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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tre Mesfire Ignace de Foresta &c. und dergleichen mehr. MU

moires du teitii.

Gaffer, Gastal, lat. Castra Rhactica , ist ein strich landesin der Schweitz zwischen der Grafschafft Toggenburg und demWaUenstättcr - und Zürich - sre gelegen, und hat diesen nahmennoch von der Römer zelten her behalten, als welche allhier zu ei-ner zeit ihr lagrr geschlagen hatten; es kam selbiges mit andernan das Haus Habspurg, Oesterreich, und wurde von KayserAlbrecht I. an. 1302. Rudolph Sommer dem Land-Amman vonGlaris zu regieren übergeben, und das Nieder - Amt z» GlariSgenennet. Nachdem sich aber dieser gantze Stand an. i^i. mitden Eydgenossen verbunden , hatte er an den einwohnern desGasters schlimme nachbarn, wozu sie die zu Wesen und dasigerorten liegende Oesterreicher nicht wenig animirten ; wie sie dannan. n88. als das lands - panner mit den übrigen Eydgenossenvor Rapperschwyl stund, einen räuberischen einfall in der Glar-ner land gethan; sie wurden aber von 230. mann der gegen-par«tey nach einem etwas hitzigen gefechte beySchwenden so übel re-

« alirt, daß sie 160. mann samt dem panner im stiche lassen mu-en. Als ihnen nachaehends die Appenzeller etwas unfreundlichbegegneten, und ihr landlein beunruhigten, machten sie mit ih-nen und denen von St. Gallen auf io. iahr lang ein bündnis.Nach absterben Graf Friedrichs des letzten zu Toggenburg an.

nahmen sie mit bewiüiqunq Ertz - Hertzog Friedrichs vonOesterreich das land - recht zu Schweitz und Glaris an , undverachteten also das bürger - recht zu Zürich , worüber ihnenauch von dieser feite der paß versperret wurde; hingegen hat ob-gedachter Ertz - Hertzog denen von Schweitz und Glaris dieHerrschafft Wmdeck und das Gaster an. 143 8. um 3000. fl. ver-pfändet , jedoch mit vorbehält der wiederlösung und aller demländlein zuständigen Privilegien und alten rechten; es ist aberdiese löjung niemals vollzogen worden, und also das land denbeyden Orten an. 1462. eigenthümlich verblieben, wie es dannvon denselben alle zwey jähr mit neuen Landvögten versehenwird, welche gleichwol allda nicht residiren, sondern nur zu gc,wissen zeiten dahin abreisen. Es liegen darinnen die städtc Utz-nach und Wesen, das kloster Schennis, wie auch Schmer-cken, Ammon, Goldingen , rc. An. 1319. erhub sich ei,niger streit zwischen denen im Gaster und ihrer Lands - Obrig.feit , angesehen jene behaupten wollten, ein Landvoat sey sowolihnen , als sie ihm, zu schwören schuldig; weil sie aber denaus ihrem lands - buch füraewandten artickul mit keiner bewilli-gung der Oesterreichischen Herrschafft beweisen konnten, wurdensie von ihrem begehren abgewiesen. Als an. i?)i. derjenige theildieser einwohner, welche bey erfolgter Veränderung der religiondie reformation angenommen hatten, in dem sogenannten Cap-peler - kriege denen von Zürich zugezogen waren, mnsten sie einsolches nach gemachtem frieden , (als von dem sie ausgeschlostsen waren) übel entgelten , Massen ihnen der Canton Schweifihr land - panner, driefe, freyheiten und malefitz - gericht weg.genommen; die particularen aber wurden theils des lands ver-wiesen , theils aber auch um geld gestraft, und der Catholischegottesdienst wieder eingeführt; sie erhielten auch ihre vorige frey-heiten erst nach langen jähren wieder. jEgid. Tscbudy, Helvet.vet. 5 · 48. Idem , chron. MScr. P. I. ad an. 1302. P. II. ad an.1388. & 1405. P. III. ad an. 1436. & 143g. Job. Henr. Tjschu-dy, chron. Glaron. p. aoi. 371. & 448. Buüinger. histor.MScr. lib. XXVII. c. 3. *

* Gaffineau, (Nicolaus) Königlich - Französischer Rathund Almosenier , war zu Paris an. 1620. oder 1621. aebohren.Er begab sich bey guter zeit in den geistlichen stand, bekam auchschon in seinem 24. jähre eine Pfarre zu Anet, in der Diceces vonMeaux , gab aber selbige nach 20. jähren mit beybehaltung einerjährlichen pension wieder auf, und verfügte sich sodann wieder«i seinen anverwandten nach Paris , wo er endlich auch diePriorey von Berolle überkam, davon er aber wenige einkünftehatte. Er starb zu St. Cloud nicht weit von Paris den 17. ju-nii an. 1696. und hinterließ : Lettres des Controverscs in dreybänden, wovon der erste wider des Ioh. Claudc Defense de laReformation gerichtet; die beyden andern aber la grande Con-troverfe de la prescnee reelle de Jesus - Christ en lEucharistiebetitelt sind.

Gaffinois, lat. Vastinium , eine landfchafft in Franckreich,zwischen der Isle de France , la Beauce, I'Orleanois , Berry,Nivernois , Champagne , und la Br'" gelegen. Es gehört zudem Gouvernement der Isle de France , und begreift das Her-tzogthum Nemours , ingleichen die Grafschafft Moret und Ro-chesort unter sich.

* Gastius, (Johannes) ein gelehrter Theologus des XVI.feculi , war von Breysach gebürtig , und war kurtz nach derReformation Prediger der kirche zu Basel . Man findet , daßer von an. 1529. bis 1332. Pfarrer bey St. Martin gewesen.

Er starb daselbst an. 1572. nachdem er viele schriften Heraus ge-geben Hatte. Unter diesen sind: Parabola: , gedruckt an. 1344.de Anabaptismi Exordio, Erroribus &c. an. eod. SermonesConvivales , an. 1330. Schon an. 1341. Hatte er ein Historischeswerck ausgegeben, welches viele merckwürdige dinge in sich Hält.Ferner Hat er aus Augustini wercken einen Commentarium überdas Alte und Neue Testament zusammen gezogen , und zu Ba­ sel bey Heerwagen an. 1342. drucken lassen. Viele predigten undlehren Oecolampadii, welche er nachgeschrieben hatte, sind eben.falls von ihm theils Latein theils Teutsch dem druck überlassen

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1 StotttimuS) war zu Schwibus in dem Fürsten ,thum Glogau an. 1371. den 9. sept. aebohren, laa h,« ßJiiiU , Leipzig und Alters ob, und promovirte zu B"

sel zn vcxstorern Medicing-. Nachgehenbs wurde er bey Rud°^pho, Hertzoge zu Liegnitz , Leib-Medicus, und starb an.l ü )stt einen ^ifcurs vom rechten nutzen etlicher t

brauchlicher artzneycn bey währenden sterbens - lauftenden. Wttte , diar. 0 l ; lM

2 °ba?nBaptista) Hertzog vonOrleans, Chor.ttes, Valvls und Alenc;on, Graf von Blois, rc. PairvvnFranckreich und Gouverneur in Languedoc . Er war der iihJre söhn Königs Henrici M. von Maria Medicea, gebohrenwFontamebleau den 23. april an. 160g. Er hatte erstlich den tituieines Hertzogs von Anjou, und hernach von Orleans . Er fübn!eme kurtze zeit das commando über die armee, welche an. 16«Rochelle belagerte, und nachmals an. 1636. in der PicardieUnterschiedene mal bezeugte er sich schwürig, und begab sich vonHofe, wurde aber allezeit, wenn er zurücke kehrte, wieder an.genommen. Er war Reichs-Statthalter in währender minder-jahrigkeitLudovici XlV.und commandirle an. 1644. und 164; diearmeen bey den belagerungen von Grevelingen, Bethune, Bour-bourg,Armentieres,Courtray,Mardick,rc.Nachdem es aber durchdie innerlichen kriege ein anders aussehen gewann, retirirte ersich nach Blois , woselbst er im febr. an. 1660. starb. Seinleichnam wurde nach St. Denys gebracht, sein Hertz aber in derJesuiter - kirche zu Blois beygesetzt. Er war ein überaus curi).ser Herr, und hatte ein vortrefliches cabinet von Medaillen, edel-

S "einen, mignatures und andern raren stücken. Er vermähltean. 1626. mit Maria von Bourbon, Hertzogin von Mvnt-pensier, Henrici von Bourbon, Hertzogs von Montpensier, Dau-phins von Auvergne , rc. einziger tochter, welche in dem kind.bethe den 4. jun. an. 1627. im 22. jähre ihres alters starb, mitwelcher er gezeuget Annen Marien Louisen von Orleans, Sou.veraine von Dombes, Printzeßin von Röche - für - Ion, Dau-phine d'Auvergne, rc. welche an. 1693. in dem 66. jähre ihres al-kers unverehllchct gestorben. An. 1632. vermählte er sich zumandern mal zu Nancy mit Margarethen von Lothringen,Franci .sci, Grafen von Vaudemont , jüngerer tochter, welche z» Paris in dem pallaste von Orleans den 3. april an. 1672. starb, vonwelcher er einen söhn hatte, so an. 1630. gebohren, und an. ,6;r.gestorben; Margaretham Louisam, genannt Mademoiselle cl'Or,lcans, gebohren den 28. jul. an. 1643. und an. 1661. mit Cos-mo III. Groß - Hertzoge von Florentz , vermählet, welche diemeiste zeit ihres ehestandes sich zu Paris in einem kloster aufhielte,und allda den 17. sept. an. 1721. das zeitliche gesegnete; Elisa.beth von Alengon, gebohren an. 1646. vermählt an. 1667. mitLudwig Josepho von Lothringen , Hertzog von Guise, Pair vonFranckreich, welche den 17. mart. an. 1696. zu Versailles alsWittwe verstorben; Franciscam Magdalenam von Valois, soan. 1643. gebohren , an. 1663. mit Carolo Emanuele ll. Her-tzoge von Savoyen vermählet, und den 14. jan. an. 1664. ver-storben ; und Annam Mariam von Orleans, Mademoiselle vonChartres, welche an. 1632. gebohren , und zu Blois an. 1636,gestorben. Er ließ auch einen bastard, Ludwig vonOrleans,Grafen von Charny, welcher an. 1637. zu Tours von LouiseRogerin gebohren worden. Le Vujjor , bist. de Louis XIII. liv. XXV.

Gaston, Phöbus III. zugenannt, Graf von Foir und Vi-comte von Bear». Er war ein Herr, der sich durch seine siege,großmüthigkeit und herrlichen palläste, die er aufgeführet, einengrossen nahmen gemacht. Er verfertigte unterschiedene schris-ten von der jägerey, und unter andern eines, welches den tilulführte: le Miroir de Phosbus. König Johannes ließ ihn in ar-rest nehmen , weil er ihm nicht huldigen wollte, vertrauete ihmaber nachmals das commando der armee. Er starb endlich plötz-lich an. 1391. als man ihm wasser aufdie Hände goß sich zu wa-schen. La Vertiere , annalcs de Foix . Olbagaray , tust. de Foix .Froijsard. De Marca.

Gaffon, ein Edelmann aus Dauphine, bauete nebst seinemsöhne, Guerino, zu ende des X. faeculi ein Hospital vor die kran.cken, so den leib des heiligen Antonii zu besuchen kamen, welchenJocelinus in das Vienncsische gebiethe gebracht. Es gab dieseszu dem orden St. Antonii anlas, welcher durch den Papst Urba-num II. an. 1093. auf dem Concilio zu Clermont confirmiretworden. FaSco, histor. Anton. Baron , ad an. 1093. Cborier, hiit.du Dauphine tom. II. liv. XI. sect. 12. & liv. VI. fest. 13·

* Gaffone, (Jgnatius) ein Rechtsgelchrter, war zu Ca-tanea zn Sicilien an. 1640. den 7. febr. aus einem adelichen ge«schlecht gebohren , nahm den gradum eines Doctoris an, »nolehrte eine zeitiang die Rechte in seiner geburts - stadt. fmerausstieg er von einer ehren - stelle zu der andern, bis er endlich Eomsistorial - Präsident von Sicilien wurde. Er hat vor sich undseine descendenten den tilul eines Marchese erhallen, und ist an.1693. den 29. aug. zu Palermo gestorben. Seine schriften sind:Confultatio pro Stipendiis Militum ; Disceptationes Ideales,Disceptationes Juridicae; Justifications por la regla gran corteu. st. m. Mongitor. bibl. Sicula.

* Gastrel, (Franciscus) ein Englischer DoctorTheclogiS;wurde Bischoff zu Ehester im Hertzoglhum Dorck, sth^m