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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Garsias V. ein söhn Ramiri, Herrn von Moncon, und einenckel Ramiri, Herrn von Calahorra , welcher Sanctii IV. bru-der war. Er erlangte an. 113 4. das Königreich Navarra, undmuste deswegen mit den benachbarten krieg führen. An. 1190.stürtzte er auf der jagd mit dem Pferde, als er ohngefthr 1$. jährregiert hatte. Mariana.

Garsias, König von Oviedo und Leon, war ein fohn Alphon-si 111 . zugenannt des grossen. Seine mutier Timene verhetzteihn, daß er wider seinen vatter die Waffen ergriff; er wurde abergeschlagen und gefangen. Doch seine brüber und sein schwie-ger-vatter machten ihn los, und nöthigten Alphonfum an. 910.die Crone, in favor des Garsias, niederzulegen, welcher selbigenur 3. jähr behielte, und an. 91?· starb. Sein bruder Ordonnosuccedirte ihm. Mariana, hist. Hisp.

Garsias I. ein Graf von Castilien , sonst Ferdinandus ge-nannt, war Ferdinandi Gonsalvi söhn, wurde nach seinem vat-1 er an. 942. Graf von Castilien , und regierte 48. jähr. Seinsöhn Sanctius rebellirte wider ihn, welches die Mohren so ver-wegen machte, daß sie ihn mit krieg überzogen; er wehrte sichzwar tapfer, verlohr aber an. 990. die schlacht mit dem leben.

Mariana , hist. Hisp.

Garsias II. ein Graf von Castilien , succedirte an. 1028.seinem vatter Sanctio, Garsiä I. söhn, welchen er mit Urraca gezeuget hatte. Er wurde den 13. may an dem tage seiner Hoch-zeit mit Sanctia, Wermondi III. Königs von Leon schwester,ermordet. Seine schwester , welche an Sanctium III. dengrossen genannt, Konig von Navarra, vermählet war, brachteCastilien an selbiges Haus. Mariana, hist. Hisp. Turquct, hist.dEspagne.

* Garsias Ximenes oder Innicus I. König in Suprarbienund Ribagorqa, dem zweyten Christlichen Königreiche in Spa-uien, welches er ungefehr an. 724. aufgerichtet, nachdem erdie Mohren verjaget, und sich Pelagius in die Asturischen ge-bürge geflüchtet hatte, welcher daselbst angefangen das ReichGallicien und Cantabrien zu stiften, so an. 716. geschehen.Innicus erwehlte für die Haupt-stadt und seine residentz diesiadt Infam ; er führte in feinem wapen einen grünen bäummit einem rothen creutz, in einem blauen feld , welches erzum angedencken eines gesichtes angenommen, so ihm in dertust (etwas vor der schlacht wider die Mohren) soll erschie-nen seyn. Daher kommt, wie man davor hält, der nähmeSuprarbia. Rittershusius.

* Garsias, (Innicus II.) nahm Pampelona ein , und ver-setzte dahln feine Königliche residentz; er veränderte auch dennahmen des Königreichs, und hieß es hinfort Navarra , oderauch nach der Haupt-stadt, das Königreich Pampelona. Georg.

Jiornii orbis imperans.

Garsias, ein Rechtsgelehrter, gebürtig von Sevilien, lebteum das jähr 1290. Er ist am meisten durch feinen Commenta-rium über die Decretales bekannt worden. Tritbemius, de script.eccl. Schottus, hihi. Hisp.

* Garsis, oder Garcis, Heut zu tage ein geringer ort inAfrica, in der provintz CHaus, am flusse Mulvia. Man hältsie vor der Alten Galapha, welche als eine stadt in Tingitanain Africa, nicht weit von dem Ursprünge des flusses Malva,über dem berge Phocra, der stadt Molochath gegen mittag ge-legen, beschrieben wird. Ptolemaus. CeUarius , not. orb. ant. IV.7 - §- 27.

* Garsten, oder Gaersten, Garstingen, ein kloster inOber-Oesterreich, am fluß Ems, welches an. 1080. von Marg-qrafOttocaro von Steyermarck gestiftet, und anfangs mit LIe.iicis Secularibus besetzt, hernach aber von dessen söhne, glei-ches nahmens, dem Benedictiner-orden gegeben, und einemAbt unterworffen worden. Der erste Abt daselbst war Berthol-dus aus dem Haufe Würtemberg, der wegen seines heiligenWandels und der wunder, die sein corper nach seinem tydegethan, unter die Heiligen gefetzt worden. Der Abt Günthe-rs brachte an. uao. ein guth in Biberbach dazu , und an.1096. schenckte Hildegardis nebst ihrem söhn von Jphe eineGurtem an das Stift. Ottocarus, Hertzog von Steyermarck,schenckte gleichfalls zwey Mansos , wie auch den wald an demfluß Gabelenk dem Stifte, nebst der fifch-und jagd-gerechtigkeit.Übrigens ist auch St. Wiratho, welcher hernach unter die zahlder Heiligen gesetzt worden, nebst viel andern gelehrten leuthen,aus diesem kloster gekommen, von Hoheneck , befchreibungvon Ober-Oesterreich. De Ludewig, reliq. manuscript. diploma-tum tom. IV. p. 191. seq. Buceün. Germ. sacr. P. II. p. 57.Zeillers Reichs-geogr. I. p.3;. inner. Germ. c. 13.

* Gartach, eine kleine stadt im Hertzogthum Würtemberg,ins Amt Brackenheim gehörig. Liegt an der Pfaltzischcn grentze.

Zeiler. itin. Germ. contin. I. c. 102.

* Gartampe, ein fluß in der Französischen provintz Marche,welcher sich in dir Vienne ergeußt. üniv. Lexicon.

Garter, also wird in Engelland der oberste Wapen-Königgenennet, welcher einer von den 4. beamten des Garter-orbens,oder des ordens von dem Hofenbande ist. Ihm kommt zu, dieregister dieses ordens zu halten, worein er den nahmen eines jed-weden Ritters, nebst dessen wapen, aufzeichnet; ingleichen diestreitigkeiten zu schlichten, welche über den wapen entstehenmöchten. Er ordnet auch die solennitäten an, welche bey den

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andere Wapen-Konige, deren der eine Clarencieux und Rdere Norroy, genennet wird. Siehe Herolde.Garter-orden, siehe Hosenbandes, (orden des)Garthius, (Helvicus) war von geburt ein Hesse, gebührenan--^y. SelnvatterwarBalthafarGarthius , Prediger»Alsfeld , dle Mutter aber Catharina Hulfcherin. Er studinean-fangs zu Marpurg , allwo er in Magistrum promovirte; darnackbesuchte er Straßöurg, und ward im 2;sten jähre seines alt Zvo-stor ssheolog-a- zu Tublngen. Aeg. Hunnius, Professor undSuperintendent zu Wittenberg , gab ihm seine tochter Sabinam.mit welcher er9. klnder zeugete. Er wurde auch Superint»'deut zu Freyberg, nachgehend^ aber in der Teutschen kirchemPrag zu St.Salvator Prediger ««»Assessor Consistorii Er tobden 9. dec. an. 1619. und hinterließ verschiedene schristen, als -de Invocatione Sanctorum ; de Judice Controversiarum · 1«;'con Grajcum &c. Witte, vit. Theol . '

Gartz , eine stadt in Vor-Pommern an der Oder, die manhier paßiren kan, ist an. 11;8. von dem Hertzoge Barnimo I -urstadt gemacht, an. 1469. aber von dem Churffirsten von Bran­ denburg erobert, und mit einem vesten schloß versehen worden -welches doch die Pommern nicht lange hernach samt der totwieder eingenommen. In dem Teutschen kriege ist sie bald vondieser, bald von einer andern partey erobert, verwüstet, undendlich an. i6;8. von dem Schwedischen General Banner qäntz.lich , bis aufkirchen und schulen, geschleift worden. Nach derzeit ist sie wieder angebauet, und in dem Nordischen krieqe vonden Moscowitern erstlich fortistciret, an. 171;. aber indemmntzvon denselben, unter dem vorwand der repreffalien wegen desvon den Schweden zu Altona verursachten brandes, abgebranntworden. Script. Portier.

Gartz , eine uralte adeliche familie, deren stamm-haus Riemin der alten Marck gelegen , in welches land sie zu Caroli Moder HenriU Aucupis zeiten an. 927. gekommen seyn soll. Siehat sich auch in Schlesien ausgebreitet, und allda noch vor wenigjähren Brusewitz im Oelsnischen besessen. An. i6;r. starbHans Christoph von Gartz und Rieza auf Ober-Stradamd imWartemdergischen als Landes-Hauptmann der freyen Stan-des-Herrschafft Wartemberg. In eben diesem jähre gieng Die-trich von Gartz auf Rieza, Raths-?r-xser zu Breßlau und Ist.rector des Königlichen Burglehns zu Namslau, mit tobe ab;er war an. 1582. zu Breßlau gebohren. An. 1664. lebte CarlHeinrich von Gartz auf Brufewitz, und an. 1718. war CarlDietrich von Gartz und Riezen auf Langendorff, der freyenStanbes-Herrschaff Wartemberg Land-Hof-Gerichts-Assessor.EnzeltMarck. chron. p. 67. Angelt Märck. chron. lib. I. P . 39.Sinapii Schles CUtiO)'.

*Garussi, (Joseph Malatesta) ein gelehrter Jtaliäner undLihliotheearius zu Rimini in Romagna , lebte am ende desXVII. lieculi , und schrieb Lucernam lapidariam , oder eine er»klärung von allerhand stein-schriften, welche in dem Ikesauwamiquit. & hist. Ital. tom. VII. P. II. unter dem titul: hucernalapidaria via: Plaminise &c. stehet: Poetici Musei Tesseilatio-nem; Sphingis Coenam snigmaticam ; das leben des H. Jost-phi in Italiänischer spräche. AHa Eruditorum , 1693. P . 346.

Garzia, (Martinus) Bischoff zu Barcellona, war gebürtigvon Caspe, welches ein kleines stadtlein in Aragonien ist, undlebte zu ende des XV. und ansang des XVI. feculi. Er studirtein dem Spanischen Goilegio zu Bononien, und wurde hernachCanonicus tu Saragossa , nach diesem aber Archidiaconus zuDaroca . Seine meriten machten ihn an des Königs Ferdinan»di Hofe bekannt, allwo er Hof-Prediger und der Königin Jsabel- Beicht-vattcr wurde, welches ihm das Bißthum Barcellonazuwege brachte. Man hat von ihm etliche schristen, und unterandern ein voIumen predigten, welche Äugustinus Olivanus,Lanonieus von Barcellona, an. 1920. drucken lassen. Unter-schiedene authores reden von diesem Prälaten mit sonderbaremelogio. Anton. hihi. Hisp.

Garzon, (Johannes) ein Doctor Medicinae, war gebürtigvon Bononien, und lebte zu ende des XV. steeuli. Leander Ai-berti sagt, er sey sein Prseceptor gewesen. Er hat das leben St.Dvminici, L. Petri Veronensts Martyris und Thvmä Aquinatisbeschrieben. Insonderheit ist er wegen der Historie des Landgra-fen Friderici von Thüringen mit dem gebissenen backen be-kannt , welches buch mit Erasmi Stellä vorrede zu Basel an.1918. gedruckt, und von Reineccio zu Franckfurt an. 1980. wie-derum edirt worden. Aiaerti, descript. Italiae. Fabricius, orig.Sax. lib. VI. Vojßus, de Hist . Lat. lib. III. c.12.

Garzoni» eine reiche familie, welche seit dem Genuesischenkriege in der zahl des Venetianischen Adels sich befindet. Dererste, welcher sich barein erkauft, soll Balduin geheissen haben,und ein würtz-händler gewesen seyn. An. 1901. war MarinusGarzoni Procurator von Sän Marco, und unterschiedene an-dere dieses geschlechts sind von der Republick zu öffentlichen eh-ren-stellen gezogen worden. Amelot, hist. du Gouvern. de Ve-nisep. 999. Ictem, remarqu. für Pexamen de la liberte deVe-nise v. 138.

* Garzoni, (Fabricius) ein Philosophus und Medicur,folgte Carbano in der ersten medicinifchen Professor-stelle mBologna nach, und versähe sein amt mit grossem rühm. ,Erhat ein werck de ssebus ssipanis geschrieben, so sehr geschahet