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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gau

gau 695

^(Baugamelk, oder Gaugamala , ein flecken Plinius , H.N. VI. 26. in der Assyrischen landschafft Aturien zwischen demTiger und Lyco, 600. stadten von dein berühmten Arbela ent-legen , bey welchem die bekannte schlacht des Darii mit demAlexander vorgefallen, darinnen jener das Reich verlohren.Strabo , II. p. 133. XVI. p. 1072. Dieser flecken lag eigentlichbey einem fluß, Äumadum, oder wie andere wollen, Buma«do, Bumelum oder Bumello genannt. Die berühmte schlachtist eigentlich nicht bey Arbela, sondern allhier vorgefallen, doch,rveil jener orl angesehener als dieser ist, hat man selbige voneinem bekannten ort benennen wollen. Arrianur , de exped.Alex. VI. Plutarcb. Alexandr. p. 68;. Leuthe, die der Persi,sehen spräche kundig find , sprechen, es hiesse Gangamela; imGriechischen text Plutarchi 1 . c. findet man Pausamele, undin der Lateinischen verfion Gausamele, und andere wollen Gau ,camele lesen, welches der derivation Plutarchi beykommen soll,die er I. c. giebt, daß es ein cameels-haus bedeute, weil eingewisser König ehemals an diesem orte seinen feinden auf einemläuffer-cameel entkommen, und daher diesen ort angelegt, auchgewisse flecken und einkünfte ihm zugetheilet habe.

* Eavi de Mendoza, (August.) war zu Mazagan in Afti,ca gevohren, und distlnguirte sich durch seine tapferkeit, alsder Muley Abbala an. 1562. diese stadt belagerte. Er hat da-von eine umständliche erzehlung aufgesetzt, welche zu Lisado,va an. 1607. gedruckt worden. Universa.'-Lexicon.

Gavimn, Gavi, eine kleine stadt in dem Genuesischen ge-biethe, bey dem flusse Lemo, an den Montferratischen undMayländischen grentzen, gleich an der helfte des weges zwi-schen Genua südwärts und Tortona nordwärts. Ihre bevesti,güngs-wercke sind schlecht. Megiserus. Baudrand.

Eiaula, (Johannes) ein berühmter ssheologus und Fran»ciscaner von Paris , war von geburt ein Engelländcr, lebte inder mitte des XIII. feculi, und war von solcher gelehrsamkeit,daß er aus dem stegreif von jeder materie zu discuriren wuß-te , auch wegen seiner besondern erudilion, ter Maximus undArbor Vitae genennet wurde. Er soll IO. grosse Volumina ge-sthrieben haben. Pifanus , in conformitatibus Francifci. Cen-tur, Magd. eent. XIII. c.io. VoJJius , de Hist. Lat. lib. II. c. 38.Freheri theatr.

* Gaulanitis, eine landschafft im Jüdischen lande, überbem Jordan im halben stamm Manasse, am ende des König-reichs Basan gelegen, wo vor dem die Amorräer gewöhnet;wurde in zwey theile, nemlich in das Ober-und Nieder-Gaula-nitis getheilet. Jenes erstreckte sich gegen morgen in das wüsteArabien, dieses lenckte sich gegen abend nach der see Genesa-relh zu. Jenes begriff die Haupt-stadt Gaulon, oder Golan ,Cavitolias oder Capitoliada, Sogane, Seleucia; dieses hatteGamala, Juliadem, so Philippus , HerodiS söhn, gebauet, undvor dem Bethsaida geheissen, unter sich, dazu einige Hipposund Gadara rechne», so aber in den zehen städten gelegen.Josephus schreibt es bald Gaulanitin, am. Zud. XIII. 13. n.4. VII. 2. n.;. an welchem orte einige ebitionen Gaulonitinund Gauloniten haben, ingleichen de virac. 37. de bello Jud.II. 20. n. 6.111. ;. n. 1. & 3. bald an andern orten Gaulonitinoder Gauloniticen. Ceßarius, not. orb. ant. III. 1;. §. 263.270.

* Eaulenda, ein berg in dem Königreiche Candy, auf derinsul Ceylon, er liegt nächst der stadt Degligineur, wo derKonig von Candy seine resiventz hat. Man kan nur auf einerfeite daraufkommen, und daselbst sind drey kort« angelegt, wel-chen zugang der König von Candy darum so verwahret hat,damit er eine sichere zuflucht haben möge, wo etwan seine Un-terthanen sich wider ihn auflehnen wurden, welches er seiner ty-ranney wegen alle nial zu förchten hat. Maty , Diction.

* (Bauleon, oder (Baulos, eine kleine insul auf dem Mit-telländischen meer, gegen Libyen über, ohnfern Mallha. DieAlten haben davon erzehlet, daß keine schlänge noch irgend einander vergiftet thier daselbst aufkommen könne, und das erd-reich dieser insul habe eine solche krafft, daß so man nur denstaub davon in ein ander land trage, tauge es die schlangen undscorptonen zu tödten, wann man nur etwas weniges davon aufsie streue, sonderlich soll es dem kriechenden Ungeziefer tödtlichseyn. Sie heisset nun Gaudisch, und auf Französisch Goze.Ihr umfang erstrecket sich gegen ;o. meilen, und war sie ehedes-sen den Königen von Tunis unterwürfig, welchen sie CarolusV. abgenommen. Die einwohner sind meistentheils Christen,und ihre spräche ist die Türckische. Die stadt, so darinnen aufder hohe liegt, führet auch ihren nahmen. Solinus. Plinius ,Üb. IIL c. 8. üb. V. c. 7.

* (Bault, (Ich. Bapt.) zugenannt Bachiche, ward zu Ge­ nua an. 163 y. gebohren, und als er nach Rom gegangen,niachlc er sich allda mit bem Cavalier Bernini bekannt. Dieserberühmte bildhauer half der grossen Neigung, so Gauli zuder mahler-kunst hatte, gewaltig fort, und gab ihm anlas sol-che bekannt zu machen, indem er sich seiner bey verschiedenenwercken von grosser Wichtigkeit bediente. Man hält so gar da,vor, es habe Bernini dem Gauli sehr oft die ersten gedanckenzu den grossen stücken, die er nachmals unternommen, an dieHand gegeben. Dem sey aber, wie ihm wolle, so ist doch nichtzu läugnen, daß in den von Gauli verfertigten stücken ebendasjenige feuer, welches in der arbeit des Bernini bewundertwird, anzutreffen sey. Das gewölbe der JEsus-kirche zu Rom ,

allwo Gauli die gantze natur darnieder geschlagen, und durchden nahmen JEstrs in ein heiliges zittern gesetzet, vorgestellethat, ist eine klare probe dessen , so eben gesagt worden, undzugleich eine der prächtigsten erfindungen, so je mag gefundenwerden. Sein söhn, den er inniglich liebele, ersäuffete sich auSunmuth, weil der vatter ihm in gegenwart vieler vornehmerPersonen einen sehr harten verweis gegeben hatte; der vatterhingegen, dem der tod seines sohns sehr zu hertzen gieng, son-derlich da er sich selbst vorrückete, daß er der anlas zu diesem tobe

e , grämete sich so sehr darüber, daß er seine einbildungs,» nahem gäntzlich verlvhr, und diejenigen stücke, so ergegen dem ende seines lebens verfertiget, nicht einmal für nut*telmäßig mögen geachtet werden. Er starb zu Rom an. 1709.

Pqfcoti, vies des Peintres modernes.

* (BauUvce, (Denus) Professor im Collegio du Pleßis zuParis . Er befaß viele gelehrsamkeit und einen aufgeräumtenköpf. An. 1718. stellet« er eine sammlung auserlesener getichteGregorii Nazianzeni im Griechischen, mit einer Lateinische»Übersetzung und einigen anmerckungen ans licht, in der absicht,der jugend darüber zu lesen, an. 1727. ließ er selecta Carmi-na clarissimorum quorundam in Univerfitate Parisienft Profes-sorinn , mit Französischen und historischen anmerckungen zurerläuterung des textes , in 12. und an. 1728. selectas Oratio.nes clarissimorum quorundam in Univerfitate Professorinn,

in 12. drucken. Er starb zu Charentvn den 24. april 1738-Gel. Zeitung.

Gaulminus , (GilbertuS) Requelenmeister in Franckreich,und hernach Staats-Rath, war geringer ankunft, gebürtig vonMoulins aus Bourdonnois. Er war im Lateinischen, Griechi-schen und Hebräischen sehr erfahren, und barbey ein treflicherLateinischer Poet, wiewol er sich nicht allezeit an die quantitätder sylden band. Als man ihn dessen erinnerte, fragte er: >verihn zwingen wollte, solchen reguln so genau nachzuleben. Erhat eine vortrefliche bibliotheck hinterlassen, welche die KöniginChristina vor 20000. pf. gekauft. Dem Cardinal Mazariniwar er sehr zugethan, und machte dahero wider das Parle-ment gar spitzige epigrammata, deren eines in Patini ep. 77.»u sehen. Er starb an. 1667. seines alters 8°. jähr. Manhat verschiedene fachen von ihm, als die Lateinische Übersetzungdes Griechischen Romans Eustathii, und des Theodori Pro-drvmi mit noten; Remarques über den Callisthenem, »indPsellUM de Operatione Daemonum ; Notar über ein Rabbini«sches buch de Vita & Morte Mosis; auch verschiedene Latei­ nische poemata. Jugumms dts Savans.

& (Johann Baptist») Bischofs von Marseille , war!n 29. dec. an. 1393. gebohren. Sem vatter warJacob Gault, seine multer Margaretha Poitevin, beyde ausden ältesten familien zu Tours. Er wurde in der jugend alsein Penlionarius in das Jesuiter-Lollegiurn zu Lyon gethan,allwo Eustachius, sein älterer bruder, welcher von Rom zu-rück gekommen war, die Rhetoric mit ihm triebe. Von darschickten die eitern beyde nach la Fleche, um die Philosophie zustudiren. Ferner kainen sie nach Parts, allwo sie den du Valund GamacheS in der Theologie hörten. Weiter giengen sienach Rom , allwo dieser Johann Baptista ewige theologischetheses in gegenwart vieler Prälaten und Herren behauptete.Von bannen kamen sie zurück nach Tours, und als sie daselbsterfuhren, daß ihr vatter gestorben, fasseten sie den schlnß, sichin die neue Congregation des Oratorii zu begeben, welche derCardinal Berulle erst zu Paris gestiftet hatte. Johann Ba-ptista ward zu Troyes zum Priester geweyhet, allwo er unterder direction Eustachii feines ältern bruders stund, der daselbstSuperior war. Hernach wurde er Superior in dem hause zuLangres , auch nebst seinem bruder in Spanien geschickt, umdaselbst einige Häuser ihrer Congregation zu stiften. Nach ih-rer zurückkunft stiftete Johann Baptist» ein neues Oratoriumzu Düvn, wurde Superior zu Manö, und als ein iVlissionariusin Flandern geschickt. Nachdem er alles wohl ausgerichtet,sendete ihn der Cardinal Berulle auf befehl des Königs nachMontanban, um daselbst die uncatholischen zu bekehren. Ergieng von dar zurücke nach Mans, allwo er zu reformirungder Abtey St. Julien du Pre gar viel beytrug. Wenige zeitdarauf begehrte feiner der Ertz-Bifthoff von Bourdeaux, Hen-ri de Sonrdis, um in der streitssache wegen feines PriinatSRichter zu seyn, und gab ihm die Pfarrey.zu St. Eulaliam Bourdeaux, um ihn desto fuglicher bey sich zu behal-ten Sein bruder hatte damals die aufsicht über das 8emina>rium selbiger stadt, allwo derselbe durch Vorschub bemeldtenErb - Bischoffs das Königliche diploma erhielte, worinnen er.um Bischoff von Marseille ernennet wurde. Er starb aberden i; wart. an. 1639. ehe er die confirmativn von dem Papsterhalten. Worauf Sourdis alfobald zuwege brachte, daßder König an dessen statt Joh. Baptistam ernennete. Als nundie consirmation von dem Papst eingelauffen war, wurde er z»Paris emgeweyhet. Von dar wandte er sich nach Marseille ,allwo er sich seinem anvertrauten amte wohl vorzustehenangelegen seyn ließ. Er starb aber im 48. jähre seines altersden 2;. may an. 1643. Die verftmmlung der Geistlichkeitschrieb an. 1643. von Paris an den Papst, ihn um die beatifi»cation dieses Prälaten zu ersuchen. P. Gir. vies des grandsserviteurs de Dieu. Le Vajjor , hist. de Louis XIII. *

* (fjaupp, (Johann) Ober-Pfarrer zu Lindau , welcher auch

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