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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* GariopontuS, ein Lateinischer Medicus von Ealekttv,bekannte sich zu der Methodischen stete, und fiorirte im XI. ste-culo. Seine bücher de Morborum Causis, Accidentibus &Curationibus sind in Barbarisches Latein eingekleidet, und gro«stcn theils aus Theodoro Priscianv ausgeschrieben , und auchUnter dem titul: Passionarius Galeni de lEgritudinibus ä ca-pite ad pedes, zum Vorschein gekommen. Nach Reinesii muth-massung sollen die dem Galen» fälschlich beygelegte bücher deDynamidiis ebenfalls diesem Garivpvntus zugehdren. In derStollischen Historie der Medicin wird p. 693. angemercket, daßhierinn die älteste spur de Facultatibus fimplicium ex colore& figura dijudicandis j« finden sey. Restners medicinrsthesGelehrten-Fexicon.

Garisenda, ist der nähme eines gewissen thurns in derstadt Bononien, welcher auf einem freyen platze befindlich,üuch von einer »«gemeinen stärcke, über 130. schuh hoch ist,dessen aber ungeachtet über 9. schuh in der höhe über sein fun-bament herüber hänget, dergestalt, baß es das ansehen hat,als wollte er über einen Haussen fallen. Man sagt , daß erimiahrilio. von Ottone und Philippo Garisendi auf solcheart gebauet worden, da hingegen andere in den gedancken ste-he» , daß ihn ein erdbeben also zugerichtet habe. Es meldenauch einige, daß ihn der wcrckmeister nicht habe vollenden kön-nen , weil ihn einige mißgünstige ermordet. Gantz nahe beydiesem thuen stehet ein anderer, welcher 176. schuh hoch ist, undla torre Asinelli genennet wird. Mifl'on , voyäge dItalie.

Garisioles, (Antonius) war um das jähr 1537. geboh«ren , und wurde im 23. oder 24. jähre seines alters Prediger istder kirche zu Puylaurens, an. 1617. aber Professor Theologiezu Montaudan in seinem vatterlande. Er starb an. 1690. undhinterließ viel bücher, worunter einige gedruckt, die übrigenaber, so in manustript gelegen, sind meistentheils verlohren ge-gangen. Den tractat de Imputatione Peccati Adas, hat er aufVerordnung des Synodi zu Charenton verfertiget, und solchenden 4. Reformirten Cantons zugeschrieben. Er hatte groß be-lieben an der Poesie, und gab ein Poema Epicum unter demtitul: Adolphide heraus , wvrinnen er Gustav! Adolph! grossethaten heraus strich, welches er der Königin Christina dedicirte.An. 164;. dirigirte er den National-8ynodum zu Charenton .

Bayle.

Garijim, ein berg in Palästina, ohnweit Samarien . Aufdemselben ließ Iosua nach Mosis befehl einen steinernen altaraufrichten, auf welchem er GOtt opferte, und durch die Priesterdas gesetzt publiciren ließ. Als Alexander M. Asien bezwäng,wurde Manaffes, Iaddis des Hohenpriesters der Juden bru-der, von den Jüden vertrieben , weil er sich mit einer fremdenfrau,Saneballats,Gouverneurs von Samarien , tochter,verheu-rathet hatte. Dieser Manasses bauete mit hülffe seines schwie-ger-vatters einen tempel auf diesem berge, und wurde der ersteHohepriester. Die Samaritaner zogen diesen tempel dem zuJerusalem vor, und opferten daselbst, welches die vornehmsteUrsache der trennung zwischen den Jüden und Samaritanernwar. Von diestm orte redete das Samaritanische weid mitChristo bey dem brunnen Jacobs , welcher an dem fusse diesesberges zu finden, und wo man hernach eine kirche bauete, dienoch zu den zeiten Hieronymi gestanden. Der tempel, welchenManasses hatte bauen lassen, wurde 200. jähr hernach durchJohannemHyrcanum, welcher von Juda Maccabäo herstam-inete, zerstört. Nichts destoweniger setzten die Samariter ihreopfer und gebäte auf selbigem berge fort, bis zu des KaysersJustiniani zeiten, welcher viel zum Christlichen glauben brachte,und den tempel, welchen der Kayser Zeno Christo zu ehren hat-te erbauen lassen, reparirte, auch barbey eine vestung anlegte,um die Samaritaner, die noch immer gar schlimm waren,im zäume zu halten. Jofua VIII. Joftphui, lib. XIII. irocopiut,üb. V. CeOar. collectanea hist. Samarit. it. not. orb. ant. lib.III. c. 13.

Garlande, eine Französische familic, so vor alters in grosssem ansthen gewesen. Man hält davor, daß sie aus der provintzBrie ihren Ursprung habe, und von dem lande Garlande, wel-ches ein stuck von dem de la Houssaye ist, ihren nahmen führe.Wilhelmus, Herr von Garlande und Livri, ist unter KönigsPhilippi I. regierung Seneschall von Franckreich worden.Seine söhne waren Gualtenis, welcher an. 1096. eine reiseins gelobte land that; Anselmus, WilhelmuS I. Seneschallvon Franckreich, Stephanus und Gilbertus. Anselmus,Seneschall von Franckreich, lebte um das jähr nc>8. und hattesich bey dem Könige Ludovico VI. Crasso dergestalt in gnade ge-setzet, daß er ihn zu einem seiner vornehmsten bedienten mach-te. Er verlohr an. mg. in der dritten belagerung des schlossfes Pulset sein leben. Seine tochter Agnes war erstlich anAmauri III. Herrn von Montfort I'Amauri, und nach dessentobe an Robertum von Dreux , Königs Ludovici des dickensöhn vermahlt, und starb an. 1143. Von Anstlmi bruderStephano, siehe nachfolgenden artickul. Hugo de ciertis, apuddu Chme , tom. IV. p. 328.

t Garlande, (Stephanus von) Seneschall und Cantzlervon Franckreich, war der vierte söhn Wilhclmi I. Herrn vonGarlanbe und Llvry. Er wurde um das jähr 1100. zum B>-fchoff von Beauvais erwehlet; es setzte sich aber Ivo, Bistbosszu Chartres , ferner bestatigung heftig entgegen. Nach diesem

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ward er Archldiaconuz bey der kirche zu Paris , und vecanuzvon St. Argnan zu Orleans , worauf ihn der König Ludvvi.cus VI. vor an. n- 8 . zum Cantzler von Franckreich erklärre.Dteser bedienung stund er 9. iahr rühmlich vor; allein da erdie wurde eines Seneschalls, die er an. 1120. nach seines bru-ders Wilhelmi tobe überkommen, seinem sthwager Amaury IIIHerrn von Montfort, ohne einwiüiqunq des Königs übergab!und dabey vorwendete, die würde eines Senesthalls von Franck-reich gehöre seiner familic erblich zu, fiel er in ungnade, undwurde durch die Waffen dergestalt in die enge getrieben, daß erün. 113°. friede machen , und nebst seinem schwager aus diecharge eines Seneschalls verzicht thun muste. Er begab sichhierauf an. 1137. in seine Dechaney nach Orleans , starban. i i zo. den 14. jan. und wurde in der kirche der Priorey zuGouvernay beerdiget Anfelme , hist. gen. tom. VI. p.36. & 269,*GarIandia, oder Garlandria, (Jo.de) ein Engellän.bischer Grammatieus, Chymicus, Mathematicus und Tfieolo.gus, lebte um die mitte des XI. feculi, und schrieb: Compen-dium Grammaticas ; Tr. Allegorisinicum de Computo Eccle.pastico; de Mysteriis Eccleliae; Expofitionem Synonymorumin Arte Alchemistica; Scholarium Morale &c. Welche meist inden Englischen bibliothecken noch in manustript liegen. Outin,VoJJius. Fabricius , bibl. Lat. tom. IH. lib. IV. c. 2. p. 339.

* (Darnengus, (Petrus ) ein CarmeliterMönch aus Arma-gnac in Bretagne im XV. seculo, starb als Provincial seinesordens in der provintz Touraine an. 1417. und hinterließ eineHiftoriam Ordinis Carmelitici, wie auch eine kirchen-historie,und andere schriften. Poffevinu? , in app. Aligre , paradis.Carmelit. Vqßius , de Hist . Lat. III. 10.

Garnesey, oder Guernsey , eine insul auf dem Britanni-schen meere, nicht weit von der küste der Normandie . Eie ge.hört zu der Engelländischen kandschafft Hani, und wird den denAlten Sarnia genennet. Es befinden sich darauf einige fleckenund eine vestung , le Chäteau Cornet genannt.

Garnesey, oder Gnernfey, (Lords von) in Engelland.Der erste, welcher den 16. martii an. 1703. mit diesem titul un-ter die Englische Pairs aufgenommen worden, war HeneaqeFinch, des Grafen von Nottingham , welcher eben diesen nah.men führte, anderer söhn, der sich unter Iacobi II. reaierungsonderlich dadurch bekannt gemacht, daß er unter den Rechts-gelehrten sich befunden, so denen damals inhafftirten Bischöf,fen mit rath an die Hand gegangen. Mit Elisabeth, einer toch-ter des Ritters Johann Bankes von Elsford, hat er folgendekinder bekommen: i.) Heneache Finch, gebohren an. -szz.;2.) Johannem; 3.) Henricum; 4.) Elisabctham, vcrheura-thet an Robertum Bmson von Bramham; ;.) Mariam;6.) Annam, verheurakhet an Wilhelmum Legae, Lord Dart,mouth; 7.) Martham; 8 ) Franciscam ; 9. Essexiam. ?tmgt»f England, II. p. 143.

Garnetus, (Henricus) ein Jesuit aus Engelland, war eingebohrner vom Adel, und hatte sich auf verschiedenen Acadcmienin studien wohl umgesehen , ließ sich auch eine zeitlang zu Dolein einer buchdruckerey vor einen Correctorem brauchen. Nachdiesem nahm er den gradnm Doctoris an, und wurde Ober-Vorsteher der Catholischen religion in Engelland. Er wardhieraus angeklagt, als einer von den vornehmsten Urhebern despulver-verraths, hatte sich auch, als selbiger entdecket war, ausdem staube gemacht; man fand ihn doch nebst dem Pater Hall,sonst auch Oldcorne genannt, in dem hause Abingtons, einesEdelmanns, in einem loche, zwischen r. schornsteinen, hieraufwurde er auf dem Rathhause zu Londen vor gericht gestellet,und als genugsam überwiesen den 3. may an. 1606. gehencketund hernach geviertheilet. Obwol er übrigens, so lang er nichtdurch zeugen und seine eigene briefe überwiesen war, sich deräquivocationen meisterlich bedient, auch daß solches zu thunerlaubt wäre, annoch nach der Überzeugung gegen seine Richterbehauptet; so hat er doch endlich vor seinem ende, sonderlich mgegenwart Iacobi Montaigu, Deeani der Königl. capelle,und hernach Bisthosss zu Bath und Wells, des vodlor Neils,Decani zu Westmünster, und bald darauf Bisthosss zu Lichfitld,und Johannis Overal Deeani der St. Pauls-kirche zu Londen ,welche ihn samt dem Obersten von dem Towr besucht hakten,über das vorgegangene, und daß er an einer so schädlichen cvn,spiration und verratherey theil genommen, mit sehr nachdenck-lichen Worten bedauret. Auf befragen: wann ihn seine kirqenach seinem tobe zu einem Märtyrer erklären sollte, ob er als-dann die that billichen und loben würde '( gab er zur antwort;O ovalem Märtyrern! Ach welch ein Märtyrer! Mit dembeyfügen: Er glaubte nicht, daß die kirche solches thim wurde,und bäte zu GOtt, daß es unterbleiben möchte. Wann erlediglich wegen der Catholischen religion zu leiden hatte, 00erNichts von dem pulver-ansthlag, als was er in der deiwk er-fahren , gewußt hätte', möchte er wol des nahmens eines Mär-tyrers nicht unwürdig seyn, nun aber erkenne er sein verbrechenund gestehe, das wider ihn gefällte urtheil wäre gantz bllllch unorecht. Jacobw I. de conjur. sulphurea. C'sa-A. ep. ad rro -tönern DuCteum. S(ehianu <, contin. P. III. Fol 1249·sthauplatz. Larrey. *

Garnier de NapleS, der neunte GrosiMeister des ordcnsSk.Johannis von Jerusalem, snccedirte Rogerio deMoulms an.

H87. Er war von Neapoli aus Syrien gebürtig,