines adlers in den Himmel geholet habe, allivo er nachder Hede und Herculis Vermählung, zu der götter mundschen-cken gemacht worden. Wiewvl einige eine wahre Historie dar-aus machen wollen, und vorgeben, daß er wurcklich von ei-nem Printzen, der ihn geliebet, in Phrygien geraubet worden.

Ovtdiui, lib. X. metam. Herodianus, lib. I. c. 11. Rayle.

* (Zac>, war ein General der Perser, »vekcher des Artaxerxistroüppen wider Evagoram, so in der insul Cyprus steh aufhielt,commandirte, und denselben in einem see-treffen überwand.Diodorut Sicutus , bibl. XV. p. 529. Er hatte des Teridazitochter, und weil er dem Teribazo, als er durch Hinterlist sei-nes collegen in gesangliche hasst war gebracht worden, beyge-standen, und sich daher eines Übeln tractaments vermuthete ,dachte er diesem vorzukommen, und verband sich mit demEgyptischcn Könige Acoride und den Lacedämoniern wider denKönig in Persien , zumal da er einen grossen reichthum unddie gunst der obersten Schiff-Generalen auf seiner feite hatte;Diodorut, XV. p. konnte aber seinen anschlag nicht voll-führen , weil er durch list etlicher seiner feinde ermordet wur-de. Idem , p. 540.

(Zaoga, eine Afrikanische stadt und Königreich in Nigritien,zwischen Nubien und dem Königreiche Borno gelegen. Etlichenennen diese landschafft Kagha. Die Könige stammen voneinem Negro oder schwartzen fclaven her, welcher, nachdemer sich seines Herrn guther mit gewalt angemaffet, pferde kauf-te , so dann in den benachbarten landschafften herum lief, undfclaven für pferde einhandelte, mit welchen er sein eigen volckanfiel, und sich also des Königreichs bemeisterte. Ein theildavon sind Christen, wie in Egypten, so aber wenig erkänntnishaben; die andern sind Mayometaner. Jov, Leo. Marmo-

lius. Ranutus.

* Gaon, (Chai) war ein Spanischer Rabbi, so sich wegenseiner gelehrsamkeit den titul Gaon erworben, war bey denJüden sehr angesehen, und hinterließ ein kleines moralischesbüchlein in versen, wie dazumal gebräuchlich war, die lebens-re-guln in versen vorzutragen. Es heißt hcwn 1010vipC anticum Institutionis Inteliectus eum Elegantia, welchesMercerus Lateinisch übersetzet, und zu Paris bey Guil. Mo-rello in 8. 1161. drucken lassen. Buxtorf bibl. Rabbin.p. Gottfried Weder hat es in seinem Trifolio Moralista -rum trilingui zu Berlin 1677. in 12. Hebe. und Latein, undJacob Ebert gleichfalls wieder auflegen lassen. Man hgt aucheine edition zu Venedig . Das carmen ist monocolon, unddergleichen, wie Ellas in Cantic. 8- und Clajus Prosod. Ebr.xen. 12. haben. Jacob. Ebertus, in not. ad carmen hoc morale.

(Zaoxa, eine insul an der küste der provintz Quantung inChina , woselbst man einen fisch antrift, der von einer gantzungemeinen eigenschafft ist, und von den Chinesern Hoangcioyuoder der gelbe fisch genennet wird; sintemal er den sommerhindurch einen vogel abgiebt, und in dem gebürge herum flie-get, den Winter aber ein fisch ist. Kbcher. de China .

(Bap , lat. Vapincum, eine alte stadt in Dauphins, andem kleinen fluß Bene, nebst einer Bailliage und einem unterden Ertz-Bifthoff zu Aix gehörigen Bißthum, welches 219.Pfarreyen hat. Sie wird durch das schloß Puymore beschützet,und ist in den innerlichen kriegen öfters bald von den Catho-lischen, bald von den Hugenotten eingenommen worden.In dem kriege, welcher zu ende des XVII. feculi geführet wur-de, eroberte sie an. 1692. der Hertzog von Savoyen , undließ die vestungs-wercke niederreissen. Das umliegende landheißt Gapangois; darin« liegen Serres , Orpierre, die Her-kogthümmer Lesdiguieres und Tallard, Beines, Bentavvn,Aspres , rc. Du Chine , villes de France. S. Marth. Galliatom. II. Bouche , hist. de Provence. Ruß, bist. des Comtes deProv. c. n. 21. Cborier , hist. de Dauphine tom. II. liv.III. C 1.

* (Zar, eine Africanische stadt, welche nicht ferne von Tri­ polis der küste nach ablieget, und ohne mauren und offen gleicheinem dorse ist; man findet noch einige zerfallene mauren undthürne daselbst. Sie wird von den Berebern bewohnet, welcheUnterthanen des Herrn von Tachore waren, in der zeit, da Tri­ polis den Christen gehörete. Ptolemäus setzet sie in den 4;. grad2;. min. longit. und ji. grad 20. min. ladt. Ihre gegend istmit palmen-bäumen bewachsen, welche viel eintragen, an eini-gen orten wächset auch sehr viel und schöne gerste. Von diesemund dem fischfang ernehren sich die einwohner. Maxmol . tom.II. lib. VI. c. 48. Thom. Corneille , Dict. Geogr.

(Zara, (Nicolaus) Palatmus Hungaria», war von gerin-gem herkommen, aber von unvergleichlicher gcschicklichkeit, undwurde dahero zu den höchsten ehren-stellen in Ungarn erhoben,so gar, daß er, als die Ungarn nach ihres Königs Ludovici I.tobe an. i zfii. dessen wittwe Elisabeth und tochter Mariam vorihre Königinnen erkannten, von dieser das cvmmando überdas gantze Königreich ihm anvertrauet wurde. Allein da erdieser gewalt mißbrauchte, und den Adel zu unterdrücken such-

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te, ergriffen ste wider die Königin die Waffen, beraubten selbd,der crone, und überreichten solche Carvlo, dem Könige vonAea.polis, Königs Ludovici enckel, welchen sie auch ohne hindernd inbeyseyn beyder Königinnen cröneten. Mittlerweile aber sucht-Gara,welcher von derKönigin nicht absetzte,alle mittet und w/aehervor,besagtenKönigCarolum aus dem wege zu räumen; erhichauch seinen zweck durch Blasium Fvrgatsch, welcher dem Kö-nig , als er einsmals die Königin Elisabeth zu besuchen kameines über den köpf versetzte, daß er halb todt zur erden fiel ,hernach aber nach Vicegrad gebracht, und daselbst an. i-zzerdrosselt wurde. Nach diesem brachte Gara die Königin Eli!sadeth nebst ihrer tochter in die provintzen, um sie von ihrenUnterthanen noch einmal für ihre Königin erklären zu lassen.Dieser aelegenheit bediente sich der Gouverneur in Croatie»,ein günstlinq Königs Caroli, welcher, dessen tod zu rächen,beydes den Adel und das gemeine volck versammlest, so danndem Gara entgegen gieng, und ihn tödtete, die mutier aberin einen sack nehen, und in den fluß Bvzota schmeissen, hinge-gen die Königin Maria in verhafft nehmen ließ, woraus sievon Sigismundo, damals Marggrafen von Brandenburg ,nachmals Römischen Kayser, an welchen sie ehlich versprochenwar, erlöset wurde, indem dieser mit einer mächtigen armee inCroatien gieng, Mariam befreyete, sich mit ihr vermählte, unbden Gouverneur hinrichten ließ. Du Buy , histoire des Favo,ris p- ;zo.

(Zarabuse, sind zwey kleine insuln, nicht weit von derwestlichen küste der insul Candien gelegen, welche einen gukcaHasen, nebst einer vestung haben. Als an. 1669. die Veneiia.»er das Königreich Candien den Turcken übergeben muffe, 1,behielten sie davon weiter nichts, als Suda, Spinalonga unddiese Garabusische insuln. Doch auch diese letzter» sind an.1692. in Türckische botmäßigkeit gerathen.

* (Zarack, eine der wichtigsten insuln in dem 8inv Persico,und sehr wahrscheinlich diejenige, welche andere Garge nennen,andere aber Elchadr , und aus Latein Jchara Mula, oder Ica-rium heißen. Maffejus und Golius scheinen sich zu betrügen,wann sie dieselbe mit der insul Baharem vermischen. Garackliegt diesem Baharem gegen norden, und über ir.oder iz.Fran.zösische meilen weit davon ab ; und ist von beyden ufern, sowoldem Persischen, als dem Arabischen, gleich weit entfernet, unge,sehr io. stunden von dem ausflusse des Euphrates. Gegen nor-den hat sie die stadt Berderrich, und gehörte chedessen den Ju-den , davon man die Überbleibseln findet, indem sich noch präch-tige ruinen der alten Iüden-stadt blicken lassen, aus welchenman deren ehemalige gröffe und reichthum leichtlich abneh-men kan. Die synagoge dienet nun zu einer Moschee, undwar prächtig und pyramiden-förmig angelegt. Übrigens hates, die regierung und andere umstände betreffend, in dieser in-sul sonderlich viele grosse Veränderungen gesctzet. Die Portu.giesen zu der zeit, da sie meifter von Ormus gewesen, brachtenalle umliegende kleine Stände unter ihren gehorsam, worunterdie insul Garack dann auch gezehlet wird, indem der gantzePersische meer-busen keinen andern als nur einen Herrn, undzwar denKönig in Portugall erkennete. Der grosse Persische Kö-nig Schach Adas verjagte sie endlich, nachdem er sie lang be-krieget hatte. Alle diese insuln werden nun durch Araber be-wohnet , ihre städte aber sind meistens zerstöret, und zerfallen,so daß man nichts mehr als einen geringen schatten ihrer eh-maligen grösse daran sehen kan. Und dieses ist von der insulGarach noch viel wahrer, als von den andern, sintemal mandaselbst an statt prächtiger gedäude, und grosser thürme,nichts als grosse steinhauffen von grossen zerfallenen gebäuden,und kleine hüttlein, darin» an jener stelle nun gewöhnet wird,antrift. Das land aufder insul ist steinicht und trocken, vonder sonnen-hitze verbrannt, in der mitte ist es erhöhet, undgantz kahl ohne gebüsche oder Waldung , ob es schon gleich ei-nen berg formiret, da ehedessen holtz scheinet gewesen zu seyn;sintemal man grosse wnrtzeln und entsetzlich dicke abgehauenestamme auf der erden findet. Gegen morgen hat es noch ei-nige ziemlich kühle und angenehme gebüsche, worunter sichpalmen-bäume befinden, daraus die einwohner keinen grossennutzen ziehen. Wo die alte stadt gestanden , siehet man nocheine Wasserleitung , welche mitten durch die stadt gegangen,und sehr groß ausgeführet war, und mit lauter quader-ffnckenausgemacht gewesen, aus welchem stücke allein man noch diemacht der alten Könige von Garack schliessen könnte. Heu-tiges tages ist diese insul noch wegen dem schönen perlen-yan-del von Wichtigkeit, dann sie verschaffet von diesem kleinodsowol in Asien als in Europa , und die kenner sind überhauptbannn einig, daß es wenig schönere perlen gebe, als die sind,welche auf den küsten dieser insirl und daherum aufgefischetwerden. Neben den perlen-muscheln hat es an dem ustr, nochandere gattung meer-schnecken und schaal-fische, die so schon ge-formt , und an färben so regulär gezeichnet sind, daß die allcr-raresten und seltsamsten, so in den cabineten gefunden werden,denselben kaum beykommen können. Baudrand. Carre , voyagedes Indes Orient.

Gh RAMANTES , waren ein gewisses volck in dem inner-sten Libyen , welche diesen ihren nahmen von Garamas, desApollinis söhne, empfangen , und vor zeilen, nach Indon be-richt, in derselben gegend, da der fluß Cinyphus eichpringel,wohneten. Ihr land war 16 o. meilen lang, aber nur 2;.

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