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wird. Seine Lectiones Medics und Epistohe verdienten auchwohl im druck zu erscheinen. Er starb den i 8 . april an. 1574.und ward mit grossem gepränge begraben. Oriandt notitia scri-ptor. ßononiens. Munget. bibl. script. Medic. tötn. II. lib. VII·
(Sarzonus, ( Thomas ) Canonicus Regularis Laterancrrfis, war zu Bagna Cavallo in Romandiola an. 1549. gebohren.Man sagt, daß er im neunzehenden jähre seines atlers bereits ei-nen guten vers geschrieben,und daß er fast von sich selber die He-bräische und Spanische spräche erlernet. Er that am erstenprofeßion unter den Canonicis Regularibus zu Ravenna , undstarb den 6. iun. an. 1589. im vierzigsten jähre seines alters. ZuVenedig edirte er die Opera Hugonis de St. Victore, und such-te , wiewol ohne gründ , zu behaupten, Hugo sey CanonicusCongregationis Lateranensis , und Abt de St. Victore gewe-sen. Er hat hiernächst verschiedenes in Italiänischer spräche ge-schrieben , so aber auch meistens in andere übersetzt worden, als:La Placc de toutes les Profelsions du Monde; l’Hopital des Fousincurables ; les Vies des Dames illustres de l’Ecriture. Daß ervon lustigem Humor gewesen , und sich mit allerhand schwan-den, welche gleichwol seinem geistlichen stände nicht allemal zumbesten angestanden , gern divertiret, können eben diese bücheram klärften zeigen. Joh. Rhodius mercket an, er habe aucheinen tractat de Incantamentis & Miraculis Spirituum in 45.bu-chern geschrieben, welchen Strozzius Cicogna, ein Vicentiner,unter seinem nahmen heraus gegeben. 6theat. vol. II.Ehouius, de script. suppos. n. 2;. *
* Gasabela, eine stadt und landschafft dieses nahmens inAbyßlnicn, zwischen dem sie Zaflan, und den Montibus Lu-na gelegen. Univ. Lexicon.
Gasalius, ( al ) ein berühmter Mahometanischer Theolo-ge und Philosophus , dessen völliger nähme war: Abu Cha-med, Mochammed, Ebn Mochamm. Gasali; mit noch meh-rern ehren - lituln, als Zainoddin , rc. Er ward gebohrenim jähr der Heg. 450. d. i. an. Christi 1058. und hat ein ansehn-lich werck von wissenschafften, welches sonderllch zur religion ge-höret, UNdVivihcatioScientiarum Religionis geneimet Wird, des-sen sich E. Pocoke sehr oft bedienet, und welches von Achmed Ar-belita in einem kürtzern begriff zusammen gezogen worden; erhandelt darinnen auch von secten, und verlachet die Alschios,welche nicht nur die Logic und andere wissenschafften , sondernauch alle arbeiten verachteten, und allein auf das unmittelbareanschauen GONes, die enge Vereinigung mit demselben undfamiliäre gespräche trotzeken. Er war von der Ascharischcn par-tey, und bewiese die religion auch mit philosophischen gründen.Er soll wol <So. hücher geschrieben haben, als da sind : Summatotius Legis; Compendium Theologi*; Compendium Logic*;Intentio Philosoph.; Concordia inter Philosophos & Theolo-gos ; Errores Philosoph. ; Itinerarium Domüs zetern« &c. wieauch Viel Larmina ; hatte aber das Unglück , daß obiges werck,Vivif. Scientiar. von seinen Widersachern verbrannt, und er des-wegen verfolget wurde. Als der Groß - Vezier zu Bagdad einansehnliches Kollegium von Gelehrten gestiftet, und mit 15000.ducalen zährlichen einkommens begäbet, wurde er auch darzuberuffen, und hatte zu zuhörern nicht nur eine grosse mengedes gemeinen volcks und handwercks-burschen , sondern auchFürsten und Herren, ja oftmals den Groß - Vezier selbsten ; erwurde aber endlich dieser Herrlichkeit müde, gab seine Professionauf, theilte seine güther unter die armen, nahm einen einsied-ler-habit , und zog nach Mecca, von bannen in Syrien , fer-ner nach Alcair und anders wohin, kam doch wieder an vorigenvrt, und starb allda im jähr der Hegira 505. das ist, an. Christirill. seines alters 55. iahr, nachdem er kurtzvorhero ein schönescarmen über den tob aufgesetzet. Leo Afric. in MSSC. apudHotting . Pocok. in spec. *
* GASANDl, ein gewisses volck, so vermuthlich in demglücklichen Arabien in einem fruchtbaren erdreich gewöhnet.Denn sie wurden nicht, wie die andern Araber und Morgen-länder , von der sonne verbrannt und ausgedörret, sondernhatten immerzu angenehme und erwünschte regen, daß das land,wo es nur dauern gehabt, unverbesserlich gewesen wäre. Die-se leuthe, weil sie den feld-und ackerbau nicht verstunden,brachten ihre zeit mit dem fisch - fange zu. In der erde fandman sehr viel gold, das nicht geläutert werden dorfte, sondernvon-natur lauter wuchs. Dieses trugen diese leuthe an ihrenHänden und Hälsen, und , weil sie dagegen an eisen arm waren,pflegten sie von den kaufleuthen mit gleichem gewichte so viel eisenanzunehmen, als sie ihnen gold gaben. Dmiorus Siculus ,bibl. III. 179.
Easchin, eine Gräfliche familie in Ober-Schlesien , allwosie die güther Reichwald, Freystadt , rc. besitzet. Hans Georg,Reichs-Graf von Gaschin, und edler Herr zu Rosenberg , warum die mitte des XVll. feculi Lands-Hauptmann in dem Für»stenthum Troppan. Melchior, Schlesisther Cammer - Präsi-dent, starb an. 1650. und hinterließ drey söhne, die waren1.) Georg Adam Frantz, Kayserlicher würcklicher geheimerRath, und Lands-Hauptmann der Fürstenthümmer Oppeln und Ratibor , welcher gleichfalls etliche söhne grzeuget; r.) Fer-dinand Otto, der an. i7oi.als ältester Land-Rechts-Beysitzer zuOppeln das zeitliche gesegnet; ;.) Rudolph , Lands-Haupt-mann in dem Fürstenihum Troppau . Luca Schlesische chr.Imbof. not. Proc. in mantiss.
Histor. Lexicon III, Theil.
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gascogne, lat. Vasconia , eine proviny in Franckreich,welche eigentlich zu reden nicht mehr ist als das dritte theil vonAquitanien , oder der Alten Novempopulania, zum wenigstennach August, Casaris eintheilnng. Sie begreift erstlich das ei.gentliche sogenannte Gascogne, la Chaloffe genannt, oder Cavde Gajcogne, so denn le pais de Basques , le Bigorre, laConnnge, rc. in sich. Man sagt insgemein, daß solches landseinen nahmen von gewissen volckern aus Spanien habe, dirVascons oder Gascons genannt, welche ihr vatterland an Na-varra an dem fuß des Pyrenäischcn gedurges verlassen, und sichan selbigen orten vest gesetzet haben, nicht zwar a». 8- 5. zu denzeiten Ludovici Püwie einige wollen, sondern vielmehr in demVII. seculo ; wiewol auch einige in den gedancken stehen, alswären sie auö Franckreich gekommen. Es liegt selbige provintzzwischen der Garonne, den Pyrenaischen gebürgen, der offenba-ren see und dem heutigen Guicnne, so, daß sie Querci, Rovergueund Languedoc , so durch die Garonne davon abgesondert wird,gegen morgen, Spanten und das Pyrenätsche gcdurge gegen mit-tag, das eigentlich sogenannte Guienne gegen Mitternacht, die of-fenbare see aber gegen abend hat. Das eigentlich sogenannteGascogne, oder la Chaloffe, liegt zwischen Bear» , Arnwgnac,Guienne und Landes, und hat einen grossen Überfluß an dünckel,an thieren und an vieh-weyde. Diese landschafft hat eine langezeit den Königen von Engelland als Hertzoqen von Aquitanien gehöret, welchen aber der König „t Franckreich, Carolus VII.um das jähr 1462. jvwol diese als auch alle ihre übrigen land-schafften, die sie in Franckreich besassen, aus den Händen riß. ESist hierbey merckwürdig, daß, gleichwie die Franzosen die buch-staben V und ^ in 0 zu verwandeln pflegen, als in den WortenGattes für Walles , Gascogne für Vasconia, also insonderheitdie Gasconier nach dem exempel der Spanier die buchstaben Vund L mit einander zu verwechseln , und einen wie den andernauszusprechen pflegen. Welches Iosepho Scaliger geleqenheitgab, in folgenden zwey versen über ihren ansspruch zu schertzen ^Non temere antiquas mutas Vasconia voces,
Cui nihil eit aliud vivere, quäm bibere.
Ins besondere ist von den Gasconiern zu sage», daß sie gutesoldaten, und von guter cvurage sind , auch viel vertragen kön-nen. Man giebt ihnen schuld, daß sie manchmal allzu ruhmra-thig sind , und darinnen den Spaniern ihren nachbarn nachah-men. Um das jähr 582. wohnten sie an den grentzen von Can-tabrien, allwo heut zu tage Blscaya und Navarra gelegen, zwi-schen den Franzosen und West-Gothen, setzten sich auch bey al-len beyden durch ihr stetiges auslauffen in schrecken; denn sieplünderten das gantze benachbarte land auS , und retirirten sichendlich in das gcdürge. Um das ,ahr 600. bedienten sie sich derGelegenheit sehr wohl, als einige zwistigkeiten zwischen denFranzösischen Printzen, Clotario II . Theodeberto, Königevon Austrasien , und Theodorico, Könige von Burgund , wa-ren , daß sie sich in dem lande von Oleron , Bearn und Souleveste setzten. Diese Könige schickten-trouppcn wider sie, welcheauch in der that einige avantagcs hatten; man erachtete es abervorträglicher zu seyn, selbigen blos einen jährlichen Iribnt auf-zulegen. Es wurde dannenhero über sie ein Gouverneur gesetzt,nahmens Genialis. Es währte aber nicht lange, daß sie wiederanfiengen zu plündern , und an. 635. trieb man sie unter desKönigs Dagoberti I. regierung wieder zurück in das gebürge.Sie halten damals einen Gouverneur, nahmens Änqhina,und auf dessen Veranlassung suchten sie gnade bey dem Könige,welche sie auch erlangten. Um das jähr 66;. giengen sie in No-vempopulanien oder einen theil von Aquitanien . Die Aqnita-nier machten eine aüiantz mit ihnen, und weil sie der verdries-lichkeiten , die sie durch die stets anhaltenden kriege zwischen dendescendenten des Clodvväi erfuhren, überdrüßig waren, auchihnen der unersättliche ehrgcitz der Majorum Donnis, oder ober-sten Hofmeister in Franckreich, nicht gefallen wollte, erwehl-ten sie an. 696. einen Hertzog über sich, nahmens Lupus , wel,cher des Königs Childerict bedienter gewesen. Die Gasconieraber, die in den gebürgen wohnten, conlinuirten ihr vorigesleben. An. 769. hatten sie einen Hertzog , auch nahmens Lu-pum , welcher Hunaldum, Hertzog von Aquitanien , dem Ca-rolo M. lieferte; und an. 778. als dieser Monarch aus Spa nien zurück kehrte, nahmen ihm die Gasconier einen grossentheil seiner bagage, so viel sie int nachhatien erhalten konnten,und tödteten viele von seinen besten leuthen und vornehmsten Ge-neralen , als sie über das gebürge Ronceval paßirten. Die vor-nehmsten aber des landcs, weiche sich vor Carolo M. furchten,überlieferten ihm einen theil solcher räuder, selbige gebührendabzustrafen. Im jähr 8-7. wurden sie wegen einer revolte, diesie erregt hatten , von Ludovico Pio gar hart gezüchtiget, bisendlich dieses land eben die fata als Aquitanien erfahren muste,und unter der Fränckischen Könige botmäßigkeit kam. Oibenart,not. Vase. De Mure «, hist. de Bearn. Mezeray. Suche auchAquitanien und Guienne. *
* Gascoiqne, (Georg) ein Engelländer, gebürtig ausder provintz Essex , legte sich aufUniversitäten meist auf die Lo-gic und Poesie, nahm hernach kriegs-dienste an, und hatte zuseinem ieib-spruch: tarn Marti quam Mercurio, gieng daraufin Franckreich , und verliebte sich in eine Schottische Dame,kam endlich wieder in Engelland, schrieb allerhand comödien,fatyren und andere kleine wercke, welche zu Londen 1537. in 4.gedruckt sind, und starb an. 1578. Wood.
Mmm
* Gascoi,